Fußbodenheizung fräsen:
Kosten, Vorteile & Nachteile

08.05.2026 Lesedauer: min Jens Hakenes

Für einen Altbau ist das Fräsen der Fußbodenheizung oft die günstigste und schnellste Methode zum Nachrüsten. Aber sie ist nicht ohne Risiko, vor allem als Eigenleistung. Der Boden ist genau auf Eignung zu prüfen. In Kombination mit anderen Maßnahmen sind auch 15 bis 70 Prozent Förderung möglich.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • oft günstigste und schnellste Methode zum Nachrüsten im Altbau
  • Boden muss geeignet sein – sonst Risiko für Statik
  • keine Förderung als Einzelmaßnahme, aber 15 bis 70 Prozent Zuschuss für Kombinationen
  • Fräsen eher Sache für Fachleute – einige Teil-Arbeiten aber in Eigenleistung möglich
  • Dämmung nicht vergessen und Alternativen prüfen

Beim Fräsen einer Fußbodenheizung werden kleine Kanäle in den Boden eingebracht, um darin Heizrohre zu verlegen – ohne zusätzliche Aufbauhöhe oder komplett neuen Estrich. Die Kosten liegen zwischen 30 und 100 Euro pro Quadratmeter (m2). Bei einem Einfamilienhaus mit 130 m2 würden sie also zwischen 4.000 und 13.000 Euro liegen. Damit ist das Fräsen oft die günstigste und auch die schnellste Methode, um im Altbau eine wassergeführte Fußbodenheizung nachzurüsten. Geeignet ist sie aber nur, wenn der vorhandene Boden bestimmte Voraussetzungen erfüllt.

Wie funktioniert das Fräsen – Schritt für Schritt?

Das Fräsen selbst ist nur einer von vielen Schritten. Damit die nachgerüstete Fußbodenheizung einwandfrei funktioniert, sollte keiner davon übersprungen werden. Denn es gibt einige Risiken bei dieser Methode.

Bevor mit dem Fräsen losgelegt wird, ist der Boden genau zu prüfen – vor allem, um Probleme mit der Statik auszuschließen. Am besten geht das mit einer Probebohrung. Auch eine Heizlastberechnung ist vorab nötig, um einen Verlegeplan zu erstellen.

Vor dem Fräsen muss in der Regel der Bodenbelag raus. Denn Beläge wie Teppich oder Laminat lassen sich nicht fräsen. Auch Kleberreste sind vollständig zu entfernen. Fliesen oder Naturstein können gegebenenfalls drin bleiben. Das ist gut als Eigenleistung machbar, wie auch der nächste Punkt.

Risse, Unebenheiten oder andere Schäden müssen vor dem Fräsen beseitigt werden – zum Beispiel mit Epoxidharz oder Spachtelmasse. Danach sind Haftgrund oder Tiefengrund aufzutragen.

Mit dem Verlegeplan werden die Kanäle markiert und dann mit einem Kombi-Gerät (Fräse und Industriestaubsauger) gefräst. Sie sind meist 15 bis 20 Millimeter (1,5 bis 2 Zentimeter) tief und breit, je nach Heizrohr. Der Abstand beträgt in der Regel zwischen 100 und 150 mm (10 bis 15 cm) – je nach benötigter Heizleistung laut Heizlastberechnung.

In den gefrästen Kanälen werden dann die Heizrohre verlegt. Sie bestehen meist aus flexiblem Kunststoff (Polyethylen – PE-RT, PE-Xa oder PE-Xc). Sinnvoll ist auch eine Befestigung der Heizungsrohre in den Kanälen mit temperaturbeständigem Kleber.

Die Rohre werden anschließend an die Heizkreisverteiler angeschlossen. Die sind mit der zentralen Heizung verbunden, zum Beispiel einer Wärmepumpe.

Die Fußbodenheizung wird vom Heizungs-Fachbetrieb mit geeignetem Wasser befüllt, entlüftet und auf Dichtheit geprüft (Druckprüfung).

Nach bestandener Prüfung sind die Kanäle zu verfüllen, damit der Boden eben und belastbar ist. Dafür wird eine schnell trocknende Ausgleichsmasse wie Fließspachtel oder Ausgleichsestrich verwendet.

Direkt danach kann damit begonnen werden, den neuen Bodenbelag zu verlegen, etwa Fliesen, Naturstein, Laminat oder Parkett. Denn es ist gibt keine lange Trocknungszeit wie bei einem Nasssystem. Bei weichen Bodenbelägen (wie Teppich, Linoleum oder Vinyl) kann eine zusätzliche Tragschicht (Verbundestrich) nötig sein. Auch hier ist Eigenleistung möglich.

Voraussetzungen: Ist mein Boden geeignet?

Viele Anbieter schwärmen von dieser Methode. Das Fräsen ist aus ihrer Sicht oft mit allen Estricharten kompatibel und kann nahezu überall durchgeführt werden, wo der Boden ausreichend tragfähig ist. Unabhängige Bauingenieur*innen und Architekt*innen hingegen warnen vor Schäden an der Statik – etwa durch Sollbruchstellen, die beim Einfräsen entstehen können.

Denn nicht jeder Estrich erfüllt die Voraussetzungen zum Fräsen einer Fußbodenheizung. Prüfen lässt sich das am einfachsten mit einer Probebohrung – am besten an einer unauffälligen Stelle, zum Beispiel am Rand, in einer Ecke oder unter einem Schrank. Der Estrich muss unter anderem eine gewisse Dicke (oder Stärke) haben: mindestens 35 bis 40 Millimeter (3,5 bis 4,0 Zentimeter). Bei Trockenestrich auf einem tragenden Untergrund können schon 20 mm (2 cm) genügen.

Auf das Material kommt es ebenfalls an: Gut fräsen lassen sich zum Beispiel Trockenestrich, Anhydritestrich, Zement- oder Sandzementestrich und weicher Beton. Gussasphalt dagegen eher nicht, weil dabei oft Risse entstehen – und harter Beton wegen der enthaltenen Armierung. Brüchiger oder stark beschädigter Estrich (mit durchgehenden Rissen oder größeren Schäden) ist ebenfalls ungeeignet. Prüfen sollten Sie vorher auch, ob Leitungen im Boden verlegt sind oder gar eine alte Fußbodenheizung.

Checkliste zum Fräsen einer Fußbodenheizung

  • Estrich ausreichend stark (mindestens 35 bis 40 mm; Trockenestrich: 20 mm)?
  • Art des Estrichs geeignet (Gussasphalt und Beton mit Armierungen eher nicht)?
  • Estrich intakt (keine durchgehenden Risse oder größere Schäden)?
  • keine alte Fußbodenheizung oder andere Leitungen im Weg?
  • Bodenbelag ohne größere Schäden vollständig zu entfernen?

Falls Sie bei einem der Punkte der Checkliste unsicher sind, fragen Sie auf jeden Fall einen Fachbetrieb.

Wann ist Fräsen nicht die richtige Methode?

Estrich zu dünn: Ist der Estrich zu dünn (weniger als 3,5 bis 4 cm; Trockenestrich: weniger als 2 cm) oder zu instabil, ist ein Trockensystem oder eine Dünnschicht die bessere Wahl.

Gussasphalt oder harter Beton: Auch bei Gussasphalt oder hartem Beton mit Armierungen wäre ein Trockensystem eine Alternative. Oder aber ein kompletter Neuaufbau des Bodens.

Unsaniertes Gebäude: Ist ein Gebäude noch unsaniert, sollte zuerst die Dämmung angegangen werden und erst dann ein geeignetes Heizsystem. Ohne Dämmung lässt sich keine niedrige Vorlauftemperatur für eine effiziente Fußbodenheizung erreichen.

Einzelner Raum oder kleine Fläche: Geht es nur um eine eher kleine Fläche oder einen einzelnen Raum, zum Beispiel das Bad, kann eine elektrische Fußbodenheizung besser geeignet und wirtschaftlicher sein.

Was sind die Vor- und Nachteile?

Um eine wassergeführte Fußbodenheizung im Altbau nachträglich einzubauen, wird üblicherweise der alte Estrich entfernt – oder auf vorhandenem Estrich aufgebaut. Die dadurch entstehende zusätzliche Aufbauhöhe kann einigen Aufwand bedeuten. Denn dann ist ein größerer Umbau nötig: Türen, Zargen, Schwellen, bodentiefe Fenster, Treppenabsätze und Steckdosen sind auf die neue Bodenhöhe anzupassen.

Entsprechend hoch sind Aufwand und Kosten bei diesen herkömmlichen Methoden – ein klarer Vorteil für das Fräsen in den vorhandenen Estrich. Ein weiterer ist die schnellere Umsetzung: Während es bei einem Nasssystem mehrere Wochen dauert, genügen hier oft ein paar Tage. Dazu kommt die schnellere Reaktionszeit einer gefrästen Fußbodenheizung. Weil der Abstand zum Bodenbelag oft deutlich geringer ist, kommt die Wärme schneller oben an. Auch das staubarme Arbeiten mit speziellen Kombi-Geräten (Fräse und Sauger) kann von Vorteil sein gegenüber einem Neuaufbau des Bodens.

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Vorteile
Nachteile
niedrigere Kosten
nicht bei allen Böden möglich 
schneller erledigt 
speichert Energie weniger gut 
kein weiterer Umbau nötig (Türen etc.) 
ohne Dämmung Verluste nach unten
Raumhöhe unverändert
eher Aufgabe für Fachleute
schneller heizen, da geringerer Abstand zum Bodenbelag
Risiko für Statik-Schäden
weniger Staub
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Die Tabelle zeigt die Vor- und Nachteile beim Fräsen für die Fußbodenheizung

Es gibt aber auch einige Nachteile beim Fräsen. Die Methode ist nicht für alle Böden geeignet. Voraussetzung ist eine Bodenstärke von mindestens 2,0 (Trockenestrich) beziehungsweise 3,5 bis 4 Zentimetern und geeigneter Estrich (Anhydritestrich, Sandzement, weicher Beton). Eher nicht geeignet ist harter Beton mit Armierungen – und Gussasphalt, weil beim Fräsen oft viele Risse auftreten. Es gibt aber Fachbetriebe, die es auch für diese beiden Bodenarten anbieten. Bei altem Estrich besteht ein generelles Risiko: Vorhandene Risse können sich durch thermische Spannungen nach dem Fräsen verschlimmern. Fachleute können das vorab prüfen.

Nachteile sind auch beim Thema Effizienz möglich. Denn der Boden rund um eine eingefräste Fußbodenheizung speichert Energie oft weniger gut. Fehlt eine Dämmung nach unten, kann zudem viel Energie verloren gehen. Im Erdgeschoss lässt sich das durch eine Kellerdeckendämmung vermeiden. In gut gedämmten Gebäuden ist das weniger problematisch als in schlecht gedämmten.

Ein Nachteil für Heimwerker*innen: Das Fräsen einer Fußbodenheizung ist eher eine Sache für Fachleute. Das geht beim Prüfen des vorhandenen Bodens los. Dazu ist meist eine Probebohrung sinnvoll. Auch das Fräsen selbst ist keine einfache Aufgabe; ebenso das Anschließen, Befüllen, Entlüften und Prüfen auf Dichtheit (auch Druckprüfung genannt). Dinge, die Sie selbst erledigen können, gibt es aber auch: zum Beispiel das Entfernen des alten und das Anbringen des neuen Bodenbelags, das Ausbessern des Estrichs oder eventuelle Durchbrüche (nach Absprache mit Fachleuten).

Kosten: Was kostet das Fräsen der Fußbodenheizung?

Fürs Fräsen der Heizung ist mit Kosten von etwa 30 bis 100 Euro pro m2 zu rechnen. Dazu kommen rund 300 bis 1.500 Euro für den Anschluss an die Heizung – und eventuell zusätzliche Kosten für Dämmung, Wand-/Decken-Durchbruch sowie für Arbeiten an Bodenbelag oder Estrich. Vorteil des Fräsens ist, dass Sie Kosten von etwa 20 bis 30 Euro pro m2 für das Entfernen des alten Estrichs vermeiden.

Kosten fürs Fräsen einer Fußbodenheizung im Einfamilienhaus

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Aufgabe
Kosten
alten Bodenbelag entfernen
5 bis 20 € je m2
fräsen und Rohre verlegen
20 bis 60 € je m2
Heizungsanschluss etc.
300 bis 1.500 €
verfüllen
5 bis 10 € je m2
insgesamt
30 bis 90 € je m2 + 300 bis 1.500 €
Übersicht in Form einer Tabelle über die Kosten fürs Fräsen einer Fußbodenheizung im Einfamilienhaus.

Auch der Vergleich mit anderen Arten von Fußbodenheizungen für den Altbau spricht häufig für das Fräsen. Denn die Kosten sind so meist deutlich niedriger:

  • Fräsen einer Fußbodenheizung im Altbau: 30 bis 100 Euro pro m2
  • Nasssystem im Altbau: 40 bis 105 Euro pro m2
  • Trockensystem im Altbau: 55 bis 115 Euro pro m2

Für das Fräsen einer Fußbodenheizung in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 130 m2 entstehen Kosten von rund 4.000 bis 13.000 Euro. Darin enthalten ist das Verlegen der Heizkreise, die Montage des Verteilers und Anschluss der Heizkreise daran sowie der Anschluss an die Heizung. Dämmung und aufwendige Durchbrüche kosten extra, ebenso der neue Bodenbelag.

Kosten für Fußbodenheizung fräsen in verschiedenen Einfamilienhäusern

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Wohnfläche des Hauses
Gesamtkosten
100 m2
3.000 bis 10.000 €
110 m2
3.300 bis 11.000 €
120 m2
3.600 bis 12.000 €
130 m2
3.900 bis 13.000 €
140 m2
4.200 bis 14.000 €
150 m2
4.500 bis 15.000 €
Übersicht in Form einer Tabelle über die KKosten für Fußbodenheizung fräsen in verschiedenen Einfamilienhäusern.

Die genauen Kosten für das Fußbodenfräsen hängen von vielen Faktoren ab:

  • Fläche der Fußbodenheizung
  • Abstand zwischen Kanälen
  • Anzahl der Heizkreise
  • Anzahl der Geschosse/Stockwerke
  • ggf. Durchbrüche von Wand oder Decke
  • ggf. zusätzliche Dämmung
  • Aufwand zum Entfernen des alten Bodenbelags
  • Aufwand für Ausbessern des Estrichs
  • Entsorgung von Fräsgut, Heizkörpern und altem Bodenbelag
  • regionale Preisunterschiede

Die vielen Faktoren sorgen für eine große Kosten-Spannbreite fürs Fräsen einer wassergeführten Fußbodenheizung. Den größten Einfluss haben jedoch die ersten drei Punkte. Deswegen gilt:

  1. Je größer die Fläche, desto niedriger sind die Kosten je Quadratmeter.
  2. Je geringer der Kanal-Abstand, desto größer sind Aufwand und Materialkosten.
  3. Je komplizierter die eventuell nötige Dämmung, desto höher sind die Kosten.

Das Angebot an Firmen, die Fußbodenheizungen fräsen, ist relativ groß. Am schnellsten werden Sie über Suchmaschinen fündig. Es gibt Firmen, die auf das Fräsen oder auf Fußbodenheizungen allgemein spezialisiert und überregional tätig sind. Holen Sie unbedingt mehrere Angebote ein und vergleichen Sie genau. Achten Sie für eine effiziente Fußbodenheizung darauf, dass eine Heizlastberechnung und ein hydraulischer Abgleich vorgenommen werden. Für viele Förderungen ist das eine Voraussetzung.

Kosten fürs Fräsen der Fußbodenheizung senken: Eigenleistung

Einige Arbeiten können Sie als Eigenleistung erledigen und so bei den Kosten sparen. Zum Beispiel können Sie den alten Bodenbelag entfernen (und den neuen verlegen), den Estrich ausbessern und vorbereiten. Für den Anschluss an einen Verteiler und die Heizung sind oft Durchbrüche an Wänden oder Decken nötig, die Sie ebenfalls selbst umsetzen können.

Wer ausreichend Erfahrung und Werkzeug hat, könnte auch noch weitere Arbeitsschritte übernehmen; etwa das Fräsen selbst. Eine Leih-Fräse kostet im Baumarkt oder online rund 140 bis 170 Euro pro Tag. Achten Sie darauf, dass die Fräse zur Art des Bodens passt – und vor allem, dass dieser überhaupt fürs Fräsen geeignet ist. Im Zweifelsfall fragen Sie besser Fachleute.

Video zum Fräsen der Fußbodenheizung: mit Fachleuten und Eigenleistung.

Förderung: Gibt es einen Zuschuss oder Förderkredit?

Mit einer Förderung lassen sich die Kosten für die Modernisierung ebenfalls senken. So sind zum Beispiel staatliche Zuschüsse von 15 bis 70 Prozent fürs Fußbodenheizung-Fräsen zu haben – allerdings nur in Kombination mit anderen Maßnahmen. Für das Fräsen als Einzelmaßnahme gibt es aktuell keine Förderung.

Welche weiteren Maßnahmen in Ihrem Haus sinnvoll sind, zeigt der ModernisierungsCheck:

Zum ModernisierungsCheck

Für eine Kombination kommen gleich mehrere Förderungen infrage:

a) Heizungsoptimierung (BEG EM)  

  • 15 Prozent Zuschuss
  • plus 5 Prozent mit individuellem Sanierungsfahrplan
  • Antrag vor Auftragsvergabe

b) Heizungstausch (KfW 458)

  • 30 bis 70 Prozent Zuschuss als „förderfähige Umfeldmaßnahme"
  • zum Beispiel beim Wechsel von Gasheizung zu Wärmepumpe
  • Antrag vor Auftragsvergabe

c) Kredit für Sanierung zum Effizienzhaus (KfW 261)

  • bis zu 150.000 Euro
  • mit Tilgungszuschuss von 5 bis 45 Prozent
  • Antrag vor Auftragsvergabe

d) Steuerbonus (§ 35c EStG)

  • bis zu 20 Prozent (maximal 40.000) Euro über 3 Jahre  
  • von Einkommenssteuer abziehbar
  • einzige nachträglich beantragbare Option

Je nach Region sind auch kommunale Fördermittel zu haben. Achten Sie dabei auf die unterschiedlichen Voraussetzungen – wie Energieberatung, Heizlastberechnung oder hydraulischer Abgleich.

Mit dem FördermittelCheck finden Sie alle passenden Förderungen:

Zum FördermittelCheck

Fräsen, Trockensystem oder Dünnschicht: Welche Nachrüst-Methode passt?

Soll im Altbau eine Fußbodenheizung nachgerüstet werden, kommen verschiedene Methoden infrage. Für die Entscheidung zwischen Fräsen, Trockensystem und Dünnschicht sollten Sie mehrere Kriterien vergleichen. Grundsätzlich ist auch eine elektrische Fußbodenheizung möglich. Die ist im Altbau aber meist nur bei kleinen Flächen oder einzelnen Räumen wie dem Bad sinnvoll.

  • Fräsen ist empfehlenswert, wenn der Estrich geeignet und keine Aufbauhöhe verfügbar ist.
  • Trockensystem ist die bessere Alternative, wenn der Estrich nicht fräsbar ist oder viel Eigenleistung mit geringem Risiko gewünscht wird.
  • Dünnschicht lässt eher weniger Eigenleistung zu und dauert länger, kann aber vergleichsweise günstig sein. 

Unterschiede bei Fußbodenheizung fräsen, Trockensystem und Dünnschicht

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Fräsen
Trockensystem
Dünnschicht
Kosten je m2
30 bis 100 €
55 bis 115 €
30 bis 85 €
Aufbauhöhe
0 mm
30 bis 50 mm
15 bis 25 mm
Estrich
intakt / min. 20 bis min. 40 mm
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Eigenleistung
eher nicht /wenig
ja (mit Sets)
bedingt
Trocknungszeit
keine
keine
1 bis 2 Tage
Übersicht in Form einer Tabelle über die Unterschiede bei Fußbodenheizung fräsen, Trockensystem und Dünnschicht.

Fußbodenheizung fräsen und Wärmepumpe: Warum das besonders gut zusammenpasst

Eine gefräste Fußbodenheizung hat einen Vorteil, der besonders gut zu einer Wärmepumpe passt. So liegen die Rohre sehr nah an der Oberfläche, sodass die Wärme schneller und direkter wirken kann. Das macht eine niedrige Vorlauftemperatur von 25 bis 35 Grad Celsius möglich. Damit erreicht eine Wärmepumpe eine hohe Jahresarbeitszahl (JAZ) und niedrige Stromkosten. Mit einer guten Dämmung des Hauses kann deswegen eine gefräste Fußbodenheizung zusammen mit einer Wärmepumpe im Altbau ähnlich effizient sein wie ein Nasssystem im Neubau.

Mit dem WärmepumpenCheck können Sie prüfen, ob Ihr Gebäude für eine Wärmepumpe geeignet ist.

Zum WärmepumpenCheck

Dämmung: Was tun, wenn unter dem Estrich keine Dämmung liegt?

In vielen Altbauten gibt es unter dem Estrich keine oder nur eine minimale Wärmedämmung. Wird die Fußbodenheizung in den vorhandenen Estrich gefräst, lässt sich dabei keine zusätzliche Dämmung einbauen. So besteht die Gefahr, dass ein großer Teil der Heizwärme nach unten verloren geht: zum Beispiel vom Erdgeschoss ohne Keller ins Erdreich oder in einen unbeheizten Keller.  

Ist ein Keller vorhanden, gibt es eine einfache und günstige Lösung: Eine Kellerdeckendämmung kostet nur etwa 15 bis 40 Euro pro m2 und lässt sich als Eigenleistung erledigen. Damit gehen die Wärmeverluste nach unten deutlich zurück und die Effizienz der gefrästen Fußbodenheizung steigt.

Prüfen Sie deswegen immer, ob eine Kellerdeckendämmung sinnvoll ist, wenn Sie eine Fußbodenheizung im Erdgeschoss planen (und auch bei anderen Modernisierungen). In den anderen Geschossen (Obergeschoss/Dachgeschoss) ist eine Dämmung des Fußbodens weniger kritisch, weil beheizte Räume darunter liegen. Ausnahme ist die Trittschalldämmung, vor allem in Mehrfamilienhäusern. Die kann bei einer gefrästen Fußbodenheizung unzureichend sein.

Fragen aus der Community

Ja, die Fußbodenheizung lässt sich mit Leihgeräten auch selbst fräsen. Aber davon ist eher abzuraten, denn es bestehen einige Risiken. Nur mit einem Fachbetrieb gibt es Sicherheit in Sachen Statik, die wichtige professionelle Dichtheits-/Druckprüfung und einen Gewährleistungsanspruch.

Je nach Größe der Fläche lässt sich das Fräsen der Fußbodenheizung in wenigen Tagen erledigen. Pro Raum mit 15 bis 25 m2 ist mit etwa 4 bis 8 Stunden zu rechnen. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 130 m2 dauert es etwa 3 bis 6 Arbeitstage. Dazu kommt ein halber Tag für Druckprüfung, Befüllung und Entlüftung sowie die Arbeitszeit für Schritte, die unterschiedlich lange dauern:

  • Entfernen des alten Bodenbelags (als Eigenleistung möglich)
  • Verlegen des neuen Bodenbelags (als Eigenleistung möglich)

Zum Vergleich: Bei einem Nasssystem braucht allein die Estrich-Trocknungszeit etwa 4 bis 6 Wochen.

Kleine Risse sollten vor dem Fräsen geschlossen werden. Bei größeren Rissen vor und während des Fräsens ist zu prüfen, ob der Estrich überhaupt geeignet ist. Fachleute erkennen das bei einer Vorab-Prüfung. Ist der Estrich ungeeignet, kann ein Trocken- oder Dünnschichtsystem eine Alternative sein.

Bei einer vorhandenen Fußbodenheizung besteht die Gefahr, beim Fräsen alte Rohre zu beschädigen. Deswegen ist es wichtig, die alten Leitungen genau zu lokalisieren und erst dann eine passende Methode auszuwählen. Auch in diesem Fall ist ein Fachbetrieb zu empfehlen.

In der Regel muss der Bodenbelag vor dem Fräsen entfernt werden. Das gilt auf jeden Fall für Teppich, Laminat, Linoleum, Vinyl, Kork und Parkett. Nur bei Fliesen und Naturstein kann es Ausnahmen geben. Fragen Sie im Zweifelsfall bei Fachleuten nach.

Die Lautstärke des Fräsens ist vergleichbar mit der eines Bohrhammers. In Mehrfamilienhäusern oder Reihenhäusern sollten Sie deshalb Ihre Nachbar*innen vorab informieren und sich abstimmen. Die Belastung durch Staub ist in der Regel eher gering, aber dennoch nicht zu unterschätzen.

Fußbodenheizung fräsen: in der Nähe Firmen & Fräse finden

Firmen, die Fußbodenheizungen fräsen, gibt es auch in Ihrer Nähe. Denn das Angebot ist keine Seltenheit. Am schnellsten werden Sie über Suchmaschinen fündig. Es gibt auch Firmen, die auf das Fräsen oder Fußbodenheizungen allgemein spezialisiert und überregional tätig sind. Holen Sie unbedingt mehrere Angebote ein und vergleichen Sie genau. Achten Sie für eine effiziente Fußbodenheizung darauf, dass eine Heizlastberechnung und ein hydraulischer Abgleich vorgenommen werden.

Wenn Sie selbst Hand anlegen wollen, finden Sie auch in Ihrer Nähe sehr wahrscheinlich eine Fräse. Denn viele Baumärkte verleihen Geräte wie dieses (für etwa 145 bis 170 Euro pro Tag). Alternativen zum Ausleihen im Baumarkt finden Sie ebenfalls am einfachsten online.

Das Titelbild wurde von DML-Fußbodenheizung zur Verfügung gestellt. 

Drei Personen sitzen zusammen, eine hält ein Blatt Papier, im Hintergrund ein Bücherregal und das Logo mit dem Schriftzug 'VierWende Mein Zuhause. Unsere Zukunft.'

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Jens Hakenes

Über den Autor

Jens Hakenes

Jens Hakenes ist seit 2010 unser freiberuflicher Experte für die Themen Heizkosten, Warmwasser, Stromkosten und Klimaschutz. In seinen Artikeln erfahren Sie zum Beispiel alles Wichtige über Fußbodenheizungen, serielle Sanierung oder den CO₂-Preis.

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