Mietverträge laufen lange
Viele Hausverwaltungen kaufen die Heizkostenverteiler nicht, sondern mieten sie vom Messdienstleister. Die Mietverträge binden die Gebäude dann oft über mehrere Jahre. Für einen Wechsel müssen Hausverwaltungen Kündigungsfristen und die Eichfristen der Geräte berücksichtigen.
Schlechte Installationsplanung
Unter Experten wird kritisiert, dass bei Neubauten oft zu viele Messtellen (Wasserzähler) installiert werden. Dies sei unnötig und treibe die Kosten in die Höhe.
Neue Anbieter brauchen viel Kapital
Neue Messdienstleister müssen die Kosten für Geräte und Infrastruktur zunächst vorfinanzieren. Die Einnahmen aus der Gerätevermietung und den Abrechnungsleistungen fließen dagegen über mehrere Jahre. Für den Markteintritt benötigen neue Unternehmen deshalb erhebliche Finanzmittel.
Diese hohen Anfangskosten erschweren den Wettbewerb. Etablierte Anbieter verfügen bereits über Geräte, Software, Vertragsbeziehungen und große Kundenbestände. Neue Unternehmen können dadurch nur schwer ausreichend schnell wachsen und Preisdruck erzeugen.
Die Branche ist miteinander verflochten
Das Bundeskartellamt beschrieb außerdem Verflechtungen zwischen Immobilienunternehmen, Messdienstleistern und Branchenverbänden. So erstellen Immobilienunternehmen Heizkostenabrechnungen teilweise selbst oder sind in Gremien von Messdienstleistern vertreten.
Solche Verbindungen können den Anbieterwechsel zusätzlich erschweren. Wo Unternehmen eng zusammenarbeiten oder gemeinsame Interessen verfolgen, gibt es möglicherweise weniger Anreize, einen anderen Messdienstleister zu beauftragen. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Abrechnung fehlerhaft oder ein Vertrag unzulässig ist. Es erklärt aber, warum der Markt für Mieter*innen oft wenig transparent wirkt.