Solarthermie: Kosten, Preise
& Amortisation – mit Rechner

28.04.2026 Lesedauer: min André Uhl

Kollektoren einer Solarthermieanlage auf einem roten Ziegeldach

Wer Heizkosten sparen und gleichzeitig die Umwelt schonen möchte, der ist mit Solarthermie gut aufgehoben. Die Entscheidung für oder gegen den Kauf hängt für viele Hauseigentümer*innen allerdings an zwei Fragen: Wie hoch ist der Preis? Und: Rechnet sich das für mich? Ein zentraler Punkt für die Wirtschaftlichkeit von Solarthermie sind vor allem die Investitionskosten. Wichtig ist, Ausgaben und Ersparnis kritisch zu prüfen und einander gegenüberzustellen. Die gute Nachricht: Es gibt Möglichkeiten, die Solarthermie-Kosten zu senken – und so für eine schnellere Amortisation zu sorgen.

Lächelndes Paar steht mit Tablet vor einem modernen Einfamilienhaus mit Solarpanelen auf dem Dach

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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • durchschnittliche Kosten für Solarthermie: 5.000 (Warmwasser) bzw. 10.000 Euro (Heizung und Warmwasser)
  • Amortisation einer Solarthermieanlage im Schnitt nach etwa 15 bis 20 Jahren
  • viele Hersteller geben bis zu 20 Jahre Garantie auf Solarthermieanlagen
  • ModernisierungsCheck zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer Solarthermieanlage

Was kostet Solarthermie? Beispielrechnung

Wie viel Solarthermie kostet, hängt vor allem von einer Entscheidung ab: Soll die Sonnenenergie nur das Warmwasser erhitzen oder auch die Heizung unterstützen?. Solarthermie für ein typisches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche kostet im Schnitt rund 5.000 Euro für Warmwasser und 10.000 Euro für Heizung und Warmwasser.

Die Preise für Solarkollektoren einer Solarthermieanlage sind im Laufe der letzten Jahre weitgehend stabil geblieben – im Gegensatz zu den stark gefallenen Preisen für Photovoltaikkollektoren. Für Flachkollektoren müssen Sie etwa Kosten von 300 - 500 Euro pro Quadratmeter (m2) Kollektorfläche einkalkulieren. Effizientere Vakuumröhrenkollektoren kosten etwa 600 - 800 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen Ausgaben für Speicher, Regelung, Pumpe, Leitungen und – vor allem – die Montagekosten.

Kollektorfläche bei Solarthermieanlagen
Die co2online-Grafik „Kollektorfläche bei Solarthermieanlagen“ stellt die Unterschiede zwischen Flach- und Röhrenkollektoren dar. Flachkollektoren sind zwar nur halb so teuer wie Röhrenkollektoren, benötigen jedoch mehr Quadratmeter pro Person.

Wenn Sie wissen möchten, wie groß die Kollektorfläche Ihrer Solarthermieanlage in etwa sein sollte, wenden Sie folgende Faustregel an:

  • für Warmwasser 1,5 m2 Flachkollektor oder 1 m2 Vakuumröhrenkollektor pro Person
  • für Heizung und Warmwasser 3 m2 Flachkollektor oder 2 m2 Vakuumröhrenkollektor pro Person

Insbesondere bei Solarthermieanlagen zur Heizungs- und Warmwasserbereitung ist die erforderliche Kollektorfläche auch von der Größe und dem energetischen Zustand des Gebäudes abhängig. Darum sollte die genaue Dimensionierung von einem/r Energieberater*in vorgenommen werden.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 m2 Wohnfläche und vier Bewohnern ergeben sich daraus folgende Beispiele für die Nachrüstung einer bestehenden Heizung.

Solarthermie: Kosten für Warmwasser

Soll die Solarthermieanlage nur die Warmwasserbereitung übernehmen, fallen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus Kosten von rund 5.000 Euro an. Das belegen zwei Beispielrechnungen aus dem ModernisierungsCheck:

Für mehr Informationen bitte scrollen bzw. ziehen

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6 m² Flachkollektoren
4 m² Röhrenkollektoren
Preis (inklusive Installation)
4.780 €
4.870 €
Zuschuss/Förderung*
1.434 €
1.461 €
Kosten für den Betrieb (Jahr)
100 €
100 €
Amortisation
ca. 19 Jahre
ca. 22 Jahre
Rendite
2,3 %
-
Solarthermie: Kosten für Warmwasser

*30 % BEG-Grundförderung, Stand April 2026

Solarthermie: Kosten für Warmwasser und Heizung

Ist Solarthermieanlage sowohl zur Heizungsunterstützung als auch zur Warmwasserbereitung vorgesehen, ist mit höheren Kosten zu rechnen – rund 10.000 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus, wie die beiden Beispiele zeigen:

Für mehr Informationen bitte scrollen bzw. ziehen

­
12 m2 Flachkollektoren
8 m2 Röhrenkollektoren
Preis (inklusive Installation)
10.200 €
10.100 €
Zuschuss/Förderung*
3.060 €
3.030 €
Kosten für den Betrieb (Jahr)
100 €
100 €
Amortisation
ca. 21 Jahre
ca. 18 Jahre
Rendite
-
1,7%
Solarthermie: Kosten für Warmwasser und Heizung

*30 % BEG-Grundförderung, Stand April 2026

Wirtschaftlichkeit & Amortisation von Solarthermie

Neben den Installationskosten sind die Energiepreise der entscheidende Faktor für die Wirtschaftlichkeit. Je teurer Gas, Öl oder Fernwärme sind, desto schneller rechnet sich eine Solarthermieanlage.

Zwar sind die Energiepreise seit dem Preisschock im Jahr 2022 wieder etwas gesunken, sie liegen aber weiterhin deutlich über dem Niveau von vor 2021. Spätestens seit dem Angriffskrieg auf den Iran hat sich der Ölpreis wieder drastisch nach oben bewegt. Dadurch verkürzt sich die Amortisationszeit im Vergleich zu früheren Jahren spürbar.

Ein weiterer entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit von Solarthermie ist die richtige Dimensionierung und die Effizienz der Anlage. Passen die einzelnen Komponenten zueinander? Passen sie zum tatsächlichen Energiebedarf im Haus? Auch der Energiebedarf für Warmwasser spielt eine wichtige Rolle. Der Einsatz einer Fußbodenheizung, ein gleichzeitiger Heizkesseltausch oder die Kombination mit anderen Modernisierungsmaßnahmen, wie etwa ein neues Dach, beeinflussen die Wirtschaftlichkeit einer Solarthermieanlage ebenfalls positiv.

Handwerker gibt dem Hausbesitzer eine Einweisung in die neue Solarthermie-Anlage auf dem Dach seiner Garage.

Erfahrungen mit Solarthermie

Technik, Kosten, Platzmangel. Mit welchen Herausforderungen haben Menschen mit Solarthermieanlagen zu kämpfen und wie haben sie diese gemeistert? Genau das und vieles mehr erzählen sie uns hier. 

Zu den Erfahrungsberichten

Die Zeit für die Amortisation von Solarthermie liegt meist weit über zehn Jahre. Im Durchschnitt sind es 15 bis 20 Jahre. Erst danach spart die Anlage Geld ein. Der große Vorteil der Solarthermie: Hat sich die Anlage einmal amortisiert, sind die Energiekosten in den folgenden Jahren minimal. Denn die laufenden Kosten für Solarthermie sind gering: Sie bestehen aus Stromkosten, den Kosten für Inspektion beziehungsweise Wartung sowie Versicherungskosten. Insgesamt sind es meist etwa 100 bis 200 Euro im Jahr. Da viele Hersteller bis zu 20 Jahre Garantie auf Solarthermieanlagen geben, ist das Risiko für zusätzliche Kosten durch Reparaturen gering. Auf die Dauer dürfte sich Solarthermie daher in den meisten Fällen lohnen.

Aus ökologischer Sicht ist die Bilanz noch besser: Bereits nach zwei bis drei Jahren hat eine Solarthermieanlage die Energie eingespart, die für ihre Herstellung benötigt wurde.

Leistung & Ertrag von Solarthermie

Weniger die theoretische Leistung, mehr der tatsächliche Jahresertrag ist entscheidend. Er hängt ab von Standort, Neigungswinkel, Ausrichtung, Anlagenkomponenten und Wärmebedarf.

Was ist der Ertrag von Solarthermie?

Der Ertrag ist die Wärmemenge, die die Anlage produziert und tatsächlich genutzt werden kann – auch „solarer Ertrag" oder „Solarertrag" genannt, angegeben in Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a).

Wichtig: Der tatsächliche Ertrag ist kleiner als die erzeugte Wärmemenge. Vor allem bei Anlagen mit Heizungsunterstützung wird im Sommer mehr Wärme gesammelt, als im Haushalt gebraucht wird. Als Richtwert gilt: Ein gut dimensionierter Flachkollektor erzielt in Deutschland je nach Standort und Ausrichtung einen Jahresertrag von 350 bis 500 kWh pro Quadratmeter Kollektorfläche.

Die Sonneneinstrahlung liegt in Deutschland je nach Region zwischen 900 und 1.200 kWh pro Quadratmeter Kollektorfläche. In den meisten Fällen kann mehr als die Hälfte dieser Energie nicht genutzt werden, weil im Sommer nicht so viel Wärme im Haus benötigt wird. Zusätzlich geht Energie durch anlagebedingte Verluste verloren. Der solare Ertrag wird von vielen Faktoren beeinflusst und liegt etwa bei 300 bis 600 kWh pro Quadratmeter Kollektorfläche. Damit kann eine Solarthermieanlage für Warmwasser einen solaren Deckungsgrad von bis zu 60 Prozent der Warmwasserbereitung erreichen. Bei einer Solarthermieanlage für Heizung und Warmwasser liegt der solare Deckungsgrad des gesamten Verbrauchs bei etwa 20 bis 30 Prozent – entsprechend groß ist die Einsparung durch Solarthermie.

Ertrag Solarthermie für Warmwasser

Einfamilienhaus, 130m2, 4 Personen

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Ort, ca. Sonneinstrahlung:
Berlin, 1.210 kWh/m2
Fläche:
6 m2 (Flachkollektoren)
solare Einstrahlung:
7.260 kWh/a
jährlicher Kollektorertrag:
1.800 kWh/m2
- das entspricht:
300 kWh/m2,a
Solarthermie: Kosten für Warmwasser und Heizung

Ertrag Solarthermie für Heizung und Warmwasser

Einfamilienhaus, 130m2, 4 Personen

Für mehr Informationen bitte scrollen bzw. ziehen

Ort, ca. Sonneinstrahlung:
Berlin, 1.210 kWh/m2
Fläche:
8 m2 (Röhrenkollektoren)
solare Einstrahlung:
9.680 kWh/a
jährlicher Kollektorertrag:
3.360 kWh/m2
- das entspricht:
420 kWh/m2,a
Solarthermie: Kosten für Warmwasser und Heizung

Solarthermie-Rechner

Wie viel Leistung erbringt eine Solarthermieanlage in einer bestimmten Größe? Wie hoch ist die Sonneneinstrahlung pro Quadratmeter, wie hoch der Ertrag? Wie hoch ist der solare Deckungsanteil am Gesamtbedarf? Und wie viel CO2 lässt sich mit einer Anlage einer bestimmten Größe einsparen? Um Antworten auf solche und ähnliche Fragen zu erhalten, können Sie im Internet verschiedene Solarthermie-Rechner nutzen. Der Solarthermie-Rechner von Valentin beispielsweise ermöglicht das Anpassen verschiedener Variablen wie Warmwasser-Temperatur oder Speichergröße. Für komplizierte Berechnungen und die Planung von Solarthermieanlagen gibt es zudem kostenpflichtige Software.

Beim kostenlosen ModernisierungsCheck von co2online ist ein Solarthermie-Rechner sozusagen integriert. Mit dem Check finden Sie zum Beispiel heraus, ob Ihr Dach für Solarthermie geeignet ist und können auch Kosten und Ertrag berechnen. Damit Sie ein solides Ergebnis erhalten, müssen Sie vor der Solarthermie-Berechnung auch einige Daten rund um Ihre Heizanlage eingeben.

Förderungsmöglichkeiten für Solarthermie

Egal, ob Sie die erstmalige Installation einer Solarthermieanlage planen, eine Rundumerneuerung oder eine teilweise Nachrüstung: Bei der bundeseigenen Förderbank KfW sowie den Ländern, Kommunen und privaten Versorgern können Sie verschiedene Förderungen beantragen. Die KfW unterstützt Solarthermieanlagen im Rahmen der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) mit einem Zuschuss von bis zu 30 Prozent der Investitionskosten. Darüber hinaus winkt der Klima-Geschwindigkeitsbonus von maximal 20 Prozent, wenn Sie im eigenen Haus oder Eigentumswohnung wohnen und Ihre alte Heizung vorzeitig durch ein neues umweltfreundliches Modell ersetzen.

Wie genau die Förderung funktioniert und welche Bedingungen Sie erfüllen müssen, erfahren Sie in unserem Artikel zu Förderungsmöglichkeiten für Solarthermie.

Ein Dach, bestückt mit einer PV-Anlage und einer Solarthermieanlage

Solarthermie oder Photovoltaik – was passt besser?

Eine Frage, die viele Hausbesitzer*innen beschäftigt: Lohnt sich Solarthermie noch, wenn ich ohnehin eine Photovoltaikanlage plane?

Die kurze Antwort: Es kommt auf den Einzelfall an. Solarthermie ist effizienter bei der reinen Wärmeerzeugung – sie wandelt Sonnenlicht direkt in Wärme um, ohne den Umweg über Strom. Photovoltaik ist hingegen flexibler: Der erzeugte Strom kann für Heizung, Haushalt und Elektromobilität genutzt werden.

Wer bereits eine Wärmepumpe betreibt oder plant, fährt mit Photovoltaik oft besser. Wer eine Gasheizung oder Ölheizung ergänzen möchte, kann mit Solarthermie gezielt den fossilen Anteil senken. Beide Technologien lassen sich auch kombinieren – allerdings sollte die Dachfläche dann sorgfältig geplant werden.

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