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Dachdämmung: Alles zu Kosten, Förderung & Umsetzung

Mehr Platz und weniger Kosten: Um bis zu acht Prozent sinkt Ihr Heizenergiebedarf, wenn Sie Ihren Dachstuhl ausbauen und fachgerecht dämmen. Erfahren Sie, welche Vorgaben es gibt, wie viel die Dachisolierung kostet und welche Förderprogramme Sie nutzen können.

DämmstoffCheck

Mit dem DämmstoffCheck finden Sie zudem heraus, welches Material sich für Ihren Dachausbau eignet:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Dachdämmung lohnt sich, wenn Wohnraum dazugewonnen werden soll
  • Ersparnis: rund 8 % Heizenergie und 120 Euro Heizkosten pro Jahr
  • Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke ist vorgeschrieben
  • Dämm-Kosten für durchschnittliches Einfamilienhaus: 10.000 – 12.000 Euro
  • gefördert durch Zuschüsse und Kredite, unter anderem von der KfW
  • Dachdämmung schützt vor Kälte im Winter und Hitze im Sommer
  • große Auswahl an Dämmstoffen, darunter viele Ökodämmstoffe

Dachausbau: Warum sollten Sie Ihr Dach dämmen?

Mit einer Dachdämmung gewinnen Sie Wohnraum dazu, sparen rund acht Prozent Heizenergie und tragen damit auch zum Klimaschutz bei. Wegen seines Beitrags zum Klimaschutz ist das Dämmen von Dach oder oberster Geschossdecke sogar vom Gesetzgeber vorgeschrieben und wird auch mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten gefördert. Zudem schützt die Dachdämmung nicht zur vor Kälte, sondern auch vor sommerlicher Hitze und sie verbessert den Wohnkomfort.

Ein umfangreicherer Dachausbau empfiehlt sich, wenn der Dachboden als Wohnraum genutzt und entsprechend geheizt werden soll. Beachten Sie jedoch, dass dafür einige Voraussetzungen erfüllt sein müssen und in einigen Fällen eine Baugenehmigung erforderlich ist. Mehr dazu erfahren Sie unter Dachdämmung: Voraussetzungen. Wird das Dachgeschoss nicht als Wohnraum genutzt und ist dies auch künftig nicht vorgesehen, dann ist es deutlich kostengünstiger, nur die oberste Geschossdecke zu dämmen.

Auf der Grafik sind zwei Dämmungsmöglichkeiten abgebildet - die Dachdämmung und die Dämmung der obersten Geschossdecke.

Wie viel kann eine Dachdämmung sparen?

Etwa acht Prozent Heizenergie kann eine Isolierung des Dachs einsparen. Damit ergeben sich in einem durchschnittlichen, erdgasbeheizten Einfamilienhaus mit 110 Quadratmetern Wohnfläche rund 120 Euro weniger Heizkosten pro Jahr. Werden zusätzlich die steigenden Energiepreise berücksichtigt, entspricht dies einer Ersparnis von bis zu 4.000 Euro nach 20 Jahren. Aus wirtschaftlicher Sicht lohnt sich die Dämmung der obersten Geschossdecke mehr – allerdings wird dabei kein Wohnraum dazugewonnen.

nach 1 Jahrnach 20 Jahren
Energieersparnis1.620 kWh32.400 kWh
Heizkostenersparnis120 Euro 3.990 Euro
CO2-Ersparnis405 kg CO28.100 kg CO2

Tabelle: Reduzierung Energieverbrauch, Heizkosten und CO2-Ausstoß nach Dachdämmung

Angaben gerundet. Aktueller Wärmepreis: 0,075 Euro/kWh; durchschnittlicher Wärmepreis in den kommenden 20 Jahren: 0,12 Euro/kWh bei angenommener Preissteigerung; Emissionsfaktor Erdgas 0,25 kg CO2/kWh

8.100 kg CO2

So viel spart eine Dachdämmung in 20 Jahren. Um dies zu kompensieren, brauchen zehn Bäume 65 Jahre.

8100

Bei der Berechnung ist zu beachten: Durch den Zugewinn an Wohnraum vergrößert sich die beheizte Fläche des Gebäudes. Dies wirkt sich natürlich auch auf den Heizenergieverbrauch aus. Die hier berechneten Einsparungen beziehen sich auf die bisherige Wohnfläche ohne zusätzliche Quadratmeter auf dem ausgebauten Dachboden.

Auf dem Foto ist das Anbringen der Dachplatten zu sehen.(c) iStock.com | LianeM

Kosten: Wie teuer ist die Dachisolierung?

Die Kosten der Dachdämmung hängen vom gewählten Dämmstoff und dessen Dicke („Stärke“) sowie von eventuell anfallenden Handwerkerkosten ab. Noch mehr wirken sich aber der vorhandene Aufbau des Dachs (Dachkonstruktion) und das dafür geeignete Dämmverfahren auf die Kosten aus. Mit folgenden Preisspannen können Sie rechnen:

Übersicht: Kosten einer Dachisolierung

Kosten pro m2Kosten für Einfamilienhaus mit 100 m2 Dachfläche
Aufsparren-Dämmung (mit Wiedereindecken)130 – 200 € 14.000 – 20.000 €
Zwischensparren-Dämmung70 – 120 € 7.000 – 13.000 €
Untersparren-Dämmung30 – 80 € 3.000 – 8.000 €
Flachdachdämmung 100 – 180 € 10.000 – 18.000 €

Tabelle: Kosten für die Dachdämmung bei unterschiedlichen Dämmverfahren

Die Kosten für das Dämmmaterial und die Anbringen durch Fachhandwerker sind hier berücksichtigt – nicht aber die Kosten für eventuell benötigtes Material für eine neue Dachdeckung. Bei der Aufsparrendämmung fallen zusätzliche Kosten für ein Baugerüst an. Diese müssen aber ohnehin aufgebracht werden, wenn das Dach neu gedeckt werden soll. Daher werden sie bei den Kosten für die Dachdämmung meist nicht berücksichtigt. Kosten sowie alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Dämmstoffe für Ihr Gebäude nennt Ihnen der DämmstoffCheck.

Wenn Sie die Dämmung Ihres Dachs teilweise oder sogar ganz in Eigenleistung durchführen, können Sie Ihre Ausgaben deutlich reduzieren. Sie sollten aber bedenken, dass für die meisten Dämmarbeiten handwerkliches Geschick, geeignete Hilfsmittel, technisches Knowhow und Erfahrungen nötig sind. Wir empfehlen daher mindestens das Einbeziehen eines Energieberaters bzw. Fachplaners. Zudem ist die Aufsparrendämmung mit Arbeiten auf dem Dach verbunden, die nur von Fachleuten durchgeführt werden können. Entsprechende Betriebe in Ihrer Nähe finden Sie im Branchenverzeichnis „Rat und Tat“:

Experten in Ihrer Nähe: Jetzt finden!

Eine günstige Alternative zur Dämmung mit Platten oder Matten ist häufig die Einblasdämmung. Dieses Dämmverfahren hängt aber davon ab, ob nutzbare Zwischenräume vorhanden sind oder geschaffen werden können. Auch die Kosten hängen stark von den vorhandenen Bedingungen abhängig. Durchschnittlich liegen sie bei 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter.

Wenn der Dachboden nicht als Wohnraum ausgebaut werden soll, reicht meist eine Dämmung der obersten Geschossdecke, die mit einer Preisspanne zwischen 15 und 50 Euro durchschnittlich erheblich günstiger ausfällt als die Dachdämmung.

Beachten Sie, dass sich die Kosten zwar reduzieren, wenn Sie eine geringere Stärke (umgangssprachlich auch „Dicke“) der Dämmung wählen – dass sich dann aber auch die Dämmwirkung und die Heizenergieeinsparung verringern. Die optimale Dämmstoff-Dicke für Ihr Vorhaben ermittelt am besten ein Energieberater bei einer vor Ort-Beratung.

Auf dem Foto ist der Dämmstoff für die lose Einblasdämmung abgebildet.(c) www.co2online.de | Daniel Schmidt

Insgesamt verringern sich die Kosten, wenn Sie die Dachdämmung mit ohnehin anstehenden Sanierungsmaßnahmen – wie insbesondere einer Neueindeckung des Dachs – verbinden. Weitere Richtpreise zu Dämmmaßnahmen nennt die Verbraucherzentrale in ihrem Buch „Wärmedämmung – Vom Keller bis zum Dach“. Allgemeine Infos zu Kosten von Dämmmaßnahmen finden Sie im Artikel „Kosten für Wärmedämmung im Überblick“.

Welche Förderung gibt es für die Dachdämmung?

Die wichtigsten Förderprogramme für die Dachisolierung bietet die bundeseigene Bank KfW:

  • Alternativ zu den Krediten werden im KfW-Programm 430 für Ein- und Zweifamilienhäuser Zuschüsse vergeben. Sie betragen für Investitionen bis 30.000 Euro zehn Prozent für Einzelmaßnahmen und bis zu 30 Prozent für Komplettsanierungen auf den Stand „KfW-Effizienzhaus“.

In der Regel setzen die Förderprogramme anspruchsvolle Dämm-Ziele voraus. So schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) einen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von maximal 0,24 W/m²K für die Dachdämmung vor – für eine Förderung der KfW müssen aber deutlich bessere 0,14 W/m²K erreicht werden.

Was ist ein U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient?

Der U-Wert (auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt) zeigt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil geht. Er wird in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) angegeben. Je kleiner der U-Wert, desto größer die Dämmwirkung. Laut aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV) darf bei der Haussanierung der U-Wert für die Gebäudehülle bei höchstens 0,24 W/m2K liegen.

Wichtig: Bei fast allen Förderprogrammen müssen Sie den Antrag vor Beginn des Sanierungsvorhabens bei einem Finanzierungsinstitut (Banken, Sparkassen, Versicherungen) bzw. bei einem Zuschuss der KfW auf deren Zuschussportal stellen.

Häufig ist zudem gefordert, dass ein geprüfter Energieberater aus der Energieeffizienz-Expertenliste die Förderfähigkeit der Maßnahmen und das Einhalten der technischen Mindestanforderungen im Voraus bestätigt. Der Energieberater weiß auch, welche Förderprogramme sich miteinander kombinieren lassen. Wer für die Dämmung seines Dachs keine Fördermittel erhält, kann die Kosten für die Handwerker als „Haushaltsnahe Dienstleistung“ von der Steuer absetzen.

Zusätzlich zu den bundesweiten Förderprogrammen der KfW gibt es auch regionale Programme, etwa von den Ländern oder Kommunen. Eine Übersicht über alle für Sie infrage kommenden Förderprogramme gibt Ihnen der kostenlose FördermittelCheck.

Weitere allgemeine Hinweise zu Fördermöglichkeiten von Dämmmaßnahmen erhalten Sie in unserem Artikel „Förderung von Wärmedämmung: Zuschüsse & Programme“. Außerdem können Sie sich für unseren Newsletter anmelden, um über neue Fördermöglichkeiten und alle weiteren Themen rund um die energetische Gebäudesanierung informiert zu werden.

Vorschriften: Ist die Dachdämmung Pflicht?

Seit 2014 schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor, dass Dächer bzw. oberste Geschossdecken von Wohngebäuden gedämmt werden müssen, sofern sie nicht die Anforderungen für den Mindestwärmeschutz erfüllen. Die Dämmung muss dann einen Wärmedurchgangskoeffizienten von U ≤ 0,24 W/m²K einhalten.

Allerdings gilt dies nur für Wohnimmobilien, die nach dem 1. Februar 2002 erworben wurden. Den Vorgaben muss dann innerhalb von zwei Jahren ab dem Eigentumsübergang nachgekommen werden. Für Immobilien, die den Besitzer seit 2002 nicht gewechselt haben, gibt es keine Pflicht zur Dämmung. Hier müssen die Vorschriften der EnEV nur erfüllt werden, wenn Baumaßnahmen – etwa der Ausbau des Dachbodens zum Wohnraum – angegangen werden. Dabei ist zu überprüfen, ob der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 erfüllt ist, um eine Dämmverpflichtung festzustellen. Beim Mindestwärmeschutz geht es in erster Linie um den Schutz vor Feuchtigkeit an Gebäudeteilen. Werden diese minimalen Anforderungen in einem Gebäude nicht eingehalten, reicht es nicht, dies nachträglich zu ergänzen. Dann ist eine Wärmedämmung erforderlich, die den Wärmedurchgangskoeffizienten U ≤ 0,24 W/m²K erfüllt.

Auf dem Foto ist ein Handwerker beim Dachdämmen abgebildet.(c) www.co2online.de | Daniel Schmidt

Ein Verstoß gegen die EnEV ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann. Den genauen Wortlaut des für die Dämmung der obersten Geschossdecke wichtigen Paragraphen 10 der Energieeinsparverordnung gibt die Infoseite des Justizministeriums wieder.

In Deutschland sind bisher lediglich 16,2 Prozent der Dächer und 6,5 Prozent der obersten Geschossdecken gedämmt. Dabei lohnt es sich auch aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen, die Dachisolierung (eigentlich korrekt: Dachdämmung) anzugehen – zumal die Finanzierung durch Fördermittel unterstützt wird. Die genauen Bedingungen der Fördergeber erhalten Sie im FördermittelCheck. Allgemeine Informationen zu Vorgaben bei der Wärmedämmung finden Sie im Artikel über Pflichten und Vorschriften.

Welche Voraussetzungen sind für einen Dachausbau notwendig?

Ein Dachboden muss einige Voraussetzungen erfüllen, damit er nach dem Dachausbau als Wohnraum genutzt werden kann. Einige liegen auf der Hand: So benötigt ein Wohnraum eine Heizung. Für den Dachausbau muss also bereits ein Heizstrang verlegt sein oder es muss sich einer mit einem vertretbaren Aufwand verlegen lassen. Beachten Sie jedoch: Nach einer Erweiterung des Heizsystems sollte dieses unbedingt mit einem hydraulischen Abgleich an die neuen Anforderungen angepasst werden.

Weiterhin benötigt ein Wohnraum bei entsprechender Nutzung in der Regel ein Mindestmaß an Tageslicht, das durch kleine Dachluken häufig nicht gegeben ist. Daher müssen beim Dachausbau häufig zusätzliche Fenster eingebaut werden, was natürlich weitere Kosten verursacht. Außerdem muss der Boden begehbar sein. Wenn beispielsweise eine Dämmung der obersten Geschossdecke verbaut ist, kann diese möglicherweise so ausgeführt sein, dass sie nicht (an allen Stellen) ausreichend belastbar ist. Die Statik des Bodens sollte daher unbedingt von einem Fachhandwerker geprüft werden, bevor ein Dachausbau angegangen wird.

Und schließlich muss eine ausreichende Raumhöhe vorhanden sein, damit der Raum auch nach der Dachisolierung (insbesondere bei Untersparrendämmung geht Raumhöhe verloren) sinnvoll nutzbar ist. Als Richtwert gilt, dass dafür mindestens eine Dachneigung von 35 Grad gegeben sein muss. Ist der Dachboden nicht ausreichend hoch, kann er durch eine neue Dachkonstruktion erhöht oder erweitert werden. Dafür ist aber zumeist eine Baugenehmigung nötig. Die Vorschriften variieren hierbei von Bundesland zu Bundesland, daher sollten Sie frühzeitig einen Blick in die entsprechende Landesbauordnung werfen und sich am besten auch beim örtlichen Bauamt informieren. Eine Baugenehmigung ist zudem meist Pflicht, wenn ein Flachdach zu einem Steildach umgebaut, eine Gaube ins Dach eingebaut werden soll oder wenn eine neue Wohnung entsteht.

Aufbau der Dachdämmung: Aufsparren, Zwischensparren oder Untersparren?

Bei einem Steildach, also einem Dach mit mehr als fünf Grad geneigten Dachflächen (Satteldach, Walmdach, Pultdach, Zeltdach ...), besteht der Aufbau des Dachstuhls in der Regel aus Sparren oder Pfetten. Das sind Holzbalken, die die eigentliche Dacheindeckung tragen.

Mit der Aufsparren-, Zwischensparren- und der Untersparrendämmung gibt es drei Möglichkeiten, den Aufbau eines Steildachs zu dämmen. Bei der Zwischensparren- und Untersparrendämmung muss das Dach nicht neu gedeckt werden, da das Dämmmaterial von innen angebracht wird. Bei der Aufsparrendämmung ist dies nicht möglich, weshalb hier auch die höchsten Kosten anfallen. Zum Teil lassen sich die Dämmmöglichkeiten auch miteinander kombinieren. Dies geschieht recht oft bei der Zwischensparren- und Untersparrendämmung.

Zwischensparrendämmung

Bei der Zwischensparrendämmung werden meist Dämmmatten zwischen den Sparren eingefügt.

Am häufigsten verbreitet ist die Zwischensparrendämmung. Dabei werden meist Dämmmatten zwischen den Sparren eingefügt. Der Dämmstoff wird dabei ein wenig breiter zugeschnitten, als der Sparrenzwischenraum lang ist. Zu beachten ist, dass die Dämmung dicht an den Sparren anliegen muss. Die Folie der Dampfbremse muss dann raumseitig an den Sparren angebracht werden. Die Zwischensparrendämmung kann von geübten Hobbyhandwerkern mit entsprechenden Werkzeugen selbst durchgeführt werden (siehe Video-Anleitung unten). Jedoch ist dabei mit großer Sorgfalt vorzugehen, da es schnell zu Feuchtigkeitsschäden kommen kann, wenn ungedämmte Stellen als Kältebrücke wirken oder Luftfeuchtigkeit durch undichte Folien einer Dampfbremse gelangt.

Untersparrendämmung

Auf der Grafik ist die Untersparrendämmung abgebildet. Bei dieser Dämmmethode wird das Dämmmaterial meist in Form von festen Dämmplatten von innen unter den Sparren befestigt.

Im Vergleich zur Zwischensparrendämmung kommt die Untersparrendämmung eher selten zum Einsatz. Grund dafür ist, dass bei dieser Variante der meiste Wohnraum verloren geht. Bei einer Untersparrendämmung wird das Dämmmaterial meist in Form von festen Dämmplatten von innen unter den Sparren befestigt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Platten (häufig aus Styropor oder Holzfasern) fachgerecht angebracht werden. Es kann nämlich zu bauphysikalischen Problemen kommen, wenn Luftfeuchtigkeit an kalten Stellen kondensiert. Zwischen- sowie Untersparrendämmung sind leicht zu installieren und daher vergleichsweise kostengünstig. Beide Varianten können auch als Einblasdämmung ausgeführt werden. Dafür wird zunächst ein Hohlraum geschaffen, der dann mit losem Dämmgranulat oder Dämmflocken gefüllt wird. Die Einblasdämmung ist etwas weniger effektiv als die Dämmung mit Matten oder Platten, dafür aber deutlich günstiger.

Aufsparrendämmung

Die Grafik zeigt die Aufsparrendaemmung. Dabei wird die Dämmung von außen zwischen Sparren und Dacheindeckung befestigt

Für einen Altbau ist die Aufsparrendämmung die aufwändigste und daher auch teuerste Möglichkeit, ein Steildach zu dämmen. Dabei wird die Dämmung von außen zwischen Sparren und Dacheindeckung befestigt und verhindert so, dass die Sparren als Wärmebrücken wirken. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Wohnraum nicht verkleinert wird. Bei einer Aufsparrendämmung muss das Dach vollständig abgedeckt werden, wofür ein Baugerüst notwendig ist. Diese Dämmvariante ist daher insbesondere dann zu empfehlen, wenn das Dach ohnehin neu gedeckt werden muss. Auch bei Neubauten kommt meistens die Aufsparrendämmung in Kombination mit Zwischensparrendämmung zum Einsatz, da sie hier von vornherein in den Bauprozess einbezogen werden kann. Dabei sollte die Konstruktion jedoch auf ihr feuchtetechnisches Verhalten überprüft werden. Bei Bedarf muss eine luftdichte Folie als Dampfbremse verlegt werden, damit keine Feuchtigkeit in das Dämmmaterial eindringen kann.

Spezialfall: Dämmung Flachdach

Bei der Dämmung eines Flachdachs geht es nicht um den Zugewinn von Wohnraum, sondern ausschließlich um den Schutz vor Kälte und Hitze. Ein bestehendes Flachdach wird in der Regel gedämmt, wenn das Dach neu abgedichtet werden muss, etwa weil es undicht ist. Ist dies nicht der Fall, werden Flachdachkonstruktionen häufig von innen gedämmt.

Das Foto zeigt einen Handwerker beim Dämmen eines Flachdaches.(c) iStock / kadmy

Bei der Isolierung eines Flachdachs sind folgende Varianten möglich:

  • Bei einem sogenannten Kaltdach gibt es einen Abstand von 10 bis 15 Zentimetern zwischen Dämmung und Dachabdichtung, der dazu dient, dass Feuchtigkeit durch einen Luftstrom abgeführt werden kann. Dies ist insbesondere bei Holzkonstruktionen wichtig. Auch nach der Dämmung muss eine hinreichend dicke Luftschicht vorhanden sein, die die Belüftung zur Feuchtigkeitsabfuhr gewährleistet.
  • Ist weniger Abstand vorhanden, kann eine Dämmung als Warmdach möglich sein. Hier verbleibt kein Abstand für einen Luftstrom, sodass auf eine entsprechend feuchtigkeitsdichte Ausführung zu achten ist. In der Praxis bereitet der Umbau von Kalt- zu Warmdach häufig Probleme, sodass diese Variante nur bei sehr guter fachlicher Beratung und vorsichtiger Umsetzung zu empfehlen ist.
  • Eine dritte Möglichkeit ist das Umkehrdach, bei dem die Dämmschicht auf der Dachabdichtung angebracht wird. Damit die Dämmung geschützt und beschwert ist, kommt oberhalb der Dämmung ein Vlies oder eine Trennlage zum Einsatz, auf die dann eine entsprechend dicke Schicht Kies oder Substrat für ein Gründach folgt.

Ein Umkehrdach ist mit rund 100 Euro pro Quadratmeter am günstigsten, Kaltdach wie Warmdach können um die 180 Euro pro Quadratmeter kosten.

Weitere Informationen zur Fachdachdämmung finden Sie auf folgenden Seiten:

Welche Dämmstoffe für die Dachdämmung?

Bezieht man alle Dachkonstruktionen mit ein, eignen sich folgende Dämmstoffe für die Dachisolierung:

DämmstoffeSteildach, Flachdach
Extrudierstes Polystyrol (XPS)
Mineralwolle (Glaswolle / Steinwolle)
PUR / PIR
Hanf
Holzweichfaser
Jute
Schafwolle
Seegras
Stroh
Wiesengras-Zellulose
Zellulose

Tabelle: Geeignete Dämmstoffe für die Dachdämmung

Bei der Auswahl des passenden Dämmstoffs ist zu beachten: Für die Zwischensparrendämmung kommen meist Dämmmatten zum Einsatz, bei der Untersparrendämmung sind es Dämmplatten. In beiden Fällen bietet sich auch eine Einblasdämmung mit losem Granulat oder Flocken an, wenn entsprechende Hohlräume vorhanden sind oder geschaffen werden können. Bei der Aufsparrendämmung wie auch bei der Flachdachdämmung können sowohl Matten als auch Platten verwendet werden.

Dämmplatten, Dämmmatten und lose Dämmstoffe gibt es aus verschiedenen Materialien. Eine Besonderheit sind dabei die ökologischen Dämmstoffe, da diese eine deutlich bessere Ökobilanz haben als konventionelle Dämmstoffe und schadstofffrei sowie gesundheitlich unbedenklich sind.

Konventionelle Dämmstoffe

Folgende Dämmmaterialien werden häufig für die Dachdämmung verwendet:

Polyurethan-Hartschaum (PUR) kommt in Form von Schaumkunststoffplatten bei der Aufsparrendämmung zum Einsatz. Er wird genau wie Polystyrol (besser bekannt als Styropor) auf Basis von Erdöl hergestellt. Polystyrol wird hingegen als feste Platten für die Untersparrendämmung genutzt oder als loses Granulat eingeblasen. Wichtigster Vorteil von Polystyrol ist der vergleichsweise niedrige Preis. Mineralwolle – insbesondere Steinwolle – wird vor allem bei der Zwischen- und Untersparrendämmung in Form von Dämmmatten verwendet. Sie kann auch als Flocken in der Einblasdämmung genutzt werden – wichtige Voraussetzung ist aber immer eine absolut fehlerfrei verlegte Dampfbremse oder Dampfsperre, da es sonst zu Feuchteschäden kommen kann.

Für unsere Praxistester war von Anfang klar: Es wird in jedem Fall mit ökologischen Materialien gedämmt. Bei der Zwischensparrendämmung des Dachs sollte Hanf zum Einsatz kommen, bei der Untersparrendämmung Holzweichfaserplatten.

zum Praxistest

Ökologische Dämmstoffe

Als ökologische Dämmstoffe werden häufig Platten aus Holzfasern für die Aufsparrendämmung verwendet. Zellulose kommt in der Zwischen- und Untersparrendämmung als Dämmmatten zum Einsatz. Weiterhin kann Zellulose auch als Flocken in der Einblasdämmung genutzt werden. Für die Zwischensparrendämmung und die Untersparrendämmung werden meist auch Hanf, Jute oder auch Gräser gewählt, die zumeist als Platten verwendet werden.

Dämmung Holzfaserplatte(c) Evelyn Hillebrand | Verbraucherzentrale NRW e.V.

Wenn Sie wissen möchten, für welche Materialien sich andere Hausbesitzer entschieden haben, warum sie dies getan haben und ob sie mit ihrer Entscheidung zufrieden sind, dann lesen die Zusammenfassung unserer Dämm-Umfrage.

Mit dem kostenlosen DämmstoffCheck können Sie prüfen, welche Dämmstoffe für Ihr Dämmvorhaben geeignet sind. Hier erhalten Sie auch Informationen zu

  • Kosten
  • möglichen Schadstoffen,
  • zum Energieaufwand bei der Herstellung und
  • zur Fähigkeit, vor sommerlicher Hitze zu schützen.

Umsetzung: Wie wird das Dach gedämmt? Anleitung in 7 Schritten

1. Über Dachkonstruktion und Einsparmöglichkeiten informieren

Als Erstes sollten Sie sich die wichtigsten Infos besorgen: Ist Ihr Dach für den Ausbau als Wohnraum geeignet? Muss es gedämmt werden, weil es nicht die Anforderungen des Mindestwärmeschutzes erfüllt? Wie viel können Sie durch eine Dachdämmung sparen, welche Dämmstoffe sind grundsätzlich geeignet und welche Fördermittel gibt es?

Hier können unsere kostenlosen Informationsangebote weiterhelfen:

  • Der DämmstoffCheck zeigt, welche Dämmstoffe verwendet werden können, was sie kosten und welche Vor- und Nachteile es gibt.
  • Viele weitere nützliche Hinweise gibt Ihnen unser Themendossier Dämmung.

2. Mit einem Energieberater Dachdämmung planen

Bei der Planung sollten Sie sich fachkundig und vor Ort in Ihrem Gebäude beraten lassen. Dies wird bei vielen Förderprogrammen sogar vorausgesetzt. Geklärt werden sollte hier insbesondere, welcher Dämmstoff der richtige ist und welche Dicke die Dämmschicht haben sollte. Ferner erfordert der Feuchteschutz größte Aufmerksamkeit, damit es nicht zu Feuchteschäden kommt. Auch kann Ihnen ein Energieberater sagen, was Sie selbst erledigen können und welche Fördermöglichkeiten es gibt. Außerdem kann es sinnvoll sein, bereits Kostenvoranschläge von Handwerkern einzuholen, da dieser Schritt ein wenig dauern kann. Die Energieberatung wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert . Qualifizierte Energieberater und Handwerker in Ihrer Region finden Sie in unserem Branchenbuch „Rat und Tat“.

3. Um die Finanzierung der Dämmung kümmern

Wenn Sie einen Überblick über die anstehenden Kosten haben, geht es an das Finanzieren: Informationen über alle relevanten Förderprogramme mit ihren jeweiligen Anforderungen liefert der kostenlose FördermittelCheck. Hier finden Sie auch die Kontaktdaten der Fördergeber. Beachten Sie, dass die Förderung in der Regel zuerst beantragt werden muss – erst danach sollten Sie Material bestellen oder Handwerker beauftragen.

4. Vorbereitungen für die Dachdämmung treffen

Nun geht es daran, die Dämmstoffe zu kaufen. Falls Sie Handwerker beauftragt haben, kümmern sich diese um den Dämmstoffkauf. Wenn Sie eine Förderung in Anspruch nehmen wollen, sollten Sie auf mögliche Vorgaben des Fördergebers zur Dämmstoffqualität, Dämmstoff-Dicke und zur Rechnungslegung achten. Und natürlich steht nun auch an, den Dachboden und den Zugang entsprechend freizuräumen.

5. Dachdämmung anbringen

Hier kommt es darauf an, ob für eine Zwischensparren- oder Untersparrendämmung von innen gearbeitet werden kann, oder ob für eine Aufsparrendämmung oder eine Flachdachdämmung ein Baugerüst aufgebaut und die Dacheindeckung entfernt werden muss. Meistens muss eine Folie als Dampfbremse auf der Innenseite angebracht und luftdicht verklebt werden, damit der Dämmstoff und die Konstruktion nicht feucht werden. Anschließend muss das Dämmmaterial zugeschnitten und befestigt werden. Falls Sie eine Zwischensparren- oder Untersparrendämmung selbst anbringen möchten, finden Sie eine Anleitung in dem unten eingebundenen Video. Abschließend muss bei der Aufsparren- und der Flachdachdämmung die Dacheindeckung beziehungsweise die Dachabdichtung wieder aufgetragen werden.

6. Heiztechnik auf veränderten Bedarf einstellen

Nach einer fachgerechten Dachdämmung verringert sich der Heizwärmebedarf pro Quadratmeter Wohnfläche. Wenn Sie auf dem Dachboden zusätzlichen Wohnraum gewinnen, muss dieser unter Umständen durch neue Heizkörper beheizt werden. Daher sollte die Heizanlage in jedem Fall mit einem hydraulischen Abgleich an die veränderte Situation angepasst werden. Möglicherweise lohnt auch der Austausch der Heizungspumpe, da unnötig leistungsstarke Pumpen viel Strom verbrauchen. Für den hydraulischen Abgleich und den Pumpentausch gibt es vom BAFA im Rahmen des Förderprogramms zur Heizungsoptimierung einen lukrativen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der Kosten.

7. Heizenergieverbrauch auswerten und im Blick behalten

Nach der Dachdämmung sollten Sie unbedingt Ihren Heizenergieverbrauch prüfen und im Auge behalten. Am einfachsten geht das mit dem kostenlosen Energiesparkonto, das Sie mit der EnergieCheck-App auch direkt am Zähler mit Daten füttern können.

Wenn sich im Vergleich zum Verbrauch vor der Dämmung keine oder nur geringe Einsparungen bemerkbar machen, ist die Dämmung möglicherweise nicht richtig angebracht worden und Nachbesserungen sind nötig. Werden handwerkliche Fehler rechtzeitig bemerkt, können gegebenenfalls Gewährleistungsansprüche bei der ausführenden Firma geltend gemacht werden.

Eine detaillierte allgemeine Anleitung für die Wärmedämmung von Wohngebäuden finden Sie in unserem Leitfaden Dämmung.

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