Wir verwenden Cookies für den bestmöglichen Service für Sie. Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen zu und akzeptieren die Verwendung von Cookies. Alternativ können Sie die Einstellungen anpassen.

Bundesförderung für Energieberatung im Wohngebäude vom BAFA

Mit der Bundesförderung für Energieberatung (EBW) werden Sanierungs- und Modernisierungsvorhaben massiv unterstützt. Hauseigentümer*innen, die ihre Immobilien auf Vordermann bringen möchten, profitieren auf diese Weise gleich doppelt: Sie erhalten eine individuelle Beratung, für die sie nur einen Bruchtteil der Kosten selbst aufbringen müssen.

FördermittelCheck: Förderungen finden

Prüfen Sie, welche Fördermittel es für Ihre Maßnahme gibt. Alle Zuschüsse und Kredite von Bund, Ländern, Kommunen und Versorgern:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • bis zu 80 % Förderung für Energieberatung im Wohngebäude
  • bis zu 1.300 € bei Ein-/ Zweifamilienhaus, 1.700 € bei größeren Objekten
  • mehr Flexibilität durch einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP)
  • iSFP-Bonus in Höhe von 5 % im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Was ist die Bundesförderung für Energieberatung?

Möchten Sie Ihr Haus sanieren, stehen Sie vor einer großen Aufgabe. Denn das Vorhaben ist komplex und teilweise langwierig. Damit Sie von Anfang an alles richtig machen und Ihr Geld sinnvoll investieren, sollten Sie sich beraten lassen. Für die Energieberatung im Wohngebäude gibt es Fördermittel vom Bund in Höhe von bis zu 1.700 Euro.

Das Geld kommt aus der Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude (EBW), einem Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Beantragt wird die Förderung von dem/der Energieberater*in beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Bis zu 1.700 Euro Zuschuss für Energieberatung

Ein Haus ist ein großer Komplex mit mehreren Gewerken und Bereichen, die für den Laien undurchsichtig sind. Möchten Sie ein Haus sanieren, müssen Sie nicht nur viele Vorgaben beachten, sondern auch viel Fachwissen mitbringen. Am sichersten ist es, sich von einer Fachkraft beraten zu lassen. Je nachdem, ob es sich bei der zu modernisierenden Immobilie um ein kleines (Ein- und Zweifamilienhaus) oder ein großes Objekt (Wohnhaus mit mindestens drei Wohneinheiten) handelt, unterscheidet sich der Förderbetrag.

  • Bei kleinen Objekten erhalten Sie bis zu 1.300 Euro Zuschuss,
  • bei größeren Objekten sind es maximal 1.700 Euro.
  • Der Fördersatz beträgt immer 80 Prozent.

Ein qualifizierter Energieberater hilft dabei, die richtigen Entscheidungen für die energetische Modernisierung zu treffen!

Was genau wird bei der Energieberatung gefördert?

Gefördert wird die Leistung der beratenden Fachkraft, die Sie beauftragt haben. Anders als bei der klassischen Heizungsförderung erhalten nicht Sie den Zuschuss, sondern der bzw. die Energieexpert*in. Und so funktioniert das in der Praxis:

  1. Sie beauftragen eine/n Expert*in für Energieeffizienz, Ihre Immobilie vor Ort zu analysieren bzw. Sie zu beraten.
  2. Bevor es zu einer Beratung kommt, beantragt der/die Expert*in beim BAFA einen Zuschuss für Ihr Wohngebäude.
  3. Nach Erhalt des Förderbescheids hat der/die Expert*in maximal neun Monate Zeit, Sie zu beraten und Ihnen einen Energieberatungsbericht auszuhändigen.
  4. Nachdem der/die Expert*in Sie beraten hat, erhalten Sie von ihm/ihr eine um 80 Prozent reduzierte Rechnung für die erbrachte Leistung.
  5. Zuletzt legt die beratende Fachkraft die Rechnung dem BAFA vor zusammen mit der von Ihnen unterschriebenen Verwendungsnachweiserklärung und dem Energieberatungsbericht.
  6. Nach positiver Prüfung überweist das BAFA den Zuschuss an den/die Berater*in.

Rechenbeispiel: Bundesförderung für Energieberatung im Ein- & Zweifamilienhaus

Die Kosten für die komplette Beratung betragen 1.500 Euro. Der Staat übernimmt 80 Prozent davon, das sind umgerechnet 1.200 Euro.

Eigenleistung = 1.500 € - 1.200 € Förderbetrag

Der/Energieberater*in stellt Ihnen in diesem Fall eine Rechnung in Höhe von lediglich 300 Euro aus.

500 € Zuschuss für Erläuterungen in der WEG-Versammlung

Einen weiteren Zuschuss von maximal 500 Euro gibt es, wenn der Energieberatungsbericht innerhalb einer Wohnungseigentümerversammlung oder Beiratssitzung zusätzlich erläutert wird.

Kombination mit anderen Fördermitteln

Die Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude können Sie auch mit anderen öffentlichen Fördermitteln kombinieren, etwa der Länder oder Kommunen. Nicht möglich ist das, wenn es sich bei den weiteren Mitteln ebenfalls um Programme des Bundes handelt. Bedingung ist, dass die Förderungen insgesamt nicht mehr als 90 Prozent der förderfähigen Kosten übersteigen. Anders ausgedrückt sollten Sie als Beratene*r einen Eigenanteil von mindestens 10 Prozent tragen.

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP)

Anhand der ermittelten Daten zu Ihrem Wohngebäude erstellt der/die Energieberater*in für Sie ein passendes Sanierungskonzept. Dabei haben Sie die Wahl zwischen einer Gesamtsanierung in einem Zuge und einer Schritt-für-Schritt-Sanierung. Worin die Unterschiede liegen, dazu später mehr. Wichtig ist, dass der/die Energieberater*in die Maßnahmen in Form eines individuellen Sanierungsfahrplans darstellt. Er enthält die Empfehlungen, wie Sie Ihre Immobilien am besten modernisieren, um den Energiebedarf zu senken.

Der iSFP im Detail:

Der individuelle Sanierungsfahrplan ist ein Beratungsinstrument, das Ihnen empfohlene Maßnahmen anschaulich präsentiert. Design und Struktur des iSFP sind vorgegeben und haben gleich zwei Vorteile:

  1. verständliche Darstellung des energetischen Ausgangszustands
  2. Visualisierung der Energieeffizienz des Gebäudes, wenn einzelne Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden

5 Prozent Förderbonus dank iSFP

Setzen Sie die im individuellen Sanierungsfahrplan vorgeschlagenen Maßnahmen innerhalb von 15 Jahren um, profitieren Sie zusätzlich: Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Sie einen sogenannten iSFP-Bonus in Höhe von 5 Prozent. Das bedeutet, dass Sie auf den vom BAFA bewilligten Fördersatz weitere 5 Prozent drauflegen können.

Ein Beispiel: Sie möchten Ihre Ölheizung durch eine Pelletheizung ersetzen. Dafür erhalten Sie vom BAFA regulär 35 % + 10 % Zuschuss als Ölheizungsaustausch-Bonus. Dank iSFP-Bonus erhöht sich der gesamte Fördersatz von 45 % auf 50 %. Bei einer Investitionssumme von beispielsweise 30.000 Euro müssen Sie lediglich 15.000 Euro tragen.

Ein Heizungskeller mit einer alten Ölheizung. Mit der richtigen Förderung bezahlen Sie als Eigentümer*in nur 15.000 statt 30.000 Euro für den Austausch.

Wie läuft die Energieberatung und Entwicklung des iSFP ab?

Der Ablauf einer iSFP-Energieberatung ist auf 7 Schritte aufgeteilt:

  1. Erstes Beratungsgespräch vor Ort und Datenaufnahme
    Beim ersten Termin geht es primär darum, den energetischen Zustand des Gebäudes zu ermitteln. Außerdem dient das Treffen dazu, das gegenseitige Vertrauen aufzubauen und technische sowie rechtliche Zusammenhänge zu klären.
  2. Energetische Bewertung des Ist-Zustandes
    Wie ist der Zustand des Gebäudes? Welche Komponenten müssen verbessert werden? Was sind verbrauchsorientierte Werte? Ziel bei diesem Schritt ist die Sensibilisierung für das Thema.
  3. Entwicklung von Sanierungsvorschlägen
    Anhand der ermittelten bautechnischen Daten sowie persönlichen und finanziellen Voraussetzungen werden Sanierungsvorschläge entwickelt. Auf Wunsch können mehrere Sanierungsfahrpläne gegenübergestellt und verglichen werden.
  4. Abstimmung zum individuellen Sanierungsfahrplan
    In diesem Schritt sollte geklärt werden, wie der iSFP am Ende aussehen soll. Ziel ist es, ein abgestimmtes und erläutertes Ergebnis der Energieberatung festzuhalten.
  5. Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans
    Sind die Entscheidung für ein Sanierungsziel und die dafür notwendigen Schritte gefallen, beginnt die detaillierte Ausarbeitung des individuellen Sanierungsfahrplans.
  6. Übergabe des individuellen Sanierungsfahrplans
    Ist der finale iSFP fertig, kann er ausgedruckt und übergeben werden.
  7. Abschluss und Erläuterung des individuellen Sanierungsfahrplans
    Im letzten Schritt einer iSFP-Energieberatung erläutert der/die Energieberater*in in aller Ausführlichkeit den iSFP. Sie erhalten am Ende Ihrer Beratung zwei Dokumente: das Dokument „Mein Sanierungsfahrplan“ und das Dokument „Umsetzungshilfe für meine Maßnahmen“. Beide gehören zusammen und sollten keine widersprüchlichen Aussagen enthalten.

Spätestens nach dem dritten Beratungsschritt werden Sie mit der Frage konfrontiert, ob Sie eine Gesamtsanierung in einem Zuge oder eine Schritt-für-Schritt-Sanierung anstreben.

Unterschied zwischen Gesamtsanierung und Schritt-für-Schritt-Sanierung

Bei einer Gesamtsanierung werden Ihnen Sanierungsvorschläge gemacht, wie Sie Ihre Immobilie in kurzer Zeit auf den hohen, und damit zeitgemäß energetischen Stand bringen können. Das Bild zeigt ein Muster-iSFP für eine Komplettsanierung.

 

Bei einer Schritt-für-Schritt-Sanierung hingegen erhalten Sie Vorschläge für einzelne Sanierungsmaßnahmen, die aufeinander aufbauend und zeitlich versetzt realisiert werden. Merkmal einer Schritt-für-Schritt-Sanierung ist die Bildung von Maßnahmenpaketen. Möglich sind zwei bis maximal fünf Maßnahmenpakete. Eine Schritt-für-Schritt-Sanierung bietet sich vor allem an, wenn der finanzielle Rahmen es erfordert. Das Bild zeigt ein Muster-iSFP für eine Schritt-Für-Schritt-Sanierung.

Voraussetzungen für Fördermittel

Damit Sie auch berechtigt sind, die Fördermittel in Anspruch zu nehmen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ihr Gebäude steht in Deutschland.
  • Der Bauantrag für das Wohngebäude liegt mindestens zehn Jahre zurück.
  • Das Gebäude dient überwiegend zum Wohnen.

Wo finde ich qualifizierte Energieberater*innen?

Unabhängig davon, wie Sie Ihre Immobilie sanieren möchten: Sie brauchen eine Fachkraft, die Sie dazu berät. Mit unserem Branchenbuch Rat & Tat finden Sie in wenigen Schritten eine/n Energieexpert*in in Ihrer Nähe. Eine Alternative dazu bietet die Website www.energie-effizienz-experten.de. Dort sind alle Expert*innen eingetragen, die für Förderprogramme des Bundes zugelassen sind.

Sie möchten sich auch über Fördermittel für Ihre geplanten Sanierungsmaßnahmen informieren? Hier geht’s zum Artikel mit allen Infos zur Bundesförderung für effiziente Gebäude. Oder nutzen Sie unsere Förderprogramm-Suche, um alle für Sie möglichen Fördermittel des Bundes, der Länder und Kommunen zu finden.

Autor: Minh Duc Nguyen

weiter