Dezentrale Warmwasserbereitung:
Arten, Kosten, Vorteile

19.05.2026 Lesedauer: min Minh Duc Nguyen

Warmwasserbereitung mit Dusche im Hintergrund

Wer in einer Altbauwohnung lebt, kennt das Problem: Die Küche befindet sich am anderen Ende der Wohnung und es gibt keine zentrale Heizungsanlage für Warmwasser. Dezentrale Lösungen wie Durchlauferhitzer oder Boiler sind dann die naheliegende Wahl. Welche Lösung wirklich sinnvoll ist, hängt jedoch von mehr Faktoren ab als nur dem Anschaffungspreis. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Systeme es gibt, was sie kosten und wann sich ein Wechsel lohnt.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Durchlauferhitzer erhitzen Wasser ohne Speicher – platzsparend, aber stromintensiv im Betrieb.
  • Warmwasserspeicher (Boiler) halten Wasser auf Temperatur – komfortabel, aber mit Bereitschaftsverlusten.
  • Brauchwasserwärmepumpen sind die effizienteste Lösung – höhere Anschaffungskosten, deutlich niedrigere Betriebskosten.
  • Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt 2026 bei ca. 37,2 Cent/kWh (BDEW, Januar 2026).
  • Förderung über BAFA gibt es nur für Brauchwasserwärmepumpen – und nur unter bestimmten Bedingungen.

Was bedeutet dezentrale Warmwasserbereitung?

Bei der dezentralen Warmwasserbereitung wird das Wasser direkt an der Zapfstelle oder in unmittelbarer Nähe erhitzt, also genau dort, wo es benötigt wird. Das Gegenteil ist die zentrale Warmwasserbereitung: Eine Heizungsanlage bereitet das Warmwasser für das gesamte Gebäude auf und verteilt es über Leitungen.

Dezentrale Systeme kommen vor allem in folgenden Situationen zum Einsatz:

  • als Ergänzung zur zentralen Anlage, um lange Wartezeiten auf warmes Wasser zu vermeiden.
  • in Altbauten mit mehreren Wohneinheiten, die jeweils mit einer Gastherme ausgestattet sind,
  • in Wohnungen ohne Zentralheizung oder Warmwasseranschluss, z. B. in Gartenlauben. 

Die drei wichtigsten Systeme im Überblick

Die drei gängigsten dezentralen Lösungen sind Durchlauferhitzer, Warmwasserspeicher und Brauchwasserwärmepumpen. 

Durchlauferhitzer: Warmwasser auf Knopfdruck

Ein Durchlauferhitzer erhitzt Wasser im Durchfluss – ohne Speicher, ohne Vorrat. Sobald Sie den Hahn aufdrehen, springt das Gerät an. Sobald Sie ihn schließen, schaltet es sich ab. Das klingt effizient, hat aber einen Haken: Der Strombedarf im Betrieb ist hoch. Elektrische Durchlauferhitzer benötigen je nach Modell zwischen 3,5 und mehr als 20 Kilowatt (kW) Anschlussleistung.

Vorteile:

  • Kein Bereitschaftsverlust, da kein Speicher vorhanden
  • Kompakt und platzsparend
  • Günstiger Anschaffungspreis (ca. 100–400 Euro)
  • Kein Legionellenrisiko durch stehendes Wasser

Nachteile:

  • Hoher Strombedarf im Betrieb
  • Für mehrere Zapfstellen gleichzeitig oft nicht geeignet
  • Hohe Anschlussleistung erfordert ggf. Elektroinstallation

Wann sinnvoll? Für Einzelpersonen oder Haushalte mit geringem Warmwasserbedarf – zum Beispiel nur für die Küche oder ein einzelnes Bad.

Warmwasserbereitung mit Dusche im Hintergrund

Warmwasserspeicher (Boiler): Der Klassiker mit Vorrat

Ein Warmwasserspeicher, auch Boiler genannt, heizt eine bestimmte Menge Wasser vor und hält sie auf Temperatur. Typische Größen für Haushalte liegen zwischen 5 und 120 Litern. Elektrische Boiler sind weit verbreitet und einfach zu installieren.

Vorteile:

  • Auch für mehrere Zapfstellen gleichzeitig geeignet
  • Geringere Anschlussleistung als Durchlauferhitzer
  • Günstig in der Anschaffung (ca. 150–600 Euro)

Nachteile:

  • Bereitschaftsverluste durch dauerhaftes Warmhalten des Wassers
  • Legionellengefahr bei Temperaturen unter 60 °C (regelmäßige Aufheizung notwendig)
  • Platzbedarf je nach Größe

Wann sinnvoll? Für Haushalte mit regelmäßigem Warmwasserbedarf, die jedoch keinen Anschluss an die Zentralheizung haben, beispielsweise Altbauten mit großen Kachelöfen.

Michael aus Schwäbisch Hall hat eine Brauchwasser-Wärmepumpe einbauen lassen.

Brauchwasserwärmepumpe: Die effiziente Alternative

Die Brauchwasserwärmepumpe (auch: Warmwasser-Wärmepumpe) ist die jüngste und effizienteste Lösung unter den dezentralen Systemen. Sie funktioniert wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt: Das Gerät entzieht der Umgebungsluft Wärme und nutzt sie, um Wasser zu erhitzen. Aus einem Kilowatt Strom erzeugt eine gute Brauchwasserwärmepumpe bis zu vier Kilowatt Wärme. 

Vorteile:

  • Deutlich geringerer Stromverbrauch als konventionelle Boiler oder Durchlauferhitzer
  • Besonders wirtschaftlich in Kombination mit einer PV-Anlage
  • Kann als Ergänzung zur bestehenden Heizung eingesetzt werden

Nachteile:

  • Höherer Anschaffungspreis (ca. 1.000–5.000 Euro)
  • Benötigt ausreichend Raumvolumen (mindestens 10–15 m³ Umgebungsluft)
  • Kühlt den Aufstellraum leicht ab – im Keller oder Hauswirtschaftsraum oft ein Vorteil
  • Nicht geeignet als Ersatz für dezentrale Durchlauferhitzer an einzelnen Zapfstellen

Wann sinnvoll? Für Haushalte mit höherem Warmwasserbedarf, vorhandener PV-Anlage oder dem Wunsch, den Stromverbrauch dauerhaft zu senken.

Hinweis: Brauchwasserwärmepumpen sind als Einzelmaßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beim BAFA förderfähig – allerdings nur, wenn sie in ein bestehendes zentrales Warmwassersystem integriert werden. Als reiner Ersatz für dezentrale Durchlauferhitzer an einzelnen Zapfstellen greift die Förderung in der Regel nicht. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen direkt beim BAFA (bafa.de) oder lassen Sie sich von einer Energieberatung unterstützen.

Welches Gerät eignet sich für Bad, Küche und Co?

Aufgrund der unterschiedlichen Funktionsweise von Durchlauferhitzern, Warmwasserspeichern und Brauchwasser-Wärmepumpen sollte vor der Entscheidung für ein System genau überlegt werden, welche Anforderungen das Gerät erfüllen muss. Die nachfolgende Tabelle liefert eine erste Orientierung.

Tabelle: Welches System passt zu mir?

Für mehr Informationen bitte scrollen bzw. ziehen

Durchlauferhitzer
Warmwasserspeicher (Boiler)
Brauchwasserwärmepumpe
Anschaffungskosten
ca. 100–400 €
ca. 150–600 €
ca. 1.000–5.000 €
Betriebskosten
hoch (hoher Strombedarf)
mittel (Bereitschaftsverluste)
niedrig (hohe Effizienz)
Platzbedarf
gering
mittel
hoch (mind. 10–15 m³ Raum)
Für mehrere Zapfstellen
bedingt
ja
ja
Legionellenrisiko
nein
ja (bei < 60 °C)
ja (bei < 60 °C)
Förderung (BEG/BAFA)
ja (unter Bedingungen)
nein
ja (unter Bedingungen)
Kombination mit PV
bedingt
als Solarspeicher ja
sehr gut geeignet
Die drei gängigsten Systeme zur Warmwasserbereitung im Vergleich

Was kostet dezentrale Warmwasserbereitung im Betrieb?

Der Betrieb hängt stark vom Strompreis ab. Laut BDEW lag der durchschnittliche Haushaltsstrompreis im Januar 2026 bei 37,2 Cent pro Kilowattstunde. In den vergangenen Jahren lag er noch unter der 30-Cent-Marke. Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht für Warmwasser im Schnitt etwa 1.000 bis 1.500 kWh pro Jahr. Was das konkret bedeutet, zeigt die nachfolgende Tabelle.

Beispielrechnung für einen 2-Personen-Haushalt

Für mehr Informationen bitte scrollen bzw. ziehen

System
Jahresverbrauch (Strom)
Jahreskosten (bei 37 Ct/kWh)
Durchlauferhitzer
ca. 1.200 kWh
ca. 444 €
Elektrischer Boiler
ca. 1.400 kWh (inkl. Verluste)
ca. 518 €
Brauchwasserwärmepumpe (JAZ 3)
ca. 450 kWh
ca. 167 €
Beispielrechnung für einen 2-Personen-Haushalt:

Hinweis: Diese Werte sind Richtwerte. Der tatsächliche Verbrauch hängt von Nutzungsverhalten, Gerät und Aufstellort ab.

Die Brauchwasserwärmepumpe spart im Vergleich zum Boiler also rund 350 Euro pro Jahr – das amortisiert die höheren Anschaffungskosten in vielen Fällen innerhalb von 3 bis 5 Jahren.

Förderung: Was wird bezuschusst?

Für Brauchwasserwärmepumpen gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beim BAFA. Wichtig: Die Förderung greift nur, wenn das Gerät in ein bestehendes zentrales Warmwassersystem integriert wird – nicht als reiner Ersatz für einzelne Durchlauferhitzer. Das Gleiche gilt für einen vollelektrischen Durchlauferhitzer. Dieser wird auch nur dann gefördert, wenn man im Rahmen einer energetischen Sanierung die Heizanlage modernisiert. 

Für einen reinen Warmwasserspeicher gibt es keine direkte Förderung.

Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Fördermittelfinder. 

Zum FördermittelCheck

Dezentral oder zentral – was ist besser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Dezentrale Systeme sind dann sinnvoll, wenn:

  • keine zentrale Warmwasserversorgung vorhanden ist
  • einzelne Räume weit von der Heizungsanlage entfernt liegen
  • lange Leitungswege zu großen Wärmeverlusten führen würden

Zentrale Systeme sind in der Regel effizienter, wenn mehrere Personen gleichzeitig Warmwasser benötigen und die Leitungswege kurz sind. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem dazugehörigen Artikel.

Die richtige Wahl hängt von Ihrer Situation ab

Die dezentrale Warmwasserbereitung ist keine Einheitslösung. Wer nur eine Zapfstelle versorgen muss und wenig Platz hat, ist mit einem Durchlauferhitzer gut bedient. Wer mehr Komfort und geringere Betriebskosten möchte, entscheidet sich für einen Boiler. Und wer langfristig Strom sparen möchte, insbesondere mit einer PV-Anlage auf dem Dach, sollte eine Brauchwasserwärmepumpe in Betracht ziehen.

Wie hoch Ihr tatsächlicher Warmwasserverbrauch ist und wo Sie sparen können, zeigt Ihnen unser Warmwasser-Check.

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Tipps für Mieter*innen

Als Mieter*in haben Sie in den meisten Fällen keinen Einfluss auf die Art und die Geräte der Warmwasserversorgung. Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, Ihre Kosten und CO2-Emissionen in den eigenen vier Wänden zu senken.

Tipps zum Warmwasserkosten sparen:

  • Duschen oder Baden? Ziehen Sie die Dusche vor, wenn Sie die Wahl haben. So sparen Sie 80 bis 100 Liter Warmwasser je Bad.
  • Perlstrahler, Durchflussbegrenzer und Sparduschköpfe optimieren den Wasserstrahl und senken so den Verbrauch ohne Komfortverlust. Dabei sind sie nicht teuer.
  • Wenn Sie einen Kleinspeicher besitzen, beachten Sie bitte Folgendes: Nutzen Sie eine Steckdose mit Zeitschaltuhr. Stellen Sie die Uhr so ein, dass der Kleinspeicher nachts ausgeschaltet ist. Denken Sie daran, die Uhr zweimal im Jahr direkt nach der Zeitumstellung anzupassen. Das Gleiche gilt auch für den Fall, dass der Strom unerwartet ausfällt. 

Warmwasserkosten sparen heißt auch immer Wassersparen allgemein. Mit kleinen Verhaltensänderungen und einfachen technischen Lösungen lässt sich jede Menge Wasser sparen. Weitere Tipps finden Sie hier: Die 10 besten Tipps zum Wasser sparen.

Minh Duc Nguyen

Über den Autor

Minh Duc Nguyen

Minh Duc Nguyen ist seit 2020 Teil der co2online-Redaktion. Er ist besonders vertraut mit dem Thema Heizung im Allgemeinen, sowie Fernwärme und Wärmepumpe im Besonderen. Darüber hinaus gehört der Bereich staatliche Fördermittel für Wohngebäude zu seiner Expertise.

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Mit Material von Indra Jungblut

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