CO2 sparen mit echtem Ökostrom

Sie möchten zu Ökostrom wechseln? Viel schief gehen kann nicht: Einen Stromausfall muss niemand befürchten, der seinen Stromanbieter wechselt. Und mehr zahlen muss man für den grünen Strom meist auch nicht. Allerdings gibt es im Kleingedruckten hier und da ein paar Fallstricke – und nicht überall, wo Ökostrom drauf steht, ist auch nur Ökostrom drin.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Umstieg auf Ökostrom: unkompliziert und risikolos
  • höhere Kosten oder Lieferausfall sind nicht zu befürchten
  • pro Jahr 950 Kilogramm weniger CO2 durch Ökostrom
  • Ökostrom-Siegel gibt Orientierung im Tarif-Dschungel
  • EcoTopTen-Plattform ermöglicht Vergleich von Ökostromanbietern
Blumenkasten mit Sonne

Im Jahr 2017 konnten die erneuerbaren Energien ihren Anteil im Vergleich zum Vorjahr weiter ausbauen. Über ein Drittel des deutschen Stroms werden inzwischen aus regenerativen Quellen gewonnen. Den größten Anteil macht die Windenergie aus, gefolgt von der Stromerzeugung aus Biomasse und der Photovoltaik.

Kostet Ökostrom mehr als herkömmlicher Strom?

Die steigenden Strompreise haben dazu geführt, dass sich immer mehr Verbraucher mit einem Anbieterwechsel beschäftigen. Kein Wunder, denn seit dem Jahr 2000 haben sich die Kosten für Privathaushalte mehr als verdoppelt. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist der durchschnittliche Strompreis pro Kilowattstunde von 13,94 auf 29,16 Cent gestiegen. Für die kommenden Jahre werden weiter steigende Stromkosten erwartet. Deshalb rechnet sich der Vergleich in den meisten Fällen und oft schneidet dabei Ökostrom bereits am besten ab.

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Was ist echter Ökostrom?

Steckdose Ökostrom(c) iStock.com/DirkRietschel

Die meisten lokalen Versorger bieten inzwischen einen Tarif für Ökostrom an. Da erscheint es vielen Verbrauchern am einfachsten und sichersten, statt des Anbieters nur den Tarif zu wechseln. Schließlich liegen dem lokalen Anbieter bereits alle nötigen Daten vor und der Umstieg auf Ökostrom ist schnell erledigt. In den vielen Fällen handelt es sich dabei jedoch nicht um echten Ökostrom, auch wenn einige Gütesiegel den Anschein erwecken. Es lohnt sich also, die Ökostromanbieter genauer zu betrachten und zu vergleichen.

Nur bei echtem Ökostrom ist garantiert, dass die Erlöse nicht in Atom- oder Kohlekraftwerke fließen. Deswegen sollte nicht nur der Preis eine Rolle spielen. Beim Vergleich von Tarifen ist außerdem zu beachten, dass es beim Wechsel des Anbieters oft Einmalzahlungen gibt. Die sorgen dafür, dass mancher Anbieter besonders günstig erscheint – und echter Ökostrom dagegen sehr teuer. Klammern Sie auf Vergleichsportalen daher einen solchen Willkommensbonus aus und lassen Sie sich die Kosten möglichst auf einige Jahre hochgerechnet anzeigen.

Die Anbieter echten Ökostroms machen es den Verbrauchern beim Anbieterwechsel einfach. Kurze Laufzeiten und Kündigungsfristen sind bei ihnen Standard. Dazu kommt: Vielerorts bieten sie einen günstigeren Tarif an als die lokalen Versorger. In 77 von 100 Städten war das schon im Jahr 2012 der Fall. Bei einem Verbrauch von 4.000 kWh ist heute eine Ersparnis von durchschnittlich 35 Euro pro Jahr möglich. Dazu kommt ein deutliches Minus von 950 Kilogramm CO2-Emissionen.

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5 Tipps für den Wechsel zu Ökostrom

Stromanbieter wechseln: mit Tipps von Experten(c) iStock.com/Neustockimages
  1. Ökostrom statt Graustrom
    Bei manchen Ökostrom-Angeboten fließt auch Graustrom aus Atom- oder Kohlekraftwerken: entweder um Spitzen zur Mittagszeit abzudecken oder indem vermeintlich grüne Zertifikate zum Einsatz kommen. Anbieter für echten Ökostrom sind dagegen unabhängig von Kohle- und Atomkraftwerken, fördern Neu-Anlagen und nutzen ausschließlich grüne Energie (mindestens 50 Prozent regenerative und Energie aus effizienter Kraft-Wärme-Kopplung mit Erdgas).
  2. Kurze Laufzeiten und Kündigungsfristen
    Strom-Discounter bieten überwiegend nur Tarife mit langer Laufzeit von 12 oder 24 Monaten an. Werden die Preise erhöht, ist ein Wechsel oft nur kurzfristig möglich. Wird der Vertrag vorzeitig gekündigt, ist zudem meist die verlockende Bonuszahlung futsch. Deswegen sollte die Laufzeit – wie bei allen Anbietern für echten Ökostrom – möglichst kurz sein. Gleiches gilt für die Kündigungsfrist.
  3. Keine Vorauskasse und Strompakete
    Vorauskasse kann richtig teuer werden: Geht der Anbieter pleite, kann es sein, dass der Kunde sein Geld nicht zurückerhält – und noch einmal für seinen Strom zahlen muss. Bei Paketangeboten ist nur die vereinbarte Menge vergleichsweise günstig. Wer zusätzliche Kilowattstunden braucht, zahlt oft kräftig drauf. Wer dagegen weniger verbraucht, bekommt meist kein Geld zurück.
  4. Preisgarantie und Bonus unter der Lupe
    Preisgarantien sind nur ganz selten uneingeschränkt. Steigen Steuern oder Abgaben, dann steigt meist auch der Strompreis. Deshalb sollte die Garantie möglichst viele Bestandteile des Preises abdecken und außerdem für die komplette Vertragslaufzeit gelten. Der Bonus wird üblicherweise nur im ersten Jahr angerechnet. Andere Angebote sind deswegen langfristig oft günstiger. Endet der Vertrag vorzeitig, zum Beispiel wegen einer Sonderkündigung nach Preiserhöhung, wird der Bonus meist komplett gestrichen.
  5. Keine Angst vor Stromausfall
    Wer den Stromanbieter wechselt, muss keinen Blackout im Haushalt befürchten. Schließlich kommt der Strom nach wie vor aus dem nächstgelegenen Kraftwerk. Geht doch mal etwas schief, springt der lokale Versorger ein. Das gilt auch, wenn ein Anbieter pleitegeht.

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Welche Ökostrom-Siegel sollte ich beachten?

Neben den unabhängigen Ökostromanbietern gibt es weitere Anbieter. Hier sollen Gütesiegel und Zertifizierungen Orientierung geben. Doch die vielen Label stiften eher Verwirrung und machen es schwer, die genaue Herkunft des Stroms zu erkennen. Die wichtigsten Label, die 100 Prozent Ökostrom garantieren und den Ausbau von neuen erneuerbaren Energien fördern, sind:

  • TÜV Süd Ökostrom Zertifikat EE01 und EE02
  • TÜV Nord „Geprüfter Ökostrom“
  • Grüner Strom Label
  • Ok-power Label

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Ökostromanbieter Vergleich

Auf der Verbraucherplattform des Öko-Instituts EcoTopTen werden weitere Ökostrom-Anbieter mit verschiedenen Zertifikaten und Gütesiegeln nach Preisen und Stromquellen verglichen.

Feiner Unterschied bei Ökostromanbietern: mengengleiche oder zeitgleiche Einspeisung

Bei der Einspeisung des Ökostroms wird zwischen mengengleich und zeitgleich unterschieden: Mengengleich heißt, dass der Anbieter über das ganze Jahr verteilt so viel Ökostrom einspeist, wie seine Kunden verbrauchen. Zeitgleich bedeutet, dass der Anbieter zu jedem Zeitpunkt so viel einspeist wie seine Kunden momentan verbrauchen. Bei mengengleicher Einspeisung wird also zu Spitzenzeiten auch Strom unbekannter Herkunft für den Ökostrom-Kunden eingespeist.

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