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Heizungspumpe: Funktion und Arten

Heizungspumpen sind oft versteckte Stromfresser. Denn alte Pumpen laufen während der Heizsaison monatelang und Tag wie Nacht. Mit dem Austausch einer veralteten Heizungspumpe lassen sich in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus rund 100 Euro pro Jahr sparen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu Funktion, Arten, Technik und Austausch.

PumpenCheck: Pumpentausch prüfen

Finden Sie heraus, ob die Umwälzpumpe in Ihrem Heizungskeller ein Stromfresser ist und ob sich der Austausch gegen eine moderne Pumpe lohnt:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Heizungspumpe gehört zu fast jeder Art von Heizung
  • alte Heizungspumpen oft versteckte Stromfresser
  • ungeregelte Heizungspumpen rund um die Uhr mit überhöhter Leistung im Einsatz
  • elektronisch geregelte Pumpen passen Leistung dem Bedarf an
  • aktuelle Hocheffizienzpumpen 80 Prozent sparsamer als alte geregelte Pumpen
  • Austausch der Heizungspumpe lohnt sich nach zwei bis sieben Jahren

Was ist eine Heizungspumpe?

Eine Heizungspumpe ist das Herzstück jeder Heizung. Sie befördert Wasser vom Heizkessel in die Heizkörper und zurück. Eine alte Pumpe kann bis zu 600 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbrauchen. Der Einbau einer effizienten Heizungspumpe in einem Einfamilienhaus vermeidet im Schnitt 100 Euro Kosten und 190 kg CO2.

Wie funktioniert eine Heizungspumpe?

Heizungspumpen – auch Umwälzpumpen genannt – halten den Kreislauf jeder Heizung am Laufen. Sie drücken das heiße Wasser vom Kessel durch die Rohre in die Heizkörper, wo es Wärme an die Räume abgibt und von dort wieder zurückfließt. Eine Umwälzpumpe läuft ständig, solange geheizt wird. Während jeder Heizperiode kommen so etwa 4.000 bis 5.000 Stunden zusammen. Über das gesamte Jahr betrachtet ist der Stromverbrauch einer alten Umwälzpumpe höher als der eines Kühlschranks oder eines Elektroherds. Die Funktion einer Umwälzpumpe zeigt dieses Video:

Achtung: Nicht zu verwechseln sind Heizungs- oder Umwälzpumpen mit Zirkulationspumpen. Eine Umwälzpumpe läuft im Heizkreislauf. Davon getrennt ist der Kreislauf für Trinkwarmwasser mit der Zirkulationspumpe – manchmal wird sie auch als Trinkwasser- oder Warmwasser-Umwälzpumpe bezeichnet.

Eine alte Heizungspumpe ist ein Stromfresser im Haushalt. Über 100 Euro Stromkosten spart jährlich, wer sich für eine moderne Pumpe entscheidet.

Welche Modelle von Heizungspumpen gibt es?

Heizungspumpen unterscheiden sich zunächst danach, wo sie verbaut sind. Externe Heizungspumpen sind außerhalb des Heizkessels angebracht, interne oder integrierte Heizungspumpen sitzen im Gehäuse des Kessels. Wie sich die Bauart auswirkt, lesen Sie in unserem ausführlichen Artikel „Heizungspumpe austauschen“.

Für den Stromverbrauch ist entscheidend, welche elektrische Leistung in Watt (W) Umwälzpumpen haben und wie genau sich die elektronische Regelung dem tatsächlichen Heizbedarf anpassen kann. Je niedriger die elektrische Leistung, desto weniger Strom benötigt die Pumpe. Je genauer die Regelung auf den Heizbedarf reagiert, desto seltener muss sie mit einer hohen oder sogar überhöhten Watt-Zahl laufen.

Folgende Typen von Heizungspumpen lassen sich unterscheiden:

einstufige ungeregelte Heizungspumpen

Die ältesten Modelle von Umwälzpumpen lassen sich nicht verstellen und arbeiten immer mit derselben Leistung. Selbst bei geschlossenen Thermostaten an den Heizkörpern laufen sie auf vollen Touren. Einstufige Heizungspumpen können laut Verbraucherzentrale eine Leistung von über 100 Watt haben.

mehrstufige ungeregelte Heizungspumpen

Mehrstufige Umwälzpumpen lassen sich an der Pumpe selbst manuell verstellen, laufen dann aber stets mit dem eingestellten Wert. Meist gibt es drei verschiedene Leistungsstufen von etwa 30 bis 80 Watt. Oft befinden sich mehrstufige ungeregelte Heizungspumpen noch in der Werkseinstellung und laufen mit der höchsten Leistung.

elektronisch geregelte Heizungspumpen

Geregelte Heizungspumpen passen ihre Leistung automatisch der Thermostateinstellung an den Heizkörpern und der Außentemperatur an. Diese Pumpe ist der Vorgänger der Hocheffizienzpumpe und wurde vor allem zwischen 1998 und 2007 installiert. Der typische Leistungsbereich von elektronisch geregelten Heizungspumpen liegt zwischen 25 und 60 Watt.

Hocheffizienzpumpen

Hocheffiziente Heizungspumpen passen ihre Drehzahl automatisch an den tatsächlichen Heizbedarf an. Sie kamen 2007 mit dem inzwischen nur noch selten zu findenden Label „ErP ready“ auf den Markt und wurden seitdem ständig weiter entwickelt. Die besten Modelle unter den Hocheffizienzpumpen haben laut Stiftung Warentest aktuell nur noch einen Leistungsbereich von 3 bis 18 Watt. Optimierte Permanentmagnet-Motoren reduzieren selbst kleinste Verluste etwa durch Strömungswiderstände. Neue Modelle haben darüber hinaus digitale Zusatzfunktionen: Eine Wärmemengenerfassung spürt beispielsweise unnötige Wärmeverluste in der Heizungsanlage auf. Weitere Informationen zu Hocheffiezienzpumpen finden Sie in unserem Artikel „Heizungspumpe austauschen“.

Wie viel Geld lässt sich mit einer Hocheffizienzpumpe sparen?

Der Austausch einer externen Heizungspumpe durch ein hocheffizientes Modell lohnt sich fast immer. Eine aktuelle Hocheffizienzpumpe spart gegenüber einer geregelten Heizungspumpe aus dem Jahr 2007 etwa 80 Prozent Stromkosten. Bei älteren Pumpen ist eine noch größere Einsparung möglich. Denn sie können bis zu 600 kWh pro Jahr verschlingen.

Anschaffung und Einbau einer Hocheffizienzpumpe für ein Einfamilienhaus kosten im Schnitt nur 300 Euro. Nach Angaben der Verbraucherzentrale und der Stiftung Warentest rechnet sich der Austausch einer Umwälzpumpe nach zwei bis sieben Jahren. Wie schnell sich eine Hocheffizienzpumpe in Ihrer Immobilie rentiert, können Sie ganz einfach mit dem PumpenCheck von co2online ermitteln. Ausführliche Infos gibt es zudem in unserem Artikel „Heizungspumpe austauschen“.

Heizungspumpe: Kosten für Strom pro Jahr im Vergleich (4.000 Heizstunden pro Jahr)

Hocheffizienzpumpe (2019)36 kWh11 Euro
Hocheffizienzpumpe (2007) 70 kWh20 Euro
geregelte Heizungspumpe (2007)174 kWh51 Euro
Standardpumpe* (1990er-Jahre)221 kWh65 Euro

* ungeregelte Heizungspumpe mit 55 Watt / Strompreis: 29,3 Cent je kWh / Quellen: Stiftung Warentest, Bundesnetzagentur, eigene Berechnungen

Welche Förderung gibt es für den Austausch von Heizungspumpen?

Der Bund fördert den Austausch einer Heizungspumpe über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Förderbank KfW. Für den Kauf einer Hocheffizienzpumpe und die Installation durch einen Handwerker gibt es beim BAFA einen Zuschuss von 30 Prozent des Nettobetrags auf der Rechnung. Vorteilhaft ist ein hydraulischer Abgleich in Kombination mit dem Austausch der Heizungspumpe, weil sich so noch mehr Strom für die Pumpe und zusätzlich noch Heizenergie sparen lassen. Weitere Förderquellen und Tipps zum Antrag finden Sie in unserem Artikel „Förderung für Heizungspumpen“.

Wie erkenne ich, welcher Typ von Heizungspumpe bei mir verbaut ist?

Bei externen Umwälzpumpen lässt sich der Gerätetyp leicht am Gehäuse ablesen. In der Spalte „P1“ findet sich die Angabe zur elektrischen Leistung in der Einheit Watt (W):

  • Bei einstufigen ungeregelten Heizungspumpe steht in der Spalte „P1“ ein einzelner Wert wie „80“.
  • Bei mehrstufigen ungeregelten Heizungspumpen sind dagegen mehrere Leistungswerte untereinander aufgelistet, meist sind es drei Stück.
  • Bei elektronisch geregelten Heizungspumpen, die etwa bis ins Jahr 2007 verbaut wurden, zeigt ein Bindestrich den Leistungsbereich für die Watt-Zahl an, beispielsweise „25-60“.

Kann ich auch mit einer alten Heizungspumpe Strom sparen?

Finanziell am günstigsten ist fast immer der Austausch der Heizungspumpe oder eine komplette Heizungsmodernisierung. Wenn bis zu den Handwerkerarbeiten aber noch einige Monate vergehen, lässt sich bei alten Umwälzpumpen auch mit einfachen Sofortmaßnahmen Energie sparen:

  • Wer noch eine ungeregelte Heizungspumpe hat, sollte seine Heizung zum Ende der kalten Jahreszeit unbedingt auf Sommerbetrieb stellen. Sonst würde die Umwälzpumpe auch im Sommer Tag und Nacht weiterlaufen. Der Stromverbrauch wäre dann noch höher, als er es bei alten, ungeregelten Pumpen ohnehin schon ist.
  • Mehrstufige ungeregelte Heizungspumpen können Eigentümer selbst auf die Stufe stellen, bei der noch alle Heizkörper warm werden. So lassen sich oft bereits 50 Prozent Stromkosten sparen. Die niedrigste Leistungsstufe der Umwälzpumpe sollte eigentlich ausreichen, denn die meisten alten Heizungspumpen sind überdimensioniert und pro Heizkörper sollte eine Leistung von 0,5 bis 1 Watt genügen. Die Heizkörper werden nicht warm, trotz eigentlich ausreichender Leistung der Umwälzpumpe? Das ist ein Zeichen dafür, dass neben dem Pumpentausch auch ein hydraulischer Abgleich zu empfehlen ist.
Heizungsoptimierung: Kosten und Ersparnis. Austausch der Heizungspumpe: Kosten 300 Euro; jährliche Ersparnis 100 Euro; Amortisationszeit 3 Jahre. Hydraulischer Abgleich: Kosten 690 Euro; jährliche Ersparnis 90 Euro; Amortisationszeit 8 Jahre. Hydraulischer Abgleich und Austausch der Heizungspumpe: Kosten 990 Euro; jährliche Ersparnis 190 Euro; Amortisationszeit 5 Jahre.

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