Wir verwenden Cookies für den bestmöglichen Service für Sie. Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen zu und akzeptieren die Verwendung von Cookies. Alternativ können Sie die Einstellungen anpassen.

Strompreis in Deutschland: Herkunft, Zusammensetzung, Einsparungen

Wo kommt der Strom eigentlich genau her? Was kostet Strom? Wie setzt sich der Strompreis in Deutschland zusammen? Und: Wie sichere ich mir einen niedrigeren Strompreis?

Ist Ihr Stromverbrauch auch zu hoch?

In wenigen Sekunden den eigenen Verbrauch berechnen und sehen, wie viel Sie sparen können. Durchschnittliches Sparpotenzial: 320 Euro pro Jahr und Haushalt.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • durchschnittlicher Strompreis 2020 in Deutschland: 31,81 Cent pro kWh
  • Strompreis setzt sich aus Steuern und Abgaben, Gebühren für die Stromnetz-Nutzung und Anbieterkosten zusammen
  • Strom wird seit Jahren teurer, besonders wegen steigender Abgaben
  • durch Stromanbieterwechsel können Verbraucher*innen oft beim Strompreis sparen

Was kostet Strom in Deutschland?

Im Jahr 2020 kostete eine Kilowattstunde (kWh) Strom in Deutschland durchschnittlich 31,81 Cent. Im Vergleich zum Vorjahr (30,43 Cent) ist der Strompreis damit fast 5 Prozent teurer geworden. Die Preiserhöhung folgt dem Trend: In den vergangenen 15 Jahren ist der Strompreis um ganze 63 Prozent angestiegen. Die Strompreisentwicklung zeigt also deutlich nach oben. Für 2021 hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) einen vorläufigen Strompreis von 31,89 Cent pro Kilowattstunde errechnet.

Nach oben

Wie setzt sich der Strompreis pro kWh zusammen?

Der Strompreis von 31,81 Cent pro kWh im Jahr 2020 setzte sich aus drei Bestandteilen zusammen:

  • 51 Prozent für Steuern, Abgaben und Umlagen
  • 25 Prozent für die Nutzung der Stromnetze des Netzbetreibers
  • 24 Prozent an Stromanbieter für Stromerzeugung und Vertrieb

Der Anteil für Steuern, Abgaben und Umlagen macht seit Jahren über die Hälfte aus und ist unter anderem dafür verantwortlich, dass Strom in Deutschland zu den teuersten in ganz Europa gehört.

Was hat der Strompreis mit der EEG-Umlage zu tun?

Für den Anstieg des Strompreises in Deutschland sind vor allem die staatlichen Belastungen verantwortlich. Sie fallen mit über 50 Prozent des Strompreises heute etwa dreimal so hoch aus wie noch im Jahr 2000. Den größten Anteil macht die EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien aus. Der Betrag dafür ist seit seiner Einführung im Jahr 2003 deutlich angestiegen. EEG steht für „Erneuerbare-Energien-Gesetz“, das seit dem Jahr 2000 den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland finanziell unterstützt. Dadurch ist die Ökostromproduktion stark gewachsen und der Börsenstrompreis gesunken, wovon auch private Verbraucher*innen profitieren.

Wie funktioniert die EEG-Umlage?

(c) iStock.com/kruwt

Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten Ökostrom-Produzenten von den Übertragungsnetzbetreibern eine feste Vergütung für jede erzeugte Kilowattstunde Strom – in der Regel für einen festgelegten Zeitraum von etwa 20 Jahren. Dieser Preis steht dem durch die Börse bestimmten echten Marktwert des Stroms gegenüber. In der Regel liegt der Börsenstrompreis deutlich unter dem Preis, den der Ökostrom-Produzent für seinen Strom erhält.

Damit die Netzbetreiber auf diesen Kosten nicht sitzen bleiben, erhalten sie die Differenz aus der EEG-Kasse. Auch Eingriffe in das Stromnetz zum Ausgleich schwankender Einspeisungen durch die erneuerbaren Energien werden über das EEG finanziert. Das Geld dafür wird über die EEG-Umlage im Strompreis generiert. Das bedeutet, dass die Kosten zur Förderung der erneuerbaren Energien über die EEG-Umlage auf die Stromverbraucher*innen umgelegt werden.

Die Höhe der EEG-Umlage wird jedes Jahr von den Übertragungsnetzbetreibern kalkuliert und jeweils am 15. Oktober veröffentlicht. Alle relevanten Daten zur Kalkulation und zur Entwicklung der EEG-Umlage finden Sie auf www.netztransparenz.de.

Unternehmen mit besonders hohem Stromverbrauch können sich häufig von der EEG-Umlage befreien lassen. Auf diese Weise soll die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen gesichert werden – es bedeutet aber auch, dass vor allem private Verbraucher*innen und kleine Unternehmen die zusätzliche Zahllast tragen müssen.

Wie die EEG-Umlage genau funktioniert und welchen Einfluss sie auf den Strompreis hat, zeigt dieses Video:

Wie hoch ist die EEG-Umlage in Deutschland?

2020 betrug die EEG-Umlage knapp 6,8 Cent pro kWh Strom. 2019 war die EEG-Umlage etwas niedriger und belief sich auf 6,4 Cent pro kWh, seit 2014 ist sie jedoch relativ stabil.

Die EEG-Umlage ändert sich von Jahr zu Jahr, je nachdem,

  • wie teuer die Kilowattstunde Strom an der Börse ist,
  • auf wie viele Stromverbraucher*innen sich die EEG-Umlage aufteilt und
  • welche Kosten für die Produktion des Stroms anfallen.

2021 ist die EEG-Umlage wieder gesunken auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde. Durch das Corona-Konjunkturpaket konnte ein Anstieg verhindert werden, der eigentlich nötig wäre, um das Defizit auf dem EEG-Konto vom Jahr 2020 auszugleichen. Das entstand durch den pandemiebedingten gesunkenen Stromverbrauch in der Industrie und die damit fehlenden Einnahmen. Auch für 2022 sieht das Konjunkturpaket eine Deckelung der EEG-Umlage auf 6 Cent vor, um einen sprunghaften Anstieg auf 8 oder mehr Cent zu verhindern.

Welchen Einfluss Industrierabatte, Börsenstrompreis und Produktionskosten auf die Höhe der EEG-Umlage über die Jahre hatten, zeigt diese Grafik:

Höhe der EEG-Umlage von 2010 bis 2022

JahrUmlage in Cent/kWh
20226,0*
20216,5*
20206,756
20196,405
20186,792
20176,88
20166,35
20156,17
20146,24
20135,28
20123,59
20113,53
20102,05

*Deckelung durch Konjunkturpaket; Datenquelle: Bundesnetzagentur

 

Nach oben

Strommix: Wie setzt sich der Strom in Deutschland zusammen?

Der Strom in Deutschland kommt aus verschiedenen Quellen und wird daher als „Strommix“ bezeichnet. Der Anteil dieser Quellen am Gesamtmix verschiebt sich jedes Jahr, wobei seit einigen Jahren die Bedeutung der erneuerbaren Energiequellen zunimmt. Im Jahr 2020 stammte der Strom der Bundesrepublik zu 45 Prozent aus erneuerbaren Energien – eine Steigerung um über 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die restlichen 55 Prozent des Stroms kamen von konventionellen Energieträgern.

Insgesamt wurden bundesweit rund 564 Milliarden kWh Strom erzeugt (bezogen auf die Bruttostromerzeugung ohne Stromeigenbedarf der Kraftwerke). Die genaue Verteilung der Energiequellen des Strommixes in Deutschland sieht so aus:

Strommix 2020 in Deutschland

konventionelle Energiequellen2020
  • Braunkohle
16 %
  • Steinkohle
8 %
  • Kernenergie 
11 %
  • Erdgas 
16 %
  • Andere
4 %
Erneuerbare Energien2020
  • Windkraft 
24 %
  • Biomasse 
8 %
  • Photovoltaik
9 %
  • Wasserkraft
3 %
  • Siedlungsabfälle
1 %

Daten: Fraunhofer ISE

Wie entwickelt sich der deutsche Strommix je nach Jahreszeit und Witterung? Auf der Seite des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE können Sie sich die genaue Zusammensetzung des Strommixes für jedes Jahr, bis hin zu einem einzelnen Tag, anzeigen lassen.

Energiewende zu Hause: zu Ökostrom wechseln

Der gesamtdeutsche Strommix ist nicht mit dem Mix gleichzusetzen, der bei Ihnen zu Hause aus der Steckdose fließt. Hier kommt es ganz darauf an, womit der Strom in Ihrer Region erzeugt wird. Einfluss auf den gesamtdeutschen Strommix haben Sie über den Energiemix Ihres Stromanbieters. 

Sie möchten bei sich zu Hause 100 % Ökostrom beziehen? Unsere Suche hilft Ihnen dabei, einen grünen Tarif für Ihre Region zu finden. Dazu müssen Sie lediglich Ihre Postleitzahl sowie Ihren Stromverbrauch angeben. Die Ergebnisse enthalten ausschließlich echte Ökostromanbieter. Sie können entweder einen Ökostrom-Preisvergleich durchführen oder die Tarife nach bestem Klima-Score filtern. Die Suche wird von unserem Partner Switch for Climate bereitgestellt.

Wie kann ich beim Strompreis sparen?

Der mittlere Strompreis von 31,81 Euro lässt nur bedingt Rückschlüsse darauf zu, wie viel Sie selbst tatsächlich für Ihren Strom zahlen. Denn je nach Bundesland, Stromanbieter und Stromtarif kann der individuelle Strompreis deutlich über oder unter dem bundesweiten Durchschnitt liegen. Deutschlandweit buhlen laut Bundesnetzagentur über 1.200 Stromanbieter mit etwa 15.000 verschiedenen Tarifen um neue Kund*innen. Statistisch gesehen stehen Verbraucher*innen in jedem Liefergebiet rund 100 Anbieter zur Verfügung.

Tarife vergleichen und sparen

Um beim Strompreis nicht unnötig viel zu zahlen, sollten Sie daher die Preise der verschiedenen Stromanbieter vergleichen. Laut Monitoring-Bericht der Bundesnetzagentur von 2020 lag der durchschnittliche Einzelhandelspreis für Haushaltskunden bei 32,05 Cent pro Kilowattstunde aus dem deutschen Strommix. Die Grundversorgung kann noch teurer sein. Für Ökostrom lag der Durchschnittspreis hingegen bei 31,66 Cent. Ein 4-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus kann bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh pro Jahr etwa 105 Euro sparen, wenn statt der Grundversorgung Ökostrom bezogen wird. Rund ein Drittel aller Haushaltskund*innen wird in der Grundversorgung mit Strom beliefert – hier gibt es also noch viel Potenzial, beim Strompreis zu sparen.

Was bedeutet „Grundversorger“? Der Grundversorger ist der Stromanbieter, der im jeweiligen Stromnetz die meisten Haushalte versorgt. Er ist staatlich verpflichtet, eine Stromversorgung anzubieten, zu der alle Haushalte automatisch Zugang haben.

Stromverbrauch senken und sparen

Um die eigenen Stromkosten zu senken, gibt es neben dem Strompreis und dem Anbieterwechsel noch viele weitere Stellschrauben. Schauen Sie dafür in unsere Tipps & Tricks zum Stromkosten sparen rein. Oder Sie nutzen direkt den Stromverbrauchs-Rechner StromCheck und vergleichen Ihren Stromverbrauch mit dem ähnlicher Haushalte. Außerdem erhalten Sie individuelle Spartipps für Ihr Zuhause und eine Liste von Anbietern von echtem Ökostrom für Ihre Region.

Autorinnen: Anne Weißbach, Laura Wagener (Freie Redakteurin)

Nach oben

weiter