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Innendämmung: Wann sie sich lohnt und was Sie beachten müssen

Die Innendämmung hat keinen wirklich guten Ruf. In einigen Fällen ist sie jedoch die beste Lösung. Denn auch wenn die Wärmedämmung nur von innen angebracht ist – der Energieverbrauch reduziert sich in jedem Fall. Wann ist die Wanddämmung von innen sinnvoll? Worauf müssen Sie achten? Und vor allem: Wie viel können Sie einsparen?

DämmstoffCheck

Mit dem DämmstoffCheck erfahren Sie nach nur wenigen Eingaben, welche Dämmstoffe sich für Ihr Gebäude eignen.

Innendämmung Mineralwolle(c) iStock | pashapixel

Steht ein Gebäude unter Denkmalschutz oder soll die Ansicht der Fassade erhalten bleiben, bietet sich die Innendämmung als Alternative zur Außendämmung an. Grundsätzlich ist sie immer immer dann sinnvoll, wenn keine Außendämmung angebracht werden kann – beispielsweise auch, wenn Kellerräume als Wohnräume genutzt und daher beheizt werden sollen.

Besonders in Räumen, die man nur sporadisch nutzt – wie zum Beispiel Festsäle, Kirchen oder Ferienwohnungen – bietet die Innendämmung Vorteile: Man muss die meist massiven Außenwände nicht mit erwärmen, der Raum heizt sich schnell auf.

Innendämmung immer mit Fachbetrieb ausführen

Früher war diese Technik sehr verrufen. Teilweise sind durch Wärmebrücken Schimmel und Tauwasser entstanden. Dies liegt stets an unsachgemäßer Ausführung. Eine Wärmedämmung von innen sollte deshalb entweder von einem qualifizierten Fachbetrieb vorgenommen oder sehr gut geplant werden. Vor allem an Fensterlaibungen und der Verbindung zwischen Außen- und Innenwand bzw. der Geschossdecke besteht nach wie vor Schimmelgefahr nach dem Dämmen.

Eine Innendämmung ist in sofern problematisch, als dass sie den Wohnraum verkleinert und während der Bauphase mit Unannehmlichkeiten für die Bewohner verbunden ist. Im Gegensatz zur Außen- oder Kerndämmung verfügt die Innendämmung auch über einen ungünstigeren Brandschutz, wenn Dämmstoffe, wie z. B. Polystyrol oder Polyurethan, verwendet werden. Diese sind in die Brandklasse B1 eingestuft und gelten als schwer entflammbar.

Innendämmung kann Wärmeschutz um 60 Prozent verbessern

Innendaemmung mit Platten(c) IpeG-Institut

Dämmplatten an der Innenwand.

Doch auch bei Gebäuden, bei denen keine Außendämmung in Frage kommt, sollte man nicht auf eine Dämmung verzichten. Denn besonders bei älteren Häusern mit schönen, erhaltenswerten Fassaden ist der Wärmeschutz meist nur sehr gering – das liegt z. B. an dünnem Fachwerk oder stark wärmeleitenden Vollziegeln. Durch eine Innendämmung kann dieser Wärmeschutz um mindestens 60 Prozent verbessert werden – so das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.  

Viele Bewohner innengedämmter Gebäude freuen sich auch über die als besser wahrgenommene Behaglichkeit der Räume. Denn die Innenoberflächentemperatur der Wand steigt durch eine Innendämmung um zwei bis vier Grad Celsius. Allerdings kann es in Einzelfällen dazu kommen, dass aufgrund der faktisch unbeheizten Wände zu einem Gefühl von Zugluft kommt.

Der richtige Zeitpunkt für eine Wanddämmung von innen

Im Gegensatz zur Außendämmung kann die Innendämmung ohne lange Vorlaufzeiten, ohne Gerüst und unabhängig von der Jahreszeit ausgeführt werden. Ein günstiger Zeitpunkt dafür ist eine Wohnungsmodernisierung. Wenn Sie ohnehin neu tapezieren, moderne Fenster einbauen oder die alten Außenwand-Einzelöfen bzw. die Nachtspeicherheizung durch eine Zentralheizung ersetzen, können Sie das mit einer Innendämmung kombinieren. Eine Innendämmung kann übrigens auch schrittweise, also Zimmer für Zimmer, durchgeführt werden.

Die folgende Infografik zeigt, welche Dämmstoffe sich für welche Dämmmaßnahmen besonders eignen.

Die Tabelle zeigt, welche Dämmstoffe häufig bei den verschiedenen Dämmmaßnahmen zum Einsatz kommen. Es handelt sich dabei um eine Auswahl typischer Anwendungen – weitere Dämmstoffe und auch weitere Dämmmaßnahmen sind durchaus möglich. Zu beachten ist immer, dass die Beschaffenheit des jeweiligen Gebäudes Lösungen erfordern kann, die von diesem Schema abweichen. Außerdem ist zu bedenken, dass vor Beginn der Dämmmaßnahme das komplette Dämmsystem und nicht nur der verwendete Dämmstoff gewählt werden muss. Grundsätzlich gilt, dass Dämmmaßnahmen immer gut geplant werden müssen. Entsprechende Fachleute in Ihrer Nähe finden Sie in dem kostenlosen Branchenverzeichnis Rat und Tat.

Systeme für die Innendämmung

Sehr häufig werden Verbundplatten verbaut, die geklebt werden. Auch eine als Putz aufgetragene Dämmschicht kommt in Innenräumen oft zum Einsatz. Ein weiteres mögliches System für eine Innendämmung besteht aus der Tragkonstruktion, dem Dämmstoff, der Dampfbremse und der Innenverkleidung. Bieten Wandbekleidung und Dämmstoff nicht genügend Widerstand gegen eindringenden Wasserdampf, ist eine Dampfbremse nötig.

Welches System der Innendämmung sich für Ihr Gebäude eignet, sollten Sie am besten mit einem unabhängigen Energieberater herausfinden. Erfahrene Experten in Ihrer Nähe finden Sie im Online-Branchenbuch Rat und Tat

Ganz gleich, welches System: Es ist wichtig, im System zu bleiben. Nur wenn Dämmmaterial, Kleber sowie die Oberflächenbeschichtung zueinander passen, kann der Wärmeschutz auf Dauer erhalten bleiben.

Kosten und Wirtschaftlichkeit der Wärmedämmung von innen

Bei einer Dämmstoffdicke von acht Zentimetern ergibt sich ein Quadratmeterpreis von 30 bis 32 Euro. Da es zahlreiche Systeme mit unterschiedlichen Preisen gibt, dienen diese Angaben für die Kosten einer Wanddämmung von innen nur als grobe Anhaltswerte.

Der Artikel Wärmedämmung – Kosten im Überblick bietet weitere Details dazu. Ob eine Innendämmung bei Ihrem Gebäude wirtschaftlich ist, können Sie mit dem ModernisierungsCheck herausfinden.

Autorin: Karin Adolph

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