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Förderung für den Austausch und die Optimierung der Heizung 2020

Ein Austausch der Heizung ist eine Investition, die durchdacht sein will. Immerhin liegen die Kosten für eine neue Anlage in einem Ein- oder Zweifamilienhaus bei 3.000 bis 35.000 Euro und in einem Mehrfamilienhaus, je nach Anzahl der Wohnungen, noch einmal deutlich höher. Das Gute: Es gibt eine Menge Fördermittel für den Heizungstausch. Wenn Sie in Zukunft erneuerbare Energien beim Heizen nutzen, können Sie im besten Fall fast die Hälfte Ihrer Investition mit staatlicher Förderung zurückerhalten. Dazu kommen Förderprogramme von Ländern und Kommunen.

FördermittelCheck: Förderung finden

Prüfen Sie, welche Fördermittel es für Ihr Vorhaben gibt. Alle Zuschüsse und Kredite von Bund, Ländern, Kommunen und Versorgern:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • Heizung modernisieren: BAFA fördert Tausch der Heizung mit bis zu 45 Prozent der Investitionskosten
  • gefördert werden Anlagen, die erneuerbare Energien nutzen
  • zusätzliche Prämie beim Austausch von Ölheizungen
  • KfW: bis zu 50.000 Euro Ergänzungskredit zur BAFA-Förderung
  • wichtig: Antrag vor Beginn der Bauarbeiten stellen
  • BAFA-Förderung: 30 Prozent für Pumpentausch und hydraulischen Abgleich
  • KfW: Fördersatz geringer als beim BAFA – aber mehr Maßnahmen fürs Optimieren förderfähig
  • wichtig: Antrag vor Beginn der Bauarbeiten stellen

Klimapaket: Warum wird die Modernisierung von Heizungen gefördert?

Der Großteil der Heizungen in deutschen Heizungskellern ist veraltet und verbraucht mehr Heizenergie als notwendig. Entsprechend entstehen bundesweit unnötig hohe CO2-Emissionen durchs Heizen. Die untenstehende Infografik zeigt: Durch das Modernisieren von ineffizienten Heizkesseln und das energetische Sanieren von Häusern mit schlechtem Energiestandard könnten in Deutschland pro Jahr rund 60 Tonnen CO2 vermieden werden. Deshalb hat die Bundesregierung mit dem Klimapaket und dem Klimaschutzgesetz die Förderung für effiziente und klimafreundliche Heizanlagen ab 2020 noch einmal verbessert. Auch Länder und Kommunen fördern den Austausch und das Modernisieren von Heizungen.

So viel Geld und CO2 kann jedes Jahr gespart werden, wenn jedes zweite Wohngebäude saniert wird: Heizkosten 14,4 Milliarden Euro (38 Prozent); 59,5 Millionen Tonnen CO2 (48 Prozent)

Welche Förderung gibt es für den Austausch der Heizung?

Eine Frau an einem Messestand mit der Fördermittel-Broschüre von co2online

Wer seine Heizung tauschen will, kann verschiedene Fördermöglichkeiten nutzen. Für eine solche Modernisierung gibt es sowohl staatliche, regionale als auch lokale Förderprogramme. Einen Überblick bietet der kostenlose FördermittelCheck.

Staatliche Förderungen können Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen.

Das BAFA fördert den Austausch einer alten Heizung mit hohen Zuschüssen, wenn die neue Anlage zumindest teilweise erneuerbare Energien nutzt. Gemeint sind beispielsweise ein Gasbrennwert-Kessel mit Solarthermie oder eine Pelletheizung. Hausbesitzer*innen und Wohnungseigentümergemeinschaften erhalten hier bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss zurück. Für den Austausch einer alten Ölheizung zahlt das BAFA in vielen Fällen einen zusätzlichen Austauschbonus in Höhe von 10 Prozent. So können Hausbesitzer*innen und Wohnungseigentümer*innen im besten Fall fast die Hälfte ihrer Modernisierungskosten über Fördermittel finanzieren.

Die KfW fördert den Austausch einer Heizung mit einem zinsgünstigen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit. Dieser kann mit der BAFA-Förderung kombiniert werden. Sowohl bei der KfW als auch beim BAFA gilt: Die Fördergelder müssen vor dem Beginn der Baumaßnahmen beantragt werden – sonst gibt es keinen Zuschuss für die Modernisierung der Heizung.

Förderung Heizungserneuerung – Überblick über die BAFA-Förderung

BAFA: Markt­anreiz­programm (MAP) zum Heizen mit Erneuer­baren Energien
Was wird gefördert?Förderhöhe
  • Biomasseanlagen: Scheitholz, Pellets, Holzschnitzel
  • Wärmepumpenanlagen
  • Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen: Heizungskombination aus Solar-, Biomasse- und/oder Wärmepumpenanlage
35 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Gas-Hybridheizungen: Gas-Heizungen, die mit einer Solar-, Biomasse- oder Wärmepumpenanlage kombiniert sind
  • Solarkollektoranlagen
30 Prozent der förderfähigen Kosten
  • „Renewable Ready“-Heizungen: Gasbrennwertheizungen, die spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme auch Wärme aus erneuerbaren Energien beziehen
20 Prozent der förderfähigen Kosten
  • beim Austausch einer Ölheizung gegen eine der oben genannten Anlagen wird ein zusätzlicher Bonus gewährt (ausgenommen sind reine Solarkollektoranlagen und „Renewable Ready“-Heizungen)
zusätzlich: 10 Prozent der förderfähigen Kosten

Zusatzkredit neue Heizung – Überblick über die KfW-Förderung

KfW: Energie­effizient Sanieren – Ergänzungskredit 167
Was wird gefördert?Förderhöhe
Heizungs­anlagen mit erneuerbaren Energien, die vom BAFA gefördert werdenmaximal 50.000 Euro Kredit je Wohnung

Wird eine Energieberatung beim Heizungstausch gefördert?

Für eine Energieberatung zur Vorbereitung eines Heizungstauschs können Sie beim BAFA Fördermittel beantragen. Die Förderung beträgt 80 Prozent der Beratungskosten. Dabei zahlt das BAFA für eine Beratung im Ein- oder Zweifamilienhaus höchstens 1.300 Euro; bei Mehrparteienhäusern sind es maximal 1.700 Euro. Eine Liste aller förderfähigen Berater*innen gibt es auf der Webseite der EnergieeffizienzExperten.

Die Zusammenarbeit mit einem/r Energieberater*in hat viele Vorteile, weil er Ihnen Schritt für Schritt bei der Modernisierung zur Seite stehen kann. Ein/e Energieberater*in...

  • ... prüft die baulichen Gegebenheiten Ihres Hauses.
  • ... stellt einen Sanierungsfahrplan auf und schätzt ein, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge durchgeführt werden sollten.
  • ... wählt gemeinsam mit Ihnen die für Ihr Haus passende Heizanlage.
  • ... kennt die wichtigen Förderprogramme und hilft Ihnen bei den Anträgen.
  • ... begleitet die Modernisierungsarbeiten und prüft die fachgerechte Umsetzung.

Welche Förderung gibt es für das Optimieren einer Heizung?

Auch wenn Sie nicht gleich die ganze Heizanlage austauschen können oder wollen, haben Sie einige Möglichkeiten, Ihre Heizung effizienter zu machen und dafür eine Förderung zu erhalten. BAFA und KfW fördern zwei vergleichsweise kostengünstige Maßnahmen zum Optimieren der Heizung:

  • den Austausch der Heizungspumpe und
  • einen hydraulischen Abgleich.

Für diese Maßnahmen zahlt das BAFA 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Dank der verminderten Energiekosten durch eine neue Pumpe können sich die anfallenden Kosten bereits in drei Jahren amortisieren. Anschaffungs und Montagekosten liegen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus bei 300 bis 400 Euro, bei Mehrfamilienhäusern können, je nach Anzahl der Wohnungen, 500 bis 800 Euro fällig werden.

Heizungsoptimierung: Kosten und Ersparnis. Austausch der Heizungspumpe: Kosten 300 Euro; jährliche Ersparnis 105 Euro; Amortisationszeit 3 Jahre. Hydraulischer Abgleich: Kosten 690 Euro; jährliche Ersparnis 75 Euro; Amortisationszeit 9 Jahre. Hydraulischer Abgleich und Austausch der Heizungspumpe: Kosten 990 Euro; jährliche Ersparnis 180 Euro; Amortisationszeit 5 Jahre.

Die KfW fördert Maßnahmen zum Optimieren der Heizung mit 20 Prozent. Das ist zwar weniger als beim BAFA, dennoch gib es einen Vorteil: Es werden neben dem Pumpentausch und dem hydraulischen Abgleich noch weitere Maßnahmen gefördert. Zum Beispiel der Austausch von Heizkörpern oder das Dämmen von Rohrleitungen.

In den folgenden beiden Tabellen finden Sie einen Überblick über die BAFA- und KfW-Förderung zum Optimieren der Heizung. Bitte beachten Sie, dass es auch Förderprogramme von Bundesländern und Kommunen gibt. Wenden Sie sich dafür an eine/n Energieberater*in in Ihrer Nähe.

BAFA-Förderung für das Optimieren der Heizung

BAFA-Förder­programm zur Heizungs­optimierung
Was wird gefördert?Förderhöhe
  • Aus­tausch der Heizungs­pumpe durch eine Hoch­effizienz­pumpe
  • hydraulischer Abgleich und begleitende Maßnahmen wie der Einbau vorein­stellbarer Thermostat­ventile und das professionelle Einstellen der Heizkurve
Zuschuss: 30 % der Netto­investitions­kosten, maximal 25.000 Euro pro Wohn­einheit

KfW-Förderung für das Optimieren der Heizung

Was wird gefördert?FörderprogrammFörderhöhe

Optimieren der Heizanlage, zum Beispiel durch:

  • hydraulischen Abgleich
  • Pumpentausch
  • Austausch von Heizkörpern
  • Dämmen von Rohrleitungen
  • Einbau von Wärmezählern
  • Einbau von voreinstellbaren Thermostatventilen

Programm 430 Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss

Zuschuss: 20 %, maximal 10.000 Euro pro Wohnung

Programm 152 Energieeffizient Sanieren – Kredit / Einzelmaßnahmen  Kredit: bis 50.000 Euro pro Wohnung Tilgungszuschuss: 20 % (maximal zu 10.000 Euro)
professionelle Beratung beim Planen und Umsetzen einer energetischer SanierungProgramm 431 Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss BaubegleitungZuschuss: 50 % der Investitionskosten, maximal 4.000 Euro pro Vorhaben

Einen detaillierten Überblick über Fördergegenstände, Förderbedingungen und Antragsmodalitäten bietet Ihnen dieser Artikel zur Förderung der Heizungsoptimierung.

Wann sollte ich meine Heizung modernisieren?

Ob Sie Ihre Heizung modernisieren sollten, zeigt Ihnen das Heizungslabel. Mit einem Blick auf das Label sehen Sie, wie effizient Ihr Heizkessel arbeitet. Die beste Energieeffizienzklasse ist A+++, die schlechteste ist G. Ein Austausch der Heizung lohnt sich oft dann, wenn die Anlage einer schlechteren Effizienzklasse angehört oder eine teure Reparatur ansteht. Das Heizungslabel ist seit 2017 für alle Heizkessel verpflichtend. Schornsteinfeger, Installateur oder Energieberater sollten es inzwischen auch an Ihrem Heizkessel kostenlos angebracht haben. Falls nicht, fragen Sie unbedingt nach.

Funktioniert Ihre Heizung noch gut, aber verbraucht viel Energie? Dann sollten Sie darüber nachdenken, Ihre Heizung zu optimieren. Das ist wesentlich billiger als der komplette Austausch der Heizung – dennoch lässt sich der Energieverbrauch durch eine Optimierung der Anlage in der Regel deutlich senken. Hinzu kommt: Maßnahmen wie der hydraulische Abgleich oder der Tausch der Heizungspumpe werden vom Staat gefördert.

Sie haben einen Öl- oder Gasheizkessel der älter als 30 Jahre ist? Dann ist, abgesehen von einigen Ausnahmen, der Austausch der Heizung Pflicht. Mehr Informationen zu den einzelnen Heizungstypen können Sie unseren jeweiligen Fachartikeln entnehmen.

Welchen Fehler sollte ich in Sachen Heizung modernisieren und Fördermittel vermeiden?

Viele Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen laut Energieeinsparverordnung (EnEV) gegen eine moderne Anlage getauscht werden. Wenn diese Austauschpflicht greift, erhalten Sie als Hausbesitzer*in und Wohnungseigentümer*in beim Tausch der Heizung keine Fördermittel vom BAFA. Damit gehen Ihnen mehrere tausend Euro verloren – ein Fehler, den Sie durch einen rechtzeitigen Tausch des Kessels unbedingt vermeiden sollten.

Bitte beachten Sie, dass wir keine Beratung zu passenden Fördermitteln anbieten. Für konkrete Fragen zu Ihrem Sanierungsvorhaben wenden Sie sich bitte direkt an eine/n Energieberater*in oder die Fördermittelgeber des BAFA und der KfW-Bank.

Autor: Jens Hakenes (Freier Redaktionsleiter)

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