Was hat gut funktioniert – und was nicht?
Das Beste vorweg: Strom, Wärme und Mobilität laufen bei uns in EINEM System zusammen – dem E3/DC-Hauskraftwerk. Photovoltaik (14,2 kWp, Ost/West), Hausbatterie und Wallbox sind darin intelligent verbunden. Das klingt technisch, fühlt sich im Alltag aber herrlich einfach an.
Wärme & Warmwasser: Die Erdwärme-Wärmepumpe holt die Energie aus dem Erdreich – wir haben dafür rund 1.400 m Sole-Leitung „in die Breite“ verlegt, statt tief zu bohren – und lädt damit unseren Wärmespeicher (800 Liter). Daraus kommen Heizung und Warmwasser. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmetauscher hält beim stetigen Lüften rund 90 % der Wärme im Haus, die mineralische Dämmung tut den Rest. Das läuft seit 2011 zuverlässig: kein Schornstein, wir verbrennen schlicht nichts.
Mobilität – und hier wird es für mich am spannendsten: Scheint die Sonne und ist die Hausbatterie voll, startet die Wallbox automatisch das Laden der Autos. Ich stecke abends einfach den Stecker ein, am nächsten Tag tankt das Auto von selbst reinen Sonnenstrom. So sind über die Jahre 250.000 elektrische Kilometer zusammengekommen – vom ersten Renault Zoe (2017, fast fünf Jahre nur an der Schuko-Steckdose!) über ein Tesla Model 3, dann Model Y bis heute zum VW ID. Buzz und einem Fiat 500e in der Familie. Natürlich sind nicht alle 250.000 km zu Hause geladen worden – auf zahlreichen Dienst- und Urlaubsfahrten wird am Schnelllader geladen. Und mein Dienstfahrzeug manchmal auch an meinem Firmenstandort statt zu Hause.
Die Elektromobilität funktionierte für uns von Anfang an perfekt – wir fahren meistens drei Mal im Jahr nach Schweden (seit 2019 mit der Anschaffung des Teslas nur noch elektrisch) und waren auch sonst schon praktisch überall in Europa unterwegs – ob Portugal, Spanien oder Norwegen.
Was weniger rund lief: das Bürokratie-Monster. Die Anmeldeprozeduren und gerade die Mehrwertsteuer auf den Eigenverbrauch in den ersten Jahren waren wirklich nervig – technisch ist längst alles gelöst, der Papierkram hinkt hinterher. Und Ost/West-Dächer sind nicht das theoretische Optimum, in der Praxis aber top, weil sich die Erträge schön über den Tag verteilen. Dazu musste ich mich zunächst selbst informieren und schlau machen – alle Berater wollten mir damals immer nur zu Süd raten, obwohl unser Süd-Dach phasenweise stark verschattet ist.