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Beim Dämmen alles unter Kontrolle: Self-made-Frau Kristina Butschbacher

Ihre Mutter war als Eigentümerin des Hauses zuerst gegen umfangreiche Dämmmaßnahmen der Fassade. Ihr war es wichtig, die schöne, regionaltypische Außenfassade des Hauses zu erhalten. Doch Kristina Butschbacher wusste, dass es keine Alternative zur zukunftsträchtigen Sanierung des historischen Einfamilienhauses gab. „Wir haben uns informiert“, erinnert sich die Architektin, „und die Innendämmung für uns entdeckt“. Damit war auch ihre Mutter einverstanden.

über das Haus:

 

Einfamilienhaus

Baujahr 1798 / 1859

Wohnfläche 360 m2

Dämmung:

Dach, Bodenplatte, Wände (Innendämmung)
Dämmstoffe:
  • Holzweichfaserplatten: Dach, Wände, Bodenplatte
  • Hanf: Dach

weitere Sanierungsmaßnahmen:

  • neue doppelverglaste Holzfenster an der Nordfassade
  • Einbau Wandheizungssystem
  • Einbau Holzvergaserkessel mit Pufferspeicher und Solarthermie, 26 m2 Flachkollektoren
Stand:Juli 2018
Dämmbotschafterin Kristina Butschbacher aus Meckesheim(c) co2online | Daniel Schmidt | Kangu Design

Meckesheim, im Juli 2018. Das über 200 Jahre alte Haus gehört ihrer Mutter, die es von ihrer Großmutter geerbt hat. Als die Butschbachers mit dem Gedanken spielten, das Haus zu vermieten, war eine vorherige Sanierung unumgänglich. „Das Haus war in keinem guten Zustand“, erinnert sich Kristina Butschbacher. „Das Gebäude war alt, feucht und es gab keine Zentralheizung.“ Damit führte für sie kein Weg an einer Sanierung mit entsprechenden Dämmmaßnahmen vorbei. Und da sich sowohl Kristina Butschbacher als auch ihr Mann für den Umweltschutz engagieren, war von Anfang an klar: Es wird in jedem Fall mit ökologischen Materialien gedämmt. Auf Empfehlung des damals extern beauftragten Energieberaters entschied sich Kristina Butschbacher bei der Innendämmung für Holzweichfaserplatten. Bei der Zwischensparren-Dämmung des Daches sollte Hanf zum Einsatz kommen, bei der Untersparren-Dämmung Holzweichfaserplatten.

Den Handwerker für natürliche Dämmstoffe begeistert

Am Anfang der Sanierungsarbeiten entkernten die Butschbachers ihr Haus in Eigenleistung. Danach stand die Dämmung des Dachs auf dem Programm. Der ausführende Zimmermann hatte zuvor noch nicht mit Hanf zur Dachdämmung gearbeitet, so dass Kristina Butschbacher ihn regelrecht dazu überreden musste. „Seitdem ist er jedoch ganz begeistert von der guten Verträglichkeit, der leichten Handhabung beim Verarbeiten und den ausgezeichneten Dämmwerten. Er empfiehlt es jetzt gerne an andere Bauherren weiter“, sagt sie heute schmunzelnd.

Im nächsten Schritt wurde dann die flächenbündige Solarthermie-Anlage installiert, woraufhin die Familie in das ausgebaute Dachgeschoß zog. Danach folgten Schritt für Schritt die restlichen Sanierungsarbeiten: Der Tausch der Heizung und der Fenster an der Nordfassade, das weitere Dämmen der Innenwände und die Installation der Wandheizung.

Fazit: angenehm, behaglich und voll zufrieden

Anstatt das Haus – wie ursprünglich geplant – zu vermieten, ist Kristina Butschbacher dann selbst mit ihrer Familie eingezogen: „Das Wohnen in unserem sanierten und gedämmten Haus empfinden wir als sehr angenehm und behaglich. Wir würden das in jedem Fall wieder so machen. Und allen, die noch völlig ungedämmt wohnen, empfehlen wir Dämmmaßnahmen mit ökologischen Materialien.“

Eine Sache würde die erfahrene Architektin rückblickend aber doch noch anders machen: „Das Dach hätten wir mit relativ geringem Mehraufwand noch besser dämmen können. Einige Zentimeter einer zusätzlichen Holzfaser-Aufsparrendämmung mehr und das Dach hätte noch bessere Werte erreicht, als sie bei einer Sanierung von der aktuellen Energieeinsparverordnung gefordert werden. Die Wärmeverluste wären dann während der Heizmonate noch geringer.“

Planung, Umsetzung, Alltagsfragen – Erfahrungsberichte von Kristina Butschbacher

Natürliche Dämmung: richtig planen

Dämmbotschafterin Kristina Butschbacher in ihrer Planung.(c) co2online | Daniel Schmidt | Kangu Design

Haus als Gesamtsystem betrachten

„Viele Hausbesitzer lassen sich von den Kosten einzelner Positionen wie einer Dachsanierung oder der Innenwandsanierung abschrecken. Wir haben uns nicht nur mögliche Dämmmaßnahmen angeschaut, sondern das Haus als Gesamtsystem betrachtet. Unsere Empfehlung: Nicht an einer Stelle anfangen, sondern alles komplett durchplanen und einen Sanierungsfahrplan erstellen.“

Förderung: Öfter möglich als man denkt!

„Wir haben damals keine Fördermittel für die Dämmmaßnahmen beantragt. Zum einen hieß es, dass eine Förderung bei uns vermutlich nicht in Frage käme. Das Haus hatte die von der Energieeinsparverordnung geforderten Mindest-Dämmwerte der Einzelbauteile bei dem historischen Gebäude nicht erreicht. Und zum anderen erschien uns die Antragsstellung kompliziert. Zudem dachten wir, dass wir ohne Förderung freier in unseren Entscheidungen wären. Heute sehe ich das anders. Ich empfehle jedem, sich eingehender mit dem Thema zu beschäftigen, denn eine Förderung ist viel öfter möglich als man denkt.“

Hinweis der Redaktion: Für die neue Heizung mit Solarthermie hätte Familie Butschbacher eine Förderung erhalten. Beim Dach wäre dies mit einer zusätzlichen Aufsparrendämmung möglich gewesen.

Viel Zeit bei der Planung lassen

„Man sollte auf jeden Fall einen Energieberater oder Architekten hinzuziehen und sich genügend Zeit nehmen. Denn die Planung mit dem Berater und einem Architekten ist zeitintensiv. Außerdem kann man sich so mehrere Angebote für unterschiedliche Maßnahmen einholen und unter Umständen noch umschwenken. Wir wollten uns nicht unter Druck setzen lassen und hatten sechs bis neun Monate für die Planungsphase veranschlagt.“

Natürliche Dämmung: Umsetzung

Dämmbotschafterin Kristina Butschbacher und Familie über das Leben im gedämmten Haus.(c) co2online | Daniel Schmidt | Kangu Design

Gutes Verhältnis zum Handwerker wichtig

„Mir war es wichtig, eine gute Beziehung zu den Handwerkern zu haben – diese tragen wesentlich zum Gelingen eines guten Projektes bei! Es stehen bei einer Sanierung viele Entscheidungen an, darum ist es wichtig, gut zu kommunizieren und ein gutes Arbeitsverhältnis zu den Handwerkern zu haben.“

Leben auf der Baustelle relativ unproblematisch

„Während der Sanierungsarbeiten haben wir eineinhalb Jahre auf einer Baustelle gelebt. Dank der natürlichen Baustoffe wie Holz, Hanf, Lehm- und Kalkputz gab es außer dem normalen Baustaub keine schädlichen Ausdünstungen oder störende Gerüche. Klar, es war laut und die Kinder mussten aufpassen, dass sie den Handwerkern nicht in die Quere kamen. Aber insgesamt war es für uns unproblematisch.“

Hydraulischer Abgleich zum Abschluss

„Nachdem wir alle Arbeiten abgeschlossen hatten, haben wir einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage durchführen lassen. Das ist sehr wichtig, damit die Heizkreise und damit auch das ganze System optimal eingestellt sind – und alles effektiv funktioniert.“

Natürliche Dämmung: Alltagsfragen

Dämmbotschafterin Butschbacher: Saniertes und gedämmtes Haus(c) co2online | Daniel Schmidt | Kangu Design

Die richtige Entscheidung

„Die Sanierung samt Dämmung war die richtige Entscheidung. Der Wohnkomfort ist jetzt hervorragend und das war uns am wichtigsten. Das Haus ist für die kommenden Jahrzehnte zukunftsträchtig saniert und es ist richtig behaglich geworden. Im Haus meiner Großmutter war es in der Küche, mit Ausrichtung nach Norden, zuvor immer sehr kalt – die Küche ist jetzt zu einem der Hauptaufenthaltsräume der Familie geworden und angenehm temperiert! Es lebt sich so gut im gedämmten Haus, dass wir einfach nicht mehr darüber nachdenken mögen wie es zuvor war.“

Autor: Clemens Boekholt

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