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Deckenheizung: Wärmen und Kühlen von oben

Eine Deckenheizung ist dann eine sinnvolle Lösung, wenn der Boden beispielsweise aus Denkmalschutzgründen nicht entfernt werden darf. Aber auch sonst bietet sie viele Vorteile gegenüber anderen Flächenheizungen. Welche das sind und wann sich der Einsatz lohnt, lesen Sie hier.

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Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Deckenheizung nutzt die Decke als Heizfläche
  • Wärme wird gleichmäßig und großflächig im Raum verteilt
  • Eignet sich optimal zum Kühlen in den Sommermonaten
  • Fördermittel von BAFA und KfW vorhanden

Was ist eine Deckenheizung?

Wie der Name es bereits verrät, nutzt eine Deckenheizung die Decke als Heizfläche. Die Wärme in Form von elektromagnetischen Wellen breitet sich im rechten Winkel aus und trifft auf Gegenstände, Menschen und Boden. Diese erwärmen sich und geben die Energie wieder in den Raum ab. Im Vergleich zu klassischen Heizkörpern, die die Luft erwärmen, kommt es hierbei kaum zu Aufwirbelungen. Das sorgt für ein angenehmes Raumklima und Allergiker*innen können aufatmen.

Wie funktioniert eine Deckenheizung?

Ähnlich wie bei anderen Flächenheizungen kommen auch hier elektrische oder wasserführende Heizelemente zum Einsatz. Bei der wasserführenden Variante wird noch unterschieden zwischen Trocken- und Nasssystemen. Beim Trockensystem wird zunächst eine Unterkonstruktion an die Decke angebracht. Anschließend werden fertige Modulplatten samt Heizrohren eingerastet. Bei Nasssystemen werden die Rohre direkt in die Betondecke integriert und sind darin eingeschlossen. Ein Nachrüsten wie beim Trockensystem ist somit nicht möglich.

Die Deckenheizung wird an einen Wärmeerzeuger angeschlossen, der das Heizwasser durch die Heizrohre zirkulieren lässt. Dabei gibt das Heizwasser die Wärme zunächst an die Platten und abschließend an den Raum ab.

Eine elektrische Deckenheizung funktioniert bis auf einen entscheidenden Unterschied nach demselben Prinzip: Statt Heizwasser wird der Raum mithilfe von Strom erwärmt.

(c) www.fotolia.com / khorixas

Was sind die Vor- und Nachteile?

Die Deckenheizung hat gegenüber der Bodenheizung einen wesentlichen Vorteil: Die Heizfläche wird normalerweise nicht großflächig bedeckt. Dadurch gelangt die Wärme ungehindert in den Raum. Das ist energieeffizient und wohltuend zugleich. Darüber hinaus lässt sich mit einer Deckenheizung wunderbar kühlen. Fließt kühles Wasser durch die Heizungsrohre, wird der Raum auf angenehme Weise temperiert. Das ist in den Sommermonaten oft sinnvoller als der Einsatz einer klassischen, meist strombetriebenen Klimaanlage.

Weitere Vorteile gegenüber anderen Flächenheizungen:

  • Ausgestrahlte Wärme dringt ungehindert in den Raum.
  • Keine negative Auswirkung auf die Gestaltung der Räume.
  • Lässt sich problemlos nachrüsten.
  • Arbeitet dank niedriger Vorlauftemperatur sehr sparsam.

Wie bei allen Flächenheizungen sollte das betreffende Gebäude insgesamt gut gedämmt sein. Sonst wird die oben liegende Etage mitgeheizt. Außerdem sollte die Deckenhöhe zwischen 2,5 und 3,5 Meter betragen. Ist die Decke höher als 3,5 Meter, ist die Vorlauftemperatur dementsprechend anzupassen. Gegebenenfalls ist hier die Kombination mit einer anderen Flächenheizung wie der Wandheizung sinnvoll - was wiederum für Zusatzkosten sorgt.

Weitere Nachteile:

  • Lampeninstallation sollte vorher gut überlegt sein.
  • Fläche darf nicht achtlos aufgebohrt werden.
  • Wärme kann nach oben hängen bleiben und Wärmekissen bilden.
(c) www.iStock.com / brizmaker

Wann lohnt sich eine Deckenheizung?

Die Deckenheizung lohnt sich immer dann, wenn der Boden aus verschiedenen Gründen nicht entfernt werden darf. Wenn Sie sich bei der Gestaltung Ihrer Räume nicht einschränken lassen möchten, ist die Deckenheizung ebenfalls eine gute Lösung. Im Hinblick auf den Klimawandel und die immer heißer werdenden Sommertage ist die Installation einer solchen Heizung eine zukunftsweisende Entscheidung. Denn Sie können mit ihr sowohl heizen als auch kühlen. Nicht nur im privaten Bereich findet die Deckenheizung Anwendung. Auch in öffentlichen Gebäuden, Hallen und natürlich Büros ist ihr Einsatz denkbar.

Wie viel kostet eine Deckenheizung?

Im Vergleich zu anderen Flächenheizungen sind die Kosten für eine Deckenheizung pro Quadratmeter am niedrigsten. Dennoch gibt es auch hier keine pauschalen Angaben, da hier dieselben Preisfaktoren wie Material, Verlegeart und Fachbetriebe eine Rolle spielen. Die genauen Beträge erhalten Sie in Form eines Kostenvoranschlags durch einen Fachbetrieb. Nutzen Sie dafür unseren kostenlosen Service und holen Sie mehrere Handwerkerangebote ein. Als grobe Orientierung können Sie folgende Richtwerte nehmen:

Richtwerte für Kosten pro Quadratmeter Deckenheizung

Nasssysteme zwischen 40 und 90 €/m2
Trockensysteme zwischen 40 und 90 €/m2
Elektrische Flächenheizung

Zwischen 100 und 150 €/m2

Quellen: heizsparer.de; thermondo.de; haus.de

Laufende Betriebskosten für eine Deckenheizung

Je nach Energieträger kann das Heizen mit einer Deckenheizung günstig oder teuer werden. In Kombination mit einer Wärmepumpe beispielsweise sind die laufenden Kosten aufgrund der geringen Vorlauftemperaturen eher niedrig. Im Schnitt verursachen Wärmepumpen 10,40 Euro pro Quadratmeter. Wird stattdessen mit Strom geheizt, kann es hingegen schnell teuer werden – zumindest dann, wenn die Deckenheizung im Dauereinsatz ist. Wie teuer, hängt von mehreren Faktoren wie Heizfläche, Heizleistung und Heizdauer ab. Die Kosten sind immer individuell zu ermitteln.

Förderung für Deckenheizung

Möchten Sie staatliche Fördermittel für eine Deckenheizung nutzen, haben Sie mehrere Möglichkeiten:

  1. Sie kombinieren die Deckenheizung mit einer Wärmepumpe und erhalten vom BAFA bis zu 45 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten.
  2. Sie lassen die Deckenheizung als Einzelmaßnahme zur Optimierung Ihrer bestehenden Heizungsanlage einbauen. Dafür erhalten Sie von der KfW einen (Tilgungs-)Zuschuss in Höhe von 20 Prozent.
  3. Sie lassen Ihr bestehendes Haus zu einem KfW-Effizienzhaus vollsanieren und erhalten je nach erzieltem Standard einen (Tilgungs-)Zuschuss in Höhe von bis zu 45 Prozent.

Ausführliche Informationen zum Thema Fördermittel finden Sie in unserem Artikel Bundesförderung für effiziente Gebäude.

Steuerliche Vorteile für Wandheizungen

Als Alternative zu BAFA und KfW können Sie die Kosten für eine energetische Gebäudesanierung auch steuerlich absetzen. Absetzungsfähig sind aktuell bis zu 20 Prozent der Aufwendungen (maximal 40.000 Euro pro Wohnobjekt). Die Maßnahmen müssen zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 31. Dezember 2029 umgesetzt sein.

Autor: Minh Duc Nguyen

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