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Rohrisolierung: Kosten, Ersparnis und Material

Mit einer Dämmung der Heizungsrohre kann Heizenergie gespart und können unnötige Heizkosten vermieden werden. Die Rohrisolierung, eigentlich korrekt Rohrdämmung, ist eine effektive und sehr kostengünstige Maßnahme. Einen Überblick dazu mit Informationen zu Kosten und Einsparmöglickeiten erhalten Sie hier. Auch erfahren Sie an dieser Stelle welches Material für Sie das richtige ist.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Rohrisolierung ist günstig und amortisiert sich in einer Heizperiode
  • Energieeinsparverordnung schreibt Heizungsrohrdämmung vor
  • bereits wenige Meter Dämmung der Heizrohre lohnen sich
  • je niedriger die Lufttemperatur, desto größer die Einsparung
  • Material: auf Preis, Brandschutz und Temperaturbeständigkeit achten

Zu Zeiten des Kachelofens wurde die Wärme genau dort produziert wo sie gebraucht wurde. Heute muss die Wärme gewöhnlich vom Heizungskessel bis zu den Heizkörpern einen weiten Weg zurücklegen. Die dabei verlorengehende Wärme bezeichnet man als Verteilverluste. Generell sind die Verteilverluste in alten Gebäuden mit alten Heizanlagen besonders hoch, weil diese Anlagen mit einer konstant hohen Vorlauftemperatur betrieben werden. Zusätzlich erhöhen sich die Wärmeverluste, wenn der Temperaturunterschied zwischen Rohr und Umgebung steigt.

Kosten: Rohrisolierung rechnet sich bereits nach einer Heizperiode

Rohrisolierung

In einem zwischen 1980 und 1990 errichteten durchschnittlichen Einfamilienhaus liegen die Verteilverluste im unbeheizten Bereich pro Jahr bei 265 kWh pro laufendem Meter Rohr. Das hat eine Studie der Ostfalia Hochschule nachgewiesen. Das entspricht beim aktuellen Gaspreis von 7,6 Cent pro kWh (2017) rund 20 Euro.

Je nach gewähltem Material kostet ein Meter Rohrisolierung für ein durchschnittliches Heizungsrohr mit 18-22 Millimetern Durchmesser zwischen zwei und neun Euro. Pro Meter Rohr und Jahr können so je nach Gebäudestandard und Heizungsanlage zwischen elf und 19 Euro gespart werden, weshalb sich die Investitionen meist bereits nach einer Heizperiode amortisiert haben. In einem Einfamilienhaus mit einem Zweirohrsystem sind im Heizungskeller und den angrenzenden unbeheizten Räumen durchschnittlich 22,5 Meter Rohr verlegt.

Ersparnis: Rohrisolierung beendet Heizenergieverschwendung

Es lohnt sich bereits, bei nur ein bis zwei Metern fehlender Dämmung aktiv zu werden. Ohne große Investitionen und in Eigenleistung kann hier Abhilfe geschafft werden: Eine Rohrisolierung kostet vergleichsweise wenig und amortisiert sich meist bereits innerhalb einer Heizperiode.

Generell ist der Wärmeverlust besonders groß, wenn ein großer Temperaturunterschied zwischen Heizungsrohr und Raumluft besteht. Gerade bei älteren Heizungsanlagen mit einer konstant hohen Vorlauftemperatur sind die Einsparpotenziale deshalb beträchtlich. Moderne Brennwertkessel funktionieren mit einer geringeren Vorlauftemperatur, weshalb die Verteilverluste hier etwas geringer ausfallen. Zusätzlich lohnt es sich auch einen Blick auf die Warmwasserrohre. Warmwasser wird das ganze Jahr benötigt, deshalb ist das Einsparpotenzial bei fehlender Isolierung besonders groß.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit vielen Informationen zu den Materialien finden Sie in unserem Artikel Heizungsrohre isolieren: Anleitung und Material.

Hintergrund: Energieeinsparverordnung schreibt Rohrisolierung vor

Auch der Gesetzgeber hat dieses Potenzial erkannt und die Nachrüstpflicht zur Rohrisolierung in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgeschrieben. Die Nachrüstpflicht gilt für alle Besitzer von Ein-, Zwei-, und Mehrfamilienhäusern - unabhängig davon, ob sie ihr Eigentum bewohnen oder nicht. Alle wärmeführenden Leitungen in unbeheizten und Kellerräumen müssen nun mit einer 100 Prozent Dämmung ausgestattet werden, die Dämmschicht muss also genauso dick sein wie der Rohrdurchmesser. Übrigens: Fachlich richtig ist der Begriff „Rohrdämmung“. In unseren Artikeln wird jedoch vorrangig der umgangssprachliche Begriff „Rohrisolierung“ verwendet, damit Verbraucher bei ihren Recherchen im Internet unsere Informationen leichter finden können.

Kosten und Ersparnisse: Drei Beispiele

Für unsere Beispielrechnung gehen wir von einem Einfamilienhaus aus dem Jahr 1983 mit einer Wohnfläche von 125 Quadratmetern aus. Das Haus wird über ein Zweirohrsystem mit Erdgas zum Preis von acht Cent/kWh beheizt. Das Einsparpotenzial lässt sich gut anhand einiger Fallbeispiele erläutern:

Fall 1: Keinerlei Rohrisolierung vorhanden

Für den Fall, dass keinerlei Dämmung vorhanden ist, gehen pro Meter Heizungsrohr jedes Jahr 265 Kilowattstunden (kWh) verloren. Das entspricht einem jährlichen Verlust von 21,20 Euro. Bei einer durchschnittlichen Rohrlänge im unbeheizten Bereich von 22,5 Metern werden somit jedes Jahr 477 Euro einzig dafür ausgegeben, um den Heizungskeller zu beheizen.

Eine Dämmung nach Vorschrift der Energieeinsparverordnung, bei der die Dämmstärke dem Rohrdurchmesser entspricht (wird auch als 100 Prozent-Dämmung bezeichnet), begrenzt diese Energieverschwendung. Wird die 100 Prozent-Dämmung lückenlos ausgeführt, reduzieren sich die Verteilverluste auf 6,30 Euro pro Meter Rohr. Somit lassen sich durch eine nachträgliche Rohrisolierung in einem Haus mit 22,5 Metern Rohr im Jahr 335 Euro sparen. Viel Geld für eine vergleichsweise preiswerte Maßnahme wie die Rohrisolierung.

Fall 2: Lückenhafte Rohrisolierung

Im zweiten Fall ist eine Rohrisolierung in der vorgeschriebenen Dicke vorhanden. Diese wurde aber lückenhaft angebracht. Bei fünf Armaturen mit einer Länge von jeweils 20 Zentimentern und Lücken in der Dämmung von insgesamt zwei Metern ergibt das eine Ersparnis von 64 Euro im Jahr.

Fall 3: Dickere Isolierung als in der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben

Bei den EnEV-Vorschriften zur Dämmung der wärmeführenden Leitungen handelt es sich um Mindestanforderungen. Wie auch beim Klimaschutz gilt hier: je mehr, desto besser. Wird im Beispielhaus nachträglich eine Rohrdämmung angebracht, die über die Anforderungen der EnEV hinaus geht, erhöhen sich die Einsparungen.

Die Wärmeverluste können durch eine 150 prozentige Dämmung auf 4,20 Euro pro laufendem Meter reduziert werden. Die Einsparung summiert sich somit auf 17 Euro pro Meter und Jahr im Vergleich zu ungedämmten Rohren. Da die Investitionskosten nur geringfügig höher sind, lohnt es sich in jedem Fall zu prüfen, ob eine 150 prozentige Dämmung möglich ist. Da die dafür benötigten Materialien nur im Fachhandel vertrieben werden, sollte ein Fachhandwerker mit der Isolierung beauftragt werden. Die Handwerkerdatenbank „Rat und Tat“ hilft bei der Suche nach dem passenden Handwerker in der Nähe.

Material: Womit Sie Ihre Heizungsrohre dämmen können

Bei der Auswahl des richtigen Materials für die Dämmung der Heizungs- und Warmwasserrohre spielen vor allem drei Aspekte eine Rolle: Preis, Brandschutz und Temperaturbeständigkeit. Die Dämmleistung ist bei den üblichen Materialien zur Rohrisolierung vergleichbar, da sich die Hersteller an den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) zur Wärmeleitfähigkeit orientieren müssen. Eine Rohrdämmung, die dem EnEV-Standard 100 % entspricht, muss etwa so dick wie das gedämmte Rohr sein. Beim Kauf ist auf eine entsprechende Kennzeichnung zu achten. 

Die Materialien zur Isolierung Ihrer Heizungsrohre können Sie beispielsweise im Baumarkt oder im Internet kaufen. Pro Meter kostet die Isolierung je nach Material zwischen zwei und neun Euro. Weitere Hinweise zu Preisen finden Sie in unserem Artikel zu Rohrisolierung: Kosten und Ersparnisse. Sie müssen außerdem mit Kosten für Klebeband, Cutter-Messer oder spezielle Dämmschalen für Ventile und Pumpen rechnen.

Insgesamt gibt es drei gängige Materialien zur Dämmung von Rohrleitungen: Kunststoff, Kautschuk oder Kunstkautschuk und Mineralwolle. Wir stellen sie Ihnen kurz vor:

Rohrisolierungen aus Kunststoff: günstig und leicht zu verarbeiten

Isoliermaterial für Rohre(c) fefufoto - fotolia.com
  • Material: Polyethylen (PE) oder Polyurethan (PUR)
  • Preis: zwischen zwei und vier Euro pro Meter
  • Vorteil: sehr günstig
  • Nachteil: nicht hochtemperaturbeständig

Kunststoffschläuche  aus Polyethylen (PE) oder Polyurethan (PUR) sind sehr günstig und schwer entflammbar. Allerdings sind sie nicht hochtemperaturbeständig und deshalb beispielsweise für Solarleitungen nicht geeignet. Dort können zeitweise Temperaturen bis 160 Grad Celsius auftreten.

Meistens wird das Material in Form von Schläuchen zu je einem Meter verkauft. Diese sind bereits geschlitzt und mit einer selbstklebenden Folie versehen. So kann der Schlauch einfach über das Rohr gestülpt und nach dem Entfernen der Schutzfolie zugeklebt werden.

Da diese Kunststoffe nicht biegsam sind, eignen sie sich besonders für leicht zugängliche Rohrleitungen. Für Biegungen und Kurven müssen entweder Einkerbungen vorgenommen oder spezielle Eckstücke gekauft werden. Wer in seinem Keller Rohrleitungen hat, die an ein Labyrinth erinnern, ist mit Dämmschläuchen aus Kautschuk oder Kunstkautschuk besser beraten.

Rohrisolierungen aus Kautschuk: biegsam und belastbar

Isoliermaterial für Rohre(c) iStock/Prill Mediendesign & Fotografie
  • Material: Kautschuk oder Kunstkautschuk
  • Preis: zwischen drei und fünf Euro pro Meter
  • Vorteil: biegsam
  • Nachteil: etwas teurer als Kunststoff-Dämmschalen

Kautschuk-Rohrisolierung, auch als Elastomer oder als Isopren bekannt, besteht aus einer geschlossen-zelligen Synthetik-Kautschukmischung. Genau wie Kunststoff ist Kautschuk schwer entflammbar. Das biegsame Material ist sehr flexibel, widerstandsfähig und lässt sich relativ einfach verarbeiten. Kautschuk-Isolierung lässt sich ohne weitere Bearbeitung über Biegungen verlegen und wird auch zumeist in selbstklebenden, geschlitzten Schläuchen verkauft. Es eignet sich somit besonders für schwer zugängliche und stark verzweigte Heizungsrohre.

Im Gegensatz zu PE- und PUR-Isolierschläuchen können Kautschuk auch hochtemperaturbeständig und somit auch für Solarleitungen geeignet sein. Die Kosten liegen hier mit drei bis fünf Euro pro Meter aber etwas über denen für die Kunststoff-Alternativen.

Rohrisolierungen aus Mineralwolle: stabil und nicht brennbar

Rohrisolierung aus Mineralwolle in Form einer Rohrschale(c) Rockwool
  • Material: Mineralwolle
  • Preis: zwischen vier und neun Euro pro Meter
  • Vorteil: nicht brennbar, hochtemperaturbeständig, anwendbar bis 250 Grad
  • Nachteil: kann bei Hautkontakt Juckreiz auslösen

Mineralwolle eignet sich ebenfalls zum Isolieren wärmeführender Leitungen. Die Stein- oder Mineralwolle wird hierfür in Rohrform gepresst und mit Aluminium ummantelt. Es eignet es sich besonders für gerade verlaufende, leicht zugängliche Rohrleitungen, weil es nicht biegsam ist. Biegungen können, wie bei PE-Schläuchen durch Gehrungsschnitte gedämmt werden. Es empfiehlt sich, Handschuhe und langärmlige Kleidung zu tragen, weil die Mineralwolle auf der Haut Juckreiz auslösen kann.

Eine Rohrisolierung aus Mineralwolle ist nicht brennbar und hochtemperaturbeständig. Deshalb wird es für auch Solarleitungen verwendet und in Mehrfamilienhäusern bei der Durchquerung von mehreren Brandabschnitten genutzt. Diese Art der Rohrisolierung ist mit einem Preis zwischen vier und neun Euro pro Meter die teuerste.

Autorin: Theresa Rauch

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