PVT-Kollektoren: Strom und Wärme vom Dach

10.06.2026 Lesedauer: min Jens Hakenes

Ein Haus mit einem PVT-Kollektor, Ansicht von oben.

Mit PVT-Kollektoren lässt sich auf kleiner Fläche Strom und Wärme gewinnen. Für bestimmte Gebäude und Grundstücke kann das eine besonders effiziente und wirtschaftliche Lösung sein. Wir erklären, wie PVT funktioniert, wie hoch die Kosten sind und für wen es sich besonders lohnt.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Kombination aus Photovoltaik (PV) und Thermie (T), ähnlich Solarthermie
  • häufig als Nischen-Lösung bei wenig Fläche auf Dach oder Grundstück und im Wasserschutzgebiet
  • als Wärmequelle für Erdwärmepumpe geeignet
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Photovoltaik oft wirtschaftlicher
  • mit Wärmepumpe bis zu 70 Prozent Förderung  

Was ist ein PVT-Kollektor?

Mit einem PVT-Kollektor lassen sich gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. PVT steht für photovoltaisch-thermisch oder Photovoltaik-Thermie: eine Kombination aus Photovoltaik (PV) und Thermie (T). Deswegen wird er oft auch als Hybrid-Kollektor bezeichnet. Mit ihm sind auf einer gemeinsamen Fläche beide Techniken nutzbar – zum Beispiel als Strom- und Wärmequelle für eine Wärmepumpe.
 

Wie funktioniert Photovoltaik-Thermie?

Photovoltaik-Thermie (PVT) funktioniert durch die Kombination zweier Technologien:

  • Oben kommen Photovoltaik-Zellen zum Einsatz, um Strom zu produzieren.
  • Unten wird, ähnlich wie bei Solarthermie, Wärme gewonnen.  

Allerdings funktioniert das mit der Wärme anders als bei Solarthermie-Kollektoren. Denn bei PVT werden häufig Wärmetauscher eingesetzt. Die nutzen vor allem die Abwärme der Photovoltaik und die Umgebungsluft – nicht direkte Sonneneinstrahlung wie bei Solarthermie.

Das Abführen der Wärme durch die Thermie bringt Vorteile für die Photovoltaik: Denn die verliert an Leistung, je höher die Temperatur steigt. Bei der PVT lassen sich so rund fünf Prozent mehr elektrische Leistung herausholen als bei reiner Photovoltaik.

Eingesetzt wird Photovoltaik-Thermie in der Regel in zwei Fällen: In beiden wird Strom für das gesamte Gebäude produziert. Aber die Wärme wird unterschiedlich genutzt:

  •    a) für Warmwasser (ergänzend zur Warmwasserbereitung einer Zentralheizung) oder
  •   b) als Wärmequelle für eine Wärmepumpe

Bei der PVT-Technik ist zwischen vier Typen zu unterscheiden:

Abgedeckte PVT-Kollektoren sind durch einen Glas-Deckel und Aluminium-Kasten auf mehr Wärme optimiert. Dafür wird weniger Strom produziert. Das kann zum Beispiel bei einem ganzjährig hohen Warmwasserbedarf sinnvoll sein – etwa für Mehrfamilien- oder Gewerbe-Gebäude.

Unabgedeckte PVT-Kollektoren produzieren mehr Strom und weniger Wärme. Neben der Photovoltaik-Abwärme nutzen sie auch Energie aus der Umgebungsluft. Damit sind sie besser für eine Wärmepumpe im Ein- oder Zweifamilienhaus geeignet.

Flüssigkeitsbasierte PVT-Kollektoren verwenden meist Sole (Wasser-Glykol-Gemisch), um die Wärme zu transportieren. So lassen sie sich einfach mit einer Erdwärmepumpe (Sole-Wasser-Wärmepumpe) kombinieren.

Luftbasierte PVT-Kollektoren nutzen Luft, um die Wärme zu transportieren. Diese Technik kommt wesentlich seltener zum Einsatz als die flüssigkeitsbasierte – und meist in Form von abgedeckten Kollektoren.

Je nach Hersteller oder Modell sind zusätzliche PVT-Funktionen erhältlich: etwa zum Abtauen, was aber nicht immer sinnvoll oder nötig ist. Auch beim Wärmetransport gibt es Unterschiede: zum Beispiel durch den Einsatz von Kältemittel statt Sole – für mehr Frostschutz und weniger Wartung.  

Einzelne Hersteller verwenden einen anderen PVT-Aufbau: Dazu werden sogenannte Dachwärmetauscher oder First-Kollektoren mit separaten Photovoltaik-Kollektoren kombiniert. Möglich sind auch eine Indach-Montage oder die Kombination mit Solar-Ziegeln, das Nachrüsten einer vorhandenen PV-Anlage oder die Nutzung an der Fassade statt auf dem Dach. 

PVT und Wärmepumpe kombinieren?

PVT und Wärmepumpen können eine ideale Kombination sein, da die Kollektoren grundsätzlich alles liefern, was eine Wärmepumpe braucht: Wärme und Strom.

Besonders effizient ist die Kombination mit PVT-Kollektoren, die für Erdwärmepumpen optimiert sind. Das heißt in den meisten Fällen: wenn sie eine möglichst hohe elektrische Leistung bieten (Strom) und eher niedrige, aber dafür ganzjährige thermische Leistung (Wärme). Möglich ist das, wenn PVT neben der Abwärme der Photovoltaik auch die Umgebungsluft nutzt (nachts und bei starker Bewölkung).

Der Vergleich verschiedener Wärmepumpen und PVT-Kombinationen zeigt, wie groß die Unterschiede ausfallen können. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) liegt laut unabhängigen Feldstudien zwischen 3,1 und 4,3 – laut Hersteller bei bis zu 5,0. Mit einer Kilowattstunde (kWh) Strom lassen sich also rund 3 bis 5 kWh Wärme produzieren. Welche Kombination sich rechnet, hängt jedoch von den individuellen einmaligen und laufenden Kosten ab. 

JAZ von Wärmepumpen mit und ohne PVT im Vergleich

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Kombination
JAZ
Quelle
Luft-Wasser-Wärmepumpe
3,1
Fraunhofer ISE
Erdwärmepumpe
4,1
Fraunhofer ISE
PVT + Erdwärmepumpe
4,0 – 4,3
PVT + Erdwärmepumpe
4,5 – 5,0
Consolar (Hersteller)
JAZ von Wärmepumpen mit und ohne PVT im Vergleich.

PVT lässt sich auf verschiedene Arten mit einer Wärmepumpe kombinieren – genauer gesagt eine Erdwärmepumpe (Sole-Wasser-Wärmepumpe) mit flüssigkeitsbasierten (Sole-)PVT-Kollektoren: 

  • als alleinige Wärmequelle oder
  • als zusätzliche Wärmequelle

Als alleinige Wärmequelle hat PVT den Vorteil, dass damit eine Erdwärmepumpe auch unter eher schwierigen Umständen möglich ist – zum Beispiel, wenn die Gartenfläche zu klein für Erdwärme-Kollektoren oder der Abstand zu anderen Grundstücken oder Gebäuden zu gering ist; oder wenn Denkmalschutz oder Lärmbelastung keine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Außeneinheit zulassen.

Als zusätzliche Wärmequelle kann PVT die Effizienz einer Erdwärmepumpe steigern und die Regeneration der anderen Wärmequelle (Erdwärme-Kollektoren/Sonde) verbessern. Denn überschüssige PVT-Wärme wird dann ins Erdreich abgeführt, um sie dort zu speichern. Durch die zusätzliche Wärmequelle entstehen jedoch zusätzliche Kosten, die auf Wirtschaftlichkeit zu prüfen sind. 

Funktion einer Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe)
Die Grafik "Sole-Wasser-Wärmepumpe" von co2online veranschaulicht die Funktionsweise einer solchen Anlage. Sie wird zu 80 Prozent mit Umweltenergie und zu 20 Prozent mit Antriebsenergie betrieben.

Wie gut sind Effizienz und Wirkungsgrad?

Zur Effizienz und zum Wirkungsgrad von PVT-Kollektoren gibt es vor allem Herstellerangaben und einzelne Studien, aber keine vergleichenden Feldstudien. Die PVT-Werte zum Stromertrag (Photovoltaik) sind meist etwas besser als bei reinen Photovoltaik-Kollektoren. Die PVT-Werte für Wärme (Thermie) sind dagegen in der Regel deutlich niedriger als bei Solarthermie-Kollektoren

Beispiele für PVT-Wirkungsgrade

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Hersteller
Technik
PV-Leistung
T-Leistung
PV-Wirkungsgrad
T-Wirkungsgrad
U-Wert Sole-Luft
Abora
abgedeckt
350 W
1.373 W
17,80%
70,90%
­
Consolar
unabgedeckt
bis 510 W
bis 1.056 W
bis 22,8 %
­
bis 33,57 W/(m2K)
Sunmaxx
unabgedeckt
bis 440 W
1.200 W
bis 22,5 %
bis 76 %
­
Triple Solar
unabgedeckt
bis 450 W
904 W
bis 22,5 %
­
bis 33,5 W/(m2K)
Beispiele für PVT-Wirkungsgrade

Quelle: Hersteller-Angaben

Einfluss auf Effizienz und Wirkungsgrad in der Praxis haben auch zusätzliche Funktionen (zum Beispiel zum Abtauen oder Schneeschmelzen) oder der Einsatz von Kältemittel statt Sole. Auch Stagnation kann je nach Standort und Dachausrichtung ein Thema sein, das wichtiger ist als etwa die maximale Leistung.

Ein aussagekräftiger Vergleich von PVT, Photovoltaik und Solarthermie ist nicht nur wegen der fehlenden Feldstudien schwierig. Dazu kommt, dass die Technik der verschiedenen Kollektoren unterschiedliche Ziele verfolgt: maximaler Stromertrag, maximaler Wärmeertrag oder ein Kompromiss. Auch das schränkt die Vergleichbarkeit ein. Durch die neue ISO-Norm 9806:2025 gibt es immerhin Fortschritte bei der Vergleichbarkeit der thermischen Leistung von PVT mit einem U-Wert für Sole-Luft (siehe Tabelle).

Sinnvoller ist der Vergleich der Wirtschaftlichkeit verschiedener Angebote für PVT, Photovoltaik und Solarthermie für ein individuelles Gebäude. Das heißt: die Gegenüberstellung von einmaligen und laufenden Kosten über die gesamte Lebensdauer – am besten mit einer unabhängigen Energieberatung

Wie viel kosten PVT-Kollektoren?

PVT-Kollektoren kosten rund 500 bis 1.800 Euro (250 bis 900 Euro pro m2). Damit kosten sie deutlich mehr als Photovoltaik-Kollektoren und auch mehr als die meisten Solarthermie-Kollektoren.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kosten die PVT-Kollektoren zwischen 6.000 und 14.000 Euro. Denn laut Faustregel ist pro Kilowatt (kW) benötigter Heizleistung mit etwa 2,5 bis 4,5 m2 PVT-Fläche zu rechnen. Das wären bei einer 10kW-Erdwärmepumpe für einen teilsanierten Altbau und PVT als alleiniger Wärmequelle 25 bis 45 m2.  

Doch ein Vergleich der reinen Kollektoren-Kosten greift zu kurz. Denn je nach ausgewählter Technik fallen unterschiedlich hohe Kosten für zusätzliche Komponenten und deren Installation an. Auch die Erträge fallen bei PVT, Photovoltaik und Solarthermie unterschiedlich aus. Deswegen ist es am besten, die Wirtschaftlichkeit über die Lebensdauer zu vergleichen. Dazu ist eine unabhängige Energieberatung zu empfehlen.

Einen umfangreichen Rechner zur PVT-Wirtschaftlichkeit bietet das Institut für Solarenergieforschung. Als Kosten für PVT-Kollektoren sind dort jedoch eher niedrige 350 Euro pro m2 voreingestellt. Entsprechend gut schneidet die PVT ab: Über 20 Jahre gerechnet hat sie demnach die niedrigsten Gesamtkosten – gefolgt von einer einfachen Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Photovoltaik.

Vergleich der PVT-Kosten für Altbau-Einfamilienhaus

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­
einmalig vor Förderung
Gesamtkosten über 20 Jahre
Luft-Wasser-Wärmepumpe
28.800 €
75.020 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe + PV
32.300 €
68.060 €
Erdwärmepumpe + PVT
40.850 €
63.480 €
Erdwärmepumpe + Sonde
43.350 €
73.880 €
Erdwärmepumpe + Sonde + PVT
46.950 €
69.840 € 
Vergleich der PVT-Kosten für Altbau-Einfamilienhaus.

Quelle: Vergleichstool des Instituts für Solarenergieforschung

Häufig ist die einfache Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe und Photovoltaik die wirtschaftlichste Lösung. Grund dafür sind vor allem die niedrigen Kosten für Photovoltaik-Kollektoren. Denn die sind in den vergangenen Jahren stark gefallen. Wegen der zunehmend industriellen Fertigung sind aber zuletzt auch die PVT-Kosten gesunken.  

Der ModernisierungsCheck zeigt, wie der Vergleich von Photovoltaik (PV) und Solarthermie (ST) in der Regel ausfällt. Angenommen ist hier ein BEG-Zuschuss von 55 Prozent (statt nur 30 Prozent wie beim PVT-Vergleichstool). 

Vergleich der Wärmepumpen-Kosten mit Photovoltaik und Solarthermie

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einmalige Kosten vor Förderung
Kosten über 20 Jahre
Luft-Wasser-Wärmepumpe
30.500 €
57.600 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe + ST
40.900 €
72.000 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe + PV
51.500 €
55.200 €
Erdwärmepumpe
46.500 €
79.200 €
Erdwärmepumpe + ST
56.900 €
84.000 €
Erdwärmepumpe + PV
67.500 €
74.400 €
Vergleich der Wärmepumpen-Kosten mit Photovoltaik und Solarthermie.

Quelle: co2online-ModernisierungsCheck für durchschnittliches Einfamilienhaus (Baujahr: 1994) mit 130 m2 und Erdgaszentralheizung

Zum ModernisierungsCheck

Kommt für Ihr Gebäude statt einer Luft-Wasser-Wärmepumpe nur eine Erdwärmepumpe infrage, sollten Sie in jedem Fall auch die Kosten von PVT prüfen: als alleinige Wärmequelle oder als zusätzliche Wärmequelle.

Welche Förderung gibt es für PVT?

Für PVT-Kollektoren allein gibt es eine Förderung über den Nullsteuersatz. Das heißt, es wird beim Einsatz für Wohngebäude keine Mehrwertsteuer auf die Kollektoren fällig (statt 19 Prozent). Dazu kommt die Einspeisevergütung über das EEG.

Für die Kombination aus klimafreundlicher Heizung und PVT (als „Umfeldmaßnahme“) gibt es bis zu 70 Prozent Zuschuss (BEG EM). Allerdings sind die förderfähigen Kosten auf 30.000 Euro pro Wohneinheit gedeckelt – und Erdwärmepumpe mit PVT ist in den meisten Fällen deutlich teurer, vor allem für Einfamilienhäuser. 

Der Photovoltaik-Anteil von PVT ist nicht förderfähig. Dafür sind pauschal 1.500 Euro je kWp von den förderfähigen Kosten abzuziehen. Folgendes Beispiel zeigt, was das für ein durchschnittliches Einfamilienhaus bedeuten würde:

  • Photovoltaik-Leistung der PVT-Kollektoren: 13,2 kWp
  • pauschaler Abzug: 13,2 x 1.500 Euro = 19.800 Euro
  • förderfähige Kosten für Wärmepumpe mit PVT: 48.000 – 19.800 = 28.200 Euro

Bei Kosten von 48.000 Euro für eine Erdwärmepumpe mit PVT als alleiniger Wärmequelle würde die BEG-Förderung zwischen 8.460 und 19.740 Euro liegen. Der genaue Betrag hängt vom Fördersatz zwischen 30 und 70 Prozent ab. 

BEG-PVT-Förderung bei Kosten von 48.000 Euro

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­
Fördersatz
Förderung
restliche Kosten
BEG-Grundförderung
30%
8.460 €
39.540 €
… plus Klimageschwindigkeitsbonus
50%
14.100 €
33.900 €
… plus Effizienzbonus
55%
15.510 €
32.490 €
… plus Einkommensbonus
70%
19.740 €
28.260 €
BEG-PVT-Förderung bei Kosten von 48.000 Euro

Voraussetzung für die BEG-Förderung ist eine Energieberatung. Für Erdwärmepumpen gibt es 5 Prozent Effizienzbonus. So ist eine PVT-Förderung von 55 Prozent ist den meisten Fällen realistisch. Der maximale BEG-Zuschuss ist auf 70 Prozent gedeckelt. 

Zum FördermittelCheck
PVT-Kollektor-Hersteller Abora Solar, Fabrik von innen.

Welche PVT-Hersteller gibt es?

Die größten PVT-Hersteller aus Deutschland sind Sunmaxx PVT (Sachsen) und Consolar (Hessen/Baden-Württemberg). Marktführer für Komplettsysteme mit PVT und Wärmepumpe ist Triple Solar (Niederlande/Nordrhein-Westfalen).

Daneben gibt es einige weitere deutsche und europäische Hersteller von PVT-Kollektoren – zum Beispiel:

  • 3F Solar Technologies GmbH
  • Abora Energy S.L.
  • DUALSUN
  • ENDEF
  • Enertech GmbH
  • EVO Deutschland GmbH
  • Fototherm
  • Giersch GmbH
  • GREENoneTEC Solarindustrie GmbH
  • Maustronik GmbH
  • nD-System GmbH
  • PA-ID GmbH
  • PVT SOLAR AG
  • PVT Strom und Wärme GmbH
  • res - regenerative energietechnik und -systeme GmbH
  • SHES GmbH
  • SOLAB GmbH
  • Solator GmbH
  • Solimpeks Solarenergie GmbH
  • Solteq GmbH
  • Splus2 GmbH
  • TWL Technologie GmbH

Da es sich bei PVT um eine Nischen-Technologie handelt, kommen hin und wieder neue Hersteller dazu und es verschwinden auch welche vom Markt, zum Beispiel durch Insolvenz (etwa Meyer Burger oder Vissolar). Das ist für Garantie und Wartung der PVT-Kollektoren zu bedenken. 

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Was sind die Vorteile und Nachteile von PVT-Kollektoren?

PVT-Kollektoren haben einige Vorteile, aber auch einige Nachteile. Der Vergleich zeigt, dass es dabei vor allem auf das individuelle Gebäude und Grundstück ankommt.

Vor- und Nachteile von PVT

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Vorteile von PVT-Kollektoren
Nachteile von PVT-Kollektoren
✅ für Erdwärmepumpe besonders geeignet
❌ höhere einmalige Kosten
✅ kleine Dachfläche ausreichend
❌ komplexer als Photovoltaik
✅ weitgehend lautlos
❌ weniger Wärme als mit Solarthermie 
✅ mehr Strom durch gekühlte Photovoltaik
❌ als alleinige Wärmequelle weniger effizient
✅ Wärmepumpe ohne Außengerät, Gartenfläche & Erdbohrung
❌ Heizstab-Einsatz bei sehr niedrigen Außentemperaturen
­
❌ weniger Wettbewerb & Erfahrungen
Vor- und Nachteile von PVT

Größter Vorteil von PVT ist, dass die Kollektoren für Erdwärmepumpen besonders gut geeignet sind. Zu den weiteren Vorteilen zählen, dass oft eine kleine Dachfläche ausreicht – und für eine Wärmepumpe mit PVT kein Außengerät, keine Gartenfläche und keine Erdbohrung nötig sind. Außerdem lässt sich durch die Kühlung (Abführen der Wärme) mehr Strom produzieren als bei reinen Photovoltaik-Kollektoren.

Größter Nachteil der PVT-Kollektoren sind die höheren einmaligen Kosten im Vergleich zu reiner Photovoltaik oder Solarthermie. Außerdem ist die Technik komplexer und für Warmwasser weniger ertragreich. Als alleinige Wärmequelle ist PVT weniger effizient als Erdwärme-Kollektoren und bei sehr niedrigen Außentemperaturen muss ein Heizstab ran. Das Angebot für die Nischen-Technologie wächst zwar. Aber Wettbewerb und Erfahrungen sind wesentlich überschaubarer als bei Photovoltaik und Solarthermie. 

Für wen lohnt sich PVT?

PVT lohnt sich nicht in allen Fällen. Denn die höheren einmaligen Kosten lassen sich durch niedrigere laufende Kosten über die Lebensdauer oft nicht ausgleichen. Hier ist der individuelle Fall entscheidend.

Wann sich PVT lohnt und wann nicht

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PVT könnte sich lohnen
PVT lohnt sich eher nicht
✅ geringer Abstand zu Nachbargrundstück
❌ ausreichend Abstand zu Nachbargrundstück
✅ dichte Bebauung (Reihenhaus / Innenstadt)
❌ ausreichend Abstand zu anderen Gebäuden
✅ nur kleine Dachfläche verfügbar
❌  große Dachfläche für viel Photovoltaik/Solarthermie
✅ wenig Fläche im Garten
❌ viel Fläche im Garten für Erdwärme-Kollektoren
✅ Wasserschutzgebiet / keine Erdbohrung möglich
❌ großer Warmwasserbedarf
✅ bei großem Wärmebedarf als zusätzliche Wärmequelle
❌ zum Nachrüsten von vorhandener Erdwärmepumpe
✅ für Gebäude unter Denkmalschutz
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Wann sich PVT lohnt und wann nicht

PVT kann sich lohnen, wenn eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht infrage kommt – wenn etwa der Platz zum Nachbargrundstück für das Außengerät nicht ausreicht oder die Lärmbelastung wegen dichter Bebauung zu groß wäre. Auch fehlende Fläche auf dem Dach oder im Garten oder ein Wasserschutzgebiet (keine Genehmigung fürs Bohren) können für PVT sprechen.

PVT lohnt sich eher nicht, wenn der Warmwasserbedarf sehr groß ist. Das spricht dann für Solarthermie oder eine Warmwasser-Wärmepumpe. Zum Nachrüsten einer vorhandenen Erdwärmepumpe ist PVT ebenfalls eher nicht geeignet. Denn die sind häufig optimiert auf die konstanten Temperaturen des Erdreichs und nicht auf die stärker schwankenden der PVT.

Um herauszufinden, ob sich PVT-Kollektoren in einem bestimmten Fall lohnen, sind genaue Berechnungen und ein Vergleich verschiedener Angebote nötig. Prüfen Sie die Wirtschaftlichkeit immer über die gesamte Lebensdauer – und nutzen Sie dafür am besten eine unabhängige Energieberatung

Fazit

PVT ist eine interessante Nischen-Technologie, aber kein Standardprodukt. Für bestimmte Gebäude oder Grundstücke ist ihr Einsatz sinnvoll. Aber für die meisten Haushalte sind getrennte Systeme (meist Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Photovoltaikanlage) wirtschaftlicher.

Jens Hakenes

Über den Autor

Jens Hakenes

Jens Hakenes ist seit 2010 unser freiberuflicher Experte für die Themen Heizkosten, Warmwasser, Stromkosten und Klimaschutz. In seinen Artikeln erfahren Sie zum Beispiel alles Wichtige über Fußbodenheizungen, serielle Sanierung oder den CO₂-Preis.

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