Warmwasser & Heizungstausch: So treffen Sie die passende Entscheidung
07.05.2026 Lesedauer: min Eileen Menz
Inhalte
- Warmwasserverbrauch: Womit Sie grob rechnen können
- Zentrale Warmwasserbereitung: Speicher an der Heizungsanlage
- Warmwasser in Hybridkonzepten
- Dezentrale Warmwasserbereitung: Durchlauferhitzer, Wärmepumpe & Co.
- Übersicht: Vor- und Nachteile verschiedener Systeme
- Sofort wirksam: Warmwasser sparen (für jedes System)
- Fazit: Warmwasser-System muss zur neuen Heizung passen
Wenn Sie Ihre Heizung erneuern, sollten Sie die Warmwasserbereitung direkt mitplanen. Denn Ihr Warmwasserbedarf entscheidet mit darüber, welche Technik sinnvoll ist – und wie effizient sie später arbeitet. Energieberaterin Eileen Menz erklärt, wie Sie vorgehen sollten und welche Kombinationsmöglichkeiten besonders gut zusammenpassen.
Bei der Planung der Warmwasserbereitung geht es im Kern um drei Fragen:
- Wie hoch ist Ihr Warmwasserbedarf (heute und in Zukunft)?
- Welche Systeme zur Warmwasserbereitung gibt es – und was spricht jeweils dafür oder dagegen?
- Wie gut passt die Warmwasserbereitung zur Heizung, die Sie planen?
Warmwasserverbrauch: Womit Sie grob rechnen können
Als Orientierung gilt: Bei sparsamem Verbrauch liegt der jährliche Energiebedarf für Warmwasser (bezogen auf 45 °C Zieltemperatur) etwa bei 500 bis 800 kWh pro Person. Bei vier Personen sind das rund 2.000 bis 3.200 kWh pro Jahr – je nach Verhalten und Technik auch mehr. Denn auf den eigentlichen Energiebedarf für die reine Erwärmung des Warmwassers kommen bei zentralen Speichersystemen auch noch Wärmeverluste des Warmwasserspeichers und die Effizienzverluste der Erzeugung hinzu.
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Zentrale Warmwasserbereitung: Speicher an der Heizungsanlage
Wenn Warmwasser zentral über die Heizungsanlage erzeugt wird, ist meist ein Warmwasserspeicher im Einsatz. Wenn Sie die Heizung erneuern, lohnt sich der Realitätscheck: Passt die Speichergröße noch zum Haushalt? Oft ist der bisherige Warmwasserspeicher zu groß oder zu klein. Außerdem sollten Sie sich fragen, wie sich der Warmwasserbedarf über die nächsten Jahre verändern wird (z.B. bei Familienzuwachs oder Auszug der Kinder).
Ein Nachteil von Speichern ist, dass Trinkwasser bevorratet wird. Wenn warmes Wasser länger steht bzw. wenig entnommen wird, können gesundheitlich problematische Legionellenkonzentrationen entstehen. Deshalb wird häufig eine Speichertemperatur von mindestens 55 °C angesetzt. Die benötigte Warmwassertemperatur hat allerdings auch einen direkten Einfluss auf die Effizienz einer Wärmepumpe. Das sollte bei der Planung durch den Fachbetrieb unbedingt berücksichtigt werden.
Hygienisch günstiger ist es, Warmwasser erst beim Zapfen zu erwärmen. Eine mögliche Lösung sind Frischwasserstationen. Sie arbeiten auch mit einem Pufferspeicher (darin ist aber Heizungswasser, nicht Trinkwasser). Ein Wärmetauscher erwärmt das Trinkwasser im Durchflussprinzip nur dann, wenn Sie Warmwasser zapfen. Für den Sommerbetrieb bzw. als Nachheizung gibt es Varianten auch mit elektrischer Zusatzheizung. Frischwasserstationen sind in der Regel deutlich kostenintensiver, können aber je nach Vorhaben als Teil der Maßnahme berücksichtigt und gefördert werden.
Warmwasser in Hybridkonzepten
Kommt eine reine Wärmepumpenlösung eventuell (noch) nicht infrage, kann eine Hybridlösung (z. B. Gas + Wärmepumpe) eine Option sein. Dann kann die Warmwasserbereitung grundsätzlich zunächst so bleiben, wie sie ist – sinnvoll ist aber trotzdem eine Prüfung, ob der Speicher „zukunftsfähig“ ist.
Sofern der Trinkwasserspeicher älter als 20 Jahre bzw. so alt ist wie die Heizung, sollte er entweder durch
- die Kombination Pufferspeicher (mit Heizungswasser) und Frischwasserstation oder
- durch einen neuen, bedarfsangepassten Speicher (bivalent und mit E-Heizstab) ersetzt werden. Ein solcher bivalent beheizbarer Speicher lohnt sich vor allem dann, wenn etwa eine Solarthermieanlage oder ein zweiter Wärmeerzeuger eingebunden werden soll.
Übrigens: Auch der Speicher zählt zu den förderfähigen Kosten, sofern die 30.000 Euro förderfähige Summe für den Heizungstausch noch nicht erreicht ist!
In Kombination mit einer PV-Anlage kann ein elektrischer Heizstab zur Warmwasserbereitung ebenfalls sinnvoll sein – vor allem in den ertragreichen Sommermonaten. Wichtig ist dabei die Regelung, damit möglichst viel eigener Solarstrom genutzt wird.
Dezentrale Warmwasserbereitung: Warmwasser-Wärmepumpe, Durchlauferhitzer & Co.
Die einfachste Variante der dezentralen Warmwasserbereitung sind Durchlauferhitzer. Die Erwärmung erfolgt ungefähr 1:1 – wenn pro Person beispielsweise 600–800 kWh/Jahr für Warmwasser anfallen, sehen Sie diesen Verbrauch entsprechend direkt auf der Stromrechnung.
Warmwasser-Wärmepumpen erzeugen Warmwasser deutlich effizienter als direkt elektrische Lösungen. Allerdings sind Anschaffung und Einbau auch teurer. Hier ist also abzuwägen, ob zum Beispiel eine separate Warmwasser-Wärmepumpe sinnvoller ist oder eine Frischwasserstation mit Pufferspeicher (ggf. mit PV-Kopplung).
Je besser Sie Ihren täglichen Warmwasserbedarf einschätzen können – und je geringer er ist –, desto eher kann es im Einzelfall sinnvoll sein, eine bestehende elektrische Warmwasserbereitung (z. B. Durchlauferhitzer) zunächst beizubehalten.
Übersicht: Vor- und Nachteile verschiedener Systeme
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Anmerkung: Die Basis bildet ein Warmwasser-Wärmebedarf von 2.500 kWh/a.
Welche Kombinationen eignen sich fürs Einfamilienhaus?
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Sofort wirksam: Warmwasser sparen (für jedes System)
Unabhängig von der Technik können Sie Ihren Warmwasserverbrauch oft mit wenig Aufwand senken und so ebenfalls sparen:
- Sparduschkopf nutzen: Wenn der Durchfluss z. B. von 11–12 auf 7–8 l/min sinkt, reduziert das Warmwasserbedarf und Energieverbrauch deutlich.
- Kürzer duschen: Jede Minute weniger senkt den Wasserverbrauch – und damit auch den dafür benötigten Energieverbrauch.
Tipp: Ein Sparduschkopf ist meist eine kleine Investition, die sich in vielen Haushalten schnell bemerkbar macht – egal, ob Sie Warmwasser zentral, dezentral oder elektrisch erzeugen.
Fazit: Warmwasser-System muss zur neuen Heizung passen
Damit wird klar: Warmwasser ist kein „Neben-Thema“, sondern ein echter Planungsbaustein. Sprechen Sie die Warmwasserbereitung daher gezielt an, wenn Sie Angebote einholen: Speichergröße, Temperatur, Hygiene-Konzept und mögliche Erweiterungen (z. B. Solarthermie, PV, zweiter Wärmeerzeuger) spielen dabei eine Rolle. So vermeiden Sie spätere Umbauten – und holen aus der neuen Heizung mehr Effizienz heraus.
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