Dachbegrünung: Vorteile, Nachteile, Kosten und Tipps

Natur aufs Dach! Zwitschernde Vögel, summende Bienen und optisch ein echter Blickfang – Dachflächen, Carports und Schuppen lassen sich mit einem begrünten Dach zu einer grünen Oase verwandeln. Ein Gartendach sieht toll aus, steigert den Wohnkomfort, wird in vielen Fällen auch noch gefördert – und bedeutet viel mehr als nur die Dachterrasse zu begrünen.

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Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • begrüntes Dach schützt Gebäude vor den Folgen des Klimawandels
  • erhöht Wohnkomfort als „natürliche Klimaanlage“
  • viele kommunale Förderprogramme für Begrünungsmaßnahmen
  • extensive Dachbegrünung kann selbst gebaut werden
Dach mit Pflanzen bewachsen(c) AdobeStock / Elke Hötzel

Was sind die Vorteile einer Dachbegrünung?

Ein begrüntes Dach ist ein echter Hingucker und sorgt für mehr Natur am Haus. Es sieht aber nicht nur gut aus, sondern hilft auch, die Folgen des Klimawandels abzumildern. Denn bei Starkregen kann ein grünes Dach große Mengen Regenwasser aufnehmen. Das entlastet Entwässerungssysteme und die Kanalisation. Wer sich hier engagiert, wird immer öfter finanziell unterstützt.

So sparen Grundstückseigentümer*innen mit ihrem Gründach sogar Abwassergebühren. Denn einige Kommunen belohnen es, wenn Eigentümer*innen Flächen rund ums Haus wieder entsiegeln – und grüne Dächer gelten als entsiegelter Grund. Das gilt in der Regel auch, wenn Hausbesitzer*innen ihren Carport begrünen.

Eine Dachbegrünung ist nicht nur sinnvoll im Rahmen der Klimafolgenanpassung. Das Gebäude und die Menschen, die darin leben, profitieren von vielen weiteren Punkten. Ein begrüntes Dach

  • verbessert das Mikroklima am Haus („natürliche Klimaanlage“).
  • fördert die Artenvielfalt.
  • bindet Feinstaub.
  • hat einen Isolationseffekt im Winter.
  • schützt vor starkem Aufheizen im Sommer.

Für die extensive Begrünung eines Garagen- bzw. Carport-Dachs wird in der Regel keine Baugenehmigung benötigt. In einigen ausgewiesenen Baugebieten sind Dachbegrünungen im Bebauungsplan sogar vorgeschrieben.

Extensive und intensive Dachbegrünung

Es wird in extensive und intensive Dachbegrünung unterschieden.

Was bedeutet extensive Dachbegrünung?

Die meisten Gründächer in Deutschland sind extensiv begrünt – und das aus guten Gründen: Denn bei dieser Art der Dachbegrünung sind Aufbau, Pflege und Kosten überschaubar. Wenn Sie gerne handwerklich aktiv werden, können Sie Ihr Dach sogar selbst extensiv begrünen.

Bei einer extensiven Dachbegrünung werden nur niedrig wachsende Pflanzen verwendet. Sie sind pflegeleicht und gedeihen auf einer dünnen Substratschicht. Dadurch ist diese Art der Begrünung mit 60–150 kg/m² vergleichsweise leicht. Wegen der geringen Dachlast können Hausbesitzer*innen auch Garagendächer und sogar Carports extensiv begrünen.

Was bedeutet intensive Dachbegrünung?

Eine intensive Dachbegrünung ist deutlich aufwändiger, da Sie hier viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten haben. So können auf einem intensiv begrünten Dach Rasen, Blumen, Sträucher und sogar Bäume genauso wie im klassischen Garten gedeihen. Dadurch sind Dachgärten mit intensiver Begrünung deutlich schwerer. Das Dach muss Lasten ab 200 kg/m2 und mehr tragen können – damit ist die intensive Dachbegrünung einer Garage zum Beispiel nicht möglich.

Ob ein Dach für eine intensive Begrünung geeignet ist, sollten unbedingt Fachleute wie ein/e Architekt*in oder ein/e Bauingenieur*in ermitteln. Sie prüfen die Statik und helfen, eine Baugenehmigung einzuholen. Diese ist erforderlich, weil durch die Begrünung eine begehbare Fläche entsteht. Hierfür müssen eine Absturzsicherung angebracht und die Nutzungsänderung eingetragen werden. Kontaktieren Sie hierzu am besten Ihr Bauamt.

Tabelle: extensive und intensive Dachbegrünung im Vergleich

extensivintensiv
StandortFlachdach, Garage, CarportDachgarten
Aufwandgeringhoch
Fachleute einbeziehenoptionalja
Dachlast60–150 kg/m²> 200 kg/m²
Bepflanzungniedrig wachsende Pflanzenvollwertiger Garten
genehmigungspflichtigin der Regel nichtja
Nutzungsänderung anmeldenneinja
Retentionsdach möglichjaja

Bei beiden Arten ist eine Ausführung als Retentionsdach möglich. Dabei werden wasserspeichernde Elemente verlegt, die Regenwasser verzögert abfließen lassen, was vor allem bei Starkregen die Kanalisation entlastet.

Pflanzen für die Dachbegrünung

Pflanzen für extensive Gründächer

Für die extensive Dachbegrünung eignen sich vor allem Pflanzen, die mit Hitze, Frost, Wind, Trockenheit und nährstoffarmen Böden klarkommen. Sie sollten nicht höher als 40 cm wachsen. Trotz der vielen verschiedenen Anforderungen stehen bei der extensiven Dachbegrünung viele Pflanzen zur Auswahl, wie etwa

  • die Heide-Nelke,
  • der Mauerpfeffer,
  • Schnittlauch,
  • das Sonnenröschen.

Sedum-Dachbegrünung

Sie wollen möglichst wenig Arbeit mit Ihrem grünen Dach? Dann entscheiden Sie sich für ein sogenanntes Sedumdach. Sedum ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Dickblattgewächse. Sie sind besonders widerstandsfähig gegen Frost, Hitze und trockene Phasen im Sommer sowie gegen starke Winde. Sedumdächer sind beliebt und für viele die ideale, pflegeleichte Dachbedeckung für ein Gründach.

Pflanzen für intensive Gründächer

Bei einer intensiven Dachbegrünung können alle Pflanzen eingesetzt werden, die auch bei einem Garten auf dem Boden zum Einsatz kommen. Sogar Bäume können gepflanzt werden, wenn sie über eine ausreichende Standsicherheit verfügen. Bei der Planung von Intensivbegrünungen sind in puncto Pflanzenauswahl Fachkenntnisse erforderlich. Ziehen Sie hier also am besten Expert*innen zu Rate.

Pflege der Dachbegrünung

Ein extensiv begrüntes Dach gilt allgemein als pflegeleicht. In der Regel reicht es aus, ein bis zwei Mal pro Jahr Unkraut zu jäten. Über die Jahre hinweg verändert sich die Zusammensetzung der Vegetation auf dem Gründach meist von ganz allein. So können Pflanzenarten verschwinden, während sich andere selbstständig ansiedeln. Diese Veränderung ist nicht weiter schlimm, sollte jedoch beobachtet werden. Gedeihen beispielsweise Baumsamen auf einem extensiv begrünten Dach, sollten diese entfernt werden, bevor sich Wurzeln bilden, welche die Isolation beschädigen können.

Eine Dachbegrünung isoliert – dämmen Sie die Außenwände doch gleich mit.

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Dachbegrünung: Kosten

Die Kosten für ein grünes Dach fallen je nach Ausführung sehr unterschiedlich aus. Bei einer extensiven Dachbegrünung liegen sie zwischen 30 und 60 Euro pro m². Die genaue Höhe ist abhängig von der Dicke der Substratschicht und den ausgewählten Pflanzen. Die gute Nachricht: Eine extensive Begrünung des Dachs lässt sich in der Regel unkompliziert anlegen. Will man beispielsweise ein Carport oder ein Garagendach begrünen, kosten diese Maßnahmen weniger, wenn man selbst Hand anlegt. Bei intensiv begrünten Dächern sind die Kosten im Schnitt doppelt so hoch.

Förderung für eine Dachbegrünung

Viele Kommunen haben die positiven Aspekte begrünter Dächer als Beitrag zur Klimaanpassung erkannt. Darum gibt es inzwischen über 70 verschiedene kommunale Förderprogramme zur Dachbegrünung. Die meisten Förderungen unterstützen mit 10 bis 50 Euro pro Quadratmeter. Die Förderhöhe ist oft abhängig von der Dicke der Substratschicht oder sie verpflichtet Hausbesitzer*innen, das grüne Dach eine bestimmte Anzahl von Jahren zu erhalten. Eine Übersicht zu finanziellen Zuschüssen für Dachbegrünung hält der Bundesverband GebäudeGrün e.V. bereit.

Begrüntes Dach mit Photovoltaikanlage(c) AdopeStock / René Notenbomer

Dachbegrünung mit Schrägdach und Photovoltaik

Sie können problemlos ein Flachdach begrünen, aber auch bei schrägen Dächern ist eine Begrünung möglich. Um das zu beurteilen, sollten Sie jedoch unbedingt Fachleute zu Rate ziehen, die sich mit Schub- und Erosionskräften auskennen.

Auch eine Kombination aus Photovoltaikanlage und Dachbegrünung stellt kein Problem dar, solange die Pflanzen nicht die Anlage bewuchern oder so groß werden, dass sie Schatten auf die Paneele werfen. Wer noch mehr Grün am Haus will, begrünt nicht nur das Dach, sondern die Fassade gleich mit.

Autor: Clemens Boekholt

Ansprechpartner für PraxisCheck und Heizen mit Holz

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