Wärmedämmung: Maßnahmen, Kosten & Förderung
Eine gut geplante und fachgerecht ausgeführte Wärmedämmung spart Energie und damit Kosten beim Heizen und Kühlen. Doch zunächst kostet Dämmen natürlich Geld. Wir geben Ihnen hier eine Orientierung über die Kosten verschiedener Dämmvorhaben, mögliche Dämmmaßnahmen und Förderungen.
DämmstoffCheck
Mit dem DämmstoffCheck erfahren Sie nach nur wenigen Eingaben, welche Dämmstoffe sich für Ihr Gebäude eignen.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- Kosten reduzieren durch Kombination von Wärmedämmung und Renovierung
- auf ausreichende Stärke der Dämmstoffe achten
- Energieberater*in möglichst immer einbinden
- Fördermöglichkeiten für Wärmedämmung von bis zu 60 Prozent nutzen
- kleine Dämmmaßnahmen auch für Mieter*in möglich
Dämmmaßnahmen: Die wichtigsten Infos
Bis zu 35 Prozent Wärme verliert ein Altbau über ungedämmte Außenwände, bis zu 20 Prozent übers nicht gedämmte Dach. Die Dämmung von Fassade und Dach bringt deshalb besonders viel, ist aber auch kostspielig. Es geht allerdings auch kleiner und günstiger: zum Beispiel mit der Dämmung der obersten Geschossdecke oder der Kellerdecke. Sie können zudem die Kosten senken, indem Sie Fördermöglichkeiten für Dämmmaßnahmen nutzen.
Gerade für die Fassadendämmung gilt: Wenn Sie Ihr Haus ohnehin sanieren, neu verputzen oder streichen möchten und deshalb ein Gerüst aufbauen müssen, sollten Sie auch gleich über eine Dämmung nachdenken. Wichtig ist: Suchen Sie zunächst mithilfe einer/s Energieberater*in die Schwachstellen an Ihrem Haus.
Was sind Dämmmaßnahmen?
Unter Dämmmaßnahmen versteht man das Montieren einer Wärmedämmung. Wärmedämmung ist die Reduktion des Durchganges von Wärmeenergie durch eine Hülle, um einen Raum oder einen Körper vor Abkühlung oder Erwärmung zu schützen.
Welche Dämmmaßnahmen gibt es?
Besonders rentabel ist die Dämmung der obersten Geschossdecke. Wird das Dachgeschoss allerdings als Wohnraum genutzt, sollten Sie besser das Dach dämmen. Auch ein Wärmeschutz an Kellerdecke oder Kelleraußenwänden verringert den Energieverlust. Die Dämmung von Kelleraußenwänden und anderen Bauteilen, die das Erdreich berühren, wird Perimeterdämmung genannt. Sie hilft nicht nur beim Energiesparen, sondern verhindert insbesondere bei Altbauten auch, dass Feuchtigkeit aus dem Erdreich durch die Wand eindringt und auf der Innenseite der Kellerwände zu Schimmelbildung führt.
Wenn Sie die Fassade dämmen möchten, sollten Sie das nach Möglichkeit an den Außenwänden tun. Eine Innendämmung kann allerdings bei denkmalgeschützten Gebäuden eine sinnvolle Alternative sein. Sie verkleinert jedoch den Innenraum. Zudem müssen die entsprechenden Innenwände vor der Installation feuchtetechnisch überprüft werden
Anwendungsbeispiele für Dämmmaßnahmen
Anwendungsgebiet | Anwendungsbeispiele |
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Decke, Dach |
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Wand |
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Perimeter |
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Quelle: Bauzentrum München, „Leitfaden Dämmstoffe 3.0“, 10-2017, S. 24
Welche Dämmstoffe für was nutzen?
Die Tabelle zeigt, welche Dämmstoffe häufig bei den verschiedenen Dämmmaßnahmen zum Einsatz kommen. Es handelt sich dabei um eine Auswahl typischer Anwendungen – weitere Dämmstoffe und auch weitere Dämmmaßnahmen sind durchaus möglich. Zu beachten ist immer, dass die Beschaffenheit des jeweiligen Gebäudes Lösungen erfordern kann, die von diesem Schema abweichen. Außerdem ist zu bedenken, dass vor Beginn der Dämmmaßnahme das komplette Dämmsystem und nicht nur der verwendete Dämmstoff gewählt werden muss. Grundsätzlich gilt, dass Dämmmaßnahmen immer gut geplant werden müssen. Entsprechende Fachleute in Ihrer Nähe finden Sie in dem kostenlosen Branchenverzeichnis Rat und Tat.
Dämmmaßnahmen im Vergleich
Welche Dämmmaßnahme für Ihr Dämmprojekt geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab - der Beschaffenheit Ihrer Immobilie, der vorhandenen Dämmung sowie Ihrem Dämmziel. Folgend finden Sie eine Gegenüberstellung üblicher Dämmmaßnahmen. Für jede Dämmmethode werden Vor- und Nachteile, Materialien, Kosten und mögliche Einsparungen aufgelistet.
Dach oder oberste Geschossdecke dämmen?

Wer den Dachboden nicht als Wohnraum nutzt, kann zu vergleichsweise geringen Kosten und recht einfach die oberste Geschossdecke dämmen. Das ist die Wärmeschutzmaßnahmen, die sich am schnellsten rentiert: nach Berechnungen des FIW im Schnitt nach sechs Jahren, wenn sie weiterhin begehbar sein soll, andernfalls bereits nach zwei Jahren.
Wichtig: Seit der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2002 sind Hausbesitzer unter bestimmten Bedingungen sogar verpflichtet, die oberste Geschossdecke nachträglich zu dämmen (§10, Abs. 3 EnEV). Danach gilt die Pflicht für „jährlich mindestens vier Monate“ beheizte Wohn- und Nichtwohngebäude, die nicht die „Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN“ erfüllen.
Anstelle der Geschossdecken kann aber auch das Dach gedämmt werden. Bei einem als Wohnraum genutzten Dachgeschoss dämmen Sie besser gleich das ganze Dach. Da das Dach einen relativ großen Anteil an der Gebäudehülle einnimmt, spart ein guter Wärmeschutz hier viel Energie. Je nach Bauweise, Baujahr, Zustand und Nutzung amortisieren sich die Kosten für eine Dachdämmung häufig bereits nach wenigen Jahren. Und: Ist das Dach gedämmt, sind Sie von der Nachrüstpflicht der EnEV für die oberste Geschossdecke befreit.
Dachdämmung
Bis zu 13 Prozent Energie gehen über ein ungedämmtes Dach verloren. Viele Eigentümer setzen deshalb häufig bei der Dachdämmung an, wenn sie ihr Haus sanieren möchten. Diese bietet sich vor allem dann an, wenn Sie das Dachgeschoss als Wohnraum nutzen möchten. Damit die Dachdämmung so viel Energie wie möglich spart, muss sie fachgerecht geplant und durchgeführt werden. Zudem empfehlen sich besonders dicke Dämmstoffe. Steildächer (auch Spitzdach, Satteldach oder Walmdach) werden zwischen oder auf, seltener auch unter den Sparren gedämmt.
Vor- und Nachteile einer Dachdämmung
Vorteile | Nachteile |
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Zwischensparrendämmung:
| Zwischensparrendämmung:
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Untersparrendämmung:
| Untersparrendämmung:
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Aufsparrendämmung:
| Aufsparrendämmung:
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Welche Dämmstoffe eignen sich?
Für die Dämmung des Dachs eignen sich viele Baustoffe zum Beispiel Zellulose, Mineralwolle, Naturdämmstoffe wie Hanf oder Flachs und künstliche Dämmstoffe wie expandiertes Polystyrol (EPS/Styropor) oder PUR/PIR.
Was sind die Kosten einer Dachdämmung?
Pro Quadratmeter müssen Sie inklusive Montage bei einer Zwischensparrendämmung mit Kosten von 120 bis 150 (50 bis 80) Euro rechnen, bei einer Untersparrendämmung mit 30 bis 60 Euro und bei einer Aufsparrendämmung inklusive Neueindeckung des Dachs mit 120 bis 200 (150 bis 250) Euro.
Für die Dachdämmung können Sie Fördermittel der KfW beantragen („Energieeffizient Sanieren“ – 151/152).
Welche Einsparungen sind möglich?
Die Dämmung des Dachs spart im Schnitt 13 Prozent Heizenergie bzw. 18 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Das entspricht bei einem mit Erdgas beheizten und 125 Quadratmeter großen Einfamilienhaus von 1983 jährlich etwa 180 Euro weniger Heizkosten.
Weitere hilfreiche Informationen finden Sie ebenfalls in unserem Fachartikel Dachdämmung: Übersicht der Dämmmaßnahmen, Kosten und Einsparpotenziale.
Dämmung der obersten Geschossdecke
Wer den Dachboden nur als Stauraum oder gar nicht nutzt, braucht nicht unbedingt das Dach zu dämmen, sondern kann sich auf die oberste Geschossdecke beschränken. Das ist kostengünstiger und rechnet sich schon nach kurzer Zeit. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) nimmt Hausbesitzer hier sogar in die Pflicht (§10, Abs. 3 EnEV). Es gibt allerdings Ausnahmen, unter denen Hausbesitzer die oberste Geschossdecke nicht nachträglich dämmen müssen: etwa wenn bereits das Dach gedämmt ist oder wenn Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern schon vor dem 1. Februar 2002 dort gewohnt haben und das nach wie vor tun.
Vor- und Nachteile bei einer Dämmung der obersten Geschossdecke
Vorteile | Nachteile |
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Welche Dämmstoffe eignen sich?
Sie können die oberste Geschossdecke sowohl mit anorganischen Dämmstoffen wie Mineralwolle als auch mit organischen Dämmstoffen vor Wärmeverlust schützen. Hier eignen sich vor allem Naturdämmstoffe wie Hanf oder Flachs, Zellulose oder Holzfasern.
Was sind die Kosten einer Dämmung der obersten Geschossdecke?
Für die Dämmung der obersten Geschossdecke fallen bei einem begehbaren Dachboden Kosten zwischen 40 und 55 Euro pro Quadratmeter an. Bei einem nicht begehbaren Dachboden liegt die Spannbreite zwischen 24 und 30 Euro pro Quadratmeter.
Für die Dämmung der obersten Geschossdecke können Sie Fördermittel der KfW beantragen („Energieeffizient Sanieren“ – 151/152).
Welche Einsparungen sind möglich?
Ein Einfamilienhaus kann durch eine nachträgliche Dämmung der oberen Geschossdecke in 20 Jahren rund 2.200 Euro sparen.
Weitere hilfreiche Informationen finden Sie auch in unserem Fachartikel Die Dämmung der obersten Geschossdecke.
Keller oder Kellerdecke dämmen?
Viele Keller werden kaum oder gar nicht beheizt und sind nicht gedämmt. Gerade im Winter dringt dann die Kälte ins Erdgeschoss. Wer die Kellerdecke an ihrer Unterseite dämmt, wird das schnell an warmen Füßen und sinkenden Heizkosten spüren. Auch diese Dämmmaßnahme ist kostengünstig und rechnet sich schnell. Wird die Dämmung von unten noch verkleidet, haben Sie die Kosten im Schnitt nach acht Jahren wieder drin, ohne Verkleidung bereits nach sechs Jahren. Die Dämmung sollte mindestens acht Zentimeter stark sein.
Wird der Keller beheizt und womöglich als Wohnraum genutzt, bietet sich eher die Innendämmung der Außenwände an. Eine Außendämmung (Perimeterdämmung) ist oft im Vergleich teuer oder technisch schwierig zu realisieren.
In jedem Fall gilt: Dämmen Sie auch die Heizungsrohre. Gerade in alten Gebäuden werden sie oft über 70 Grad heiß, entsprechend groß ist der Wärmeverlust bei ungedämmten Leitungen. Eine Isolierung schützt zudem vor Korrosion und Schallübertragung.
Dämmung der Kellerdecke
Über den Keller gehen im Schnitt fünf bis zehn Prozent Heizenergie verloren. Ist er unbeheizt, ist die Kellerdeckendämmung eine effektive und wirtschaftliche Wärmeschutzmaßnahme, die zugleich den Wohnkomfort im Erdgeschoss erhöht. Dabei werden Dämmstoff- oder Verbundplatten an der Unterseite der Kellerdecke angebracht. Sie sollten je nach Bausubstanz und Dämmmaterial mindestens sechs Zentimeter dick sein.
Wird der Keller als Wohnraum genutzt und beheizt, sollten Sie Wände und Boden des Kellers dämmen. Das ist komplizierter und teurer als die Kellerdeckendämmung.
Vergessen Sie nicht, auch die Heizungsrohre vor Wärmeverlust zu schützen.
Vor- und Nachteile der Kellerdeckendämmung
Vorteile | Nachteile |
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Welche Dämmstoffe eignen sich?
Für die Kellerdeckendämmung können Sie zum Beispiel Naturdämmstoffe, Holzwolleleichtbauplatten, Holzweichfaser, Glas- oder Steinwolle sowie expandiertes Polystyrol (EPS/Styropor) verwenden.
Was sind die Kosten einer Kellerdeckendämmung?
Die Dämmung der Kellerdecke kostet zwischen 18 und 30 Euro pro Quadratmeter.
Welche Einsparungen sind möglich?
Das hängt stark von den Umständen ab: Wird der Keller als Wohnraum genutzt und damit geheizt? Wie sind die vorhandenen Grundmauern beschafften? Und was für ein Untergrund liegt vor? Ein hoher Grundwasserspiegel sorgt beispielsweise dafür, dass Wärme aus dem Gebäude über die Feuchtigkeit abgeleitet wird, sodass über eine Perimeterdämmung mehr eingespart werden kann, als etwa bei einem trockenen, sandigen Untergrund. Ein pauschales Einsparpotenzial kann also bei der Perimeterdämmung nicht beziffert werden. Generell handelt es sich um eine effektive Maßnahme – was allerdings dem großen baulichen Aufwand gegenübersteht, der für das Anbringen der Perimeterdämmung an bestehenden Gebäuden anfällt.
Perimeterdämmung
Bei der Perimeterdämmung werden die das Erdreich berührenden Flächen von außen gedämmt. Da über ungedämmte Kellerwände und Kellerböden viel Heizenergie verlorengeht, ist sie ein effektiver Wärmeschutz. Bestandsbauten entsprechend nachzurüsten, geht allerdings ganz schön ins Geld. Deshalb kommt die Perimeterdämmung vor allem bei Neubauten zum Zuge. Hier ist sie seit der Energieeinsparverordnung 2014 (EnEV Anlage 1) sogar Pflicht. Bei Altbauten ist sie dann ein Muss, wenn zum Beispiel der außenseitige Putz des Kellers erneuert oder neu aufgetragen wird.
Vorteile und Nachteile der Perimeterdämmung
Vorteile | Nachteile |
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Welche Dämmstoffe eignen sich?
Bei einer Dämmung unterhalb der Erdoberfläche muss der Dämmstoff natürlich besonders druck-, wasser- und witterungsbeständig sein. Deshalb wird häufig extrudierter Polystyrol-Hartschaum (XPS) verwendet. Aber auch Schaumglas und unter Umständen expandierter Polystyrol-Hartschaum (EPS) sind möglich. Um zu verhindern, dass sich an der Dämmung Wasser staut, kann es je nach Bodenbeschaffenheit notwendig sein, Dämmplatten mit Drainagefunktion zu verwenden.
Was sind die Kosten einer Perimeterdämmung?
Eine Perimeterdämmung kostet zwischen 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Altbau ist sie deutlich teurer als bei einem Neubau. Denn kommen Erdarbeiten hinzu, fallen nochmal 20 bis 30 Euro pro Kubikmeter Aushub an. Muss womöglich Grundwasser abgepumpt werden, wird’s noch teurer.
Wer allerdings eine Perimeterdämmung im Rahmen einer Fassadendämmung anbringen lässt, kann dafür eine KfW-Förderung beantragen (Programm Energieeffizient Sanieren – 430).
Welche Einsparungen sind möglich?
Das hängt stark von den Umständen ab: Wird der Keller als Wohnraum genutzt und damit geheizt? Wie sind die vorhandenen Grundmauern beschafften? Und was für ein Untergrund liegt vor? Ein hoher Grundwasserspiegel sorgt beispielsweise dafür, dass Wärme aus dem Gebäude über die Feuchtigkeit abgeleitet wird, sodass über eine Perimeterdämmung mehr eingespart werden kann, als etwa bei einem trockenen, sandigen Untergrund. Ein pauschales Einsparpotenzial kann also bei der Perimeterdämmung nicht beziffert werden. Generell handelt es sich um eine effektive Maßnahme – was allerdings dem großen baulichen Aufwand gegenübersteht, der für das Anbringen der Perimeterdämmung an bestehenden Gebäuden anfällt.
Weitere hilfreiche Informationen finden Sie auch in unserem Fachartikel Perimeterdämmung: Wann sie sich lohnt, wie sie umgesetzt wird und wie viel sie kostet.
Dämmung – innen oder außen?

Die Fassade nimmt den größten Anteil an der Gebäudehülle ein. Ist sie ungedämmt, führt das zu besonders hohen Wärmeverlusten von bis zu 35 Prozent und zu entsprechend hohen Heizkosten. Auch das Raumklima leidet, da die Wände in der kalten Jahreszeit permanent kalt sind und man im Winter auch bei laufender Heizung schnell fröstelt. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Schimmel bildet, wenn feuchtwarme Luft auf kalte Bauteile trifft. Sie entsteht zum Beispiel durchs Kochen und Duschen, aber auch schon durch Schwitzen oder Atmen. Gedämmte Außenwände sorgen hingegen in den kalten Jahreszeiten für Wärme und im Sommer für angenehme Kühle.
Eine Dämmung der Außenwände ist vergleichsweise teuer. Deshalb bietet sie sich vor allem dann an, wenn Sie wegen anderer Fassadenarbeiten ohnehin ein Gerüst aufbauen lassen müssen.
Ist die Gebäudefassade denkmalgeschützt, können Sie die Innenwände dämmen. Das gilt auch, wenn Sie in einer Eigentumswohnung in einem nicht gedämmten Mehrfamilienhaus leben. Allerdings geht dabei Wohnraum verloren. Zudem bietet die Außendämmung in der Regelbauphysikalisch Vorteile. Deshalb sollte die Außendämmung, wenn möglich, die erste Wahl sein.
Fassadendämmung außen
Die Außenwände machen mehr als 40 Prozent der Gebäudehülle aus. Über sie geht bei unsanierten Gebäuden besonders viel Wärmeenergie verloren: bis zu 35 Prozent. Das gilt gerade für Häuser, die vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 gebaut wurden. Mit einer fachgerecht ausgeführten Fassadendämmung können Sie bis zu 19 Prozent Energie und damit Ihrer Heizkosten einsparen – und sorgen zugleich für ein behaglicheres Wohnklima.
Welche Dämmsysteme gibt es?

Um die Fassade zu dämmen, gibt es verschiedene Systeme. Am gängigsten sind das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) und die hinterlüftete Vorhangfassade. Beim WDVS werden Dämmstoffplatten direkt auf der Außenwand angebracht. Bei der hinterlüfteten Vorhangfassade wird zunächst an der Außenwand eine Unterkonstruktion befestigt und der Dämmstoff in die Zwischenräume gefüllt. Auf die Unterkonstruktion kommt dann noch eine Außenverkleidung. Dazwischen sorgt ein Luftspalt für die notwendige Belüftung und den Abtransport von Feuchtigkeit.
Bei zweischaligem Mauerwerk (auch Hohlschichtmauerwerk) kann der vorhandene Luftzwischenraum auch für eine Kerndämmung genutzt werden. Sie wird auch Einblasdämmung genannt, da der Dämmstoff (Flocken, Granulat oder Perlen) zwischen die Wandschalen geblasen oder geschüttet werden. Dafür werden Löcher in die Außenwand gebohrt.
Vor- und Nachteile einer Fassadendämmung
Die Fassadendämmung ist relativ kostspielig. Da Sie in den meisten Fällen ein Baugerüst benötigen, sollten Sie die Dämmung der Außenwände dann angehen, wenn ohnehin Fassadenarbeiten anstehen – neuer Putz, neuer Anstrich, neue Fenster. Möglicherweise sind bauliche Veränderungen nötig, etwa mehr Dachüberstand. Und die Tiefe der Fensteröffnung kann sich erhöhen. Die Fenster sollten dabei bei einer Sanierung in der selben Ebene wie die Dämmung montiert werden. Andernfalls ergeben sich Wärmebrücken.
Vorteile | Nachteile |
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Wärmedämmverbundsystem (WDVS):
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Hinterlüftete Vorhangfassade:
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Kerndämmung:
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Welche Dämmstoffe eignen sich?
WDSV haben meist einen Dämmstoff aus Mineralfaser oder Hartschaum, hinterlüftete Vorhangfassaden aus Zellulose oder Mineralwolle. Für die Fassadendämmung eignen sich aber auch Naturdämmstoffe wie Hanf oder Flachs, Holzweichfaser, expandiertes Polystyrol (EPS/Styropor).
Was sind die Kosten einer Fassadendämmung?
Bei einem WDSV müssen Sie – je nach Dämmmaterial und Dämmstärke – mit insgesamt 90 bis 210 Euro pro Quadratmeter rechnen. Eine hinterlüftete Vorhangfassade kostet 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter, davon entfällt ein Großteil auf Unterkonstruktion und Verkleidungsmaterial.
Welche Einsparungen sind möglich?
Mit einer fachgerecht ausgeführten Fassadendämmung können Sie bis zu 20 Prozent Heizenergie einsparen. Bei einem typischen Einfamilienhaus aus dem Jahr 1983, das mit Erdgas beheizt wird, macht das im Jahr durchschnittlich 260 Euro aus.
Weitere hilfreiche Informationen finden Sie auch in unserem Fachartikel Fassadendämmung.
Innendämmung

Wenn keine Außendämmung möglich ist, bietet sich die Dämmung der Innenwände als Alternative an. Das gilt insbesondere für denkmalgeschützte Gebäude, aber zum Beispiel auch für Eigentumswohnungen in ungedämmten Mehrfamilienhäusern oder für Kellerräume, die als Wohnraum genutzt werden sollen. Eine fachgerecht ausgeführte Innendämmung verbessert den Wärmeschutz um 60 Prozent und mehr. Innendämmsysteme bestehen meist aus einem speziellen Grundputz, einem abgestimmten Klebespachtel, entsprechenden Dämmplatten sowie einem Systeminnenputz bzw. Spachtel.
Vor- und Nachteile einer Innendämmung
Vorteile | Nachteile |
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Welche Dämmstoffe eignen sich?
Die Dämmplatten von Innendämmsystemen bestehen zum Beispiel aus Kalziumsilikat-, Mineralschaum- oder Perliteplatten. Es eignen sich aber zum Beispiel auch Holzwolleleichtbauplatten, Holzweichfaseroder Zellulose.
Was sind die Kosten einer Innendämmung?
Für eine Innendämmung können Kosten zwischen 30 und 100 Euro pro Quadratmeter anfallen, je nach gewähltem Material und Beschaffenheit des Untergrunds.
Welche Einsparungen sind möglich?
Durch eine Innendämmung lässt sich der Wärmeschutz nach Angaben des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz um mindestens 60 Prozent verbessern.
Weitere hilfreiche Informationen zu diesem Thema finden Sie auch in unserem Fachartikel Innendämmung – wann ist sie sinnvoll?.
Was beeinflusst die Kosten einer Wärmedämmung?

Um beurteilen zu können, ob sich die Investition in eine Wärmedämmung wirtschaftlich lohnt, sind nicht nur die Bau- und Materialkosten entscheidend. Auch der Zustand des Gebäudes, die gewählte Art der Dämmung, die Stärke des Dämmstoffs, die Preise von Handwerkern vor Ort und das Auftragsvolumen haben Einfluss darauf.
Erhalten Sie eine Übersicht über die Kosten einer Wärmedämmung in den folgenden Textabschnitten:
Natürlich hängen Ihre Kosten auch stark davon ab, ob Sie Fördermittel für die Wärmedämmung in Anspruch nehmen. Informationen dazu finden Sie im Abschnitt Förderung von Wärmedämmung und im FördermittelCheck.
Wärmedämmung: Sowieso-Kosten und energiebedingte Kosten
Aus Kostengründen ist es sinnvoll, dann zu dämmen, wenn an Ihrem Haus ohnehin etwas instandgesetzt oder repariert werden muss. Das gilt insbesondere für die Fassadendämmung, für die Sie ein Baugerüst benötigen. Muss die Außenwand ausgebessert, neu verputzt oder gestrichen werden, fallen die sogenannten Sowieso-Kosten für Baugerüst, Putz und Malerarbeiten an. Wenn das Dach abgedichtet werden muss, können Sie auch gleich übers Dämmen nachdenken. Diese Sowieso-Kosten für die Instandsetzung ziehen Sie dann von den Vollkosten der Sanierung ab. Was übrig bleibt, sind die energiebedingten Mehrkosten für die Wärmedämmung. Diese Kosten für die reine Energiesparmaßnahme können Sie dann den eingesparten Heiz- und Brennstoffkosten gegenüberstellen.
Laut einer Berechnung des auf Initiative der Dämmstoffindustrie gegründeten Forschungsinstituts für Wärmeschutz München (FIW) machen die energiebedingten Mehrkosten im Durchschnitt 30 bis 40 Prozent der kompletten Sanierung aus. So haben sich zum Beispiel die energiebedingten Kosten für eine Fassadendämmung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) laut FIW meist in vier bis zehn Jahren amortisiert. Ähnliches gilt für die Kosten einer Dachdämmung von außen (inklusive Neueindeckung), für die Dämmung einer begehbaren obersten Geschossdecke oder die Wärmedämmung der Kellerdecke (vier bis 16 Jahre, im Mittel sechs bis acht Jahre). Welche Art der Hausdämmung sich wie schnell rechnet, sehen Sie hier in der Tabelle zu den Amortisationszeiten unterschiedlicher Dämmmaßnahmen.
Durchschnittliche Amortisationszeiten unterschiedlicher Dämmmaßnahmen
Bauteil | Typischer U-Wert [W/m2K] | Amortisationszeit in Jahren* |
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Außenwand WDVS (EPS und MF) Energiebedingte Kosten | 1,4 | 4 bis 10 |
Kellerdecke, Dämmung (von unten mit Bekleidung ohne Bekleidung) |
1,3 1,3 |
6 bis 13 6 bis 10 |
Steildach (Sanierung von außen inkl. kompletter Neueindeckung) | 0,9
| 6 bis 16 |
Flachdach (energiebedingte Kosten) | 0,9 | 6 bis 13 |
Oberste Geschossdecke (begehbar nicht begehbar) |
0,9 0,9 |
6 bis 16 2 bis 5 |
* Zeitraum mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit
Quelle: Studie: Wirtschaftlichkeit von wärmedämmenden Maßnahmen, Holm, Mayer, Sprengard, 2015, S. 5
Welche Einsparungen sind möglich?
Ein Einfamilienhaus kann durch eine nachträgliche Dämmung der oberen Geschossdecke in 20 Jahren rund 2.200 Euro sparen.
Wärmedämmung: Kosten für einzelne Maßnahmen
Auf Basis eigener Gebäudedaten sowie von Angaben des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt haben wir einen Überblick über die Kosten für Fassadendämmung und Dachdämmung pro Quadratmeter berechnet. Die Übersicht über die Kosten der Wärmedämmung bietet eine erste Abschätzung. Die tatsächlichen Handwerkerkosten vor Ort und die Größe der dämmenden Flächen können die tatsächlichen Kosten erheblich beeinflussen.
Die Kosten für eine Dachdämmung variieren je nach gewählter Dämmmethode. Pro Quadratmeter muss inklusive Montage bei einer Zwischensparrendämmung mit Kosten von 120 bis 150 (50 bis 80) Euro gerechnet werden, bei einer Untersparrendämmung mit 30 bis 60 Euro und bei einer Aufsparrendämmung inklusive Neueindeckung des Dachs mit 120 bis 200 (150 bis 250) Euro.
Für die Dämmung der obersten Geschossdecke fallen bei einem begehbaren Dachboden Kosten zwischen 40 und 55 Euro pro Quadratmeter an. Bei einem nicht begehbaren Dachboden liegt die Spannbreite zwischen 24 und 30 Euro pro Quadratmeter.
Bei einem WDSV muss – je nach Dämmmaterial und Dämmstärke – mit insgesamt 90 bis 210 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Eine hinterlüftete Vorhangfassade kostet 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter, davon entfällt ein Großteil auf Unterkonstruktion und Verkleidungsmaterial.
Für eine Innendämmung können Kosten zwischen 30 und 100 Euro pro Quadratmeter anfallen, je nach gewähltem Material und Beschaffenheit des Untergrunds.
Die Dämmung der Kellerdecke kostet zwischen 18 und 30 Euro pro Quadratmeter.
Eine Perimeterdämmung kostet zwischen 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Altbau ist sie deutlich teurer als bei einem Neubau. Denn kommen Erdarbeiten hinzu, fallen nochmal 20 bis 30 Euro pro Kubikmeter Aushub an. Muss womöglich Grundwasser abgepumpt werden, wird’s noch teurer.
Dämmmaßnahme | Dämmstoff-dicke | Gesamtkosten in €/m2 BTF* | Reine Energiespar-maßnahme in €/m2 BTF* |
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WDVS | 14 cm | 90 bis 120 € | 30 bis 48 € |
Hinterlüftige Vorhangfassade | 14 cm | 10 bis 200 € | 30 bis 48 € |
Innendämmung | 8 cm | 30 bis 32 € | 20 bis 24 € |
Obere Geschossdecke begehbar | 20 cm | 40 bis 55 € | 40 bis 55 € |
Obere Geschossdecke nicht begehbar** | 20 cm | 24 bis 30 € | 24 bis 30 € |
Steildach: Zwischensparren-dämmung*** | 16 cm | 120 bis 150 € | 24 bis 36 € |
Steildach: Außensparrendämmung (WLG 035) | 20 cm | 120 bis 200 € | 45 bis 55 € |
Flachdach warm | 20 cm | 100 bis 180 € | 60 bis 96 € |
Flachdach kalt | 20 cm | 110 bis 180 € | 30 bis 54 € |
Keller von unten | 8 cm | 18 bis 30 € | 18 bis 30 € |
Daten und Darstellung: www.co2online.de
* BTF = Bauteilfläche Berechnungen mit WLS 035
** Bei einer nicht begehbaren Geschossdecke muss die oberfläche der Dämmung entsprechend stabilisiert werden.
***Gemäß EnEV §8 und 9 ist es erlaubt, nur auf Sparrenhöhe zu dämmen.
Die genauen Kosten einer Wärmedämmung hängen sowohl von Dämmverfahren, Dämmstoff und seiner Dicke ab als auch von der individuellen Beschaffenheit eines Gebäudes (Baujahr, Zustand von Dach, Fassade und so weiter). Deshalb ist es wichtig, zunächst mithilfe einer/s Expert*in herauszufinden, wo am meisten Wärme verloren geht und der größte Handlungsbedarf besteht. Ein Gebäude-Check durch eine/n qualifizierte/n Energieberater*in der Verbraucherzentralen kostet zum Beispiel 20 Euro – bzw. 40 Euro, wenn es mehr ins Detail etwa zum Dämmen gehen soll.
Teurer wird es, wenn der/die Expert*in zusätzlich ein Thermografiegutachten erstellt. Eine professionelle und umfangreiche Wärmebilduntersuchung kleinerer Gebäude kostet zwischen 250 und 400 Euro, teilweise auch mehr. Das Verfahren ist übrigens nur im Winterhalbjahr möglich, da die Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich oder darunter liegen müssen. Sie kann dazu beitragen, Wärmebrücken etwa an Balkonen oder handwerklich unsauber ausgeführte Dämmungen aufzuspüren.
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Förderung von Wärmedämmung

Die Kosten für die Wärmedämmung Ihres Hauses müssen Sie nicht alleine tragen: Die Bundesregierung stellt dafür über das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ Fördermittel zur Verfügung – und zwar sowohl für die Komplettsanierung als auch für einzelne Maßnahmen. Zusätzlich gibt es regionale Förderung für Wärmedämmung.
Kredite und Zuschüsse zur Wärmedämmung von der KfW
Für eine umfassende Sanierung Ihres Gebäudes zu einem KfW-Effizienzhaus, zum Beispiel mit Hilfe einer Wärmedämmung, können Sie einen Kredit von maximal 120.000 Euro und einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren beantragen. Der maximale Tilgungszuschuss beträgt abhängig vom Energiestandard bis zu 40 Prozent der Darlehenssumme, also 48.000 Euro. Die Förderung (Nr. 151) wird dabei vom Energieberater beantragt. Daneben gibt es eine Reihe von Zuschüssen, die auch ohne Energieberater über das Zuschussportal der KfW beantragt werden können.
Für die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken als Einzelmaßnahme gibt es einen Kredit von höchstens 50.000 Euro mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren. Der Tilgungszuschuss liegt bei maximal 20 Prozent der Darlehenssumme, also bei 10.000 Euro (Nr. 152).
Alternativ können Sie für ein Ein- oder Zweifamilienhaus einen Zuschuss in Anspruch nehmen, ebenfalls für die Komplettsanierung und für Einzelmaßnahmen. Wenn Sie Wände, Dachflächen oder Geschossdecken als Einzelmaßnahme dämmen wollen, können Sie einen Zuschuss für förderfähige Investitionen bis 50.000 Euro pro Wohneinheit beantragen. Dieser Zuschuss beträgt 20 Prozent der förderfähigen Baukosten, also höchstens 10.000 Euro pro Wohneinheit. Bei vollständigen Sanierungen zu einem KfW-Effizienzhaus, also einem höheren Energiestandard, gibt es für förderfähige Investitionen bis 120.000 Euro pro Wohneinheit einen Zuschuss von maximal 48.000 Euro (Nr. 430).
Übersicht: Kfw-Förderungen für Wärmedämmung
Art | Maßnahme | Bedingungen | Fördersumme |
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Kredit Nr. 151/152 | umfassende Sanierung des Gebäudes zu einem Kfw-Effizienzhaus | Laufzeit bis zu 30 Jahren | bis zu 120.000 Euro (Tilgungszuschuss: bis zu 40 %*) |
Kredit Nr. 151/152 | Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken | Laufzeit bis zu 30 Jahren | bis zu 50.000 Euro (Tilgungszuschuss: 20 %) |
Zuschuss Nr. 430 | umfassende Sanierung des Gebäudes zu einem Kfw-Effizienzhaus | Investitionen bis 120.000 Euro pro Wohneinheit | bis zu 40 %* der förderfähigigen Kosten (max. 48.000 Euro) |
Zuschuss Nr. 430 | Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken | Investitionen bis 50.000 Euro pro Wohneinheit | 20 % der förderfähigigen Kosten (max. 10.000 Euro) |
* Die Höhe des Zuschusses ist vom Effizienz-Standard abhängig.
Förderbedingungen der KfW zur Wärmedämmung
Den KfW-Kredit und -Zuschuss können Sie nur beantragen, wenn Sie vor dem 1. Februar 2002 die Bauanzeige erstattet oder den Bauantrag für Ihr Wohngebäude gestellt haben. Neuere Gebäude sind also von dieser Förderung ausgeschlossen. Den Förderantrag für den Kredit müssen Sie vor Beginn des Sanierungsvorhabens bei einem Finanzierungsinstitut (Banken, Sparkassen, Versicherungen) stellen. Zunächst muss allerdings ein geprüfter Energieberater aus der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes die Förderfähigkeit der Maßnahmen und die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen bestätigen.
Zuschüsse Wärmedämmung: Energieberatung (BAFA) und Baubegleitung (KfW)
Bevor Sie zur Tat schreiten, sollte sich ein/e Expert*in Ihre Immobilie genau ansehen und prüfen, wo Wärmelecks sind. Die Unterstützung durch einen Energieberater ist in manchen Fällen auch Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt die Bundesregierung eine Energieberatung vor Ort finanziell mit bis zu 80 Prozent der Kosten. Es gibt jedoch vom BAFA maximal 1.300 Euro für Ein- oder Zweifamilienhäuser und 1.700 Euro für Wohngebäude mit drei und mehr Wohneinheiten. Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) können zusätzlich einen einmaligen Zuschuss von bis zu 500 Euro beantragen, wenn der Energieberatungsbericht in der Wohnungseigentümerversammlung erläutert wird. Seit dem 1. Dezember 2017 kann im Rahmen der Vor-Ort-Förderung des BAFA alternativ zum bisherigen Beratungsbericht auch ein individueller Sanierungsfahrplan durch eine/n Energieberater*in erstellt werden.
Für die fachgerechte Betreuung durch eine/n Energieeffizienz-Expert*in während der gesamten Sanierung können Sie bei der KfW einen Investitionszuschuss beantragen (Nr. 431). Übernommen werden 50 Prozent der Kosten, maximal 4.000 Euro pro Vorhaben. Den „Zuschuss Baubegleitung“ können Sie nur in Kombination mit dem KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ in Anspruch nehmen. Sie dürfen ihn vor einer energetischen Sanierung zusammen mit der Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan) beantragen.
Tipp: Steuern sparen mit energetischer Sanierung
Wenn Sie als Eigentümer*in ein selbst-genutztes Wohnhaus energetisch sanieren, können Sie ab 2020 Steuern sparen. Verteilt über drei Jahre dürfen Sie 20 Prozent der Investitionskosten von der Steuer absetzen; höchstens jedoch 40.000 Euro. Die Kosten für eine notwendige Energieberatung können Sie sogar zu 50 Prozent steuerlich geltend machen.
Dabei müssen Sie sich allerdings zwischen dem Steuerbonus und den anderen staatlichen Förderprogrammen des BAFA und der KfW entscheiden. Mit welcher Variante Sie besser fahren, berechnen Sie am besten gemeinsam mit einer/m Energie- oder Steuerberater*in.
Sparen Sie nicht an der Dicke der Dämmung
Viel hilft viel. In gewisser Weise gilt das auch für die Wärmedämmung. Wählen Sie bei der Dicke des Dämmstoffs lieber ein paar Zentimeter mehr. Denn je dicker der Dämmstoff, desto niedriger der U-Wert und desto größer die Einsparung. Die Energiepreise können weiter steigen. Außerdem schadet der Verbrauch fossiler Energien dem Klima. Es lohnt sich also, etwas mehr in einen dickeren Dämmstoff zu investieren. Übertreiben sollten Sie es allerdings auch nicht, denn irgendwann ist das Sparpotenzial der Wärmedämmung so gut wie ausgeschöpft – dann steigen nur noch die Kosten. Wann dieser Punkt bei Ihrem Gebäude erreicht ist, berechnet Ihnen am besten ein Energieberater vor Ort.
Was ist ein U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient?
Der U-Wert (auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt) zeigt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil geht. Er wird in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) angegeben. Je kleiner der U-Wert, desto größer die Dämmwirkung. Laut aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV) darf bei der Haussanierung der U-Wert für die Gebäudehülle bei höchstens 0,24 W/m2K liegen.
Wärmedämmung für Mieter
Wärmedämmung ist nicht nur etwas für Eigentümer. Auch Mieter können Dämmmaßnahmen angehen. Aufwendige Dämmmaßnahmen sind zwar normalerweise Sache des Vermieters und auch nur in Absprache mit ihm möglich. Als Mieter können Sie aber zumindest Fenster und Türen abdichten. Dichtungsband aus Gummi für Türen und Fenster bekommen Sie günstig im Baumarkt.
Diese auch für Mieter geeigneten Dämmmaßnahmen sind einfach, kosten nicht viel und sorgen doch für einen gewissen Wärmeschutz. Solange sie die Bausubstanz durch die Wärmedämmung nicht verändern, dürfen Mieter ohne Einwilligung des Vermieters auf eigene Faust modernisieren. Sollen die Arbeiten umfassender werden, sollten Sie das allerdings mit Ihrem Vermieter abstimmen und schriftlich festhalten.
Autoren: Kristina Simons / Marcus Franken
Hier finden Sie eine übersichtliche Checkliste mit den wichtigsten Informationen rund ums Dämmen.
Darin sehen Sie auf einen Blick:
- Wann Sie über eine Dämmung nachdenken sollten.
- Wie Sie eine Dämmung richtig planen.
- Wo Sie Zuschüsse und Kredite beantragen können.
- Was Sie beim Beauftragen von Handwerkern beachten sollten.
- Wie Sie Erfolge kontrollieren und nachbessern können.