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Speicher für Photovoltaik: Was sie bringen und worauf zu achten ist

Rund zwei Drittel aller Photovoltaikanlagen für private Wohnhäuser werden mittlerweile mit Speichern installiert. Ein Grund dafür sind die deutlich gesunkenen Preise für Photovoltaikspeicher. Denn damit lässt sich Strom günstiger selbst herstellen und speichern als einkaufen. Förderung für Photovoltaikspeicher ist dagegen wenig attraktiv.

SolardachCheck: Photovoltaik prüfen

Würde sich Photovoltaik auf Ihrem Dach lohnen? Was bringt ein Speicher in Ihrem Fall? Finden Sie heraus, mit welchen Erträgen Sie rechnen können:

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Lithiumspeicher für Photovoltaik mit Vorteilen im Vergleich zu Blei- und Redox-Flow-Batterien
  • Photovoltaikspeicher für Einfamilienhaus kostet etwa 2.000 bis 9.600 Euro
  • Förderung für Photovoltaikspeicher selten genutzt, weil wenig attraktiv
  • 5 Kriterien für die Auswahl eines guten Photovoltaikspeichers

Sonnenstrom wird am Tag erzeugt, wenn die Sonne scheint. Soll der Sonnenstrom am Abend, in der Nacht oder am frühen Morgen genutzt werden, braucht man einen Speicher. Dafür kommen Batterien zum Einsatz, die als handliches Komplettsystem eingebaut werden, inklusive der erforderlichen Elektronik und Steuerung.

Welche Vorteile haben Photovoltaikspeicher?

Speicher für Photovoltaik speichern den Sonnenstrom und machen das Haus weitgehend unabhängig vom Stromnetz. So müssen Sie im Idealfall lediglich im Winter Strom aus dem Netz kaufen. Der Photovoltaikspeicher wird zur Schaltzentrale der elektrischen Ströme im Haus. Mit Hilfe des Wechselrichters und des Energiemanagers dirigiert er die Erzeugung, den Verbrauch und Anforderungen aus dem Stromnetz.

Zeichnung eines Hauses mit Solarmodulen, Speicher, Wechselrichter und Energiemanager, Zweirichtungszähler und Eigenverbrauchern wie Licht und Elektroauto; dazu ein Strommast und eine Stromleitung zum Haus

Welche verschiedenen Arten von Stromspeichern für Photovoltaik gibt es?

Zwei Bautypen von Batterien beherrschen den Markt für solare Stromspeicher in Gebäuden:

  • Lithiumspeicher und
  • Speichersysteme aus Bleizellen.

Letztere sterben langsam aus, weil die Lithiumspeicher immer mehr Energie aufnehmen können, immer preiswerter werden und so wesentlich kompaktere Systeme erlauben.

Außerdem gibt es Redox-Flow-Batterien, die allerdings für Wohngebäude mit Photovoltaik keine Rolle spielen. Stromspeicher werden auch Photovoltaikspeicher oder Solarstromspeicher oder Solarbatterien genannt.

Welche Vorteile haben Lithiumbatterien?

Lithiumbatterien nutzen ihre Bruttokapazität faktisch voll aus, von wenigen Prozent abgesehen. Ihre Energiedichte und die Leistungsdichte sind fast doppelt so hoch wie bei Bleisystemen. Sie brauchen also wesentlich weniger Platz als Bleispeicher und sind leichter. Zudem sinken die Kosten kontinuierlich. Der jährliche Preisverfall erreichte zeitweise rund 20 Prozent.

Eine gute Lithiumbatterie hält zwischen 6.000 und 8.000 Ladezyklen, ist aber (noch) etwas teurer als eine vergleichbare Bleibatterie (Netto-Speicherkapazität).

Ein weiterer Vorteil: Aufgrund ihres geringeren Innenwiderstandes reagieren Lithiumspeicher schneller. Bei hohen Lasten vermindert sich ihre Kapazität nur wenig.

Lithiumspeicher werden mit 48 Volt (Niedervolt) oder mit mehreren hundert Volt (Hochvoltsysteme) beladen. Je höher die Spannung, desto geringer können die Ströme sein und desto geringer sind die elektrischen Verluste im System.

Photovoltaikspeicher: Lithium- und Bleispeicher im Vergleich

LithiumspeicherBleispeicher
Kosten je kWh*900 bis 1.200 Euro500 bis 700 Euro
Ladezyklen6.000 bis 8.0003.000 bis 4.000
Lebensdauerüber 10 Jahre7 bis 10 Jahre

* Nettokilowattstunde

Wann sind Bleispeicher besser?

Im Wohnhaus werden eigentlich keine Bleispeicher mehr eingebaut. Dort haben sich die Lithiumspeicher durchgesetzt. Ist ein größerer Speicher mit 50 oder mehr Kilowattstunden geplant, kann Blei aus Kostengründen (noch) im Vorteil sein.

Der Nachteil: Bleizellen können nur zur Hälfte ihrer nominalen Speicherkapazität entladen werden. Um beispielweise 10 Kilowattstunden zu speichern, sind 20 Kilowattstunden brutto nötig. Die Installation ist entsprechend aufwändig und braucht viel Platz.

Blei-Flüssigsäure-Batterien benötigen außerdem eine Entlüftung. In den Zellen kann sich Wasserstoff bilden, der abgeführt werden muss. Andernfalls entsteht Knallgas, das sehr explosiv ist. Gelegentlich ist der Säuregrad zu überprüfen und es muss destilliertes Wasser nachgefüllt werden. Das kann man selber machen oder einem Fachmann überlassen, zum Beispiel mit der alljährlichen Durchsicht.

Der Aufstellort eines Bleispeichers sollte kühl sein: besser im Keller als unterm Dach. Bleispeicher sind jedoch weniger hitzeempfindlich als Lithiumspeicher.

Bleispeicher sind also besser, wenn viele Kilowattstunden an Speicherkapazität gebraucht werden und ausreichend Platz vorhanden ist. Beides ist bei Ein- und Zweifamilienhäusern eher nicht der Fall. Vorteile haben Bleispeicher außerdem bei wärmeren Aufstellorten, zum Beispiel wenn es keinen Keller gibt.

Handwerker mit Werkzeug an einer großen Metallkiste voller Bleispeicher(c) BSW-Solar/Borrmann

Wie lange hält ein Bleispeicher?

Aufgrund ihrer Chemie ist die Lebensdauer auf 3.000 bis 4.000 Ladezyklen beschränkt. Eine gute Bleibatterie für Photovoltaik hält so etwa 7 bis 10 Jahre. Bei der Auswahl der ersten Batterie sollten Sie unbedingt klären, wie viel der Austausch nach 10 Jahren kostet. Das ist für die Wirtschaftlichkeit sehr wichtig, zumal die Photovoltaikanlage auf 20 oder gar 30 Jahre ausgelegt ist.

Eignen sich Redox-Flow-Batterien für ein Wohnhaus?

Ein dritter Speichertyp für Photovoltaik ist neben Bleispeichern und Lithiumspeichern die Redox-Flow-Batterie. Zwei flüssige Elektrolyte mit Metallionen fließen aus Tanks durch eine Zelle, die daraus in einem chemischen Prozess Strom erzeugt. Dieses Prinzip ist umkehrbar: Ist Energie (zum Beispiel Sonnenkraft) übrig, wandelt die Redox-Flow-Batterie den Strom wieder in chemische Energie um und speichert ihn in den Elektrolyttanks.

Für Wohngebäude eignen sich diese „Flussbatterien“ eher nicht. Denn sie nutzen einen Teil des Stroms zur internen Heizung, die sehr viel Energie frisst. Unter Umständen ziehen solche Redox-Flow-Batterien den Heizstrom dann aus dem Netz. Auch die verwendeten Pumpen brauchen Strom. Von Vorteil ist allerdings, dass sich der Ladevorgang bis zu 10.000 Mal wiederholen lässt (Zyklenzahl). Im Wohnhaus dürften Redox-Flow-Batterien jedoch auch in Zukunft keine Rolle spielen – hier macht die Lithiumbatterie das Rennen.

Wie viel kostet ein Photovoltaikspeicher?

Kompakte Lithiumspeicher kosten derzeit für durchschnittliche Ein- und Zweifamilienhäuser rund 900 bis 1.400 Euro je Bruttokilowattstunde. Lithiumspeicher können nahezu voll entladen werden. Deshalb entspricht dieser Preis ungefähr auch der Nettokilowattstunde. Das heißt für einen Lithiumspeicher mit 4 bis 8 Kilowattstunden (kWh) für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ist mit Kosten von 3.600 bis 11.200 Euro zu rechnen.

Bleispeicher kann man dagegen nur zur Hälfte entladen. Sie kosten zwischen 250 und 350 Euro je Bruttokilowattstunde – macht 500 bis 700 Euro je nutzbarer Kilowattstunde. Ein Bleispeicher mit 4 bis 8 Nettokilowattstunden für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kostet also etwa 2.000 bis 5.600 Euro.

Photovoltaikspeicher: Kosten für ein Einfamilienhaus im Vergleich

LithiumspeicherBleispeicher
Kosten in Euro3.600 bis 9.600 Euro2.000 bis 5.600 Euro
je Nettokilowattstunde900 bis 1.200 Euro500 bis 700 Euro

Welche Förderung gibt es für Photovoltaikspeicher?

Heimspeicher bis 30 Kilowattstunden werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Programm 275 gefördert. Sie reicht Tilgungszuschüsse zur Kreditfinanzierung über die Hausbank aus. Allerdings ist der bürokratische Aufwand dafür sehr hoch. Wenig attraktiv ist die Förderung für Photovoltaikspeicher auch, weil der Kredit mit einer Dienstbarkeit auf das Haus abzusichern ist. Die Mehrheit der Nutzer von Photovoltaikanlagen kauft ihren Speicher deshalb ohne Förderkredit.

Wann erhalte ich den Tilgungszuschuss der KfW-Bankengruppe?

Den Tilgungszuschuss der KfW können Unternehmer, Freiberufler, Privatleute und Landwirte erhalten. Die Speicher werden nur in Verbindung mit Photovoltaik gefördert. Die Zuschüsse werden für die Investition in das Speichersystem und nicht für die Investition in die Photovoltaikanlage gewährt. Der Kredit kann allerdings für die Gesamtinvestition beantragt werden. Die KfW fördert nur Photovoltaikanlagen bis 30 kW.

Wie kann ich den Tilgungszuschuss der KfW-Bankengruppe einfach berechnen?

Die KfW gibt auf ihrer Website zum KfW Kredit 275 die aktuellen Zinssätze und genauen Konditionen an. Allerdings ändert die Bank die Konditionen gelegentlich, auch die Dauer der Zinsbindung. Nur ein Drittel der Speicherkäufer nehmen den Tilgungszuschuss der KfW überhaupt in Anspruch. Der Grund: Die Förderung erscheint den meisten zu bürokratisch und zu unsicher. Angesichts der sinkenden Preise für Photovoltaik und Stromspeicher lohnt sich der nötige Aufwand nur bei sehr teuren Speichersystemen. Der Tilgungszuschuss sinkt zudem von Jahr zu Jahr.

Was sind Nachteile der Förderung für Photovoltaikspeicher durch die KfW?

Die Förderung setzt voraus, dass der Betreiber des Stromnetzes den Stromspeicher und die Photovoltaikanlage unter Umständen von außen abregeln darf. Das widerspricht der Unabhängigkeit, die für die meisten Nutzer solcher Systeme die wichtigste Kaufmotivation ist. Auch ist dafür zusätzliche Steuertechnik nötig, was die Anlage verteuert.

Zudem setzt die Förderung voraus, dass der Nutzer einen Kredit mit seiner Hausbank abschließt, obwohl er ihn für den Kauf der Systeme eigentlich nicht braucht. Dazu wird eine vorrangige Dienstbarkeit ins Grundbuch eingetragen. Auch das kostet Geld.

Welche Solarstromspeicher werden eigentlich gefördert?

Alle in Deutschland zugelassenen Stromspeicher werden gefördert, wenn die Hersteller oder Importeure die erforderlichen Garantien erfüllen. Sie garantieren den Zeitwertersatz für die Batterien nach 10 Jahren. Das bedeutet: Wenn die Batterien innerhalb von 10 Jahren defekt sind, wird der Zeitwert ersetzt. Wie der Zeitwert ermittelt wird, ist jedoch nicht festgelegt. Eine Garantie zum kompletten Austausch der Batterien ist es nicht.

Kann ich die Förderung auch für meinen bereits errichteten Speicher bekommen?

Nein, denn der Antrag auf Förderung für einen Stromspeicher durch die KfW kann nicht rückwirkend gestellt werden. Erst nachdem der Kreditantrag von der KfW geprüft und mit dem Finanzierungspartner (Hausbank) abgeschlossen worden ist, darf der Stromspeicher gekauft werden. Also erst planen, Finanzierung mit Förderung sichern und dann kaufen – oder auf die Förderung für den Stromspeicher verzichten.

Gibt es für Photovoltaikspeicher auch einen Zuschuss, zum Beispiel von der KfW?

Nein, Zuschüsse für Photovoltaikspeicher in Form von barem Geld beziehungsweise einer Überweisung gibt es nicht. In einigen Bundesländern wird ein Zuschuss für Photovoltaikspeicher bisher lediglich diskutiert.

Woran erkenne ich einen guten Solarstromspeicher?

Ein guter Solarstromspeicher hat wenig Verluste beim Einspeichern von Sonnenstrom und ebenso beim Ausspeichern. Lithiumsysteme liegen bei Effizienzen von 85 Prozent bis 97 Prozent. Bleispeicher haben aufgrund der Chemie und der trägeren Reaktionszeit rund 10 Prozent höhere Verluste.

Die Solarstromspeicher laufen meist nicht in Volllast, sondern werden nur mit geringen Leistungen beladen oder entladen. Ein guter Solarstromspeicher ist allem im Teillastbetrieb effizient, wenn er nur kleine Leistungen zum Laden oder Entladen aufbringen muss. Außerdem sollte sein Standby-Stromverbrauch möglichst niedrig sein, nicht mehr als 5 Watt.

Worauf sollte ich achten, wenn ich einen Photovoltaikspeicher kaufe?

Durch Forschungen und Tests haben sich fünf Kriterien für den Kauf eines Photovoltaikspeichers herausgeschält:

  1. Wirkungsgrad des Batteriewechselrichters oder der Ladeelektrik bei 500 Watt: größer als 90 Prozent
  2. energetischer Batteriewirkungsgrad: größer als 95 Prozent
  3. Leistungsaufnahme in Standby: unter 5 Watt
  4. Einschwingzeit der Systemregelung: unter 2 Sekunden
  5. stationäre Regelungsabweichungen: unter 10 Watt

Die Begriffe klingen sehr technisch, sollten aber aus den Datenblättern der Hersteller ersichtlich sein. Falls nicht, sollten Sie vor dem Kauf eines Photovoltaikspeichers gezielt danach fragen.

Balkendiagramm: Speichermarkt wächst rasant weiter, Anzahl der im Jahr installierten Stromspeicher in Deutschland; ca. 17.000 in 2015, ca. 20.000 in 2016, ca. 33.000 in 2017 und ca. 40.000 in 2018(c) BSW-Solar

Gibt es einen Test oder Vergleiche für Photovoltaikspeicher?

Bisher gibt es nur anonymisierte Tests von Photovoltaikspeichern für Ein- und Zweifamilienhäuser. Damit kann man die Leistungsfähigkeit der Systeme bewerten, aber keine Rückschlüsse auf die Hersteller ziehen. Es gibt also aktuell keine aussagekräftigen Tests für Photovoltaikspeicher oder für Endkunden geeignete Vergleiche von Photovoltaikspeichern.

Welche Anbieter für Photovoltaikspeicher gibt es?

Eine aktuelle, frei zugängliche Übersicht über Anbieter für Photovoltaikspeicher gibt es nicht. Nur Fachmagazine bieten ihren Abonnenten eine solche Übersicht an.

Wie viel Kilowatt Speicherkapazität brauche ich?

Photovoltaikspeicher sind Gleichstromsysteme, wie die Photovoltaik. Deshalb passen sie gut zusammen. Die Leistung eines Photovoltaikspeichers in Kilowatt (kW) ist das Produkt aus Ladespannung und maximal zulässigem Ladestrom. Die Energie, die eine Batterie aufnehmen – also speichern – kann, wird als Energieinhalt oder Speicherkapazität bezeichnet. Der Energieinhalt wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben.

Bei Wohngebäuden werden Photovoltaikspeicher nach ihrer Speicherkapazität in Kilowattstunden ausgelegt. Sie müssen den Strombedarf im Haus decken, auch wenn keine Sonne scheint. Gibt es leistungsstarke Stromverbraucher im Gebäude, muss man auch die Leistung des Speichers in Kilowatt darauf abstimmen. Zum Beispiel bei Elektroautos, die manchmal kurzfristig hohe Ströme abfordern. Auch Photovoltaikspeicher mit Notstromfunktion brauchen ausreichend Leistung, um den Netzausfall zu überbrücken. Im Einfamilienhaus sollte der Speicher zwischen 4 und 8 kWh aufnehmen können. Ein solcher Photovoltaikspeicher hat ungefähr die Größe eines Kühlschranks, so dass er im Haus problemlos aufgestellt werden kann.

Wie berechne ich die ideale Speichergröße?

Die Größe des Photovoltaikspeichers hängt vom Stromverbrauch im Gebäude und von der Größe der Photovoltaikanlage ab. Faustregel: Besser mehr Solarleistung als zu wenig. Der Speicher sollte mindestens so groß sein wie der Strombedarf im Haus zwischen dem späten Nachmittag und dem Vormittag.

Beispiel: Ein 4-Personen-Haushalt hat einen jährlichen Stromverbrauch von rund 5.000 Kilowattstunden. Zwischen 17 Uhr und 9 Uhr werden im Haus 4 Kilowattstunden gebraucht. Dann sollte der Speicher mindestens 4, besser 5 oder 6 Kilowattstunden Nettospeicherkapazität aufweisen. Die Photovoltaikanlage sollte dann 6 bis 8 Kilowatt Nennleistung haben.

Welche Lebensdauer kann ein Solarstromspeicher erreichen?

Basis der Lebensdauer eines Solarstromspeichers ist der sogenannte Zyklus: die einmalige Beladung und Entladung. Pro Sonnentag wird mit einem Zyklus gerechnet, in einem Jahr mit 150 bis 230. Lithium-Ionen-Batterien erreichen eine Lebensdauer von 6.000 bis 8.000 Zyklen. Bleispeicher schaffen 3.000 bis 4.000 Zyklen. Ausgehen sollte man von mindestens zehn Jahren Lebensdauer bei einem Lithium- und sieben bis zehn Jahren bei einem Bleispeicher – auch wenn rechnerisch mehr möglich ist.

Ein Solarstromspeicher wird niemals vollständig entladen, um Tiefenentladung zu vermeiden. Die maximal zulässige Tiefe der Entladung wird als Depth of Discharge (DoD) bezeichnet. Bei Lithiumbatterien liegt dieser Wert bei 80 bis 90 Prozent. Der aktuelle Ladezustand wird als State of Charge (SoC) bezeichnet. Die Alterung einer Batterie nennt man State of Health (SoH).

Auf den Datenblättern der Solarstromspeicher stehen die Zyklenzahlen als theoretisch erreichbarer Wert. Oft werden sie den Garantieleistungen der Hersteller zugrunde gelegt.

Lithiumspeicher verschiedener Hersteller an einem Messestand(c) Heiko Schwarzburger

Was ist bei Installation und Anschluss zu beachten?

Wichtig für die Auslegung und Installation von Photovoltaikspeichern sind die erhöhten Anforderungen an die Systemsicherheit und den Brandschutz. Die Installation sollten Sie also Fachleuten überlassen. Denn es handelt sich um elektrische Systeme, die den einschlägigen Normen und Anschlussvorschriften unterliegen. Meist werden die Speicher in der Niederspannung (einphasig mit 230 Volt oder dreiphasig mit 400 Volt) eingebaut.

Photovoltaikspeicher mit Lithiumzellen mögen es kühl, bis maximal 25 Grad Celsius. Je wärmer der Aufstellort der Batterie, desto schneller altern sie. Bei Minusgraden sinkt die Ladeleistung der Lithiumbatterien. Bleibatterien sind robuster, was den Aufstellort betrifft.

In jedem Falle sollte der Speicher für Photovoltaik leicht zugänglich sein, etwa für Zwecke der Kontrolle und Wartung. Und er sollte einen Freischalter haben, ähnlich wie die Photovoltaik. Sollte es im Haus einen Brand geben, können die Löschkräfte der Feuerwehr das System damit schnell vom Hausnetz trennen.

Eignen sich Stromspeicher auch zum Nachrüsten?

Ja, das Nachrüsten eines Stromspeichers ist auch möglich, wenn bereits eine Photovoltaikanlage vorhanden ist. Faktisch kann man die Stromspeicher überall und zu jeder Zeit nachrüsten. Unter Umständen sind Anpassungen in der Hauselektrik und ihrer Absicherung (12 Ampere, 16 A oder 20 A) notwendig. Auch deswegen ist das Nachrüsten eines Stromspeichers ein Fall für Fachleute.

Sind die Photovoltaikspeicher sicher?

Für Wohnhäuser werden die Photovoltaikspeicher als Komplettsysteme angeboten, in denen die gesamte Steuerelektronik bereits integriert ist. Die Lithiumzellen sind in Metallgehäusen untergebracht, um auf Nummer sicher zu gehen. Normalerweise sind Lithiumsysteme sicher. Bevor die Zellen zu tief entladen, schaltet die Batterie automatisch ab.

Bleispeicher mit Flüssigsäure brauchen eine Entgasung, die ins Freie führt. Bei ihnen hängt die Sicherheit vor allem von guter Wartung beziehungsweise Durchsicht ab.

Bleispeicher werden in der Regel mit Spannungen von 12, 24 oder 48 Volt ausgelegt. Solche Spannungen sind für den Menschen in der Regel ungefährlich. Lithiumspeicher hingegen werden unter Umständen mit 300 oder 500 Volt beladen. Allerdings sind solche Systeme intern verdrahtet, die Anschlüsse sind entsprechend gesichert.

Können Photovoltaikspeicher brennen?

Bleispeicher brennen nicht. Unter Umständen geben sie aber Knallgas ab, das sich entzünden kann. Deshalb brauchen Blei-Flüssigsäure-Speicher eine Entlüftung, die ins Freie führt. Wichtig ist auch die regelmäßige Durchsicht, üblicherweise einmal im Jahr. Sie ist vorgeschrieben, weil der Photovoltaikspeicher eine elektrische Anlage ist. Die Durchsicht kostet etwa 100 bis 200 Euro (mit Anfahrt des Installateurs).

Der Elektrolyt in einer Lithiumbatterie beinhaltet unter anderem leicht flüchtige Lösungsmittel, die bei Überhitzung ausgasen. Heiß werden die Lithiumspeicher, wenn sie zu tief entladen werden oder wenn sich ein Kurzschluss in der Speicherzelle ausbildet. Versagt die Sicherheitssteuerung der Batterie, bilden die betroffenen Zellen eine Gasfackel aus, so wie bei überhitzenden Smartphone-Batterien. Die Lithiumzellen sind deshalb durch druckfeste Gehäuse abgesichert. Die Temperaturen und die elektrischen Spannungen in den Zellen werden laufend überwacht. Bei Anomalien schaltet das System automatisch ab. Auch muss der Speicher im Brandfall über einen Sicherheitsfreischalter von außen abschaltbar sein.

Was ist ein Speicherpass?

Der Speicherpass ist ein kostenfreies, elektronisch ausfüllbares Formular mit drei Seiten. Nach der Eingabe einer Registrierungsnummer (TAN-Nummer) kann der Installateur damit die Systemdaten und die Inbetriebnahme des Speichers dokumentieren. Ein umfangreiches, erläuterndes Begleitdokument zum Speicherpass gibt sowohl dem Installateur als auch dem Kunden weitere Informationen und Hinweise. Es stellt gleichzeitig eine Art Ausfüllhilfe dar. Am Ende lässt sich der Speicherpass ausdrucken.

Welche Vorteile bringt mir der Speicherpass?

Der Speicherpass gehört unbedingt zur Dokumentation einer Photovoltaikanlage. Die darin festgehaltenen Werte beschreiben den technischen Zustand der Anlage bei der Inbetriebnahme. Sollte es später Probleme geben, lässt sich mit den Werten aus dem Speicherpass der Fehler schneller finden. Auch die Versicherer legen großen Wert auf den Speicherpass. Denn er weist nach, dass der Installateur die Photovoltaikanlage nach dem Stand der Technik installiert hat.

Was ist besser: Speicher für Gleichstrom oder Wechselstrom?

Speicher für Photovoltaik mit Batterien aus Blei oder Lithium sind Gleichspannungssysteme wie die Photovoltaik. Die geringsten Verluste haben sie, wenn der Sonnenstrom direkt in die Batterie einlagert wird und erst danach den Wechselrichter bedient. Er setzt den Gleichstrom aus dem Speicher in nutzbaren Wechselstrom für die Hauselektrik um.

Es gibt auch Systeme, die zwar mit Gleichstrom aus den Solarmodulen beladen werden, aber Wechselstrom abgeben. Dann verfügt die Batterie über einen internen Batteriewechselrichter. Der Vorteil: Solche Systeme kann man mit anderen Wechselstromgeneratoren wie Blockheizkraftwerken (BHKW) kombinieren. Wer dagegen Photovoltaik mit Brennstoffzellen kombinieren will, sollte auf der Gleichstromseite bleiben. Denn auch die Brennstoffzellen erzeugen Gleichstrom.

Autor: Heiko Schwarzburger, Fachjournalist für erneuerbare Energien

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