Energiesparen im Haushalt: Heizen, Warmwasser & Strom

Wenn Sie im Haushalt Energie sparen wollen, dann sind 3 Bereiche wichtig:

Heizenergie
- Warmwasser
- Strom

Das sind die 3 Säulen des Energiesparens. In einem durchschnittlichen Haushalt entfallen 71 Prozent des Energieverbrauchs auf die Raumwärme. Die Erwärmung von Wasser verbraucht 15 Prozent der gesamten Energie. 14 Prozent sind es beim Stromverbrauch.

In diesem Beitrag haben wir alle Informationen zum Thema Energiesparen für Sie gesammelt. In den folgenden Abschnitten finden Sie die wichtigsten Tipps zum Energiesparen. Außerdem können Sie von hier aus tiefer in jeden Bereich einsteigen. 

Infografik zum Energieverbrauch eines durchschnittlichen Haushalts: Verteilung von Strom, Heizwärme, Warmwasser

Heizenergie: Heizkosten verstehen, prüfen & senken

Ganze 71 Prozent des Energieverbrauchs im Haushalt entfallen auf die Raumwärme. Deshalb birgt Ihr Heizverhalten die größten Potenziale beim Energiesparen. Ihr Handlungsspielraum hängt vor allem davon ab, ob Sie Mieter*in oder Eigentümer*in sind. Fangen wir mit den Themen an, die für alle relevant sind:

1. Richtig heizen
2. Thermostate wechseln
3. Richtig lüften & Fenster abdichten

In den nächsten 3 Abschnitten finden Sie eine Übersicht zu jedem dieser 3 Themen. Darin sind weiterführende Artikel verlinkt, sodass Sie sich gezielt in jedes Thema einlesen können. Individuelle Spartipps erhalten Sie im HeizCheck.

1. Richtig heizen

Zu einem sparsamen Heizverhalten tragen vor allem die folgenden 2 Aspekte bei:

- Heizkörper entlüften
- Raumtemperatur senken

Heizkörper entlüften

Eine der simpelsten Sparmaßnahmen beim Heizen ist das Entlüften der Heizkörper. Wenn sich Luft im Heizkörper befindet, dann wird unnötig Energie verschwendet. Zu erkennen ist das daran, dass die Heizkörper gluckernde Geräusche machen und trotz aufgedrehtem Thermostat nicht richtig warm werden. Durch manuelles Entlüften sparen Sie jährlich zwischen 35 Euro (Mietwohnung) und 65 Euro (Einfamilienhaus).

Bei vielen Heizkörpern ist manuelles Entlüften möglich. Sie erkennen diese Heizkörper an der für einen Entlüftungsschlüssel vorgesehenen Vierkant-Aufnahme. Wenn Sie keinen Entlüftungsschlüssel besitzen, dann können Sie sowohl Hausmeister*in als auch Bekannte danach fragen. Ein Blick in die Nachbarschafts-App nebenan.de lohnt sich ebenfalls oft. Alternativ gibt es solche Schlüssel für kleines Geld im Baumarkt zu kaufen.

Hier finden Sie eine ausführliche Anleitung zum Heizung entlüften.

Raumtemperatur senken

Als Faustregel beim Thema Raumtemperatur gilt: 1 Grad weniger entspricht 6 Prozent Energieeinsparung. Darüber hinaus sind vor allem diese beiden Punkte wichtig:

- die richtige Temperatur für jeden Raum
- die richtige Stufe am Thermostat

Das sind gute Orientierungswerte für die richtige Temperatur in jedem Raum: Im Wohnzimmer sind 20 Grad Celsius angemessen. In der Küche sollte es zwischen 18 und 20 Grad warm sein. Das Bad ist mit 23 Grad der wärmste Raum, gefolgt von Kinderzimmer und Arbeitszimmer mit jeweils 20 bis 22 Grad. Im Schlafzimmer sind 16 bis 18 Grad ausreichend und der Flur wird mit 16 Grad am wenigsten geheizt.

An elektronischen Thermostaten können Sie die gewünschte Temperatur ganz einfach am Display ablesen. Bei mechanischen Thermostaten entspricht jede Stufe einer Raumtemperatur:

- Stufe 1: ca. 12 Grad
- Stufe 2: ca. 16 Grad
- Stufe 3: ca. 20 Grad
- Stufe 4: ca. 24 Grad
- Stufe 5: ca. 28 Grad

Hier finden Sie einen umfassenden Artikel zur Einstellung und Bedienung von Thermostaten.

2. Thermostate wechseln

In vielen Haushalten sind nach wie vor mechanische Heizungsthermostate verbaut. Wenn Sie solche Thermostate nutzen und morgens im Bad nicht frieren wollen, dann müssen Sie das Thermostat am Vorabend aufdrehen. Auf diese Weise halten Sie Ihr Badezimmer die ganze Nacht über so warm, wie Sie es eigentlich nur nach dem Aufstehen brauchen. Das verbraucht nicht nur unnötig viel Heizenergie, sondern kostet auch viel Geld, das Sie mit einer einfachen Maßnahme sparen können: dem Wechsel zu elektronischen Thermostaten.

Sie können elektronische Thermostate so einstellen, dass die Raumtemperatur an Ihren Tagesrhythmus angepasst ist. Es ist sogar möglich, diese Thermostate von unterwegs per App anzusteuern. Im einem ausführlichen Beitrag zu programmierbaren Thermostaten haben wir alle wichtigen Informationen für Sie aufbereitet. Er umfasst einen Vergleich zwischen herkömmlichen und elektronischen Thermostaten sowie Angaben zu den Kosten elektronischer Thermostate. Außerdem haben wir für Sie auch eine Anleitung zum Wechseln von Thermostaten geschrieben.

3. Richtig lüften & Fenster abdichten

Richtiges Lüften sorgt nicht nur für frische Luft in Wohnräumen. Es trägt auch dazu bei, dass Schimmelbildung vermieden wird. Darüber hinaus sind Mieter*innen sogar rechtlich dazu verpflichtet, ihren ihren Wohnraum angemessen zu lüften. Aber was bedeutet "angemessen" in diesem Fall?

Achten Sie darauf, dass in allen Wohnräumen 3 bis 4 mal am Tag ein vollständiger Luftaustausch stattfindet. Das erreichen Sie nur dann, wenn Sie stoßlüften. Im Idealfall öffnen Sie dafür gegenüberliegende Fenster komplett, sodass ein Luftzug quer durch alle Wohnräume entsteht. Wenn dieses Querlüften nicht möglich ist, dann öffnen Sie die vorhandenen Fenster trotzdem komplett. Gekippte Fenster sorgen nicht für den nötigen Luftaustausch. Stattdessen geht unnötig viel Heizenergie verloren und die Gefahr für Schimmelbildung steigt.

Je nach Jahreszeit liegt die richtige Dauer für das Stoßlüften zwischen 5 und 30 Minuten. In den Wintermonaten (Dezember bis Februar) sollten Sie nur etwa 5 Minuten lang lüften, weil die Wohnräume sonst zu sehr auskühlen. Im Sommer (Junis bis August) sind 30 Minuten angemessen. Während der Übergangszeiten sollten sie je nach Außentemperatur zwischen 10 und 20 Minuten lüften.

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Alle Energiespartipps im Überblick

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Beim Stromkosten senken helfen unsere Stromspartipps sowie die Dossiers rund um Energiesparlampen & LEDs sowie energieeffiziente Kühlschränke. Im Dossier Smart Meter erfahren Sie, wie mithilfe moderner Technik Stromsparen zum Kinderspiel wird. Im Bereich Heizenergie können Sie sogar noch deutlich mehr Energie und Kosten sparen: Richtiges Lüften, die Reduzierung des Warmwasserverbrauchs, die Verwendung programmierbarer Thermostate, Tipps zum energieeffizienten Heizen und unsere Infos zum Heizkosten sparen zeigen zahlreiche Möglichkeiten, wie Sie Ihre Heizkosten senken können.

Als Hausbesitzer gibt es weitere Möglichkeiten, langfristig Energie zu sparen. Dazu zählt vor allem die Optimierung der Heizung: Wir zeigen, was der hydraulische Abgleich der Heizung bewirkt und wie hoch das Einsparpotenzial ist. Außerdem erfahren Sie, wie sie auch bei veralteten oder ineffizienten Heizsystemen wie Einrohrheizungen und Nachtspeicherheizungen sparen können und wann sich eine Modernisierung, wie z. B. der Austausch alter Fenster, lohnt.

Unser Serviceangebot: Zu sämtlichen Themen bieten wir kostenlose, interaktive Ratgeber an. So finden Sie Ihr individuelles Einsparpotenzial heraus und sehen, in welchen Bereichen Sie besonders viel sparen können.

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Energiesparen? Wir helfen Ihnen dabei

Zum Energiesparen gibt es gute Gründe: Klimaschutz, der nachhaltige Umgang mit Ressourcen oder einfach Kosten senken. Egal, was Sie beim Energie sparen besonders motiviert – Sie haben sowohl als Mieter wie als Eigentümer von Wohnung oder Haus dazu etliche Möglichkeiten.

Wir haben in unseren Dossiers alle wichtigen Informationen zusammengefasst, wie Sie Strom und Heizenergie sparen können. Mit unseren Spartipps gelingt es Ihnen, dauerhaft Stromkosten und Heizkosten zu senken, ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen. Und einige Tipps sind sogar wichtig für Ihre Gesundheit. Auch bei Verkehr und Mobilität sind hohe Einsparungen möglich – unsere Dossiers im Themenbereich Energie sparen drehen sich jedoch ausschließlich um Haus und Wohnung.

Unsere Infografik zeigt: Das größte Einsparpotenzial bei privaten Haushalten liegt im Bereich der Raumwärme und des Warmwassers, während Licht mit nur einem Prozent eine vergleichsweise geringe Bedeutung zukommt. Ein Vergleich des durchschnittlichen Energieverbrauchs eines Haushalts in Deutschland pro Jahr ist jedoch komplex: Die Personenzahl, die Unterscheidung zwischen Wohnung, Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus, der Sanierungsstand, das Baujahr des Gebäudes, die Brennstoffart und individuelles Verhalten haben alle Einfluss auf den Verbrauch. Um relevante Vergleichsdaten zu erhalten, nutzen Sie bitte die Ratgeber.

Viele Sparpotenziale sind kaum bekannt, zum Beispiel der effiziente Umgang mit Lüftung und warmem Wasser oder der hydraulische Abgleich. Lernen Sie moderne Energiespartechnik kennen, etwa Smart Meter oder LEDs und entlarven Sie altmodische Energieverschwender wie vielleicht Ihren alten Kühlschrank. Wir haben uns auch speziellen Technologien angenommen, in denen man viel für den Klimaschutz oder zum Heizkosten senken beitragen kann: Einrohrheizungen, Nachtspeicheröfen oder das Heizen mit Flüssiggas.

Oft lohnt es sich, in neue Technik zu investieren, weil sich die Ausgaben beispielsweise für LED-Lampen, Hocheffizienzpumpen und programmierbare Thermostatventile durch die gesparten Energiekosten schnell amortisieren. Aber wir zeigen Ihnen auch, wie Sie mit vorhandener Ausstattung optimal umgehen, um Kosten zu senken und das Klima zu schonen. Unsere kostenlosen EnergiesparChecks zeigen Ihnen interaktiv in einer Vielzahl von Bereichen, worauf es ankommt und wie Sie effizient Energie und Kosten sparen.