Energieberatung: Lohnen sich die Kosten?

19.08.2026 Lesedauer: min Jens Hakenes

Energieberater mit Mappe voller Unterlagen und Kunde im Gespräch im Garten eines Wohngebäudes

Energieberatung kann richtig Geld kosten. Es gibt zwar auch kostenlose Angebote. Aber in vielen Fällen lohnt es sich, etwas Geld in die Energieberatung zu investieren. Denn das bringt nicht mehr Fördermittel, sondern auch mehr Sicherheit bei großen Investitionen ins eigene Haus. Doch bei der Auswahl der passenden Energieberatung gibt es einiges zu beachten.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Energieberatung für Einfamilienhaus kostet meist 300 bis 2.500 Euro
  • Zuschuss von bis zu 50 Prozent möglich
  • auch kostenlose und sehr günstige Angebote verfügbar
  • Bonus bei Förderung mit Sanierungsfahrplan
  • Tipps zum Auswählen der passenden Art der Energieberatung

Eine Energieberatung zeigt, wie hoch der aktuelle Energieverbrauch eines Hauses ist und wie er sich senken lässt. Dazu werden Daten zum Haus aufgenommen, meist bei einem Vor-Ort-Termin. Dann wird gerechnet, um passende Maßnahmen zum Senken des Energieverbrauchs zu ermitteln.

Zum ModernisierungsCheck

Lohnt sich eine Energieberatung? Das Wichtigste in Kürze

Ob sich eine Energieberatung lohnt, ist eine sehr häufige Frage. Die Antwortet ist ganz einfach: Ja! Die Frage ist nur, welche Art der Energieberatung. Denn sie kann schnell und kostenlos sein – oder sehr umfangreich und mehrere tausend Euro kosten. Dafür bringt sie dann aber sehr viel mehr Fördermittel und Sicherheit vor einer Fehlinvestition.

Für ein durchschnittliches Ein- oder Zweifamilienhaus kostet eine umfangreiche Energieberatung meist zwischen 300 und 2.500 Euro. Dafür gibt es bis zu 50 Prozent Förderung. Wird mit der Energieberatung auch ein Sanierungsfahrplan erstellt, ist ein Bonus zu haben. Und das 15 Jahre lang – also genug Zeit für schrittweises Sanieren.

Wer es mit der Energieberatung lieber langsam angehen will, kann erstmal kostenlos starten: online, telefonisch oder persönlich. Für maximal 40 Euro gibt es auch schon einen vor-Ort-Termin, also eine Analyse durch eine/n Energieberater*in direkt zu Hause. Kostenlos oder -günstig sind diese Angebote, weil sie staatlich gefördert werden. Sie ersetzen keine umfangreiche Energieberatung, aber sind besser als gar keine unabhängige Analyse.

Was neben Fördermitteln noch für eine Energieberatung spricht: Sie hilft dabei, Risiko und Aufwand bei Heizungstausch oder Sanierung deutlich zu senken. Je größer die Investition, desto mehr lohnt sich eine umfangreiche Energieberatung anstelle von groben Schätzungen oder wagen Versprechen.

Energieberater und Kunde blicken an einem weißen Gebäude von unten auf einen maroden Balkon mit Holzgeländer

Was kostet eine Energieberatung – und wie hoch ist die Förderung?

Die Kosten für eine Energieberatung liegen zwischen null und mehreren tausend Euro – je nach Umfang der Beratung. Einfache Energieberatungen für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es tatsächlich kostenlos. Auch eine einfache Vor-Ort-Beratung ist schon ab null Euro zu haben.

Eine Energieberatung mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) für ein durchschnittliches Einfamilienhaus oder Zweifamilienhaus kostet etwa 1.500 bis 2.500 Euro. Bis zu 50 Prozent dieser Kosten lassen sich über eine Förderung abdecken. Der Förderbonus kann dann bei einer Sanierung mehrere tausend Euro wert sein.

Welche Förderung gibt es für Energieberatung?

Für umfangreiche Energieberatungen gibt es eine Förderung von bis zu 50 Prozent. Für Ein- und Zweifamilienhäuser ist der Zuschuss auf 650 Euro gedeckelt. Bei drei oder mehr Wohneinheiten gibt es maximal 850 Euro. Für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) gibt es zusätzlich 250 Euro, wenn die Ergebnisse in einer Eigentümerversammlung vorgestellt werden (BAFA: „Bundesförderung Energieberatung für Wohngebäude“).

Für ein Ein-/Zweifamilienhaus würde eine weniger umfangreiche Energieberatung so zum Beispiel nur 225 statt 450 Euro kosten. Bei einer umfangreichen Energieberatung inklusive Sanierungsfahrplan wären es 1.000 statt 1.650 Euro:

Beispiele für Kosten und Förderung einer Energieberatung

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­
Energieberatung
Energieberatung + iSFP
Kosten
450 €
1.650 €
Zuschuss (max.  50 %)
225 €
650 €
Eigenanteil
225 €
1.000 €
Beispiele für Kosten und Förderung einer Energieberatung in der Übersicht
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Sanierungsfahrplan als zusätzliche Leistung der Energieberatung

Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) zeigt, welche Maßnahmen in den nächsten Jahren sinnvoll sind. Die Mehrkosten können sich durch einen Förderbonus (iSFP-Bonus) schnell bezahlt machen. Denn damit steigt bei einer Sanierung die Höchstgrenze der förderfähigen Ausgaben von 30.000 auf 60.000 Euro (bei der ersten Wohneinheit). Außerdem gibt es für die Kosten jenseits der ersten 30.000 Euro bis zur Höchstgrenze von 60.000 Euro zusätzliche 5 Prozent Förderung, also 20 statt 15 Prozent. Das ergibt insgesamt einen maximalen Zuschuss von 10.500 statt 4.500 Euro – und die Differenz von 6.000 Euro in diesem Fall wäre deutlich mehr als eine Energieberatung kostet.

Übernimmt ein/e Energieberater*in auch die Fachplanung oder Baubegleitung einer Sanierung kommt eine weitere Förderung infrage: Für Ein- und Zweifamilienhäuser ist ein Zuschuss von 50 Prozent (für Ausgaben von höchstens 5.000 Euro) zu haben. Bei Eigentumswohnung und Mehrfamilienhaus werden Kosten für Fachplanung oder Baubegleitung bis maximal 2.000 Euro pro Wohneinheit und maximal 20.000 Euro pro Gebäude zu 50 Prozent gefördert („Fachplanung und Baubegleitung“ des BAFA).

Wichtig zu wissen: Der Zuschuss zur Energieberatung wird erst nachträglich ausgezahlt. Das heißt: Sie müssen die gesamten Kosten zunächst selbst tragen.

Welche Arten von Energieberatung gibt es?

Die Auswahl an Angeboten zur Energieberatung ist groß. Unterscheiden lassen sie sich nach Art, Dauer, Kosten und Förderfähigkeit.

Beispiele für Arten von Energieberatung für Ein-/Zweifamilienhaus

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Art
Kosten
Dauer
förderfähig
Name
Anbieter
online
0 €
5–10 Min.
ModernisierungsCheck
co2online gGmbH
online
0 €
15–30 Min.
Online-Kurzberatung
Verbraucherzentrale
online
ab 7 €/Monat
1,5 Std.
Gruppen-Beratung
VierWende/co2online
telefonisch
0 €
30–45 Min.
Telefon-Beratung
Verbraucherzentrale
persönlich
0 €
30–45 Min.
Beratungsstelle
Verbraucherzentrale
vor Ort
max. 40 €
1–1,5 Std.
Energieberatung
Verbraucherzentrale
vor Ort
300–600 €*
1–1,5 Std.
Energieberatung
Energieberater*innen
vor Ort
1.500–2.500 €*
1,5–3,0 Std.
Energieberatung + iSFP
Energieberater*innen
vor Ort
individuell*
­
Fachplanung, Baubegleitung etc.
Energieberater*innen
Beispiele für Arten von Energieberatung für Ein-/Zweifamilienhaus

* Kosten vor Förderung von bis zu 50 Prozent | Dauer kann abweichen
Art: Die Energieberatung kann online, telefonisch, persönlich oder vor Ort stattfinden.

Zwischen 0 und 2.500 Euro kostet eine Energieberatung für ein Ein- oder Zweifamilienhaus. Zusätzliche Leistungen wie Fachplanung oder Baubegleitung kosten extra.

Eine Energieberatung dauert für Eigentümer*innen zwischen 5 Minuten und 3 Stunden – bei zusätzlichen Leistungen entsprechend länger.

a) bis zu 50 Prozent Zuschuss für Kosten und  

b) Anerkennung als Pflicht-Energieberatung für Förderprogramme zu Heizungstausch, Heizungsoptimierung oder Sanierung.

Kostenlose Energieberatung zur ersten Orientierung gibt es zum Beispiel von der Verbraucherzentrale und co2online – online, telefonisch oder in einer Beratungsstelle. In etwa 5 bis 45 Minuten lassen sich so erste grundlegende Fragen klären.

Ausführlichere individuelle Beratung gibt es ab 7 Euro pro Monat oder einmalig maximal 40 Euro (kostenlos für Haushalte mit geringem Einkommen). Diese Angebote stammen ebenfalls von co2online und der Verbraucherzentrale und finden online oder vor Ort statt.

Alle anderen Arten der Energieberatung sind zwar wesentlich teurer. Sie können aber zwei entscheidende Vorteile in Sachen Förderung haben:

  1. Für die Kosten gibt es einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent.
  2. Diese Art der Energieberatung ist Voraussetzung für viele Förderprogramme zu Heizungstausch, Heizungsoptimierung und Sanierung und bringt vergünstigte Kredite und Zuschüsse von bis zu 80 Prozent.

Voraussetzung für viele Förderungen ist, dass die Energieberater*innen speziell qualifiziert sind. Dafür gibt es die Liste der Deutschen Energieagentur (dena) mit sogenannten „Energieeffizienz-Experten“. Wer einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lässt, kann außerdem einen Förderbonus von 5 Prozent erhalten. Das rechnet sich bei bestimmten Arten von gleichzeitigen oder schrittweisen Sanierungen. Für einen Heizungstausch allein dagegen gilt dieser Bonus nicht.

Kosten und Dauer zusätzlicher Leistungen der Energieberatung fallen sehr individuell aus. Das können zum Beispiel folgende sein:

Für das Heraussuchen passender Fördermittel gibt es oft pauschale Angebote. Diese Aufgabe kann aber auch Teil einer Fachplanung sein. Mit dem FördermittelCheck können Sie selbst in Ihrem Postleitzahlen-Bereich für einen ersten Überblick sorgen.

Mit der Fachplanung lassen sich umfangreiche Maßnahmen optimal vorbereiten. Ein Teil dieser Aufgabe kann auch das Anfordern und Vergleichen von Angeboten sowie die Einrichtung eines Monitorings sein. Die Kosten ähneln denen der Baubegleitung.

Bei der Baubegleitung überwacht der/die Energieberater*in die Umsetzung einer Sanierung und übernimmt die Abnahme. Die Kosten sind frei auszuhandeln, orientieren sich aber oft an der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Bei Sanierungskosten von 50.000 Euro können das zum Beispiel rund 6.000 bis 12.000 Euro sein. Als Zuschuss gibt es 50 Prozent vom Staat (auf maximal 5.000 Euro förderfähige Kosten).

Was bringt mir eine Energieberatung konkret?

Für eine Energieberatung gibt es viele Gründe:

  • Fördermittel in der Regel nur mit qualifizierter Energieberatung
  • Berechnung der Wirtschaftlichkeit statt Schätzung oder Versprechen
  • Fehlinvestitionen in falsche Technik vermeiden
  • für ganzes Gebäude genau passende Maßnahmen finden
  • Fristen und richtige Reihenfolge einhalten
  • auf Förderfähigkeit achten
  • Sanierungsbedarf und Sparpotenzial richtig einschätzen
  • unabhängige Einschätzung ohne Verkaufsinteresse

In den meisten Fällen geht es vor allem um Fördermittel. Mit Zuschüssen von 15 bis 80 Prozent bringen die in der Regel deutlich mehr ein als die Energieberatung kostet. Auch zusätzliche Leistungen wie ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) können sich schnell rechnen.

Aber es gibt noch einen anderen wichtigen wirtschaftlichen Grund. Denn mit einer umfangreichen Energieberatung lässt sich das Sparpotenzial genauer einschätzen als mit pauschalen Aussagen. Mit einer Wirtschaftlichkeitsberechnung vermeiden Sie, die laufenden Kosten nach Heizungstausch oder Sanierung zu unterschätzen oder zu überschätzen.

Die Energieberatung bringt auch Sicherheit bei technischen Fragen. So lassen sich Fehlinvestitionen in nicht optimale Technik vermeiden und für das jeweilige Gebäude wirklich passende Maßnahmen auswählen: zum Beispiel für Dämmung, neue Fenster, neues Dach oder neue Heizung. Wer unsicher ist, ob oder wie eine Wärmepumpe möglich ist, bekommt ebenfalls Hilfe.

Zwei Männer mit einer Wärmebildkamera in einem Wohngebäude

Auch die Vorbereitung oder Unterstützung von Ablauf und Organisation einer Sanierung sind gute Gründe für eine Energieberatung: beispielsweise, wenn es um Fristen, Förderfähigkeit oder die richtige Reihenfolge von Gewerken oder Maßnahmen geht.

Studien und Umfragen zeigen, dass viele Eigentümer*innen Sanierungsbedarf und Sparpotenzial Ihres Gebäudes massiv unterschätzen. Laut der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) ordnen nur 13 Prozent ihr Haus in die niedrigen Energieeffizienzklassen E bis H ein. Tatsächlich gelten die aber für 68 Prozent aller Gebäude in Deutschland. Trotzdem sind 80 Prozent der Meinung, dass ihr eigenes Haus in einem guten Zustand ist und (eher) nicht saniert werden muss. Ob das wirklich der Fall ist, lässt sich mit einer Energieberatung klären.

Ein wichtiger Vorteil einer unabhängigen Energieberatung ist, dass es kein Verkaufsinteresse für eine bestimmte Lösung oder einen bestimmten Hersteller gibt. Außerdem schaut sich ein/e Energieberater*in das Haus von oben bis unten komplett an – nicht nur einen bestimmten Bereich wie die Heizung.

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Welche Beratung lohnt sich in welcher Situation?

Welche Energieberatung die richtige ist, hängt vor allem von der persönlichen Situation ab. Faktoren können zum Beispiel das bereits vorhandene Wissen zu Gebäude, Heizung und möglichen Maßnahmen, die verfügbare Zeit oder das vorhandene Geld sein.

Energieberatung je nach Situation

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Situation
Dauer
Kosten
Art
•noch ganz am Anfang
•einzelne Frage(n)
•Überblick verschaffen
5–45 Min.
0 €
•Vorbilder, Austausch &Erfahrungen gesucht
individuell
ab 7 €/Monat
•eher wenig Zeit
•Maßnahmen noch unklar
1–1,5 Std.
max. 40 €
•sehr wenig Zeit
•Förderung gewünscht
1–1,5 Std.
300–600 €
•mehrere Maßnahmen möglich/geplant
•Förderung gewünscht 
1–3 Std.
1.500–2.500 €
•Komplett-Paket gewünscht
individuell
individuell
Energieberatung je nach Situation in der Übersicht

Erstberatung

Wer noch ganz am Anfang steht, nur einzelne Fragen hat oder sich erstmal einen Überblick verschaffen will, sollte eine kostenlose Erstberatung nutzen. Die gibt es online, telefonisch oder persönlich, ist kostenlos und dauert nur 5 bis 45 Minuten:

Gruppen-Beratung & Online-Community

Wer auf der Suche nach Erfahrungen anderer Hauseigentümer*innen, Vorbildern oder direktem Austausch mit Gleichgesinnten ist, kann eine Online-Community mit Gruppen-Energieberatung in Anspruch nehmen. Der zeitliche Aufwand ist individuell. Die Gruppen-Energieberatung dauert 1,5 Stunden. Die Kosten liegen bei 7 bis 9 Euro pro Monat:

Gemeinsam erfolgreich sanieren

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Energieberatung der Verbraucherzentrale

Wer noch ganz am Anfang steht, aber eher wenig Zeit investieren möchte, sollte gleich eine Energieberatung vor Ort buchen. Die dauert etwa 1 bis 1,5 Stunden und kostet maximal 40 Euro:

Energieberatung der Verbraucherzentrale vor Ort

Qualifizierte Energieberatung vor Ort

Wer nur eine bestimmte Maßnahme plant, sehr wenig Zeit investieren und Förderung möchte, kann eine qualifizierte Energieberatung vor Ort nutzen. Die dauert etwa 1 bis 1,5 Stunden und kostet für ein durchschnittliches Ein-/Zweifamilienhaus etwa 300 bis 600 Euro. 50 Prozent davon gibt es per Zuschuss zurück.

Energieberatung vor Ort

Qualifizierte Energieberatung mit Sanierungsfahrplan

Sind mehrere Maßnahmen geplant (oder möglich) und Förderung gewünscht, dann sollte mit der Energieberatung auch ein individueller Sanierungsfahrplan bestellt werden. Diese Art der Beratung dauert etwa 1,5 bis 3 Stunden. Sie kostet für ein Ein-/Zweifamilienhaus im Schnitt zwischen 1.500 bis 2.500 Euro. Maximal 650 Euro gibt es per Zuschuss zurück.

Energieberatung vor Ort mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP)

Energieberatung mit Komplett-Paket

Wer sich ein Komplett-Paket wünscht, sollte neben der Energieberatung mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) auch eine Fachplanung und Baubegleitung buchen. Dauer und Kosten sind individuell zu klären.

Energieberatung vor Ort mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP), Fachplanung und Baubegleitung

Schritt für Schritt: So läuft eine Energieberatung ab – und wie geht es danach weiter?

Die einzelnen Schritte einer Energieberatung unterscheiden sich je nach Art der Beratung. Kostenlose oder kostengünstige Energieberatungen sind sehr einfach. Details zu deren Ablauf gibt es bei den jeweiligen Anbietern.

Bei qualifizierten Energieberatungen sind dagegen einige Dinge zu beachten, um eine gute Auswahl zu treffen:

Schritt 1: Art der qualifizierten Energieberatung wählen

Für eine qualifizierte Energieberatung stellt sich am Anfang nur eine Frage: Brauchen Sie auch einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP)? Denn ob sie weitere Zusatzleistungen in Anspruch nehmen wollen, können Sie in der Regel später entscheiden.

Der Sanierungsfahrplan ist empfehlenswert, wenn sie mehr als eine Maßnahme planen – oder wenn weitere in den nächsten 15 Jahren nötig sein könnten. Verzichten sollten Sie darauf nur bei Heizungstausch, Heizungsoptimierung oder einer einzelnen, eher geringinvestiven Maßnahme.

Schritt 2: qualifizierte/n Energieberater*in finden

Um eine/n qualifizierte/n Energieberater*in zu finden, gibt es drei Wege:

  1. selbst suchen über die Datenbank der dena (Energieeffizienz-Expertenliste)
  2. bundesweiten Dienstleister nutzen
  3. direkt Angebote anfordern

Über die Datenbank der dena können Sie selbst bequem Energieberater*innen in Ihrem Postleitzahl-Bereich finden. Bei der Auswahl müssen Sie nur auf wenige Punkte achten, etwa Referenzen und Bewertungen.

Bundesweite Dienstleister versprechen vergleichsweise kurze Wartezeiten und günstige Festpreise durch digitalisierte Prozesse. Dabei können Sie in der Regel keine/n bestimmte/n Berater*in auswählen – und es sind ebenfalls einige Dinge zu beachten.

Wenn Sie direkt Angebote für eine Energieberatung einholen wollen, ist das zum Beispiel über die Deutsche Auftragsagentur (DAA) möglich. Auch beim Vergleich dieser Angebote sollten Sie genau hinschauen.

Schritt 3: kostenloses Erstgespräch

Fragen Sie nach einem kostenlosen Gespräch. Damit können Sie sich einen ersten Eindruck von dem/der Energieberater*in verschaffen und die benötigten Leistungen der Energieberatung besprechen – zum Beispiel einen individuellen Sanierungsfahrplan. Klären Sie auch, ob Sie nach der Energieberatung Zusatzleistungen wie Förderservice, Fachplanung oder Baubegleitung beauftragen können.

Schritt 4: Angebote vergleichen

Beim Vergleich von Angeboten für eine Energieberatung sollten Sie nicht nur auf die Kosten achten. Denn auch die Leistungen können sich unterscheiden. Folgende sollten mindestens enthalten sein:

  • Vor-Ort-Termin in ihrem Gebäude (möglichst durch Energieberater*in selbst)
  • schriftlicher Energieberatungsbericht mit Fotos
  • persönliches Gespräch zum Bericht

Falls Sie eine Förderung von KfW oder BAFA in Anspruch nehmen wollen, muss der/die Energieberater*in als Energieeffizienz-Experte bei der dena registriert sein. Ist das nicht der Fall, sollten Sie die Qualifikationen genau prüfen.

Schritt 5: Förderung beantragen (lassen)

Bevor Sie mit einer Energieberatung beginnen, ist die Förderung zu beantragen. Den Vertrag können Sie aber schon vorher abschließen, wenn er eine auflösende oder aufschiebende Bedingung enthält (abhängig von der Förderzusage des BAFA). Den Förderantrag können Sie selbst stellen – oder dem/der Energieberater/in eine Vollmacht erteilen.  

Den Link zum Antrags-Portal und eine Vorlage für die Vollmacht finden Sie auf der Website des BAFA. Die Bearbeitung des Förderantrags dauert aktuell etwa zwei Wochen. Nach der Zusage haben Sie 9 Monate Zeit für die Energieberatung.

Schritt 6: Termin vor Ort

Bereiten Sie sich auf den Termin vor Ort vor. Machen Sie zum Beispiel den Modernisierungscheck, um die wichtigsten Eckdaten vorher zusammenzustellen – und/oder nutzen Sie unsere Checkliste zur Vorbereitung. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um das gesamte Gebäude zu begehen und alle Fragen zu klären.

Schritt 7: Bericht oder Fahrplan besprechen

Besprechen Sie den Energieberatungsbericht oder Sanierungsfahrplan. Auch darauf sollten Sie sich vorbereiten, indem Sie das Dokument vorher prüfen und sich Fragen notieren. Klären Sie auch, was die nächsten Schritte sind: zum Beispiel das Einholen von Angeboten für Heizungstausch oder Sanierung – oder eine Fachplanung durch den/die Energieberater*in.

Schritt 8: Nachweise für Förderung einreichen

Laden Sie nach Abschluss der Energieberatung die Nachweise für die Förderung beim BAFA hoch. Dafür haben Sie nach Ablauf des Bewilligungszeitraums (9 Monate) noch 6 Monate Zeit. Eine einmalige Fristverlängerung von weiteren 6 Monaten kann beantragt werden.

Häufige Fragen, Unsicherheiten und typische Fehler

Brauche ich überhaupt eine Energieberatung oder reicht der/die Handwerker*in?

Viele Eigentümer*innen bitten ihre/n Handwerker*in um Rat. Einige Handwerker*innen bieten auch Energieberatung an. Doch in den meisten Fällen ist eine unabhängige Energieberatung sinnvoller, die das ganze Gebäude analysiert. Nur so stellen Sie sicher, dass nicht ein Gewerk wie die Heizung im Vordergrund steht – oder ein Verkaufsinteresse des/der Handwerker*in für einen bestimmten Hersteller oder ein bestimmtes Produkt wie Ölheizung oder Gasheizung.

Brauche ich eine Energieberatung, wenn ich nur eine einzelne Maßnahme plane?

Auch wenn Sie aktuell nur eine einzelne Maßnahme planen, ist eine unabhängige Energieberatung empfehlenswert – zumindest eine kostenlose oder kostengünstige. Falls in den nächsten 15 Jahren irgendwelche weiteren Maßnahmen anstehen könnten, sollten Sie auch einen individuellen Sanierungsfahrplan prüfen. Denn damit gibt es einen Förderbonus, der sich schnell rechnen kann.

Brauche ich eine Energieberatung, wenn ich nur eine einzelne Maßnahme plane?

Auch wenn Sie aktuell nur eine einzelne Maßnahme planen, ist eine unabhängige Energieberatung empfehlenswert – zumindest eine kostenlose oder kostengünstige. Falls in den nächsten 15 Jahren irgendwelche weiteren Maßnahmen anstehen könnten, sollten Sie auch einen individuellen Sanierungsfahrplan prüfen. Denn damit gibt es einen Förderbonus, der sich schnell rechnen kann.

Worauf ist bei der Auswahl eines/einer Energieberater*in zu achten?

Bei der Auswahl eines/einer Energieberater*in sollten Sie auf mehrere Dinge achten. Einfacher ist es, wenn Sie jemanden von der Energieeffizient-Experten-Liste der dena auswählen. Denn dort sind nur Energieberater*innen zu finden, die über bestimmte Qualifikationen verfügen.

Bei allen anderen Angeboten sollten Sie bedenken, dass damit viele Förderungen nicht beantragt werden können – und dass Qualifikationen und Unabhängigkeit genau zu prüfen sind:

  • Studium oder Ausbildung, etwa im Bereich Architektur oder Bauingenieurswesen
  • aktuelle Weiterbildungen zu Themen der Energieberatung
  • Referenzen für ähnliche Sanierungen
  • Berufshaftpflichtversicherung

Was ist bei der Auswahl eines bundesweiten Dienstleisters für Energieberatung wichtig?

Für die Auswahl eines bundesweiten Dienstleisters für Energieberatung gelten dieselben Empfehlungen wie für andere Energieberater*innen auch. Zusätzlich sollten Sie klären,

  • ob Datenaufnahme vor Ort und Beratung durch eine/n Energieeffizienz-Expert*in erfolgen und
  • ob auch zu regionalen Fördermitteln beraten wird.

Ein Vergleich von bundesweiten Dienstleistern ist bei Finanztip zu finden.

Bekomme ich mit einer Energieberatung für alle Maßnahmen 50 Prozent Zuschuss?

Der Zuschuss von bis zu 50 Prozent gilt nur für die Energieberatung selbst. Zuschüsse für geplante oder vorgeschlagene Maßnahmen fallen unterschiedlich aus: meist zwischen 15 und 80 Prozent. Es gibt aber auch Maßnahmen, für die es keine Förderung gibt.  

Sie können mit oder nach der Energieberatung einen Förderservice beauftragen. Um sich selbst einen schnellen Überblick zu verschaffen, können Sie den FördermittelCheck nutzen. Der umfangreichere ModernisierungsCheck zeigt passende Förderprogramme für ausgewählte Maßnahmen an und berechnet Ihren möglichen Zuschuss.

Jens Hakenes

Über den Autor

Jens Hakenes

Jens Hakenes ist seit 2010 unser freiberuflicher Experte für die Themen Heizkosten, Warmwasser, Stromkosten und Klimaschutz. In seinen Artikeln erfahren Sie zum Beispiel alles Wichtige über Fußbodenheizungen, serielle Sanierung oder den CO₂-Preis.

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