Wir verwenden Cookies für den bestmöglichen Service für Sie. Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen zu und akzeptieren die Verwendung von Cookies. Alternativ können Sie die Einstellungen anpassen.

KWK-Gesetz: Das gibt es für den erzeugten Strom

Was macht man mit dem Strom, den ein BHKW produziert? Man kann ihn selbst nutzen, sodass die eigenen Stromkosten sinken. Und es gibt es die Möglichkeit, sich den erzeugten Strom nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-Gesetz) bezahlen zu lassen. Wie das nach dem aktuellen KWK-Gesetz 2016 funktioniert, erfahren Sie hier.

FördermittelCheck: Förderung finden

Prüfen Sie, welche Fördermittel es für Ihr Vorhaben gibt. Alle Zuschüsse und Kredite von Bund, Ländern, Kommunen und Versorgern:

(c) Gina Sanders/Fotolia.com

Neben zinsgünstigen Krediten und Investitionszuschüssen profitieren die Betreiber beim Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen davon, sich den erzeugten Strom bezahlen zu lassen. Die Grundlage dafür ist die Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. Dieses Gesetz, dessen vollständige Bezeichnung "Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung" lautet, ist am 1. April 2002 in Kraft getreten und zum 1. Januar 2016 novelliert worden. Sein Ziel ist offiziell, einen Beitrag zur Erhöhung der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung in der Bundesrepublik Deutschland zu leisten. Konkret wird der Ausbau der Nettostromerzeugung auf 110 Terrawattstunden bis zum Jahr 2020 und auf 120 Terrawattstunden bis zum Jahr 2025 genannt.

KWK-Gesetz 2016: Bedingungen und Preise

Das KWK-Gesetz funktioniert ähnlich wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Die Förderung, die Betreiber von KWK-Anlagen erhalten, wird auf den gesamten Stromverbrauch, also auf jede in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde, umgelegt. Außerdem hat Strom, der in KWK-Anlagen erzeugt wird, denselben Einspeisevorrang in das öffentliche Stromnetz wie Strom aus Anlagen, die nach dem EEG gefördert werden.

Gefördert wird der KWK-Strom, genau wie der erneuerbare Energien-Strom, durch feste Vergütungssätze pro Kilowattstunde. Der Förderzeitraum ist mit dem KWK-Gesetz 2016 auf 60.000 Vollbenutzungsstunden beschränkt worden. Die Höhe der Vergütung setzt sich aus den folgenden drei Faktoren zusammen:

1. Aus dem „üblichen“ Strompreis (KWK-Index)
Was der eingespeiste Strom wert ist, wird mit dem Netzbetreiber ausgehandelt. Ist kein Preis vereinbart, gilt der so genannte „übliche Preis“ für Baseload-Strom an der Leipziger Strombörse (European Energy Exchange EEX). Dieser als "KWK-Index" bezeichnete Durchschnittswert lag im dritten Quartal 2015 bei 32,84 Euro pro MWh. Dies entspricht rund 3,3 Cent pro kWh.
Den aktuellen KWK-Index erfahren Sie auf der Informationsseite der EEX.

2. Aus dem im KWK-Gesetz geregelten Zuschlag
Für jede erzeugte Kilowattstunde wird außerdem ein Zuschlag gezahlt – unabhängig, ob der Strom selbst genutzt oder ins Stromnetz eingespeist wird. Voraussetzung ist eine  Zulassung der KWK-Anlage durch das BAFA. Die Höhe des Zuschlags ist abhängig von der elektrischen Leistung des BHKW und beträgt ab 2016 8 Cent pro kWh für Anlagen mit maximal 50 kW. Die Förderung für selbst verbrauchten Strom liegt bei 4 Cent pro Kilowattstunde. Mikro-KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis 2 kW können die Zuschlagszahlung über die maximal geförderten 60.000 Vollbenutzungsstunden auch als Einmalzahlung beantragen. Dies entspricht dann einer Förderung in Höhe von 2.400 Euro. Mit dem KWK-Gesetz 2016 neu eingeführt wird die Anlagenklasse „Midi-BHKW“ von über 50 bis einschließlich 100 kW elektrischer Leistung. Für diese neue Klasse gibt es im Zeitraum von 30.000 Vollbenutzungsstunden ein Zuschlag von 6 Cent je kWh für die Netzeinspeisung und 3 Cent je kWh für die Eigenversorgung.

3. Aus der Vergütung der vermiedenen Netzkosten
Das BHKW stellt den Strom direkt vor Ort bereit. Der Strom muss nicht über lange Strecken zum Verbraucher transportiert werden. Der Betreiber eines BHKW bekommt die vermiedenen Netzkosten gutgeschrieben. Allerdings gibt es noch keine festgesetzte Vergütung für kleine BHKWs. In der Praxis korrespondiert die Vergütung mit den „vorgelagerten Netzkosten“ des Betreibers und liegt zwischen 0,1 und 2,0 Cent pro kWh.

Aus diesen drei Faktoren ergibt sich die Summe der Einspeisevergütung. Beispielsweise für ein Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von maximal 50 kW wird die Vergütung wie folgt berechnet:

Üblicher Preis3,3Cent pro kWh
+KWK-Zuschlag8Cent pro kWh
+Vermiedene Netzkosten0,50Cent pro kWh
=
Einspeisevergütung
11,8Cent pro kWh

Änderungen KWK-Gesetz 2016

Die ab dem 1. Januar 2016 geltenden Änderungen im KWK-Gesetz betreffen vor allem die Vergütungssätze und die Geltungsdauer. So wurde beispielsweise der KWK-Zuschlag von 5,41 Cent auf 8 Cent erhöht für den in das öffentliche Netz eingespeisten Strom. Und die Förderung für selbst verbrauchten Strom beträgt nun 4 Cent pro Kilowattstunde statt 5,41 Cent/kWh. Zudem wird der Zuschlag ab Januar 2016 nicht mehr für zehn Jahre, sondern für 60.000 Vollbenutzungsstunden gewährt. Diese Informationen sind bereits auf dieser Seite eingearbeitet.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der von BHKW-Consult angebotenen Website www.kwkg2016.de

weiter