Nachtspeicherheizung:
Kosten, Verbrauch und Entsorgung

19.03.2026 Lesedauer: min Clemens Boekholt

Ein Strommessgerät ermittelt den aktuellen Stromverbrauch

Eine Nachtspeicherheizung erzeugt Wärme mit Strom – und ist damit eine der teuersten und klimaschädlichsten Heizformen überhaupt. Was Betrieb, Verbrauch und Entsorgung wirklich kosten, welche Schadstoffe in alten Geräten stecken und warum sich ein Austausch fast immer lohnt: Alle Fakten auf aktuellem Stand.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Nachtspeicherheizungen sind im Betrieb deutlich teurer als Gas-, Öl- oder Wärmepumpenheizungen
  • Der Niedertarif (Nachtstrom) liegt 2025/26 bei rund 20 Cent pro kWh – kaum günstiger als Normaltarife
  • Ältere Geräte enthalten oft gefährliche Schadstoffe: Asbest, künstliche Mineralfasern (KMF) und PCB
  • Die Entsorgung darf ausschließlich durch zugelassene Fachbetriebe erfolgen
  • Der Austausch wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert

Was kostet eine Nachtspeicherheizung?

Die Kosten einer Nachtspeicherheizung setzen sich aus Anschaffungs- und Betriebskosten zusammen. Die anfänglichen Kosten sind vergleichsweise niedrig, allerdings müssen Betreiber*innen einer solchen Heizung mit hohen laufenden Kosten rechnen.

Die Anschaffungskosten hängen in erster Linie von der Heizleistung und dem Hersteller ab. Im Durchschnitt kostet eine Nachtspeicherheizung mit 3.000 Watt etwa 1.000 Euro ohne Installation. Geräte mit 7.000 Watt kosten etwa 2.000 Euro. Damit lässt sich je nach energetischem Zustand des Gebäudes ein Raum mit 14 bis 60 Quadratmetern Wohnfläche beheizen. 

Was kostet eine Nachtspeicherheizung im Betrieb?

Der sogenannte Niedertarif (NT) für Nachtstrom geht auf die 1970er-Jahre zurück. Damals liefen Kohlekraftwerke rund um die Uhr auf gleichmäßiger Last – und der günstigere Nachtstrom sollte die Bevölkerung dazu bringen, auch nachts Strom zu verbrauchen. Heute hat sich das Bild grundlegend verändert. Der Niedertarif gilt üblicherweise zwischen 22 und 6 Uhr, liegt aber laut aktuellem Marktvergleich (Stand: 2025/26) bei rund 20 Cent pro kWh – und damit kaum noch unter dem regulären Haushaltsstrompreis von etwa 25–31 Cent pro kWh. Der ursprüngliche Preisvorteil ist weitgehend verschwunden.

Was kostet das Heizen mit Nachtstrom konkret?

Im Vergleich mit anderen Heizarten zeigt sich das Kostenproblem deutlich. Auf Basis des Heizspiegels 2025 (Abrechnungsjahr 2024) und eines typischen Verbrauchs von rund 130 kWh pro Quadratmeter ergeben sich folgende Jahreskosten:

Kosten einer Nachtspeicherheizung im Vergleich

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Heizart
Einfamilienhaus
Mehrfamilienhaus
Nachtspeicherheizung (ca. 20 ct/kWh NT)
ca. 2.860 Euro
ca. 1.820 Euro
Erdgas
ca. 1.760 Euro
ca. 1.120 Euro
Wärmepumpe
ca. 1.155 Euro
ca. 735 Euro
Die Tabelle listet die Kosten einer Nachtspeicherheizung im Vergleich

Quellen: Heizspiegel 2025, Nachtstrompreis: Wechselpilot 2025

Wie klimaschädlich ist die Nachtspeicherheizung?

Der CO2-Emissionsfaktor des deutschen Strommixes ist in den letzten Jahren gesunken – lag aber 2024 laut Umweltbundesamt noch immer bei 363 Gramm CO₂ pro kWh. Für eine Nachtspeicherheizung, die ein 110-m²-Haus mit rund 14.300 kWh Strom beheizt, bedeutet das jährliche Emissionen von etwa 5,2 Tonnen CO₂ – mehr als das Doppelte einer Gasheizung (rund 3,9 Tonnen laut Heizspiegel 2025).

Eine Ausnahme gilt bei Ökostrom oder eigenem Solarstrom: 

Wer seine Nachtspeicherheizung vollständig mit zertifiziertem Ökostrom oder PV-Eigenproduktion betreibt, verbessert die CO2-Bilanz erheblich. Für die meisten Haushalte mit Standardtarif bleibt die Nachtspeicherheizung jedoch eine der klimaschädlichsten Heizformen.

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Welche Schadstoffe stecken in alten Nachtspeicheröfen?

Wer eine ältere Nachtspeicherheizung besitzt, sollte wissen: Viele Geräte enthalten gefährliche Schadstoffe. Im Zweifelsfall sollte jedes Gerät als potenziell belastet betrachtet werden. Die wichtigsten Schadstoffe im Überblick:

Mögliche Schadstoffe einer Nachtspeicherheizung im Überblick

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Schadstoff
Betroffen
Gesundheitsrisiko
Asbest
Geräte mit Baujahr vor 1984
krebserzeugend
Künstliche Mineralfasern (KMF)
Baujahr vor Juli 1989
lungenschädigend
Polychlorierte Biphenyle (PCB)
Baujahr vor Juni 2000
krebserzeugend
Chromathaltige Speichersteine
fast alle Geräte
gesundheitsschädlich
Die Tabelle listet mögliche Schadstoffe einer Nachtspeicherheizung im Überblick

Entsorgung: Nur durch zugelassene Fachbetriebe

Die eigenhändige Zerlegung einer Nachtspeicherheizung ist strikt verboten und gefährlich. Nur zugelassene Fachfirmen dürfen Nachtspeicherheizungen nach TRGS 519 (Technische Regeln für Gefahrstoffe) zerlegen und entsorgen.

In der Praxis transportieren viele Betriebe die Geräte bevorzugt unzerlegt aus dem Haus – mit technischen Hilfsmitteln wie einem Kran. Für den Abtransport werden Lüftungsöffnungen mit Klebeband verschlossen oder das gesamte Gerät in reißfeste Folie eingepackt. Viele Betriebe bieten gleichzeitig den Einbau einer neuen Heizanlage an.

Personen in Schutzanzug packen verseuchtes Material in Tüten.
Personen in Schutzanzug verstauen verseuchtes Material in Tüten.

Was kostet die Entsorgung?

Nachtspeicherheizungen fallen unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) und müssen an kommunalen Sammelstellen oder zugelassenen Abgabestellen abgegeben werden. Die Kosten für Rückbau, Demontage und Abholung trägt der Eigentümer. Sie liegen erfahrungsgemäß bei 100 bis 230 Euro pro Gerät – bei Schadstoffbelastung können die Kosten abweichen. Im Zweifelsfall direkt beim lokalen Entsorgungsunternehmen nachfragen.

Lohnt sich der Austausch?

Ja – und in den meisten Fällen deutlich. Wer von einer Nachtspeicherheizung auf eine Wärmepumpe umsteigt, kann die Heizkosten laut Heizspiegel 2025 um mehr als die Hälfte senken. Hinzu kommt die staatliche Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG):

  • Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten beim Heizungstausch
  • Einkommensbonus: zusätzliche 30 % für Haushalte mit zu versteuerndem Einkommen unter 40.000 Euro/Jahr
  • Effizienzbonus: zusätzliche 5 % für besonders effiziente Wärmepumpen

Die Förderung wird über das BAFA abgewickelt. Wichtig: Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden. Aktuelle Konditionen und Antragsformulare finden sich direkt beim BAFA und bei der KfW.

Auch als Mieter*in gibt es Handlungsmöglichkeiten: Wer die Nachtspeicherheizung nicht selbst austauschen kann, sollte die Einstellungen optimieren und den Vermieter auf die Möglichkeit einer geförderten Modernisierung hinweisen.

Hat die Nachtspeicherheizung eine Zukunft?

Für alte Geräte lautet die klare Antwort: nein. Sie sind technisch veraltet, schadstoffbelastet und wirtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähig.

Anders könnte es für neue, intelligente Elektrospeicherheizungen aussehen. Im Rahmen von EU-Forschungsprojekten wurden sogenannte Smart Electric Thermal Storage-Systeme (SETS) an Smart Grids angeschlossen und mit Strom aus erneuerbaren Energien gespeist. Kombiniert mit dynamischen Stromtarifen (seit 2025 für alle Haushalte mit Smart Meter verpflichtend anzubieten, § 41a EnWG) könnten solche Systeme künftig netzdienlich überschüssigen Ökostrom speichern. Die Voraussetzungen dafür – flächendeckende Smart Meter, günstige Grünstromtarife – sind jedoch noch nicht flächendeckend vorhanden.

Clemens Boekholt

Über den Autor

Clemens Boekholt

Clemens Boekholt arbeitete freiberuflich als Autor und Texter für co2online. Seine Schwerpunkte liegen auf Storytelling, Social-Media- und Videokonzeption. Zuvor hat er unter anderem zu Themen wie Europäischer Emissionshandel und Klimafolgen-Anpassung geschrieben.

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