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Photovoltaik: Kosten und Finanzierung – Was rechnet sich? Was nicht?

Die Kosten für Photovoltaik sind in den vergangenen Jahren stark gesunken. Nicht nur die Module selbst sind günstiger zu haben, sondern auch die Speicher. Das hat Auswirkungen auf die Kosten und auch auf die Finanzierung von Photovoltaik: Kredite sind nur noch selten nötig, Fördermittel gibt es vor allem auf regionaler Ebene.

SolardachCheck: Photovoltaik prüfen

Würde sich Photovoltaik auf Ihrem Dach lohnen? Was bringt ein Speicher in Ihrem Fall? Finden Sie heraus, mit welchen Erträgen Sie rechnen können:

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Kosten für Photovoltaik bei 6.000 bis 21.000 Euro für kleine bis große Anlage mit Speicher für Ein- oder Zweifamilienhaus
  • 45 bis 71 Prozent Einsparung durch Photovoltaik im Vergleich zu Kosten für Netzstrom
  • Finanzierung von Photovoltaik wegen geringer Kosten häufig ohne Kredit; viele regionale Förderzuschüsse

Wie teuer ist Photovoltaik wirklich?

Wie teuer Photovoltaik ist, kommt vor allem auf die Größe der Anlage an. Deswegen sollten Sie zuerst klären, wie groß die für Photovoltaik geeignete Dachfläche ist. Bei ausreichender Fläche kommt es vor allem darauf an, wie viel Sie investieren wollen. Zwei Beispiele zeigen, wie teuer Photovoltaik in etwa sein kann.

Photovoltaik-Beispielrechnung 1: weniger teuer

Leistung2,4 kWp
Investition insgesamt
- davon Photovoltaik
- davon Speicher
6.600 Euro
3.700 Euro
2.900 Euro
Förderung (einmalig)*400 Euro
Betriebskosten pro Jahr130 Euro
Amortisationszeit*11,1 Jahre
Überschuss nach 20 Jahren*6.100 Euro

In dieser Beispielrechnung für Photovoltaik liegen die Kosten je Kilowattpeak (kWp) mit rund 1.500 Euro höher als im Schnitt. Auch die Kosten für den Speicher sind eher am oberen Ende der Skala einzuordnen. Diese Kosten könnten also je nach Angebot niedriger ausfallen.

Photovoltaik-Beispielrechnung 2: größere Autarkie/Unabhängigkeit

Leistung8,0 kWp

Investition insgesamt

- davon Photovoltaik
- davon Speicher
20.500 Euro
10.900 Euro
9.600 Euro
Förderung (einmalig)*1.300 Euro
Betriebskosten pro Jahr410 Euro
Amortisationszeit*14,9 Jahre
Überschuss nach 20 Jahren*10.300 Euro

Bei dieser Beispielrechnung für Photovoltaik liegen die Kosten je Kilowattpeak (kWp) am oberen Ende der Skala. Auch die Betriebskosten sind etwas höher angesetzt als beim Durchschnitt, weil es sich um eine größere Anlage handelt. Beides könnte niedriger ausfallen. Mit einem Elektroauto ließen sich hier der Eigenverbrauch und damit auch der Überschuss noch deutlich steigern.

* Eine individuelle Berechnung für Photovoltaik auf Ihrem Haus ist mit dem SolardachCheck möglich. In beiden Photovoltaik-Beispielrechnungen ist ein Strompreis von 29 Cent je Kilowattstunde (kWh) und eine Preissteigerung von zwei Prozent über 20 Jahre sowie eine Förderung durch das Land Baden-Württemberg angenommen.

Photovoltaik: Wann lohnt es sich?

Photovoltaik lohnt sich, wenn man möglichst viel Sonnenstrom im eigenen Haus verbrauchen kann. Der Eigenverbrauch rechnet sich nicht durch die Einspeisevergütung, sondern durch die Einsparung des Stromkaufs aus dem Stromnetz.

Kosten für Strom aus Photovoltaik9 bis 12 Cent je kWh
Kosten für Strom aus dem Netz22 bis 32 Cent je kWh
Einsparung13 bis 20 Cent je kWh (45 bis 71 Prozent)
Einspeisevergütung (Mai 2019)8,38 bis 10,95 Cent je kWh

Zum Stromverbrauch im Haushalt kann der Stromverbrauch für Elektromobilität hinzukommen, zum Beispiel mit einem Elektroauto oder Elektrofahrrädern. So ließe sich der Eigenverbrauch deutlich erhöhen:

Stromverbrauch 4-Personen-Haushalt4.200 kWh pro Jahr**
Stromverbrauch Elektroauto4.000 kWh pro Jahr***

** durchschnittliches Einfamilienhaus ohne elektrische Warmwasserbereitung

*** Elektroauto mit 20 Kilowattstunden (kWh) je 100 Kilometer (km) bei 20.000 km pro Jahr

Warum ist Photovoltaik so teuer? Was kostet 1 kWp?

Photovoltaik ist nicht mehr teuer. Mittlerweile ist Sonnenstrom weltweit die günstigste Energiequelle, auch bei uns in Deutschland. 900 bis 1.400 Euro kostet das Kilowatt oder Kilowattpeak (kWp) einer durchschnittlichen Dachanlage, inklusive der Montagekosten durch den Installateur. Demgegenüber stehen zwischen 800 und 1.100 Kilowattstunden, die jedes Kilowatt Solarleistung im Jahr erzeugen kann.

Photovoltaik: Preisentwicklung seit 2006

Die Preise für die Photovoltaik haben sich innerhalb eines Jahrzehnts um rund 70 bis 80 Prozent verringert. Und die Preisentwicklung zeigt weiter nach unten, auch wenn sich die Kurve etwas abflacht. Oder anders ausgedrückt: Für das gleiche Geld gibt es immer mehr Photovoltaik.

Ein wichtiger Teil sind dabei die Installationskosten, also die Arbeitskosten für den Aufbau der Anlage und ihren elektrischen Anschluss. Dieser Anteil variiert je nach Region.

Wann amortisiert sich Photovoltaik?

Es hängt vor allem von der Höhe des Eigenverbrauchs ab, wann sich Photovoltaik amortisiert. In der Regel laufen neue Photovoltaikanlagen auf privaten Wohnhäusern im Mischbetrieb: So viel Sonnenstrom wie möglich wird selbst verbraucht – nur Überschüsse, die weder verbraucht, noch gespeichert werden können, gibt man gegen Einspeisevergütung ans Stromnetz ab. Wie die Beispiele durchschnittlicher neuer Anlagen zeigen, kann sich Photovoltaik innerhalb von etwa 10 bis 15 Jahren amortisieren.

Photovoltaik-Amortisation 1: geringere Kosten, hoher Eigenverbrauch

Kosten PV und Speicher (2,4 kWp/kWh)6.600 Euro
Amortisationsdauer*11,1 Jahre
Überschuss nach 20 Jahren*6.100 Euro

Photovoltaik-Amortisation 2: höhere Kosten, größere Autarkie/Unabhängigkeit

Kosten PV und Speicher (8,0 kWp/kWh)20.500 Euro
Amortisationsdauer*14,9 Jahre
Überschuss nach 20 Jahren*10.300 Euro

* Wann sich Photovoltaik in Ihrem Fall amortisiert, können Sie mit dem SolardachCheck berechnen. Beiden Beispielen für die Photovoltaik-Amortisation liegt ein Strompreis von 29 Cent je Kilowattstunde (kWh) und eine Preissteigerung von zwei Prozent über 20 Jahre sowie eine Förderung durch das Land Baden-Württemberg zugrunde.

Wann ist Photovoltaik rentabel? Nur bei viel Eigenverbrauch?

Beim Eigenverbrauch rechnet man die Investition in die Photovoltaik gegen die Stromkosten. Derzeit kostet die Kilowattstunde Sonnenstrom je nach Anlage und Größe zwischen 9 und 12 Cent. Dagegen kostet der Netzstrom für private Haushalte zwischen 22 und 32 Cent, mancherorts gar 34 Cent. Und die Strompreise steigen weiter.

Die Einsparung bei der Stromrechnung liegt also aktuell zwischen 13 und 20 bis 22 Cent. Im Vergleich dazu liegt die Einspeisevergütung bei neuen Anlagen im Mai 2019 nur zwischen 8,38 und 10,95 Cent. Das heißt: Je größer der Eigenverbrauch, desto rentabler ist eine neue Photovoltaikanlage derzeit.

Wann lohnt sich ein Stromspeicher?

Stromspeicher lohnen sich bei neuen Photovoltaikanlagen, wenn sie den Eigenverbrauch in einem Haus deutlich steigern. Ohne Stromspeicher kann man etwa 30 bis 35 Prozent des Sonnenstroms je nach Strombedarf im Haus und Größe der Photovoltaikanlage sofort und direkt im Haus verbrauchen. Zu viel Strom vom Dach wandert dann ins Stromnetz. Ein ausreichend dimensionierter Stromspeicher kann den Anteil des selbstgenutzten Sonnenstroms auf rund 80 bis 85 Prozent erhöhen.

Ob sich ein Stromspeicher wirtschaftlich lohnt, ist von vielen Faktoren abhängig: vor allem vom andauernden Preisverfall, von der Förderung durch Zuschüsse und ob ein Elektroauto geladen wird. Laut einer aktuellen Kurzstudie der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin für die Verbraucherzentrale NRW (PDF) rechnet sich vor allem die Kombination aus großer Photovoltaikanlage und kleinem Speicher.

Sicher ist, dass ein Stromspeicher für größere Unabhängigkeit vom Stromversorger und mehr Versorgungssicherheit sorgt, zum Beispiel bei einem Stromausfall (Stichwort „Autarkie”). Außerdem leisten Hauseigentümer so einen wichtigen Beitrag für die Energiewende, für die dezentrale Energieversorgung und den Klimaschutz. Einige Anbieter von Stromspeichern ermöglichen zudem virtuelles Speichern des eigenen Stroms (Cloud).

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Photovoltaik und Speicher: Wie hoch sind die Kosten?

Bei Photovoltaik ist für ein Kilowatt Leistung mit Kosten zwischen 900 und 1.400 Euro zu rechnen (netto, inklusive Montage). Moderne Lithiumspeicher für private Hausbesitzer kosten zwischen 900 und 1.400 Euro je Kilowattstunde Speicherkapazität. Auch das ist nicht mehr teuer, zumal die Kosten für Speicher weiter sinken. Rund zwei Drittel aller kleineren Photovoltaikanlagen für private Wohnhäuser (unter 10 kWp) werden mittlerweile mit Stromspeicher installiert, Tendenz steigend.

Wie viel kosten Photovoltaik und Stromspeicher?

Photovoltaik und Stromspeicher schlagen jeweils mit etwa der Hälfte der Kosten zu Buche. Bei einer durchschnittlichen kleinen Anlage (2,4 kWp/kWh) kostet die Photovoltaik rund 3.700 Euro. Der Stromspeicher kostet etwa 2.900 Euro. Bei einer durchschnittlichen großen Anlage (8 kWp/kWh) kostet die Photovoltaik circa 10.900 Euro, der Stromspeicher rund 9.600 Euro.

Photovoltaik und Stromspeicher – Variante 1:

Photovoltaik (2,4 kWp)3.700 Euro
Stromspeicher (2,4 kWh)2.900 Euro
Amortisationszeit*11,1 Jahre
Überschuss nach 20 Jahren*6.100 Euro

Photovoltaik und Stromspeicher – Variante 2:

Photovoltaik (8,0 kWp)10.900 Euro
Stromspeicher (8,0 kWh)9.600 Euro
Amortisationszeit*14,9 Jahre
Überschuss nach 20 Jahren*10.300 Euro

Die Photovoltaikanlage ist auf 20 Jahre ausgelegt. Lithiumspeicher werden in der Regel nur bis 10 Jahre garantiert. Das ist unbedingt zu beachten. Es kann also sein, dass nach 10 oder mehr Jahren ein neuer Speicher zu kaufen ist. Entsprechend kleiner wäre der Überschuss.

* Wie viel Photovoltaik und Stromspeicher für Ihr Haus kosten würden, zeigt der SolardachCheck. Bei beiden Beispielen für die Kosten von Stromspeicher und Photovoltaik wird mit einem Strompreis von 29 Cent je Kilowattstunde (kWh) und einer Steigerung um zwei Prozent über 20 Jahre sowie einer Förderung durch das Land Baden-Württemberg gerechnet.

Welche Fördermittel gibt es für Photovoltaik?

Für Photovoltaik gibt es Fördermittel in Form von verschiedenen Förderkrediten und Zuschüssen.

Kredite für Photovoltaikanlagen vergeben die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), einzelne Bundesländer sowie Energieversorger. Die KfW stellt ihren Förderkredit über das Programm 270 durch die jeweilige Hausbank zur Verfügung. Meist ist der bürokratische Aufwand für Kredite recht hoch – und Hausbanken winken bei zu kleinen Krediten oft ab. Deswegen lohnen sich Kredite häufig nur bei sehr großen Anlagen mit Stromspeicher.

Zuschüsse für Photovoltaikanlagen gibt es in zahlreichen Bundesländern, Kreisen, Städten und Gemeinden sowie von Energieversorgern und einer Stiftung. Auch die Beratung zu Photovoltaik wird mit Zuschüssen gefördert. Außerdem gibt es eine staatliche Einspeisevergütung.

Welche Kredite und Zuschüsse für Photovoltaik es in Ihrer Region gibt, finden Sie am einfachsten mit dem FördermittelCheck heraus – oder mit der Liste der aktuellen Fördermittel für Photovoltaik.

FördermittelCheck: Förderung für Photovoltaik finden

Prüfen Sie, welche Fördermittel es für eine Photovoltaikanlage in Ihrer Region gibt. Alle Zuschüsse und Kredite von Bund, Ländern, Kommunen und Versorgern:

Welche Fördermittel gibt es für Stromspeicher?

Für Photovoltaik-Stromspeicher gibt es einen Förderkredit und verschiedene Zuschüsse von Ländern, Kommunen und Energieversorgern.

Den Förderkredit vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit dem Programm 270 über die jeweilige Hausbank. Allerdings ist der bürokratische Aufwand dafür vergleichsweise hoch und viele Hausbanken vergeben keine solch kleinen Kredite. Deswegen kauft die Mehrheit der Nutzer von Photovoltaikanlagen ihren Stromspeicher ohne einen Förderkredit.

Zuschüsse für Photovoltaik-Stromspeicher gibt es in einzelnen Bundesländern, Kreisen, Städten und Gemeinden sowie von verschiedenen Energieversorgern. Welche Zuschüsse es in Ihrer Region gibt, finden Sie am schnellsten mit dem FördermittelCheck heraus – oder mit der Liste der aktuellen Fördermittel für Photovoltaik-Stromspeicher.

Ein Beispiel für einen Zuschuss: Baden-Württemberg zahlt für „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher“ einmalig 200 Euro je Kilowattstunde (kWh) nutzbarer Kapazität. Bei einem großen Speicher mit 6,5 kWh sind das 1.300 Euro; für einen kleinen Speicher mit 2,0 kWh gibt es 400 Euro (siehe Beispielrechnungen).

FördermittelCheck: Stromspeicher-Förderung finden

Finden Sie heraus, welche Fördermittel für Photovoltaik-Stromspeicher in Ihrer Region zu haben sind. Alle Zuschüsse und Kredite von Bund, Ländern, Kommunen und Versorgern:

Welcher Kredit ist der Beste?

Mittlerweile sind die Preise für Photovoltaik und Stromspeicher so weit im Keller, dass sich meist nicht einmal Kredite lohnen. Wer beispielsweise bei der KfW eine staatliche Förderung für den Stromspeicher holen möchte, braucht dafür einen Kredit bei seiner Hausbank. So ein Stromspeicher (zum Beispiel 4,4 Kilowattstunden) kostet aber nur rund 4.000 Euro. Da winkt die Hausbank ab.

Nicht zu vergessen: Kredite verteuern die Investition, weil Zinsen und Bearbeitungsgebühren hinzukommen. Photovoltaikanlagen mit 10 Kilowatt Nennleistung und ausreichend großem Stromspeicher (zum Beispiel 13,5 Kilowattstunden) bekommt man anschlussfertig für etwa 20.000 bis 25.000 Euro. Damit kann man ein größeres Wohnhaus für zwei Familien mit Büro oder Einliegerwohnung fast komplett versorgen.

Nur bei solch großen Summen lohnt es sich angesichts der geringen Zinsen, mit der Bank einen Kredit zu verhandeln. Bei Krediten wird die Anlage in der Regel als bevorzugte Dienstbarkeit über das Grundstück abgesichert. Besser ist es, die Anlage so auszulegen, dass sie sich durch den Eigenverbrauch möglichst schnell rechnet – eventuell mit Stromspeicher und ohne Kosten für die Finanzierung.

Im Gegensatz zu einem Kredit lohnen sich Zuschüsse fast immer. Welche es gibt, zeigt der FördermittelCheck.

Kann ich eine Photovoltaikanlage mieten oder leasen?

Die Anlagentechnik selbst ist sehr preiswert geworden. Wer die Investition scheut, kann bei seinem regionalen Energieversorger, bei Energiegenossenschaften oder spezialisierten Dienstleistern fragen. Sie haben nicht selten Finanzierungsmodelle mit Dachmiete (Dachpacht) oder Leasing entwickelt, um die Anlage vorzufinanzieren. Der Solarkunde, dem das Dach gehört, zahlt sie über einen vereinbarten Strompreis über die Jahre ab.

In solchen Verträgen sollte der Abkauf der Anlagen geregelt sein, ebenso ihr Restwert nach Ablauf des Vertrages (Leasing). Denn läuft der Vertrag aus, ist die Anlage abbezahlt. Aber sie stromt munter weiter. Dann kostet der Sonnenstrom faktisch null Cent – bis auf Kosten für Wartung und Versicherung.

Wie hoch sind die Wartungskosten für Photovoltaik?

Bei Photovoltaikanlagen werden die Wartungskosten häufig unterschätzt. Dass Photovoltaik komplett wartungsfrei ist, gehört zu den gängigen Mythen. Aber Photovoltaik ist sehr wartungsarm. Wenn die Photovoltaikanlage einmal im Jahr von einem Fachmann durchgeschaut und geprüft wird, gibt es in der Regel auch kaum Aufwand für Reparaturen.

Die Wartung sollte am Ende des Winters erfolgen, bevor die neue Sonnensaison beginnt. Eine Inspektion einer durchschnittlichen Photovoltaikanlage kostet zwischen 200 und 300 Euro. Es ist sinnvoll, wenn sich Nachbarn dazu absprechen. Dann braucht der Fachhandwerker nur einmal anzufahren und kann seinen Arbeitstag gut für mehrere Anlagen nutzen.

Photovoltaik-Beispiel 1

Photovoltaik (2,4 kWp)3.700 Euro
Speicher (2,4 kWh)2.900 Euro
Wartungskosten130 Euro pro Jahr

Photovoltaik-Beispiel 2

Photovoltaik (8 kWp)10.900 Euro
Speicher (8 kWh)9.600 Euro
Wartungskosten410 Euro pro Jahr

Wie sieht es mit der Abschreibung für Photovoltaik aus?

Wer Sonnenstrom ins Netz einspeist, wird als Stromverkäufer tätig – auch bei der Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach. Das heißt: Man betreibt ein Gewerbe und muss die Einnahmen aus der Einspeisevergütung versteuern. Zum Betrieb gehören eine Gewerbeanmeldung und die Buchführung über die eingespeisten Solarerträge.

Der Vorteil: Bestimmte Kosten kann man steuerlich geltend machen, auch die Kosten für Wartung, Versicherung oder den Steuerberater. Die Abschreibung einer Photovoltaikanlage läuft über zwanzig Jahre, wobei man zwischen linearer und degressiver Abschreibung wählen kann. Vor der Investition sollten Sie daher einen kundigen Steuerberater konsultieren.

Photovoltaik: Was kann ich steuerlich absetzen?

Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, kann mehrere Dinge abschreiben: neben den Kosten für die Investition auch die laufenden Kosten:

  • Steuerberater,
  • Versicherung,
  • Wartung,
  • Reinigung und
  • sonstige Nebenkosten wie Kontoführungsgebühren.

Brauche ich eine Steuernummer?

Für den Schriftverkehr mit dem Finanzamt ist eine Steuernummer notwendig, die nach der Gewerbeanmeldung erteilt wird. Verfügt der künftige Besitzer einer Photovoltaikanlage bereits über einen gewerblichen Betrieb, sollte er im Vorfeld klären, welche steuerlichen Vorteile er nutzen kann.

Mit den Rechten sind allerdings stets auch Pflichten verbunden. Die Gewerbeanmeldung bedeutet oft die Zwangsmitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer. Eine pauschale Freistellung für die Betreiber von Photovoltaikanlagen gibt es nicht, wohl aber Sonderregelungen in einigen Bundesländern.

Grundsätzlich gelten alle Betreiber einer Photovoltaikanlage als Gewerbetreibende – mit zwei Ausnahmen:

  1. private Anlagen mit mehr als 95 Prozent Eigenverbrauch und
  2. private Inselanlagen ohne Zugang zum Stromnetz.

Welche Steuern muss ich zahlen?

Gewerbesteuer wird nur bei größeren Anlagen fällig, wenn der Gewinn aus der gewerblichen Tätigkeit eine bestimmte Bemessungsgrenze übersteigt. Ist die Photovoltaikanlage die einzige gewerbliche Einnahmequelle, wird man diese Grenze selbst bei Anlagen mit etwas mehr als 10 Kilowatt Solarleistung kaum überschreiten.

Einkommenssteuer ist zu zahlen, wenn ein Gewinn erwirtschaftet wird, nach Abzug aller Kosten für Betrieb und Finanzierung. Bei einem Verlust kann die Einkommenssteuer entsprechend vermindert werden.

Muss ich Umsatzsteuer zahlen?

Der Betreiber einer Photovoltaikanlage kann als sogenannter Kleinunternehmer behandelt werden, wenn die Umsätze im Jahr der Inbetriebnahme nicht mehr als 17.500 Euro betragen und im Folgejahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen. Dabei gehen die Einnahmen aus der Photovoltaikanlage (Einspeisevergütung) in die Summe aller Einnahmen des Anlagenbetreibers ein. Photovoltaik-Kleinunternehmer müssen keine Umsatzsteuer zahlen.

Der Nachteil dieser Regelung: Als Kleinunternehmer kann man sich die für die Investition in Photovoltaik und Stromspeicher gezahlte Mehrwertsteuer (19 Prozent) nicht erstatten lassen. Ob Photovoltaik mit oder ohne Umsatzsteuer – klären Sie das am besten mit einem erfahrenen Steuerberater.

Beim Nachrüsten eines Stromspeichers können Sie sich die gezahlte Mehrwertsteuer übrigens nicht erstatten lassen. Das geht nur, wenn Photovoltaikanlage und Speicher gemeinsam installiert werden.

Muss ich für Sonnenstrom die EEG-Umlage zahlen?

Die staatlich garantierte Einspeisevergütung wird in Deutschland durch eine EEG-Umlage auf alle Haushalte refinanziert. Betreiber von Photovoltaikanlagen bis 10 Kilowatt mit einem Eigenverbrauch von höchstens 10 Megawattstunden pro Kalenderjahr sind davon befreit.

Sie brauchen für ihren eigenen Sonnenstrom keine Umlage zahlen, wohl aber für gekauften Strom aus dem Netz. Bei größeren Anlagen (mehr als 10 Kilowatt) wird auch der Eigenverbrauch mit 40 Prozent der EEG-Umlage belastet. Anfang 2018 betrug die EEG-Umlage 6,79 Prozent.

Welche Abgaben muss ich zahlen, wenn ich mich vollkommen autark versorge?

Mit Sonnenstrom, Stromspeicher und Blockheizkraftwerk (BHKW), Brennstoffzellen oder Kleinwindkraft kann man sich unter Umständen autark versorgen. Dann kann man auf den elektrischen Hausanschluss verzichten. Lediglich eine Gasleitung oder Flüssiggas würden als Brennstoff für BHKW oder Brennstoffzellen benötigt.

In diesem Fall wird das Haus als unabhängige Strominsel betrachtet. Weil es keinen Zugang zum Stromnetz gibt, kann man keinen Sonnenstrom handeln. Dann fallen auch keine Abgaben oder Steuern an. Allerdings verursacht diese Unabhängigkeit wesentlich höhere Investitionen – für das BHKW, die Brennstoffzellen oder das Kleinwindrad.

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Wie hoch ist die Einspeisevergütung?

Für jede Kilowattstunde ins Stromnetz eingespeisten Sonnenstroms zahlt der Netzbetreiber eine für zwanzig Jahre staatlich garantierte Einspeisevergütung. Sie liegt im Mai 2019 für Photovoltaikanlagen mit bis zu 10 Kilowatt Nennleistung bei 10,95 Cent je Kilowattstunde. Anlagen bis 40 Kilowatt erhalten 10,65 Cent, bis 100 Kilowatt 8,38 Cent. Je mehr Photovoltaik in Deutschland installiert wird, umso stärker sinkt die Einspeisevergütung von Monat zu Monat. Die Bemessung nimmt die Bundesnetzagentur aufgrund der Regeln im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor.

Kann ich mein Dach mit Photovoltaik sanieren?

Das ist meist ein sehr wirtschaftlicher Weg. Man ersetzt die alte Eindeckung durch solare Indachsysteme oder solare Dachziegel. Vor allem alte Schrägdächer lassen sich dadurch sehr gut sanieren, spart man doch die Eindeckung. Die Mehrkosten für die Photovoltaik sind oft nur gering.

Besonders bieten sich Photovoltaikanlagen zur Sanierung von asbestbelasteten Dächern an. Man kann auflastarme Aluminiumprofile verwenden oder flexible Solarbahnen direkt auf die Dachfolie eines Gebäudes aufbringen. Rechnet man die Dachsanierung mit ein, sind so sehr kurze Amortisationszeiten von vier Jahren möglich.

Muss ich mein Dach verstärken?

Solarmodule sind schwer, gelegentlich muss man die Unterkonstruktion des Daches verstärken. Ob sich der Mieter des Daches daran beteiligt, sollte man im Vorfeld klären und in den Mietvertrag für die Photovoltaikanlage aufnehmen. Aufgeständerte Module brauchen schweren Ballast, damit sie sich bei Wind oder Sturm nicht verschieben.

Eine wichtige Frage ist, ob man zur Anbindung der Montagesysteme für die Solarmodule und ihre Fundamente durchs Dach bohren muss. Das schafft Dichtungsprobleme und kann teuer werden. Besser sind mit Kies beschwerte Aluwannen als Fundamente für die Solarmodule.

Muss ich einen Bauantrag stellen?

Photovoltaikanlagen müssen die Bauordnungen der Bundesländer erfüllen. Einige Bundesländer haben Ausnahmen für kleinere Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern erlassen. Auch bei Bauhöhen unter 3 Metern gelten unter Umständen Vereinfachungen.

Wenn die Solarmodule parallel zum Dach oder zur Fassade liegen und bündig abschließen, ist eine Baugenehmigung meist nicht erforderlich. Werden die Module aufgeständert, gelten in einzelnen Ländern bestimmte Grenzwerte für die zulässige Gesamtfläche, bis zu der die Anlage genehmigungsfrei ist. Im Zweifelsfalle sollte man beim örtlichen Bauamt nachfragen. Grundsätzlich genehmigungspflichtig sind Anlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden.

Autor: Heiko Schwarzburger, Fachjournalist für erneuerbare Energien

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