Wir verwenden Cookies für den bestmöglichen Service für Sie. Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen zu und akzeptieren die Verwendung von Cookies. Alternativ können Sie die Einstellungen anpassen.

Stromverbrauch beim Kühl­schrank: Tipps zum Gebrauch & Kaufberatung

Brummende Kühlschränke, tropfende Waschmaschinen, knarzende Kochherde: Elektrogeräte verbrauchen Strom, belasten die Umwelt und sind trotzdem unverzichtbar. Was tun? In der Reihe „Unter Strom“ erzählen unsere Autor*innen, warum es auch für bekennende Klimaschützer*innen nicht immer leicht ist, sich von alten Stromfressern zu trennen. Heute berichtet unser Autor Minh Duc Nguyen über die schweißtreibende Trennung von Altus, dem brummenden Kühlschrank.

KühlCheck: Strom sparen beim Kühlgerät

Würden Sie mit einem neuen Kühlgerät Strom sparen? Und welches Model wäre das richtige für Sie? Finden Sie es jetzt heraus.

(c) Minh Duc Nguyen

Den brummenden Altus habe ich – zusammen mit meiner Freundin – schon seit knapp zehn Jahren im Einsatz. Gefunden und gekauft in einem Berliner Secondhand-Elektroladen für 100 Euro. Er war damit zwar nicht der günstigste, aber mit Sicherheit einer der preis­wertesten. Als Studierender war mir der Stromverbrauch ehrlich gesagt zweit- bis drittrangig. Der Preis war entscheidend. Wie viel Strom er jährlich verbraucht, wusste ich lange nicht.

Heute, gut zehn Jahre nach dem Kauf, bin ich dank unzähliger Gespräche mit Fachkolleg*innen etwas schlauer:

Fakten zum Stromverbrauch eines Kühlschranks

  • Der Stromverbrauch eines mittelgroßen Kühlschranks der besten Energieeffizienzklasse (ehemals A+++) beträgt durchschnittlich 90 bis 125 Kilowattstunden (kWh) im Jahr. Das sind umgerechnet etwa 29 bis 40 Euro.
  • Alte Kühlschränke, zum Beispiel aus dem Jahr 2002, verbrauchen mit bis zu 330 kWh mehr als dreimal so viel Strom.
  • Kühl- und Gefrierschränke sind für mehr als ein Zehntel des insgesamt verbrauchten Stroms verantwortlich.

Ein weiterer interessanter Fakt, den ich belegen kann, ist die Nutzungsdauer. Ob von Bosch, Liebherr oder in unserem Fall von Altus: Die Geräte halten wirklich lange. Dass ich ein gut zehn Jahre altes Gerät habe, ist also keine Seltenheit. Und dass es mitunter schwer sein kann, den genauen Stromverbrauch solcher Kühlschränke zu ermitteln, dazu komme ich gleich.

Den Stromverbrauch vom Kühlschrank berechnen, messen oder schätzen

Möchten Sie sich heute einen neuen Kühlschrank zulegen, haben Sie es vergleichsweise leicht. Denn dank Energielabel (auch dazu komme ich noch) sehen Sie gleich, wie viel Kilowattstunden das jeweilige Gerät pro Jahr in etwa verbraucht. Mit einer einfachen Formel lassen sich dann die entsprechenden Stromkosten berechnen.

Formel zum Berechnen von Stromverbrauch und Stromkosten vom Kühlschrank

Stromverbrauch in kWh x Strompreis in Euro = Stromkosten

Beispielrechnung für einen Kühlschrank mit einem Stromverbrauch von 90 kWh im Jahr und einem mittleren Strompreis von 31,81 Cent pro kWh:

90 kWh x 0,3181 € = 28,62 €

Für einen Kühlschrank mit einem Stromverbrauch von 90 kWh fallen also im Jahr durchschnittliche Stromkosten von rund 29 Euro an.

Das Problem an der oben gezeigten Berechnung ist: Beim Verbrauchswert handelt es sich um Herstellerangaben. Diese werden unter genormten Bedingungen ermittelt. In der Praxis kommen aber noch weitere Faktoren dazu, die den tatsächlichen Stromverbrauch beeinflussen können. Dazu gehören unter anderem:

  • das Nutzungsverhalten
  • der Standort des Geräts

Stromverbrauch von Kühl- und Gefrierschrank messen

Wenn Sie überprüfen möchten, wie viel Strom Ihr Kühlgerät wirklich verbraucht, können Sie das mithilfe eines einfachen Strommessgeräts oder einer smarten Messsteckdose machen. Einen solchen Stromzähler können Sie sich auch bei vielen Stromversorgern oder beispielsweise der Verbraucherzentrale leihen.

Stecken Sie das Messgerät einfach zwischen Kühlgerät und Steckdose. Messen Sie den Verbrauch mindestens über die Dauer eines Tages, an dem Sie den Kühlschrank wie gewohnt nutzen. So erhalten Sie ein realistisches Bild, wie viel Kilowattstunden Ihr Kühlschrank täglich im Normalbetrieb verbraucht. Multiplizieren Sie diese Zahl mit 365 (für 365 Tage im Jahr). So erhalten Sie den ungefähren Jahresstromverbrauch Ihres Kühlschranks in Kilowattstunden.

(c) Bastian Weltjen - Fotolia.com

Stromverbrauch von Kühl- und Gefrierschrank schätzen

Wenn Sie einen uralten Kühlschrank besitzen und keine Möglichkeit haben, ein solches Messgerät zu leihen, stehen Sie vor einer kleinen Herausforderung. Denn vor 1998 gab es kein Energielabel für Kühlschränke und Co. Beim Kauf eines gebrauchten Kühlschranks ist die Wahrscheinlichkeit, ein solches Label vorzufinden, ebenfalls klein. Wenn Sie Glück haben, finden Sie auf den Herstellerwebsites einige nützliche Informationen. Wenn nicht, bleibt Ihnen nur eines: Sie müssen den Stromverbrauch selbst schätzen. Und so geht’s:

  1. Suchen Sie nach dem Typenschild. (Machen Sie nicht denselben Fehler wie ich und wuchten den Kühlschrank samt Inhalt von seinem Platz. Denn außer ein paar Staubmäusen und Sachen, die Sie für immer verloren glaubten, gibt es keine nützlichen Informationen zu holen).
  2. Das Typenschild befindet sich in der Regel innerhalb des Kühlfaches und enthält unter anderem diese Angaben:

    a. Produkttyp (Kühlschrank, Kühl- und Gefrierkombi, Side-by-Side-Gerät)
    b. Klasse (SN, N, ST, T stehen für unterschiedliche Umgebungstemperaturen)
    c. Fassungsvolumen
    d. Leistungsaufnahme in Watt

  3. Um den Stromverbrauch zu schätzen, ist die Leistungsaufnahme in Watt notwendig.
  4. Außerdem müssen Sie herausfinden (eher heraushören), wie viele Minuten der Kompressor, der Hauptverbraucher, innerhalb einer Stunde in Betrieb ist: Dafür müssen Sie leider Gottes eine Stunde Ihrer kostbaren Zeit opfern. Wenn Sie das nicht möchten, können Sie auch mit Schätzwerten arbeiten. Für einen durchschnittlichen Kühlschrank wird mit etwa zwölf Minuten Laufzeit gerechnet.

Beispielrechnung:

Der Kompressor Ihres alten Kühlschranks läuft im Schnitt zwölf Minuten pro Stunde. Multiplizieren Sie diese Zahl mit 24 (Stunden) und 365 (Tagen), dann erhalten Sie die Laufzeit pro Jahr in Minuten. Dividieren Sie Letztere durch 60 und Sie erhalten die Laufzeit in Stunden.

12 Minuten x 24 Stunden x 365 Tage = 105.120 Minuten = 1.752 Stunden

Jetzt müssen Sie die Stundenanzahl nur noch mit der Leistungsaufnahme Ihres Kühlschranks multiplizieren. Bei einer angenommenen Leistung von 90 Watt haben Sie folgende Rechnung:

1.752 Stunden x 90 Watt = 157.680 Watt ≈ 158 Kilowattstunden

Zur Orientierung: Ein sparsamer Kühlschrank ohne Gefrierteil verbraucht zwischen 50 und 70 Kilowattstunden Strom im Jahr. Bei einer Kühl-Gefrier-Kombination sind es um die 150 Kilowattstunden im Jahr. Je höher der Wert Ihres Kühlschranks ist, desto mehr belastet er Ihre Stromrechnung.

(c) Minh Duc Nguyen

Zurück zu Altus, dem brummenden Kühlschrank

Nachdem ich unter vollem Körpereinsatz die Eckdaten zum Altus gefunden habe, geht es auch bei mir mit der Rumrechnerei los. Bei einer Aufnahmeleistung von 85 Watt und einer Laufzeit von geschätzten 1.752 Stunden komme ich auf einen Stromverbrauch von 149 Kilowattstunden im Jahr – für eine Kühl- und Gefrierkombination kein schlechter Wert. Könnte man meinen. Wäre da nicht die ungenaue Laufzeit des Kompressors.

Denn zugegebenermaßen war ich nur bedingt motiviert, mich eine Stunde lang vor den Kühlschrank hinzusetzen, um das laute Brummen des Kompressors minutiös festzuhalten. Sonst wär ich wohl auf eine andere Laufzeit gekommen als die angenommenen zwölf Minuten. Und was das bedeuten würde, sehen Sie hier:

12 Minuten x 24 Stunden x 365 Tage = 1.752 Stunden → 1.752 x 85 Watt = 149 kWh

15 Minuten x 24 Stunden x 365 Tage = 2.190 Stunden → 2.190 x 85 Watt = 186 kWh

20 Minuten x 24 Stunden x 365 Tage = 2.920 Stunden → 2.920 x 85 Watt = 248 kWh

Eine kurze Recherche hat ergeben, dass ein ähnliches Modell mit geringerer Leistungsaufnahme (70 statt 85 Watt) einen jährlichen Stromverbrauch von 243 Kilowattstunden hat. Somit ist der zuvor ermittelte Wert von 149 Kilowattstunden doch sehr unrealistisch. Auf den Boden der ineffizienten Tatsache zurückgeholt hat mich dann der Blick auf die Produktseite von AEG. Dort heißt es: „Der Kompressor eines Kühl- oder Gefrierschranks kann u. U. bis zu 45 Minuten pro Stunde laufen.“

Schätzen ist gut, messen ist besser

Wussten Sie, dass Sie auch mit einem Smart Meter den Stromverbrauch Ihres Kühlgeräts bestimmen können? Machen Sie es wie unserer Leser Tobias Bucher und lassen Sie die Technik für Sie arbeiten.

Tobias Bucher aus Lorsch
„Zuhause messe ich mit einem Minicomputer die Energieverbräuche. Das hat mir gezeigt, dass unsere Kühl-Gefrier-Kombi ein echter Stromfresser ist. Seit wir den Gefrier-Teil ausgeschaltet und durch eine energie-effiziente Gefriertruhe ersetzt haben, konnten wir 400 kWh Strom pro Jahr einsparen.“

Die Ergebnisse Ihrer Messung mit einem Smart Meter könnten in etwa so aussehen:

Wann lohnt sich der Austausch des Kühlschranks?

Wenn Sie bis hierhin den Stromverbrauch Ihres Kühlschranks (durch Messen, Berechnen oder Schätzen) ermittelt haben, stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Sie machen gar nichts oder Sie nehmen den Austausch in Angriff. Beim Letzteren stellen sich gleich zwei Fragen:

  • Lohnt sich die Anschaffung eines euen Kühlschranks auch dann, wenn der alte noch funktioniert?
  • Wie steht es um die Ökobilanz, wenn ein voll funktionsfähiges Gerät durch ein neues ersetzt wird?

Kurz gesagt: Wenn Ihr Kühlschrank älter als zehn Jahre ist, lohnt sich sehr wahrscheinlich die Anschaffung eines neuen Kühlschranks – vorausgesetzt das neue Modell hat die beste Energie­effizienz­klasse. Ist Ihr alter Kühlschrank beispielsweise 15 Jahre alt, sparen Sie durch den Austausch gegen ein Modell mit der höchsten Energieklasse pro Jahr rund 240 kWh Strom und 73 Euro Stromkosten. Durch die Einsparungen hat sich der Kaufpreis des neuen Gerätes binnen weniger Jahre amortisiert.

Ökobilanz von alten Kühlschränken

Ein effizienter Kühlschrank lohnt sich nicht nur für die Haushaltskasse: Kühlschränke mit einer guten Energieeffizienzklasse vermeiden durch den geringeren Stromverbrauch auch viel CO2 und tragen so zum Klimaschutz bei. Zum Vergleich:

  • Ein alter Kühlschrank aus dem Jahr 2002 mit einem jährlichen Stromverbrauch von 330 kWh verursacht im Jahr 140 kg CO2 – das entspricht den CO2-Emissionen von einer Autofahrt von Berlin bis Brüssel.
  • Ein stromsparender Kühlschrank mit einem Jahresverbrauch von 90 kWh Strom verursacht nur 40 kg CO2 – mit dem Auto ginge es nur von Berlin bis Braunschweig.

Das Öko-Institut hat 2018 ermittelt, dass der geringere Stromverbrauch eines neuen A+++-Kühlschranks (im Vergleich zu einem A+-Kühlschrank aus dem Jahr 2000 oder einem Modell der Effizienzklasse B) den Ressourcenverbrauch durch Herstellung, Lieferung und Entsorgung nach wenigen Jahren wieder ausgleicht. Bei neueren energieeffizienten Geräten lohnt sich der Austausch aus ökologischen Gesichtspunkten meist nur, wenn das Neugerät 50 bis 80 Prozent weniger Strom verbrauchen würde. Daher empfiehlt das Öko-Institut eine möglichst lange Nutzung des Geräts, zum Beispiel durch Reparaturen. Eine aktuelle Studie vom Öko-Institut ist derzeit nicht verfügbar.

Wichtig: Der Austausch des Kühlschranks ist nur dann ökologisch sinnvoll, wenn der alte tatsächlich fachgerecht entsorgt und nicht als Zweitgerät weiterverwendet wird.

100 Euro von Caritas für einen neuen Kühlschrank

Alte Kühlgeräte belasten die Umwelt und den Geldbeutel. Wer Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld bekommt oder wessen Einkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze liegt, kann die Energiefresser loswerden. Über den Stromspar-Check werden diese Haushalte beim Kauf eines energieeffizienten Geräts finanziell unterstützt. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Website der Caritas

Ob sich der Austausch des Kühl­schranks in Ihrem Fall lohnt, können Sie mit unserem kosten­losen Kühl­schrank-Rechner prüfen.

Kühlschrank richtig entsorgen

Wenn Sie Ihren alten Kühlschrank loswerden möchten, müssen Sie ihn laut Elektronikgerätegesetz fachgerecht entsorgen. Denn besonders alte Modelle können umweltschädigende Stoffe wie die Kühlflüssigkeit enthalten. Außerdem lassen sich die einzelnen Bestandteile wie Plastik und Metalle recyceln. Für die Kühlschrankentsorgung haben Sie folgende Möglichkeiten:

  1. Wenn Sie sich ein Neugerät anschaffen, ist die einfachste Variante, die Rücknahmepflicht des Elektronikgesetztes in Anspruch zu nehmen: Es verpflichtet Händler mit Fläche von mindestens 400 Quadratmetern, ihren Kunden*innen beim Kauf neuer Elektrogeräte die Altgeräte abzunehmen.
  2. Geben Sie Ihre Altgeräte kostenlos bei den kommunalen Sammelstellen ab.
  3. Lassen Sie Ihre Altgeräte vom Sperrmüll abholen. Vor allem in größeren Städten gibt es außerdem zahlreiche Unternehmen, die Altgeräte kostenlos abholen.

Achten Sie auf die Seriosität dieser Anbieter – können sie die fachgerechte Entsorgung wirklich garantieren? Halten Sie sich im Zweifel an die kommunalen Entsorgungsangebote.

Das Energieeffizienzlabel für Kühlschränke

Wenn Sie sich jetzt (wie ich mich auch) für den Kauf eines neuen Kühlschranks entschieden haben, dann kommen Sie an einer Sache nicht vorbei: dem Energieeffizienzlabel für Kühlgeräte. Dieses ist seit 1998 für alle in der EU gehandelten neuen Geräte Pflicht. Es informiert mit einer Skala über die Effizienz von Kühlschränken, Gefriertruhen und Kühl-Gefrier-Kombinationen; das heißt über:

  • den Stromverbrauch in Relation zum Fassungsvolumen
  • die Lautstärke des Kühlgeräts in Betrieb und
  • das Fassungsvermögen des Kühl- und/oder Gefrierfachs

Welche Effizienzklasse für Kühlschränke?

Für Verbraucher*innen ist das EU-Energielabel für Kühlschränke der beste Anhaltspunkt, um einzuschätzen, ob ein Gerät im laufenden Betrieb eher hohe oder geringe Stromkosten verursachen wird. Wirklich effizient, stromsparend und klimafreundlich sind nur Kühlschränke der besten Energieeffizienzklasse. Wichtig ist, dass Sie nicht nur die Effizienzklasse prüfen, sondern auch den Stromverbrauch des jeweiligen Geräts: Denn ein größeres Gerät der Klasse C kann mehr Strom verbrauchen als ein etwas kleineres Gerät der Klasse D.

Neues Energielabel seit März 2021

Seit dem 1. März 2021 gelten neue Energielabels. Die Ampelskala von rot bis grün gibt es weiterhin. Allerdings gilt ab diesem Zeitpunkt A als höchste Energieeffizienzklasse und die Klassen A+++, A++ und A+ gibt es nicht mehr. Ziel der Anpassungen ist es, die Vergleichbarkeit für Verbraucher*innen wieder zu vereinfachen, indem die Klassen besser voneinander differenziert werden können. Auf einer neuen EU-Webseite können seit Juli 2021 Geräte mit neuem Label verglichen werden.

Wichtig: Wenn Sie kurz vor dem 1. März 2021 ein Elektrogerät gekauft haben, haben Sie wahrscheinlich beide Energielabels erhalten. Auf dem alten steht (angenommen) A+++ und auf dem neuen nur noch C oder D. Das ist kein Darstellungsfehler. Das bedeutet auch nicht, dass Ihr Gerät nun mehr verbraucht als vorher. Hintergrund ist lediglich die Erhöhung der Standards. Innerhalb der neuen Label-Skalierung schneidet Ihr Gerät nun nicht mehr so gut ab, da die Standards für die besten Klassen nun höher sind als vorher. So sollen Hersteller dazu animiert werden, noch energieeffizientere Produkte zu entwickeln. Seien Sie beruhigt: Bei allen Gerätegruppen gibt es aktuell noch keine Modelle, die tatsächlich den Standrads der besten Energieklassen entsprechen.

Die 13 besten Tipps zum Stromsparen beim Kühlschrank

Glüht Ihnen schon der Kopf vor lauter Zahlen und Fakten? Auch wenn es naheliegend ist, stecken Sie ihn besser nicht in den Kühlschrank. Das verbraucht nur unnötig Energie. Wie Sie diese stattdessen sparen können, verraten Ihnen unsere Tipps für den Kühlschrank:

1. Auf die passende Größe achten

Ein großer Kühl­schrank für wenig Inhalt bedeutet: statt Lebens­mitteln wird Luft gekühlt. Das ver­braucht unnötig Strom. Als Faust­regel gilt: Single-Haushalte und 2-Personen-Haus­halte benötigen einen Kühl­schrank mit etwa 100 bis 160 Litern Fassungs­vermögen. Für jede weitere Person sollten höchstens 50 Liter zusätzlich kalkuliert werden.

2. Zustand des Kühl­schranks regel­mäßig checken

Um Strom bei Ihrem vorhandenen Kühlschrank zu sparen, sollten Sie ihn regelmäßig genau unter die Lupe nehmen. Insbesondere defekte Türdichtungen steigern den Stromverbrauch von Kühlschränken immens.

3. Standort des Kühl­schranks sinnvoll wählen

Je höher die Umgebungs­temperatur des Kühl­schranks, umso mehr muss er arbeiten, um im Inneren kalt zu bleiben. Um Strom zu sparen, sollte Ihr Kühl­schrank daher möglichst kühl und auf keinen Fall neben Wärme­quellen wie Herd, Heizung oder Spül­maschine stehen. Auch direkte Sonnen­strahlung sollten Sie vermeiden. Es gilt: Pro Grad niedrigerer Umgebungstemperatur sinkt der Stromverbrauch des Kühlschranks um etwa drei Prozent.

4. Kühl­schrank möglichst nicht einbauen oder zustellen

Die Lüftungs­öffnungen, die sich bei den meisten Kühl­schränken hinten am Gerät befinden, dürfen nicht zugestellt oder verdeckt werden. Sonst wird die Abwärme nicht gut abgeführt, wodurch das Kühl­gerät erwärmt wird. Lassen Sie Kühl- und Gefrier­schränke daher möglichst frei stehen.

5. Gefrierfach regelmäßig abtauen

Eine Vereisung von fünf Millimetern im Gefrierfach erhöht den Strom­verbrauch Ihres Kühl­schranks um rund 30 Prozent. Das macht selbst bei einem modernen Gerät der höchsten Energieklasse acht Euro im Jahr aus. Der Dauer­betrieb ver­gletscherter Kühl­geräte verursacht zwölf Kilogramm CO2 pro Jahr und lässt dafür anderswo echte Gletscher schmelzen.

Unsere bebilderte Anleitung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Gefrier­fach richtig abtauen. Zur Anleitung: Gefrierfach abtauen

6. Kühlschrank­temperatur sinnvoll wählen

Kühlen Sie nicht zu stark. Die optimale Kühlschrank­temperatur beträgt 7 Grad Celsius, im Gefrier­schrank oder -fach sollten minus 18 Grad Celsius nicht unter­schritten werden. Die Temperatur sollten Sie mit einem geeigneten Thermo­meter prüfen.

7. Speisen erst abkühlen lassen

Um den Stromverbrauch nicht unnötig in die Höhe zu treiben, sollten Speisen immer nur abgekühlt in den Kühl- oder Gefrierschrank gestellt werden. Warmes oder gar heißes Essen im Kühlschrank fördert die Bildung von Kondenswasser. Das kann vor allem im Gefrierbereich zu starker Vereisung führen.

8. Auch Rest­kälte nutzen: auftauen im Kühl­schrank

Wenn Sie etwas auftauen wollen und es nicht eilig haben, lassen Sie die Produkte im Kühl­schrank auftauen. So dauert das Auftauen länger, aber das Gefrier­gut gibt die Kälte an den Kühl­schrank ab und der Kühl­schrank selbst muss weniger arbeiten. Ein weiterer Plus­punkt: Das Auftauen im Kühl­schrank ist hygienischer, weil sich Bakterien weniger schnell vermehren.

9. Kühlschrank voll packen

(c) Paul-Georg Meister / pixelio.de

In Ihrem Kühlschrank liegen nur eine Packung Milch und eine halbe Gurke? Machen Sie Ihren Kühlschrank möglichst voll, indem Sie beispielweise Reserve-Saft-Packungen ebenfalls im Kühlschrank aufbewahren. Auf diese Weise sparen Sie Energie. Denn nach dem Öffnen des Kühlschranks geben die Produkte ihre Kälte an die eingeströmte warme Luft ab.

10. Kühlschranktür schließen

Lassen Sie Kühl­schranktür und die Klappe des Gefrier­fachs nie unnötig lange offen stehen. Sich vom Anblick des Kühl­schrank­inhalts inspirieren zu lassen, verursacht im Schnitt zusätz­liche Strom­kosten von bis zu sieben Euro im Jahr. Denn jedes Mal, wenn der Kühl­schrank offen steht, entweicht Kälte. Für die Kompen­sation braucht der Kühl­schrank viel Strom – und sorgt für zwölf Kilo­gramm unnötig emittiertes CO2 im Jahr.

(c) iStock/kkgas

Tipp: Nehmen Sie möglichst viel auf einmal aus dem Kühlschrank und räumen Sie ihn auch effizient wieder ein. Dabei hilft ein Tablett, auf das alle Kühlprodukte vom Frühstück gestellt werden. Langes Suchen nach bestimmten Produkten in den Tiefen Ihres Kühlgeräts vermeiden Sie, indem Sie gleich nach dem Einkauf für Ordnung sorgen. Ist beispielsweise der Joghurt immer an der gleichen Stelle zu finden, müssen Sie gar nicht erst lange bei geöffneter Kühlschranktür suchen.

11. Auch bei Extras an Energie­effizienz denken

Sinnvolle Sonder­funktionen eines energie­effizienten Kühl­schranks sind eine außen ablesbare und grad­genaue Temperatur­skala. Praktisch ist außerdem ein Warnsignal bei zu hohen Temperaturen oder geöffneter Tür. Spender für Eiswürfel oder gekühltes Wasser sorgen dagegen für unnötigen Strom­verbrauch.

12. Lebensmittel richtig einräumen

Nicht nur der Kühlschrank verbraucht Strom, auch jedes Lebensmittel hat seine eigene CO2-Bilanz. Damit möglichst wenig Essen durch die falsche Lagerung verdirbt, sollten Sie die unterschiedlichen Temperaturzonen Ihres Kühlschranks richtig nutzen.

  • In den unteren Fächern, meist über dem Gemüsefach, ist es am kältesten; hier sollten Sie frische und leicht verderbliche Lebensmittel wie Fisch und Fleisch lagern.
  • In der Mitte fühlen sich Milchprodukte am wohlsten.
  • Ganz oben ist der Kühlschrank am wärmsten: Dort passen Butter, Marmelade und bereits gekochte Speisen am besten hin.

Nutzen Sie außerdem ein Tablett oder ähnliches für mehrere Lebensmittel, die Sie regelmäßig nutzen – zum Beispiel für das Frühstück oder Abendessen. So können Sie beispielsweise alle Marmeladen, Aufstriche oder Käse gleichzeitig entnehmen.

Mehr Informationen über die richtige Lagerung von Lebensmitteln im Kühlschrank bietet dieses Video der Stiftung Warentest:

13. Machen Sie den KühlCheck

Mit dem KühlCheck von co2online können Sie den Stromverbrauch Ihres alten Kühlschranks mit dem eines neuen Kühlgeräts vergleichen. Und wenn sich der Austausch lohnt, können Sie sich ein passendes neues Modell empfehlen lassen.

Autor*innen: Minh Duc Nguyen (mit Unterstützung von Laura Wagener)

weiter