Förderung für Solarthermie 2021

Mit Zuschüssen und besonders günstigen Förderkrediten rechnen sich Solarthermieanlagen schneller als ohne. Doch welche Förderung für Solarthermie gibt es? Und worauf ist zu achten? Hier erhalten Sie eine Übersicht über wichtige Förderprogramme von BAFA, KfW und Bundesländern. Mit unseren Tipps zur Antragstellung vermeiden Sie die häufigsten Fehler.

FördermittelCheck: Zuschüsse finden

Prüfen Sie, welche Fördermittel es für Ihr Vorhaben gibt. Alle Zuschüsse und Kredite von Bund, Ländern, Kommunen und Versorgern:

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • rund ein Drittel der Kosten für Solarthermie-Kauf und -Installation über Zuschüsse decken
  • wichtigste Fördergeber: BAFA und KfW – außerdem regionale und kommunale Solarthermie-Förderung sowie von privaten Energieversorgern
  • auch Planung einer Solarthermieanlage wird gefördert
  • Förderprogramme schreiben bestimmte technische Standards vor
  • viele Förderungen kombinierbar

Die Förderung von Solarthermie ist vielfältig. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Förderbank KfW vergeben bundesweit Fördermittel. Außerdem gibt es regionale Förderprogramme in den Bundesländern und kommunale Förderprogramme in vielen Städten und Gemeinden. Sogar private Energieversorger fördern die Installation von Solarthermie. Grundsätzlich existieren zwei Förderungen:

  • als Zuschuss, der nicht zurückzuzahlen ist und
  • als Kredit, der zwar zurückzuzahlen ist, aber mit besonders niedrigen Zinsen.

Allein die Förderung für den Einbau von Solarthermie in der BEG EM, die vom BAFA durchgeführt wird, beträgt fast ein Drittel (30 Prozent) der förderfähigen Kosten. Zu den 30 Prozent Fördersatz kommen 5 weitere Prozente hinzu, wenn die Errichtung der Solaranlage in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) aufgeführt ist. Wichtig: Der oder zuständige Berater*in muss in der Liste der Energie-Effizienz-Experten eingetragen sein. Oft lassen sich Förderprogramme zur Solarthermie auch kombinieren, sodass sich die Installation einer Anlage für Hausbesitzer*innen noch schneller bezahlt macht.

Übersicht: Welche Fördermöglichkeiten für Solarthermie gibt es?

Was wird gefördert? Wer fördert Solarthermie?
PlanungBAFA
Verbraucherzentrale Energieberatung
Installation von Solarthermie für Warmwasser
und/oder Heizungsunterstützung
BAFA
KfW
Länder
Kommunen
private Energieversorger
Erweiterung einer SolarthermieanlageBAFA
Optimierung einer SolarthermieanlageBAFA

Nach oben

Beispielrechnung: Nachrüstung von Solarthermie für Warmwasser

  • durchschnittliches Einfamilienhaus, 110 m2 Wohnfläche, 4 Bewohner*innen
  • Nachrüstung Solarthermie für Warmwasser, Vakuumröhrenkollektoren, 4 m2, inklusive Speicher und Montage
Kosten in Euro Förderung in Euro
Gesamtpreis inklusive Installation4.870
Zuschuss BAFA (BEG EM): 30 %1.460
Kosten abzüglich Förderung3.410

Beispielrechnung: Nachrüstung von Solarthermie für Heizung und Warmwasser

  • durchschnittliches Einfamilienhaus, 110 m2 Wohnfläche, 4 Bewohner*innen
  • Nachrüstung Solarthermie für Heizung und Warmwasser, Flachkollektoren, 12 m2, inklusive Speicher und Montage
Kosten in EuroFörderung in Euro
Gesamtpreis inklusive Installation10.200
Zuschuss BAFA (BEG EM): 30 % 3.060
Kosten abzüglich Förderung 7.140

Förderprogramme für die Planung von Solarthermie

An eine Förderung für Solarthermie sollten Hauseigentümer*innen nicht erst denken, wenn die Anlage installiert ist. Denn schon für die Planung einer Solarthermieanlage können Fördermittel genutzt werden. So fördert das Bundeswirtschaftsministerium eine Beratung durch die Verbraucherzentrale Energieberatung; Hauseigentümer*innen tragen beim Eignungs-Check Solar nur einen Eigenanteil von 30 Euro. Geklärt werden kann hier beispielsweise bei ihnen zu Hause, ob das eigene Haus überhaupt für Solarthermie geeignet ist und welche Fördermittel in Frage kommen. Die Beratung in den Beratungsstellen ist sogar kostenlos.

Eine andere Möglichkeit zur Förderung ist die sogenannte Energieberatung für Wohngebäude (früher: Vor-Ort-Beratung) durch eine/n Energieberater*in. Dabei wird geprüft, ob der Einbau von Solarthermie mit anderen energetischen Maßnahmen kombiniert werden sollte. Oder ob es im Einzelfall sinnvollere Alternativen als Solarthermie gibt, um die eigenen Energiekosten zu senken. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt für diese Beratung einen Zuschuss von 80 Prozent der förderfähigen Kosten:

  • bei Ein- und Zweifamilienhäusern maximal 1.300 Euro und
  • bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten maximal 1.700 Euro.

Wer über die Planung hinaus auf der sicheren Seiten stehen möchte, kann auch den Service zur Fachberatung und Baubegleitung in Anspruch nehmen. Das BAFA und die KfW übernehmen in dem Fall 50 % der Kosten. 

Unser Tipp: Bei einem Vor-Ort-Termin kann der/die Energieberater*in nicht nur alle Fragen rund um die Solarthermieanlage klären, sondern auch beim Stellen von Förderanträgen helfen. So behalten Sie einen Überblick im Förderdschungel aus Krediten und Zuschüssen von BAFA, KfW, Ländern, Kommunen und privaten Versorgern. Denn: Die Antragsfristen für die Förderungen sind verschieden und nicht alle Fördermittel können miteinander kombiniert werden.

Eine erste Übersicht bieten Ihnen der FördermittelCheck und die Fördergeldbroschüre von co2online. Einen direkten Zugriff auf die einzelnen Programme finden Sie hier:

Nach oben

BEG EM: Förderung für Solarthermie 2021

Die Solarthermie-Förderung über die BEG EM ist für Hauseigentümer*innen besonders attraktiv. Das BAFA fördert den Einbau von Solarkollektoren mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Dies gilt sowohl für das Nachrüsten von Solarthermie als auch für den Einbau einer neuen Gasbrennwert-Heizung mit Solarthermie. Wer einen neuen Gasbrennwertkessel installiert und die Anlage für das spätere Einbinden von Solarthermie vorbereitet, erhält eine Förderung von 20 Prozent. Wird eine neue Anlage eingebaut, die Solarthermie mit anderen erneuerbaren Energien kombiniert – zum Beispiel mit einer Pelletheizung oder einer Wärmepumpe –, erhalten Hausbesitzer*innen sogar 35 Prozent der Kosten vom BAFA.

Wenn Sie bisher mit Öl geheizt haben, erhalten Sie beim Umstieg auf einen klimafreundlicheren Energieträger in vielen Fällen einen zusätzlichen Austauschbonus von 10 Prozent. In diesem Fall werden also insgesamt bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten vom BAFA erstattet.

Der BAFA-Antrag auf Förderung einer Solarkollektoranlage kann direkt online gestellt werden.

Art der Solarthermie-InstallationFördersatz in der BEG EMFörderung inklusive Austauschbonus für Ölheizungen
nur Solarthermie (Nachrüstung) 30 Prozent30 Prozent
(kein Bonus)
Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen mit Solarthermie35 Prozent45 Prozent
Gas-Brennwertheizung mit Solarthermie 30 Prozent40 Prozent
„Renewable Ready“ Gas-Brennwertheizung, die für den Einsatz von Solarthermie vorbereitet ist20 Prozent20 Prozent (kein Bonus)

Schritt für Schritt zur Solarthermie

Unser Leitfaden zeigt Ihnen, worauf Sie bei Planung und Installation von Solarthermie achten sollten.

Zum Online-Leitfaden

Mindestanforderungen für eine BEG EM Solarthermie Förderung

Grundsätzlich:

  • Die Solarthermieanlage muss der Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung, der Kälteerzeugung oder der Zuführung der Wärme/Kälte in ein Wärme- oder Kältenetz dienen.
  • Das BAFA fördert nur Solaranlagen, die bestimmte technische Standards erfüllen. Förderfähige Solarthermieanlagen müssen das europäische Zertifizierungszeichen Solar Keymark tragen. Hier finden Sie eine Liste aller aktuell förderfähigen Kollektoren und Solaranlagen (PDF).

Solarthermieanlagen im Gebäudebestand

Art der AnlageArt des KollektorsMindest-Kollektorfläche (brutto)Mindestgröße Pufferspeicher

Warmwasser &

Raumheizung



Flachkollektoren9 m240 Liter/m2 Kollektorfläche
Röhrenkollektoren 7 m250 Liter/m2 Kollektorfläche
Luftkollektorenkeine Mindestfläche kein Pufferspeicher erforderlich
nur WarmwasserFlach- oder Röhrenkollektoren3 m2200 Liter

Welche Fehler werden bei einem BAFA-Antrag zur Solarthermie Förderung häufig gemacht? – Tipps von BAFA-Referatsleiter Claus Hoffmann

  • Das Wichtigste: Ein Antrag muss immer vor Umsetzung der Maßnahme bzw. Vertragsschluss mit dem/der Installateur*in beim BAFA eingegangen sein. Spätere Anträge werden ohne inhaltliche Prüfung abgelehnt.
  • Wenn einzelne Angaben oder Unterlagen fehlen, kann ein Antrag nicht abschließend bearbeitet werden. Ist die Rechnung auf den Antragsteller ausgestellt? Enthält sie detaillierte Angaben zum Kollektortyp oder zum Volumen des Pufferspeichers? Das sollte unbedingt geprüft werden. Und natürlich müssen Anträge und Fachunternehmererklärungen unterschrieben sein. 

Nach oben

KfW-Förderung für Solarthermie

(c) Fantasista - Fotolia.com

Auch die KfW-Bank zählt zu den großen Fördergebern in Sachen Solarthermie. Während das BAFA für den Bereich BEG EM zuständig ist, verwaltet die KfW den Bereich BEG WG. Dabei bietet sie zinsgünstige Kredite für energetische Gebäudemodernisierungen an.

Wichtig: Die KfW fördert nicht den Einbau oder die Erweiterung einer Solarthermieanlage als Einzelmaßnahme, sondern immer nur im Zusammenhang mit einer Gebäudemodernisierung oder Neubau. Förderanträge bei der KfW müssen vor Beginn der Sanierung gestellt werden. Die Förderungen gelten nicht für Ferienhäuser oder Ferienwohnungen.

KfW-Fördersätze für Modernisierung und Neubau

Die KfW unterstützt Sie mit einem Förderkredit oder einem Zuschuss, wenn Sie Ihre bestehende Immobilie zu einem KfW-Effizienzhaus sanieren lassen. Die Solarthermieanlage kann dabei als Teil der Gesamtkosten sein. Es gilt, je höher der Standard, desto höher der Zuschuss bzw. die Tilgung.  

KfW-Förderung für Modernisierung
Was wird gefördert?Sanierung zum Effizienzhaus
Höhe der Förderungbis zu 50 % von maximal 150.000 € Kreditbetrag / förderfähigen Kosten
Weitere Vorteilezusätzliche Förderung möglich, z. B. für Baubegleitung
Kombination mit BAFAnein, nur mit anderen Fördermitteln

 

Nicht nur die Komplettsanierung zu einem KfW-Effizienzhaus wird gefördert. Auch der Neubau oder Erwerb von Effizienzhäusern ist förderfähig. 

KfW-Förderung für Neubau
Was wird gefördert?Neubau und Erwerb von Effizienzhäusern
Höhe der Förderungbis zu 25 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kosten
Weitere Vorteilezusätzliche Förderung möglich, z. B. für Baubegleitung
Kombination mit BAFAnein, nur mit anderen Fördermitteln

Ausführliche Details zu den Konditionen finden Sie in unserem Artikel Bundesförderung für effiziente Gebäude - BEG

 

Regionale und lokale Förderung für Solarthermie

(c) Michael Böhm/Fotolia.com

Neben der bundesweiten Förderung für Solarthermie können Verbraucher*innen auch regionale und lokale Förderangebote nutzen. Viele Bundesländer, Städte und Gemeinden und auch private Energieversorger fördern die Installation von Solarthermie. Mit unserem FördermittelCheck finden Sie die für Sie passenden Fördermittel:

Förderung von Solarthermie in Nordrhein-Westfalen

„progres.nrw“ – so heißt das nordrhein-westfälische Förderprogramm für Solarthermie. Hausbesitzer*innen erhalten einen Zuschuss für die Installation einer Solarthermieanlage in Höhe von maximal 90 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche. Der Zuschuss wird für Solarthermieanlagen für Warmwasser mit und ohne Raumwärme gezahlt. Die Kumulierung mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude bis maximal 60 Prozent Gesamtförderquote ist zulässig. Auch Anlagen zur Erzeugung von Prozesswärme werden mit dem Programm gefördert. Wichtig: Der Förderantrag muss gestellt werden, bevor die Solarthermieanlage gekauft beziehungsweise installiert wird. Auch darf das Projekt erst begonnen werden, wenn der Antrag bewilligt ist. Die Anträge sind bei der Bezirksregierung Arnsberg zu stellen.

Voraussetzungen für die Förderung sind:

  • Es handelt sich um Solarthermie für ein Bestandsgebäude.
  • Eine Kollektorfläche von maximal einem Quadratmeter pro zehn Quadratmeter beheizter Wohn-/Gewerbefläche.
  • Der Wohnsitz oder Unternehmenssitz des Antragstellenden liegt in Nordrhein-Westfalen.

Autor: Marcus Weber

bisheriger Ansprechpartner: Jens Hakenes

weiter