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Fenster tauschen: Wann und warum es Geld spart

Auch wenn die alten Fenster noch nicht aus dem Rahmen fallen, lohnt es sich oft, sie zu ersetzen. Einfach oder zweifach verglaste Fenster ohne Isolierung sind wahre Klimasünden. Mit modernen Fenstern lassen sich die Energiekosten um bis zu 15 Prozent senken. Und nebenbei leisten Sie einen Beitrag zum Umweltschutz.

Fenster ersetzen: So viel Energie könnten Sie sparen

Lohnt es sich bei Ihrer Immobilie, die Fenster zu tauschen? Unser FensterCheck zeigt, wie viel Energie und Geld Sie damit sparen können.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • 15 Prozent Energiekosten sparen durch Fenstertausch
  • Fenstertausch ist Umweltschutz
  • Fenstersanierung mit anderen Arbeiten zu verbinden spart Kosten
  • Kosten für den Fenstertausch amortisieren sich
  • lukrative Förderung für neue Fenster
  • Einbruchsschutz auch nachträglich umsetzbar

Wann sollten Sie Ihre Fenster tauschen?

  1. Wenn die Fenster vor 1970 verbaut wurden. 
  2. Wenn die verbauten Fenster älter als 48 Jahre sind.
  3. Wenn die verbauten Fenster einfach verglast sind oder Isolierglasscheiben haben.
  4. Wenn die Fenster den vorgeschriebenen U-Wert überschreiten.
  5. Wenn Sie die Dämmung des Gebäudes insgesamt überdenken.

Warum sollte ich meine Fenster austauschen?

  • Fenster schützen Wohnhäuser, Unternehmenssitze, Immobilien. Sie schützen die Innenräume vor zu viel Wärme oder Kälte. Wände können noch so gut gedämmt, die Heizungsanlage hochmodern sein – wenn die Fenster veraltet sind, werfen Sie einen großen Teil Ihrer Investition direkt zu ebendiesen wieder heraus.
  • Gute Fenster schützen das Portemonnaie. Denn die Heizkosten sinken, wenn nur so viel Energie verbraucht wird, wie wirklich nötig ist, um das Raumklima zu optimieren. Bis zu 15 Prozent unserer Energie geht über Fenster verloren, warnt die Bundesstiftung Umwelt seit Jahren. Und ganz nebenbei steigern moderne Fenster den Wert der Immobilie.
  • Zeitgemäße Fenster reduzieren den CO2-Ausstoß, sparen Ressourcen und tragen signifikant zum Klima- und Umweltschutz bei. Wenn allein in Deutschland alle noch verbauten einfach verglasten Fenster erneuert würden, ließen sich um die 1,9 Millionen Tonnen CO2 im Jahr einsparen. Das stellte der Verband Fenster + Fassade (VFF) 2017 in einer Studie fest. Zur Unterstützung gibt es für das Fenstersanieren verschiedene Förderungen.
  • Moderne Fenster schützen mit Verbundgläsern und einbruchhemmenden Beschlägen und Rahmen vor Einbrüchen.
  • Und Fenster schützen vor Lärm beispielsweise durch Straßenverkehr oder Nachbarhäuser. Helle und freundliche Räume tragen zum Wohlbefinden bei. Und damit tun Sie auch etwas für Ihre Gesundheit und die Ihrer Familie, Mitarbeiter*innen oder Mieter*innen.

Wenn Sie einzelne Maßnahmen zum Energiesparen in Ihrem Haus umsetzen, hilft Ihnen das Energiesparkonto dabei, den Überblick zu behalten. Mit dem digitalen Konto können Sie Ihre Sparerfolge beim Heizen, Strom- und Wasserverbrauch kontrollieren und weitere Möglichkeiten entdecken, Ihren Verbrauch und die Kosten zu reduzieren.

Ab wann sind Fenster zu alt?

Fenster, die vor 1995 verbaut wurden, gelten laut Verbraucherschutzzentrale als veraltet. Mit der Wärmeschutzverordnung von 1995 wurden Wärmeschutzverglasungen eingeführt. Bis dahin waren Isolierverglasungen der Standard. Doch auch bei jüngeren Fenstern wird empfohlen, sie gegen Wärmeschutzfenster mit niedrigem U-Wert auszutauschen.

Selbst wenn die Fenster keine offensichtlichen Mängel aufweisen, könnte sich der Fenstertausch lohnen. Etwa 48 Jahre lang werden Fenster durchschnittlich benutzt, bevor sie ersetzt werden müssen. Doch in den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich technisch einiges getan, sodass sich ein Austausch bereits wesentlich früher lohnen kann.

Wenn Sie keine Unterlagen haben, wann Ihre Fenster eingesetzt wurden, hilft das Typenschild weiter. Das befindet sich auf der Innenkante des Fensterrahmens. Oft steht da auch, wann das Fenster hergestellt wurde.

 

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Bestandsaufnahme: Müssen neue Fenster her?

Das sind viele Argumente, die für zeitgemäße Fenster sprechen. Aber bevor der Umbau starten kann, lohnt sich eine Bestandsaufnahme. Wie dicht sind die aktuellen Fenster und wie gut halten sie die Wärme im Gebäude?

Fensterdichtung überprüfen – Test

Ob ein Fenster noch dicht schließt, lässt sich sehr einfach testen. Stellen Sie ein Teelicht nah am Fensterrahmen auf. Wenn die Flamme flackert, ist das ein deutliches Zeichen, dass die Fensterdichtung oder das ganze Fenster ersetzt werden sollten. Alternativ können Sie den Papiertest probieren: Öffnen Sie das Fenster, legen Sie ein Blatt Papier auf den unteren Rahmen, und schließen Sie das Fenster wieder. Können Sie das Blatt problemlos herausziehen? Dann werden auch kalte und warme Luft dieses Schlupfloch durch die Fensterdichtung kennen.

Wie Sie Ihre Fenster selbst abdichten können, zeigen wir Ihnen in unserer Anleitung.

Wärmeschutzglas oder nicht? – der Feuerzeugtest

Ob Fenster wärmeschutzverglast sind, erkennen Sie mit dem Feuerzeugtest. Halten Sie ein Feuerzeug nah an das Fensterglas und lösen Sie die Flamme aus. Diese spiegelt sich bei mehrfach verglasten Fenstern auch mehrfach im Glas. Hat eine der Spiegelungen eine andere Farbe, deutet das darauf hin, dass das Glas metallbedampft ist, also eine Wärmeschutzscheibe enthält.

Doppelt verglaste Fenster mit Wärmedämmglas sind schon die halbe Miete für eine moderne Dämmung. Mit dreifach verglasten Fenstern lässt sich noch mehr Energie sparen.

U-Wert beim Fenstertausch beachten

Laut Energieeinsparverordnung (EnEV) dürfen die neuen Fenster einen U-Wert von 1,3 Watt pro Quadratmeter und Kelvin W/(m2K) nicht überschreiten. Der U-Wert steht für den Dämmwert des gesamten Fensters. Werden nur die Scheiben ersetzt, gilt ein Grenzwert von 1,1 Watt pro Quadratmeter und Kelvin.

Ausnahmen sind:

  • Dachfenster: max. 1,4 W/(m2K)
  • Fenstertüren mit Klapp-, Falt-, Schiebe- oder Hebemechanismus: max. 1,6 W/(m2K)
  • Sonderverglasungen: max. 1,6 W/(m2K) für die Scheibe, 2,0 W/(m2K) für das gesamte Fenster

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Beim Fenstertausch die Dämmung mitdenken

Fenster, Hauswände und Dach ergeben gemeinsam ein Dämmkonzept für ein Gebäude. Deshalb ist es ratsam, vor dem Fenstertausch zu prüfen, ob auch die Fassadendämmung des Hauses optimiert werden sollte.

Das hat folgende Vorteile:

  • Sie vereinen mehrere Gewerke, können notwendige Baugerüste für mehrere Maßnahmen verwenden und sparen so Kosten.
  • Sie sichern sich beim Fenstersanieren Förderung und zusätzliche Mittel für weitere Maßnahmen.
  • Sie können beim Umbau auch die Formate der Fenster ändern, ohne den Dämmwert der Wand erheblich zu beeinträchtigen.
  • Beim gemeinsamen Umbau können die Fensterrahmen optimal in der Ebene der Wärmedämmung positioniert und ungewollte Wärmebrücken vermieden werden.

Maßnahmen verbinden

Bedenken Sie, dass Sie nicht alle paar Jahre einen Teil Ihrer Immobilie sanieren wollen. Die rechtlichen Vorgaben der EnEV sind Mindestanforderungen. Nutzen Sie verfügbare Förderprogramme, um den Energiestandard Ihres Gebäudes auf einen möglichst hohen Stand zu optimieren. Dazu ist es sinnvoll, bei Effizienzmaßnahmen die energetische Qualität der verwendeten Bauteile zu maximieren.

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Fenster sanieren statt Fenster tauschen?

Alte Fenster haben einen besonderen Charme. Es kann durchaus Vorteile haben, sie zu erhalten und zu sanieren:

  • Nicht nur für die Optik des Gebäudes, auch der Umwelt zuliebe. Denn die Herstellung neuer Fenster mit Rahmen ist energieintensiv.
  • Bei historischen Gebäuden können darüber hinaus Denkmalschutzauflagen einen Austausch der Fenster verhindern.
  • Eventuell würde auch eine aufwendige Entsorgung der alten Fenster für eine Sanierung sprechen. Hier müssen Kosten und Nutzen kritisch abgewogen werden.

Nutzen Sie den Fenster-Rechner und testen Sie, ob Ihre Fenster ersetzt oder saniert werden sollten. Ob die vorhandene Substanz weiterverwendet werden kann, und ob eine Sanierung in Sachen Kosten und Nutzen die bessere Option ist, kann am besten ein Fachbetrieb einschätzen.

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Fenster tauschen ohne Rahmen

Um den Wärmeschutz zu erhöhen, muss nicht zwangsläufig das gesamte Fenster getauscht werden. Ist der Rahmen intakt, kann es reichen, eine neue Scheibe einzubauen. Hierbei kann höherwertiges Fensterglas nachgerüstet werden.

Voraussetzung:

  • Die Beschläge sind für das oft höhere Gewicht von beispielsweise dreifach verglasten Fensterscheiben ausgelegt.
  • Der Rahmen ist für die in der Regel dickeren Verglasungsaufbauten geeignet.

Was kann an Fenstern repariert werden?

Einige Schäden lassen sich auch reparieren, ohne dass das ganze Fenster ersetzt werden muss.

  • Wenn die Scheibe leichte Kratzer oder Risse aufweist, die Oberfläche im Laufe der Jahre rau geworden ist, kann Fensterpolierpaste helfen.
  • Sind die Fenster lediglich schwergängig, kann ein wenig Kriechöl schon die Lösung sein. Fensterbeschläge sollten regelmäßig gefettet werden, um einwandfrei zu funktionieren. Bewegen Sie die Beschläge nach dem Fetten einige Male, um das verwendete Öl gleichmäßig zu verteilen.
  • Holzfäule, Verwitterungsschäden oder Risse in Holzfensterrahmen lassen sich ebenfalls reparieren. Holzfenster sollten generell alle paar Jahre neu gestrichen werden.
  • Fensterdichtungen gibt es in jedem Baumarkt. Ziehen Sie das alte Dichtungsband vorsichtig aus der Nut, und nehmen Sie es als Vorlage mit. Bei profilierten Dichtungsbändern ist der Griff zum Originalhersteller die beste Lösung.

Ein Tipp, wenn Sie ganz sicher gehen wollen: Nehmen Sie ein Stück Knetmasse, und umwickeln Sie es mit Frischhaltefolie. Die Knetrolle kleben Sie nun beim Schließen des Fensters an die Stelle, an der es undicht scheint, zwischen Rahmen und Fensterflügel. Die Knete wird auf die nötige Stärke der Fensterdichtung zusammengedrückt.

Für Glasarbeiten und Fenstersanierungen ist es allerdings sinnvoll, einen Fachbetrieb zu Rate zu ziehen.

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Was kostet der Fenstertausch?

Wie hoch die Kosten für den Fenstertausch sind, hängt nicht nur von Art und Modell der neuen Fenster und Rahmen ab. Die Bandbreite reicht von 300 bis 1.000 Euro pro Fenster. Die KfW empfiehlt folgende Richtwerte für den Fenstertausch inklusive Montage:

  • 300 bis 350 Euro pro Quadratmeter Fensterfläche für Kunststofffenster mit Zweifach-Wärmeschutzverglasung
  • 350 bis 400 Euro pro Quadratmeter Fensterfläche bei Dreifach-Wärmeschutzverglasungen

Allerdings lassen sich die Kosten erheblich senken: mit Fördermitteln und steuerlichen Vorteilen oder Umlagen auf die Mieter*innen.

Kosten, die beim Fenstertausch gern übersehen werden

Demontage und Entsorgung der alten Fenster

Ein Posten, der beim ersten Überschlagen der Kosten oft untergeht. Hier sollten Sie 50 bis 100 Euro pro Fenster einplanen. Teurer kann es bei historischen Fenstern werden, da sie oft Schwermetalle enthalten, die Sie nicht ohne weiteres entsorgen können.

Fenster und Wohnraumlüftung

Die Dichtungen moderner Fenster sind meist besser als die älterer Modelle. Durchzug und ein ungewollter Luftaustausch werden hierdurch vermieden. Allerdings wird auch der gewünschte Luftaustausch verringert. Wenn bei Modernisierungsarbeiten mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht wird, ist es daher angeraten, Fachpersonal zu beauftragen, ein passendes Lüftungskonzept zu erstellen. Weitere Informationen dazu, erhalten Sie auch in unserem Leitfaden zur Wohnraumlüftung

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Förderungen für den Fenstertausch und Möglichkeiten, Kosten umzulagern

Fenster sanieren – Welche Förderung gibt es?

Die KfW-Bank unterstützt den Fenstertausch im Förderprogramm „Energieeffizient Sanieren“:

  • bei der Sanierung zum Effizienzhaus mit Krediten bis zu 120.000 Euro
  • oder mit Krediten bis zu 50.000 Euro für Einzelmaßnahmen.
  • Auch für die Sanierung unter Denkmalschutz stehender Objekte gibt es für Fenster KfW-Förderung.
  • Alternativ besteht die Möglichkeit eines Investitionszuschusses und eines baubegleitenden Zuschusses.
  • Beauftragen Sie eine Energieberatung, um das energetische Optimum aus Ihrer Sanierung herauszuholen, können Sie sogar bis zu 4.000 Euro Extrazuschuss erhalten.

Allerdings darf der U-Wert der neuen Fenster für die KfW-Förderung an der Fassade 0,95 W/(m2K) nicht überschreiten.

Unser Förderprogramm-Suche zeigt, welche Mittel Sie beantragen können.

Für Vermieter*innen und Hausverwaltungen: Kosten, die auf Mieter*innen umlegbar sind

Vermieter*innen können bis zu elf Prozent des Aufwandes auf die Mieter*innen umlegen, wenn sie

  • die Wohnqualität der Mieter*innen durch eine modernisierende Instandsetzung der reparaturbedürftigen Fenster verbessern.
  • die noch funktionstüchtigen Fenster durch Wärmeschutzfenster austauschen.

Voraussetzung ist, dass die Maßnahme zu einer Energieeinsparung führt.

Doch aufgepasst: Müssen mehr als zehn Prozent der Fensterflächen des Gebäudes repariert oder ersetzt werden, sind Vermieter*innen verpflichtet, Fenster mit Wärmeschutzverglasung einzubauen. Das gilt dann nicht als Modernisierung und kann demnach auch nicht umgelegt werden.

Energiesparpotenziale einkalkulieren

Bis zu 15 Prozent Energie gehen allein über die Fenster verloren. Bei einfach verglasten Fenstern sind das 5 W/(m2K), die einfach verschwinden. Wird beispielsweise ein altes Fenster mit Isolierverglasung mit einem U-Wert von 2,8 W/(m²K) durch ein aktuelles Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung (U-Wert von 0,8 W/(m²K)) ersetzt, verringert sich der Wärmeverlust durch das Fenster um mehr als 70 Prozent! Umweltschutz inklusive.

Steuerliche Vorteile beim Fenstertausch

Handwerkerleistungen können Sie in der Steuererklärung geltend machen und sich so einen Teil der Kosten zurückholen.

Wertsteigerung der Immobilie

Moderne Fenster steigern den Wert Ihrer Immobilie um einiges. Auch diesen Punkt sollten Sie erwägen

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Fenster ersetzen und Einbruchschutz nachrüsten

Fenster können nicht nur Licht reinlassen, auch unerwünschte Gäste suchen durch sie den Zugang zu einer Immobilie. Einbruchsschutz lässt sich bei Fenstern nachträglich aufrüsten. Dabei ist es maßgeblich, dass Beschläge, Rahmen und Zusatzsicherungen aufeinander abgestimmt sind. Die DIN 18104 ist hier das Stichwort. Die Norm steht für geprüfte Zusatzsicherungen.

Von einbruchshemmenden Fensterbeschlägen (Pilzkopfverriegelungen) über abschließbare Fenstergriffe bis hin zu Sicherheitsfolien für das Fensterglas gibt es viele Möglichkeiten. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel zu Einbruchsschutz.

Welche Möglichkeiten sich anbieten, erklären unter anderem die polizeilichen Beratungsstellen vollkommen kostenlos. Sie stellen auch Listen mit Fachfirmen pro Bundesland zur Verfügung, die anhand der polizeilichen Empfehlungen arbeiten.

Tipp: Maßnahmen zum Einbruchsschutz lassen sich ebenfalls steuerlich geltend machen.

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Autorin: Mariana Friedrich

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