Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Mini-BHKW: Die wichtigsten Infos zu Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen für Ein- und Mehrfamilienhäuser

Mini, Mikro und sogar Nano: Blockheizkraftwerke sind längst von dem Trend erfasst, Technik immer weiter zu verkleinern. Und das ist gut, denn mit den kleinen Anlagen lohnt sich die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung nun auch für einzelne Mehrfamilienhäuser und sogar für Einfamilienhäuser. Wir erklären Ihnen, was es mit Mini-, Mikro- und Nano-KWK-Anlagen genau auf sich hat.

Mini-KWK-Anlage(c) Berliner Energieagentur

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bezeichnet ganz allgemein das Prinzip, dass Strom und Wärme effizient in einer Anlage erzeugt werden. Dieser Begriff ist also unabhängig von der Größe der Anlage. Häufig wird in diesem Zusammenhang von großen Kraftwerken gesprochen, die Strom ins Verbundnetz einspeisen und nahegelegene Siedlungsgebiete mit Fernwärme versorgen. Aber es gibt auch KWK für den Keller – auch in einzelnen Ein- und Mehrfamilienhäusern. Zum Einsatz können bei diesen kleinen Anlagen Verbrennungsmotoren, Stirling-Motoren, Gasturbinen, Dampfmotoren, ORC (Organic Rankine Cycle)-Anlagen und auch Brennstoffzellen kommen. Da sie die entstehende Abwärme ausnutzen und geringe Übertragungsverluste haben, können sie 80 bis über 90 Prozent der Primärenergie nutzen. Zum Vergleich: Großkraftwerke erreichen häufig nur Wirkungsgrade von rund 45 Prozent. Mehr zum technischen Hintergrund beim Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erfahren Sie in unserem Artikel Blockheizkraftwerk: Funktionsweise & Wirkungsgrad.

Mini-BHKW

Blockheizkraftwerke (BHKW), die eine elektrische Leistung zwischen 15 kW und 50 kW bereitstellen, werden als Mini-BHKW oder Mini-KWK-Anlagen bezeichnet. Sie versorgen größere Gebäude mit Strom und Wärme, oder über kleine Nahwärmenetze ganze Siedlungen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Wohn-, Büro- oder Gewerbegebäude handelt – häufig werden Gebäude mit gemischter Nutzung versorgt. Auch in Hotelanlagen, Krankenhäusern und Schwimmbädern kommen sie zum Einsatz.

Mikro- und Nano-BHKW

Im Gegensatz zu Mini-BHKW werden Mikro-BHKW zumeist objektintegriert installiert und versorgen so einzelne Gebäude. Die Mikro-KWK-Anlagen haben dabei eine elektrische Leistung von bis zu 15 kW. Bei ganz kleinen Anlagen unter 2,5 kW elektrische Leistung spricht man häufig auch von Nano-BHKW. Diese Nano-KWK-Klasse ist durchaus für einzelne Einfamilienhäuser geeignet. Mikro- und Nano-BHKW sind seit den 90er Jahren auf dem Markt. Inzwischen werden unterschiedlichste Modelle von diversen Herstellern angeboten und erfreuen sich einer steigenden Nachfrage.   

Dimensionierung und Brennstoffe

Bei der Dimensionierung der Blockheizkraftwerke, also bei der Auswahl einer geeigneten Leistungsklasse, ist zu beachten, dass eine kleine Anlage mit hohen Laufzeiten deutlich wirtschaftlicher ist, als eine zu groß ausgelegte Anlage. Als Faustregel gilt dabei: Ein BHKW eignet sich immer dann, wenn das ganze Jahr hindurch ein relativ hoher Wärmebedarf besteht. Es sollte mindestens 5.000 Stunden jährlich betrieben werden, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Da die Dimensionierung für die Wirtschaftlichkeit ein so wichtiger Faktor ist, sollte man deren Ermittlung auf jeden Fall einem Fachbetrieb überlassen. Fachleute in Ihrer Nähe finden Sie in dem kostenlosen Ratgeber „Rat und Tat“. Weitere Informationen zur Wirtschaftlichkeit der KWK-Anlagen finden Sie in dem Artikel BHKW-Kosten.
Bezüglich des Brennstoffs gilt das Gleiche wie bei allen anderen BHKW: sie können mit Erdgas, Holzpellets, Flüssiggas, Heizöl, Biodiesel oder Pflanzenöl befeuert werden. Hierzu erhalten Sie in dem Artikel Blockheizkraftwerk: Funktionsweise & Wirkungsgrad mehr Informationen.

BHKW für die Quartiersversorgung

Dezentrale BHKW können nicht nur einzelne Gebäude oder Einfamilienhaussiedlungen, sondern auch ganze städtische Quartier effizient mit Strom und Wärme versorgen. Eine Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums hat ergeben, dass die Anlagen in diesem Rahmen sehr gut geeignet sind, den CO2-Ausstoß zu verringern. Die Energieversorgung eines typischen Wohnquartiers mit Wohnungen und Gewerbeeinheiten ist mit den bestehenden Fördermöglichkeiten wirtschaftlich möglich. Aufgrund der komplexen Versorgungs- und Vertragsstrukturen übernimmt den Betrieb einer solchen Anlage häufig ein Energiedienstleister.

weiter