GModG und Bio-Treppe: Gas- und Ölheizungen verursachen über 30.000 € Mehrkosten

04.06.2026 Lesedauer: min Minh Duc Nguyen

Ein Paar steht vor ihrem Haus mit einem Tablet in der Hand. Im Hintergrund sieht man das Haus mit Photovoltaik Anlagen auf dem Dach.

Wenn es nach dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) geht, dürfen neue Gas- und Ölheizungen auch in den nächsten Jahren wieder eingesetzt werden. Wer sich dafür entscheidet, läuft jedoch Gefahr, in eine Kostenfalle zu geraten. Denn Heizsysteme auf Basis fossiler Energien werden Jahr für Jahr teurer — erst recht mit der sogenannten Bio-Treppe. Das zeigt die aktuelle Heizkostenprognose von co2online für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche.

Die Bio-Treppe macht fossiles Heizen noch teurer

Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz sieht eine schrittweise Beimischungspflicht für erneuerbare Brennstoffe in Form der sogenannten Bio-Treppe vor. Die Idee dahinter: Gas- und Ölheizungen sollen durch steigende Anteile von Biomethan, Wasserstoff oder Bio-Heizöl klimafreundlicher werden.

Die Rechnung zeigt jedoch: Diese Maßnahme macht fossiles Heizen nicht nur komplexer, sondern auch spürbar teurer. So kostet Erdgas mit Biomethan-Anteil über einen Zeitraum von 20 Jahren rund 9.560 Euro mehr als reines Erdgas. Bei einer Beimischung von Wasserstoff sind es sogar rund 10.950 Euro mehr.

Hinzu kommt, dass Biomethan und Wasserstoff in der Herstellung kostenintensiv und nur begrenzt verfügbar sind. Für Bio-Heizöl fehlen derzeit noch belastbare Marktdaten, doch aufgrund des aufwendigen Herstellungsprozesses ist auch hier mit Aufschlägen zu rechnen.

Die prognostizierten Heizkosten über 20 Jahre im Überblick

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Heizsystem
Gesamtkosten 2026–2045
Erd-Wärmepumpe
22.040 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe
24.490 €
Holzpellets
32.550 €
Fernwärme
46.390 €
Erdgas
55.570 €
Erdgas mit Biomethan
65.130 €
Erdgas mit Wasserstoff
66.520 €
Heizöl
67.180 €
Auflistung der prognostizierten Heizkosten über 20 Jahre

Wärmepumpen am günstigsten

Wärmepumpen sind über den gesamten Betrachtungszeitraum von 2026 bis 2045 die wirtschaftlich günstigste Lösung. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe verursacht in diesem Zeitraum Heizkosten von rund 24.490 Euro. Eine Erdwärmepumpe ist mit 22.040 Euro sogar noch günstiger.

Zum Vergleich: Eine Erdgasheizung kostet über einen Zeitraum von 20 Jahren rund 55.570 Euro, das sind mehr als 32.000 Euro mehr als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Bei Heizöl liegt der Kostennachteil sogar bei rund 42.690 Euro.

Zu oft liegt bei der Heizungswahl der Fokus auf den Anschaffungskosten. Entscheidender sind die Gesamtkosten über die Lebensdauer“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. „Unsere Berechnung zeigt, dass fossile Heizungen für Haushalte zur Kostenfalle werden. Davor schützt auch keine Bio-Treppe.“

Die Grafik zeigt, dass die Heizkosten fossiler Systeme deutlich steigen, während Wärmepumpen langfristig günstiger bleiben.

Wärmepumpen nutzen Strom besonders effizient: Im Durchschnitt erzeugen sie aus einer Kilowattstunde Strom knapp vier Kilowattstunden Wärme. Damit sind sie deutlich effizienter als jeder Brennstoffkessel. Hinzu kommt ein struktureller Vorteil: Der Strompreis profitiert langfristig vom Ausbau erneuerbarer Energien. Fossile Energieträger bleiben hingegen abhängig von globalen Märkten und werden durch den steigenden CO2-Preis Jahr für Jahr stärker belastet.

Holzpellets und Fernwärme liegen preislich im Mittelfeld. Pellets sind zwar günstiger als alle fossilen Systeme, jedoch teurer als Wärmepumpen. Fernwärme kann eine sinnvolle Alternative sein, wenn der Einsatz einer Wärmepumpe technisch oder wirtschaftlich nicht möglich ist.

co2online-Leser*innen setzen bereits auf Wärmepumpen

Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz erzeugt unnötigen „Entscheidungsstress“. Dabei zeigen die aktuellen Verkaufszahlen, dass die Verbraucher*innen in der Praxis bereits weiter sind und sich immer häufiger für Wärmepumpen entscheiden. Und nicht nur das: Die Geräte werden längst nicht mehr nur in klassischen Einfamilienhäusern, sondern auch in Mehrparteienhäusern eingesetzt, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen. 

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Grundlage der Berechnung

Die Prognose basiert auf den Energiepreisannahmen des Umweltbundesamtes (Stand Mai 2026) sowie auf Daten des aktuellen Heizspiegels. Die Werte sind eher konservativ angesetzt – zusätzliche Kostenrisiken wie mögliche klimapolitische Verschärfungen, Grüngas- und Grünölquoten oder technische Nachrüstkosten in bestehenden Anlagen sind darin noch nicht vollständig berücksichtigt.

Die Ergebnisse sind keine Garantie für später tatsächlich eintretende Kosten, aber eine belastbare Orientierung für die Bewertung von Modernisierungsentscheidungen.

Wie wirtschaftlich ist eine Modernisierung für Ihr Haus? Der ModernisierungsCheck von co2online hilft Ihnen, die Kosten und Einsparungen konkreter Maßnahmen individuell zu berechnen.