Energieberaterin verrät:
Wann lohnt sich eine Hybridheizung?

08.07.2026 Lesedauer: min Eileen Menz

Mann, der an Heizkessel arbeitet

Inhalte

Wärmepumpe – ja. Aber die Unsicherheit bleibt oft: Was, wenn es im Haus doch nicht warm genug wird? Eine Hybridheizung, die eine bereits vorhandene Gas- oder Ölheizung als Reserve einschließt, klingt nach einer sicheren Alternative. Aber lohnt sich das? Energieberaterin Menz kennt die Zahlen und hat eine klare Empfehlung.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Heizlast ist das wichtigste Entscheidungskriterium
  • Erst sanieren, dann über die Heizung entscheiden
  • Gebäude ab etwa 1995 oft schon besser für Wärmepumpen geeignet als erwartet
  • Heizkörper als Praxistest für niedrige Vorlauftemperaturen
  • Hybridheizung lohnt sich nur in wenigen Fällen

Ob teil- oder unsaniert: Die Gebäudeheizlast ist das entscheidende Kriterium, um zu beurteilen, ob sich der Einbau einer Hybridheizung lohnt. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Heizlast ausfällt, desto größer kann der Anteil der durch die Wärmepumpe bereitgestellten Wärme sein.

Zustand der Gebäude oft besser als gedacht

In vielen Fällen wurde bereits in den 1990er-Jahren eine Teilsanierung durchgeführt, bei der wärmeschutzverglaste Fenster eingebaut und/oder das Dach gedämmt wurden. Allein dadurch hat sich die Gebäudeheizlast häufig deutlich verringert

Außerdem waren die energetischen Anforderungen an Gebäude ab 1995 bereits so hoch, dass eine Hybridheizung unter Umständen gar nicht mehr sinnvoll ist. Hier kommt häufig schon ein Ersatz durch eine Wärmepumpe infrage. Das Gleiche gilt, wenn das Gebäude ab 1995 energetisch saniert und die Fassade gedämmt wurde. In diesem Fall liegt die Heizlast in der Regel bei maximal 10 kW – womit der Betrieb einer Wärmepumpe sinnvoll ist.

Beispiel: freistehendes Haus

Nehmen wir ein freistehendes, teilsaniertes Einfamilienhaus mit einem Vollgeschoss, einem ausgebauten Dachboden und einer Grundfläche von 10x10 Metern: Die Heizlast beträgt in einem solchen Fall ca. 13-15 kW.

Übliche Wärmepumpen haben eine Leistung von 7–10 kW. Durch eine Dämmung der Gebäudehülle wird die Heizlast des Gebäudes in der Regel so weit reduziert, dass ein reiner Wärmepumpenbetrieb ohne Probleme möglich ist. 

Heizlasten für ein freistehendes Einfamilienhaus mit einem Vollgeschoss bei Schritt-Für-Schritt-Sanierung

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Maßnahme
Maßnahme
Maßnahme
Maßnahme
Heizlast
Bestand
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13,4 kW
+
Dachdämmung
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12,0 kW
+
+
Neue Außenfenster- und Türen
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11,7 kW
+
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Dämmung Außenwand
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5,8 kW
+
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+
+
Dämmung Fußboden/Kellerdecke
4,0 kW
Übersicht der Heizlasten für ein Einfamilienhaus bei verschiedenen Sanierungsschritten

Die Heizkörper

Bei Gebäuden ab dem Baujahr 1995 sollten zudem die Heizkörper geprüft werden, ob sie bei einer Vorlauftemperatur von 55/40 °C tatsächlich hinsichtlich ihrer Leistung ausreichen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Heizleistung der Heizkörper bei einer Absenkung der Heizkreistemperatur von 70/55/20 °C auf 55/40/20 °C um den Faktor 1,8 erhöht werden muss. 

Eine Hybridheizung ist dann eine sinnvolle Lösung, wenn eine Vergrößerung der Heizkörperflächen nicht möglich ist. Zwar kann eine Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel grundsätzlich höhere Vorlauftemperaturen erzeugen, jedoch erhöht sich dadurch der Strombedarf, was wiederum eine niedrigere Arbeitszahl zur Folge hat.

Fazit

Eine Hybridheizung sollte nur dann eine Option sein, wenn eine Dämmung der Fassade nicht möglich ist – beispielsweise bei Baudenkmälern, bei denen zunächst nur eine Innendämmung infrage kommt, oder wenn die Heizlast zu hoch ist, um sie mit einem einzelnen Wärmepumpengerät von etwa 10 kW sinnvoll abzudecken.

Über die Autorin

Eileen Menz

Eileen Menz ist Energieberaterin für Wohngebäude, Nichtwohngebäude, Baudenkmäler und ist in der Energieeffizienzexpertenliste der dena gelistet. Neben diesem Gastbeitrag schreibt sie regelmäßig für Fachmagazine wie das „Passivhaus Kompendium” oder „Energie KOMPAKT”.

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