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Kommentar: Warmwasser solar erzeugen – Zukunft der Solarthermie

Solarthermie gilt vielen als die ökologischste Form und Zukunft der Warmwasseraufbereitung. Allerdings ist das schon seit ein paar Jahren so. Seit der breiteren Markteinführung in den neunziger Jahren hat die Technik den großen Durchbruch bis jetzt nicht geschafft. Vergleicht man die solare Wärme mit ihrer Schwester, der solaren Strom-Erzeugung, so steht sie deutlich weniger erfolgreich da und hat so manch hohe Erwartung (noch) nicht erfüllt.

Woran liegt das und was fehlt der Solarthermie in Deutschland zum Durchbruch?

Dr. Reinhard Loch, Gruppenleiter Energieeffizienz bei der Verbraucherzentrale NRW

Hier lohnt sich ein Blick auf die Erfolgsgeschichte der Photovoltaik. Sie hat zwei Wurzeln: Zum einen wurde mit dem Stromeinspeisegesetz von 1990 eine entscheidende Grundlage geschaffen, dass der PV-Anlagenbetreiber den erzeugten Strom nicht selbst nutzen muss, sondern das öffentliche Netz zumindest als räumlichen Speicher nutzen darf. Eine vollständige Verwendung des Solarstroms im öffentlichen Verbund aller Verbraucher war somit garantiert. Zum zweiten wurde mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ein Fördergesetz geschaffen, das eine attraktive Verzinsung der Investitionen garantierte – und zwar per Umlageverfahren unter allen Stromnutzern, nicht per Steuerfinanzierung. Erst jetzt wird die attraktive Verzinsung in Frage gestellt. Daher wird nun erst der Eigenverbrauch beim Erzeuger entscheidend.

Thomas Funcke vor seinem Haus in Hagen

Praxistest Solarthermie

co2online begleitet neun Hausbesitzer rund um den Einbau ihrer Solarthermieanlage – das ist der „Praxistest Solarthermie“. Dabei prüfen die Verbraucher gemeinsam mit Fachleuten, wie sich die Anlagen im Alltag bewähren. Zum Praxistest Solarthermie

Unterschiede bei der Förderung: Warmwasserspeicher für solare Nutzung ohne Renditegarantie

Genau hier steht die Solarthermie aber seit zwanzig Jahren: Die erzeugte Wärme muss immer beim Anwender selbst verbraucht werden; nur dürftig und unregelmäßig gab es durch öffentliche Förderprogramme, insbesondere das Marktanreizprogramm (MAP), noch eine gewisse Investitionsförderung. Eine quasi garantierte attraktive Rendite gab es nie. Thermische Speicher, die sommerliche Erzeugungsspitzen aufnehmen und vermarkten konnten, fehlten ebenso. Die Solarthermie hätte als Unterstützung dann wenigstens eine mutige Verpflichtungs-Regelung im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) gebraucht – nicht nur als Auflage im Neubau, sondern auch bei der Sanierung im Bestand wie in Baden-Württemberg.

Aber es tut sich etwas im Solarthermie-Geschäft: große Anlagen mit saisonalen Speichern, Einspeisung in Nah- und Fernwärmenetze erschließen neue Märkte und Geschäftsfelder. Sie versprechen bei sinkenden Wärme-Gestehungspreisen und gleichzeitig steigenden Öl- und Gaspreisen Wirtschaftlichkeit.

Trotzdem bleibt einiges zu tun. Insbesondere im Segment der kleinen Solaranlagen braucht es eine bessere und zuverlässige Förderung der Investitionskosten. Eine Novellierung des EEWärmeG sollte den Einsatz von Solarthermieanlagen bei Heizungssanierung vorschreiben oder wenigstens verpflichtend durch eine qualifizierte Energieberatung prüfen lassen.

Förderung für Solarthermie nutzen

Neue Regeln für die Solarthermie-Förderung: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat am 1. Januar 2016 seine Solarthermie-Förderung verändert. Hier finden Sie alle Informationen. Jetzt informieren

Solaranlage für Warmwasser – Nachbesserungsbedarf auch für Handwerker und Produzenten

Auch müssen Hersteller und Installateure bei Ertragskontrolle und -garantie noch nachbessern: Während für eine Photovoltaik-Anlage durch die Erstattung der Förderung über den Ertrag eine permanente Leistungsüberprüfung und -optimierung erfolgt, ist dies bei vielen solarthermischen Anlagen noch eine Schwachstelle. Es fehlt die Ertragsmessung als Garantie einer gut funktionierenden Anlage. Häufig sind die Erträge und die Wirtschaftlichkeit nämlich unbefriedigend – und dies nicht etwa deshalb, weil die Sonne bei uns nicht ausreichend scheint. Dr. Reinhard Loch ist Leiter der Gruppe Energieeffizienz der Verbraucherzentrale NRW.