Heizkostenabrechnung Schritt für Schritt prüfen
Nehmen Sie sich für die erste Prüfung etwas Zeit. Sie müssen nicht jede Rechenformel selbst nachbauen. Oft lassen sich Unstimmigkeiten bereits an wenigen Punkten erkennen.
1. Stimmt der Abrechnungszeitraum?
Prüfen Sie zunächst, für welchen Zeitraum die Abrechnung gilt. Der Zeitraum umfasst normalerweise zwölf Monate. Er sollte zu Ihrem Mietverhältnis passen. Sind Sie während des Jahres ein- oder ausgezogen, darf nicht einfach der gesamte Jahresverbrauch Ihnen zugerechnet werden. Die Abrechnung muss Ihren tatsächlichen Nutzungszeitraum berücksichtigen. Bei einem Nutzer*innenwechsel gelten besondere Regeln für die Aufteilung.
2. Sind Wohnfläche und Verbrauch richtig?
Vergleichen Sie die angegebene Wohnfläche mit Ihren Vertragsunterlagen. Prüfen Sie außerdem die Verbrauchswerte mit den Ablesewerten oder den Angaben des Messdienstleisters.
Achten Sie besonders auf:
- vertauschte oder falsch zugeordnete Zähler- und Wohnungsnummern
- ungewöhnliche Sprünge im Vergleich zum Vorjahr
- einen Verbrauch, obwohl die Wohnung im betreffenden Zeitraum leer stand
- geschätzte Werte ohne nachvollziehbare Erklärung
- einen falschen Ein- oder Auszugszeitpunkt
Eine Schätzung ist nicht in jedem Fall unzulässig. Wenn der Verbrauch nicht ordnungsgemäß erfasst werden konnte, muss die Ersatzberechnung jedoch nachvollziehbar sein.
3. Ist der Verteilerschlüssel angegeben?
Suchen Sie nach Angaben wie „Verteilung nach Verbrauch“, „Verteilung nach Wohnfläche“ oder „Grundkosten“ und „Verbrauchskosten“. Daraus muss hervorgehen, wie die Gesamtkosten auf die Wohnungen verteilt wurden.
Prüfen Sie, ob die Prozentsätze innerhalb des gesetzlichen Rahmens liegen. Für die Heizung müssen grundsätzlich mindestens 50 Prozent und höchstens 70 Prozent verbrauchsabhängig verteilt werden. Abweichungen können in besonderen Gebäudesituationen zulässig sein und sollten erklärt werden.
4. Sind die Gesamtkosten nachvollziehbar?
Vergleichen Sie die Kosten mit dem Vorjahr. Steigen die Brennstoffkosten, kann das eine Nachzahlung erklären. Ein deutlich höherer Betrag trotz ähnlicher Preise und ähnlichen Verbrauchs verdient dagegen eine genauere Prüfung.
Schauen Sie auch auf einzelne Kostenpositionen. Eine nachvollziehbare Abrechnung sollte erkennen lassen, welche Kosten im Gebäude insgesamt entstanden sind und wie daraus Ihr Anteil berechnet wurde. Um den Verbrauch zu überschlagen, teilen Sie die Energiekosten durch die Durchschnittspreise für Energieträger. So erhalten Sie die Heizkosten pro Quadratmeter für das Abrechnungsjahr 2025.
- Erdgas: 16,70 Cent pro kWh
- Heizöl: 14,70 Cent pro kWh
- Fernwärme: 18,50 Cent pro kWh
- Wärmepumpen-Strom: 10,20 Cent pro kWh
- Holzpellets: 10,50 Cent pro kWh
- Normalstrom: 39,30 Cent pro kWh
5. Wurden Ihre Vorauszahlungen berücksichtigt?
Am Ende der Abrechnung werden die auf Ihren Anteil entfallenden Kosten mit Ihren geleisteten Vorauszahlungen verrechnet.
- Sind die Kosten höher als Ihre Vorauszahlungen, ergibt sich eine Nachzahlung.
- Sind Ihre Vorauszahlungen höher als die Kosten, erhalten Sie ein Guthaben.
Vergleichen Sie die aufgeführten Vorauszahlungen mit Ihren Kontoauszügen oder Mietunterlagen. Schon ein fehlender Monat kann das Ergebnis deutlich verändern.