Projekthintergrund

Drei Personen sind um ein Tablet versammelt und schauen interessiert auf den Bildschirm.

Inhalte

Die Frage, ob ein Haus für eine Wärmepumpe geeignet ist, beschäftigt viele Hauseigentümer - und ist oft der größte Hinderungsgrund für den Umstieg auf eine effiziente und umweltfreundliche Heizung. Das Projekt „Wärmepumpe? Kann ich!“ von ifeu, Öko-Institut und co2online will genau diese Unsicherheit beseitigen: Es gibt Hausbesitzern eine einfache und praktikable Lösung an die Hand, um selbst die Eignung ihres Hauses für eine Wärmepumpe zu überprüfen. 

Was beschäftigt Hausbesitzende am meisten, wenn es um die Entscheidung für oder gegen eine Wärmepumpe geht? Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) hat gezeigt: Mit großem Abstand – noch weit vor den Kosten oder Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit – ist es die Frage: Ist mein Haus überhaupt für das Heizen mit Wärmepumpe geeignet? Oder anders formuliert: Wird es die Wärmepumpe schaffen, alle Räume ausreichend zu erwärmen – energieeffizient und ohne dass die Stromkosten explodieren?

Diese Unsicherheit lässt sich beseitigen, etwa mit einem einfachen Test, den die Eigentümer*innen leicht selbst durchführen können. Welche Informationen oder Hilfestellung benötigen die Hausbesitzenden dafür? Und wie können sie im Anschluss an den Test bei den nächsten Planungsschritten für die Wärmepumpe (Heizlastberechnung, Dimensionierung) unterstützt werden?

Dies wollen wir mit dem Projekt „Wärmepumpe? Kann ich!“ herausfinden – auch um Hauseigentümer*innen noch besser beim Umstieg auf eine Wärmepumpenheizung beraten zu können.

Worum geht es?

Auch im Altbau und in Bestandsgebäuden gilt: Effizient arbeiten Wärmepumpen immer dann, wenn eine Vorlauftemperatur von maximal 55 °C genügt, um alle Räume ausreichend zu erwärmen. Mit diesem Wissen können Hauseigentümer*innen vor einem geplanten Heizungstausch prüfen, ob ihr Haus in seinem Ist-Zustand schon Wärmepumpen-geeignet ist – oder ob dafür weitere Maßnahmen erforderlich wären.

Im Projekt „Wärmepumpe? Kann ich!“ sollen Einfamilienhaus-Eigentümer*innen genau dies ausprobieren: Anhand einer detaillierten Anleitung (und bei Bedarf mit technischer Unterstützung) sollen sie die Vorlauftemperatur ihrer Gas- oder Ölheizung auf max. 55 °C absenken und testen:  Wird es trotzdem noch wie gewohnt warm im Haus?  

Bei ausreichend großer Anzahl von teilnehmenden Haushalten (mindestens 200) wird eine systematische Analyse der Ergebnisse das Verständnis davon verbessern, in welchen Fällen Wärmepumpen bereits heute zuverlässig eingesetzt werden können und wo zuvor noch bauliche oder technische Anpassungen zu empfehlen sind (z. B. Heizkörpertausch, Dämmung).

Übrigens: 
Auch wenn es in einem Gebäude im Rahmen des Tests nicht ausreichend warm wird, muss das nicht bedeuten, dass hier eine Wärmepumpe ungeeignet ist. Er zeigt lediglich, dass zuvor bauliche oder technische Anpassungen wie z. B. ein Heizkörpertausch zu empfehlen sind. 

Was ist im Projekt geplant?

Im Forschungsprojekt „Wärmepumpe kann ich!“ begleiten wir in einem Feldtest im Winter 2026/27 rund 200 Gebäudebesitzende dabei, in ihrem Haus einen Wärmepumpentest durchzuführen: Die Vorlauftemperatur des Heizkessels wird auf maximal 55 °C abgesenkt und dann beobachtet, ob es im Haus trotzdem ausreichend warm wird.  

Die systematische Analyse der Ergebnisse wird unser Verständnis verbessern, in welchen Fällen Wärmepumpen bereits heute zuverlässig eingesetzt werden können – und wo zuvor noch bauliche oder technische Anpassungen zu empfehlen sind (z. B. Heizkörpertausch). Zudem können wir durch die Erkenntnisse aus dem Projekt künftig Haushalte noch besser zu diesem Schritt beraten und begleiten.

Wer sind die Projektpartner?

Das Projekt „Wärmepumpe? Kann ich!“ wird von einem Projektteam bearbeitet, das aus drei Institutionen zusammengesetzt ist. Mit unserer Forschung wollen wir einen Beitrag zur Wärmewende und zum Klimaschutz leisten. Dabei unterstützen nicht nur wir die Bürger*innen. Sie unterstützen umgekehrt auch uns: Zum einen durch die Bereitstellung von wichtigen Daten. Zum anderen aber auch durch ihre Erfahrungen mit dem Thema – diese sind essenziell und helfen uns, das richtige Informationsangebot für künftige Heizungsumsteiger zu erstellen.

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co2online gemeinnützige GmbH

Die gemeinnützige co2online GmbH setzt sich für die Senkung des klimaschädlichen CO₂-Ausstoßes ein. Mit onlinebasierten Informationskampagnen, interaktiven EnergiesparChecks und Praxistests motiviert co2online Verbraucher, mit aktivem Klimaschutz Geld zu sparen. Im Rahmen des Vorhabens „Wärmepumpe kann ich“ ist co2online ist für die organisatorische und kommunikative Umsetzung des Feldtests zur Wärmepumpeneignung verantwortlich. Dies beinhaltet auch die Umsetzung aller Haushalts-Befragungen vor und während des Feldtests sowie die Erstellung bzw. Anpassung von Informations- und Beratungsangeboten im Kontext Wärmepumpe über die Kanäle des Projekts sowie von co2online.

Institut für Energie- und Umweltforschung gGmbH

Das ifeu forscht und berät weltweit zu allen wichtigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. Es zählt mit über 45-jähriger Erfahrung zu den bedeutenden ökologisch ausgerichteten Forschungsinstituten in Deutschland. Unsere Arbeit ist gekennzeichnet durch Erfahrung, Unabhängigkeit, Praxisnähe und zielorientierte Herangehensweise. Im ifeu sind derzeit an den Standorten Heidelberg, Berlin und Hamburg über 120 Mitarbeiter*innen aus dem Bereich der Natur-, Ingenieurs- und Gesellschaftswissenschaften beschäftigt.</p>
<p>Das ifeu ist verantwortlich ingenieurswissenschaftliche Begleitung des Vorhabens. Insbesondere übernimmt das ifeu die Betreuung der Fokushaushalte und die Nachbereitung und Evaluation des Feldtests.

Öko-Institut e.V.

Das Öko-Institut ist eine der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungseinrichtungen für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Im Bereich Energie & Klimaschutz befassen sich mehr als 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interdisziplinär mit Fragestellungen und Herausforderungen rund um die Energiewende und den Klimaschutz. Herausforderungen, Bezahlbarkeit und Politikinstrumente für die Wärmewende sind dabei ein wichtiges Thema.

Das Öko-Institut ist im Projekt verantwortlich für die sozialwissenschaftliche Begleitforschung und den Wissenstransfer. Außerdem haben die Mitarbeitenden den Pretest verantwortet und unterstützen den Feldtest.

Nadine Walikewitz

Projektleiterin und Ansprechpartnerin

Nadine Walikewitz

E-Mail: nadine.walikewitz@co2online.de

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