Heizen mit Wärmepumpe deutlich günstiger: Hauseigentümer in NRW zahlen 945 Euro

29.04.2026 Lesedauer: min Alexander Steinfeldt

Eine Frau und ein Mann lassen sich vor einem Haus von einem Handwerker zu einer Wärmepumpe beraten.
  • Erster Heizspiegel für Nordrhein-Westfalen veröffentlicht
  • Neue Vergleichswerte zeigen Sparpotenziale und machen steigende Kosten für Öl und Gas sichtbar
  • Bei regionalen Aktionstagen und digitalem Infoabend werden Hauseigentümer praxisnah zum Heizungstausch informiert und beraten

Hamm, 29. April 2026. Heizen mit Öl oder Gas wird für viele Haushalte in Nordrhein-Westfalen zunehmend zur Kostenfalle. Wer 2024 noch mit Heizöl geheizt hat, zahlte pro Jahr im Schnitt 945 Euro mehr als vergleichbare Haushalte mit Wärmepumpe, bei Gas waren es 505 Euro mehr. Das zeigt der erstmals veröffentlichte Heizspiegel für Nordrhein-Westfalen, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Öko-Zentrum NRW heute veröffentlicht hat (www.heizkellerderzukunft.nrw/heizspiegel).

Heizkosten mit fossilen Brennstoffen am höchsten

Laut Heizspiegel für Nordrhein-Westfalen verbraucht ein durchschnittliches Einfamilienhaus in NRW mit 130 Quadratmetern Wohnfläche je nach Heizsystem unterschiedlich viel Energie: Mit Ölheizung werden im Schnitt 2.200 Liter Heizöl pro Jahr benötigt, das entspricht 22.000 Kilowattstunden. Pelletheizungen kommen auf 3.600 Kilogramm Holzpellets beziehungsweise 18.200 Kilowattstunden. Haushalte mit Gasheizung verbrauchen im Schnitt 15.100 Kilowattstunden, mit Fernwärme 12.200 Kilowattstunden. Wärmepumpen kommen im Schnitt mit 4.700 Kilowattstunden Strom aus.

Die Unterschiede spiegeln sich auch in den Heizkosten wider: Am teuersten ist Heizen mit Öl mit 2.130 Euro pro Jahr, gefolgt von Fernwärme mit 1.975 Euro und Gas mit 1.690 Euro. Deutlich günstiger sind erneuerbare Energien: Für Holzpellets fallen im Schnitt 1.130 Euro pro Jahr an, für Wärmepumpen 1.185 Euro.

Fossiles Heizen unter Druck: geopolitische Risiken wirken direkt

Die Unterschiede dürften sich künftig weiter verschärfen. Neben steigendem CO₂-Preis und Netzentgelten treiben auch geopolitische Entwicklungen die Kosten fossiler Energieträger in die Höhe. Die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Öl und Flüssiggas, erhöht bereits heute die Preisrisiken. Einschränkungen im globalen Handel mit fossilen Energieträgern wirken sich auf Heizöl- und Gaspreise in Deutschland aus.

Für Hauseigentümer bedeutet das: Wer weiterhin fossil heizt, bleibt abhängig von globalen Krisen und steigenden Preisen.

Aktionstage in ganz NRW: Beratung vor Ort und online

Um Hauseigentümer auf dem Weg zu erneuerbaren Heizsystemen zu unterstützen, finden 2026 insgesamt 16 Aktionstage in ganz NRW statt – organisiert und durchgeführt vom Öko-Zentrum NRW. Auftakt ist am 9. Mai in Köln, danach folgen Termine in 15 weiteren Städten. Für alle, die nicht an einem der Aktionstage vor Ort teilnehmen können, gibt es bereits am 5. Mai einen digitalen Infoabend. Alle Termine sind auf www.heizkellerderzukunft.nrw zu finden.

Bei den Aktionstagen können sich Hauseigentümer zum Heizungstausch informieren, individuell beraten lassen und Kontakte zum lokalen Handwerk knüpfen. Fachvorträge geben verständliche Einblicke in klimafreundliche Heizlösungen, an Infoständen präsentieren sich regionale Anbieter und Wärmepumpen können direkt vor Ort in Augenschein genommen werden.

Heizspiegel-Broschüre ist online oder auf den Aktionstagen kostenlos erhältlich

Der neue Heizspiegel hilft Haushalten in NRW, ihre Heizkosten einzuordnen und Sparpotenziale zu erkennen. Die Broschüre ist ab sofort kostenlos erhältlich – online sowie bei zahlreichen Veranstaltungen im ganzen Bundesland.

Heizkeller der Zukunft

In der gemeinsamen Absichtserklärung „Heizkeller der Zukunft“ haben sich Ende 2025 das Land NRW und wichtige Akteure für die Wärmewende in Gebäuden zusammengeschlossen. Das Land NRW finanziert die 16 Aktionstage in ganz NRW. Ein Baustein der Aktionstage ist der nun veröffentlichte Heizspiegel für NRW.

Gemeinsames Ziel ist es, die Wärmewende in Einzelgebäuden in NRW voranzubringen und Eigentümern verlässliche Informationen bereitzustellen. Eine zentrale Rolle spielen dabei Wärmepumpen: Um die Klimaziele zu erreichen, werden in Nordrhein-Westfalen bis 2045 rund 3,7 Millionen zusätzliche Anlagen benötigt.

Über das Öko-Zentrum NRW

Das Öko-Zentrum NRW (www.oekozentrum.nrw) ist ein unabhängiges Architektur- und Ingenieurbüro mit rund 50 Fachkräften – Architektinnen, Bauingenieure und Bauphysikerinnen. 1991 auf Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet, wird es seit 2005 als privates Unternehmen geführt. Es hat sich als nationales Kompetenzzentrum für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen etabliert und erbringt Planungs-, Beratungs- und Qualifizierungsleistungen schwerpunktmäßig für Kommunen, Ministerien und Unternehmen.

Bereits 2024 organisierte das Öko-Zentrum NRW Wärmepumpen-Infotage im Rahmen der bundesweiten „Woche der Wärmepumpe“ – eine Erfahrung, die nun in die Aktionstage „Heizkeller der Zukunft“ einfließt.

Über co2online

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online (www.co2online.de) steht für Klimaschutz, der wirkt. Mehr als 50 Energie- und Kommunikationsexperten machen sich seit 2003 mit Kampagnen, Energierechnern und PraxisChecks stark dafür, den Strom- und Heizenergieverbrauch in privaten Haushalten auf ein Minimum zu senken. Die Handlungsimpulse, die diese Aktionen auslösen, tragen messbar zur CO2-Minderung bei. Im Fokus stehen Strom und Heizenergie in Gebäuden, Modernisierung, Bau sowie Hilfe im Umgang mit Fördermitteln. Unterstützt wird co2online unter anderem vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), dem Umweltbundesamt sowie von Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.

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