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Was ist die Energieeinsparverordnung (EnEV)?

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) begrenzt den zulässigen Energiebedarf von beheizten oder klimatisierten Gebäuden. Diese „Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden“ definiert Vorgaben an den Wärmedämmstandard der Gebäudehülle sowie die Anlagentechnik (Heizung, Warmwasser, Kühlung, Lüftung und elektrische Hilfsenergie).

Sanierung eines Altbaus nach EnEV (Energieeinsparverordnung). Links unsanierter Altbau, rechts sanierter Altbau.(c) Matthias Krüttgen - Fotolia.com

Sanierung gemäß Energieeinsparverordnungen (EnEV) sorgt für eine Reduzierung der Heizkosten.


Die EnEV ist ein Instrument der Energie- und Klimaschutzpolitik der Bundesregierung auf Basis des Energieeinsparungsgesetzes. Sie verringert schrittweise den Energieverbrauch und hilft damit, die Energiekosten zu senken. Die Verordnung bilanziert nicht nur die Energiemenge, die ins Haus geliefert wird, sondern berücksichtigt auch, welche Umweltwirkungen die genutzten Energieträger wie Öl, Gas, Sonne etc. haben (die so genannte Primärenergiebilanz). 2002 hat die EnEV unter Einbeziehung der Heizungsanlagenverordnung die bis dahin gültige Wärmeschutzverordnung abgelöst. Die Anforderungen der EnEV sind 2004, 2007 und 2009 ausgeweitet bzw. verschärft worden. Die Behörden können bei vorsätzlichen oder leichtfertigen Verstößen gegen die Bestimmungen der EnEV Bußgelder verhängen.

Die Bestimmungen der EnEV

Die Verordnung bezieht sich in großen Teilen auf Neubauten. Die Anforderungen gelten dem Primärenergiebedarf sowie der Dichtheit der Gebäudehülle und der Vermeidung von Wärmebrücken. Gegenüber der EnEV 2007 wurden 2009 die Anforderungen an den Energiebedarf um 30 Prozent und an die Energieeffizienz der Dämmung um 15 Prozent verschärft. Der Einsatz erneuerbarer Energien wurde zum Standard für Neubauten. Weitaus stärker beeinflussen jedoch schon länger bestehende Gebäude den Energieverbrauch in Deutschland. Sie machen den größten Teil der Immobilien aus. Daher gibt es für sie Pflichten zum Austausch oder Nachrüsten bei Bauteilen oder der Technik. Einige Pflichten greifen allerdings nur, wenn das Gebäude ohnedies modernisiert wird. Die Anforderungen der Energieeinsparverordnung bei ohnehin geplanten Modernisierungen regeln, welche Standards eingehalten werden müssen, wenn etwa der Fassadenputz erneuert wird oder Fenster ausgetauscht werden.

Auch ohne Modernisierungsabsichten verlangt die EnEV 2009 den Austausch von öl- oder gasbetriebenen Standardheizkesseln, die vor Oktober 1978 eingebaut wurden. Zudem müssen Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen gedämmt werden. Gleiches gilt für zugängliche oberste Geschossdecken bei ungedämmten Dächern. Die Regelungen gelten für Mehrfamilienhäuser sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser, sofern sie nicht wenigstens seit Februar 2002 selbst genutzt werden.

Die EnEV 2014

Dämmung eines Dachbodens gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV)(c) khorixas - Fotolia.com

Ebenfalls in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt: die Dachdämmung.

Ab dem 1. Mai 2014 gilt die neue Fassung EnEV 2014. Die Novellierung wurde aufgrund von Anforderungen der Energiewende und veränderter europäischer Vorgaben erforderlich. Die Verschärfung ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum sogenannten Niedrigstenergiegebäude, das ab 2021 in Europa für alle Neubauten zum Standard werden soll. Die konkreten Anforderungen für diesen Standard sollen bis Ende 2018 festgelegt werden.  Allerdings gab es mit der Neufassung der EnEV 2014 auch einen Rückschritt hinsichtlich der Anforderungen an die Energieeffizienz: Die zunächst mit der EnEV 2009 eingeführte Pflicht, Nachtspeicherheizungen außer Betrieb zu nehmen, wurde seit Juli 2013 wieder abgeschafft.

Bei Modernisierungen von bestehenden Gebäuden werden die bisher gültigen Anforderungen der EnEV 2009 wegen zu geringen Einsparpotenzials kaum verschärft, außer beim Austausch von Außentüren, wobei moderne Türen ohnehin schon lange die Vorgaben der EnEV 2014 an den Wärmedurchgangskoeffizienten erfüllen. Die sonstigen Änderungen der EnEV 2014 sind im Wesentlichen:

  • Ab 2016 steigen die Anforderungen bei Neubauten an den zulässigen Jahres-Primärenergiebedarf um 25 und an den Dämmstandard um 20 Prozent, sofern sie angemessen und vertretbar sind.
  • Die EnEV 2014 sieht einige Änderungen für Energieausweise bei Wohn- und Nichtwohngebäuden vor. Mehr dazu in unserem Dossier über Energieausweise.
  • Ab 2015 müssen öl- oder gasbetriebene Konstanttemperaturheizkessel (Standardheizkessel), die älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden.
  • Bis Ende 2015 sind zugängliche Decken zwischen beheizten Räumen und unbeheizten Dachräumen nachträglich zu dämmen, sofern sie keinen nach einer DIN geregelten Mindestwärmeschutz aufweisen. Alternativ ist die Dämmung des darüber liegenden Daches möglich.

Die Pflichten für bestehende Gebäude gelten nach wie vor für Mehrfamilienhäuser, aber nicht für Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die mindestens seit dem 1. Februar 2002 selbst darin wohnen. Bei einem Eigentümerwechsel müssen die neuen Hausbesitzer binnen zwei Jahren die Maßnahmen umsetzen. Bei den geforderten Änderungen an Bestandsgebäuden müssen die erforderlichen Investitionen allerdings innerhalb eines angemessenen Zeitraumes durch Energieeinsparungen erwirtschaftet werden können. Oftmals lohnen sich jedoch auch Maßnahmen, die über die Anforderungen der EnEV hinausgehen. Viele der bei Neubau oder Sanierung erfolgreich erprobten Ausführungen erfordern nur geringe Mehrkosten, sparen aber erheblich mehr Energie. So benötigt der bereits bei zigtausend Wohneinheiten umgesetzte Passivhausstandard nur einen Bruchteil der Energie, den die EnEV für Neubauten zulässt. Zudem gehen die Anforderungen von Förderprogrammen wie etwa der KfW weiter als die Minimalanforderungen der Energieeinsparverordnung und sollten bei Modernisierungsvorhaben vor einer Auftragsvergabe genau geprüft werden.

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