Trendreport Energie- und Wärmewende: Was Hauseigentümer*innen beschäftigt
05.05.2026 Lesedauer: min Mirka Jedamzik
Die meisten Hauseigentümer*innen sind beim Thema Wärmewende längst nicht mehr unentschieden. Das zeigt unser aktueller Trendreport 2026, für den wir im März eine Umfrage unter unseren Newsletter-Leser*innen durchgeführt haben. Die Beteiligung war überwältigend: Knapp 4.900 Personen haben sich beteiligt – davon mehr als 4.000 Eigentümer*innen, der Großteil mit Sanierungsinteresse. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse.
Ziel der Umfrage war es, zu verstehen, wie die Befragten zur Energie- und Wärmewende stehen. Außerdem wollten wir wissen: Was braucht es, damit aus Zustimmung und Bereitschaft konkrete Umsetzung wird? Die hohe Beteiligung zeigt einerseits, dass das Thema die Menschen beschäftigt. Andererseits geben die Antworten ein klares Bild darüber, wo Bedürfnisse und Realität auseinanderdriften.
Die wichtigsten Ergebnisse des Trendreports
Hohe Zustimmung, viel Aktivität:
- 93 % befürworten den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland.
- 86 % sind dafür, alte Gas- und Ölheizungen durch klimafreundlichere Systeme zu ersetzen.
- 47 % haben in den letzten zwölf Monaten bereits in Energiespar- oder Sanierungsmaßnahmen investiert – am häufigsten: Photovoltaik und Heizungstausch.
Aber: Zwischen Wollen und Tun liegen Hürden. Hohe Kosten sowie Unsicherheit und das Gefühl von Überforderung bremsen viele.
62 % sagen, dass unsichere Rahmenbedingungen – wie wechselnde Förderprogramme oder unklare politische Debatten – ihre Investitionsbereitschaft stark beeinflussen.
Förderung wirkt – aber nur, wenn sie einfach ist
Förderung ist ein starker Hebel: Bei den Personen, die bereits investiert haben, haben 60 Prozent Fördermittel genutzt; 76 Prozent derjenigen, die investieren wollen, planen Fördermittel ein. Doch die Komplexität bleibt ein Problem. 68 Prozent nennen „zu viel Bürokratie und komplizierte Antragsverfahren“ als einen der größten Bremsfaktoren der Energiewende insgesamt.
Vertrauen entscheidet: Wer wirklich gehört wird
Vertrauen entscheidet oft darüber, wer wirklich ins Handeln kommt. Nicht alle Stimmen haben gleich viel Wirkung bei Beratung und Information: Je unabhängiger, fachlicher und gemeinwohlorientierter ein Akteur wirkt, desto höher das Vertrauen.
- Wissenschaftliche Institute (89 %) und Verbraucherzentralen (88 %) genießen das höchste Vertrauen. Energieberater*innen (79 %) sowie Umwelt- und Klimaschutzorganisationen (76 %) folgen auf den nächsten Plätzen.
- Die Bundesregierung kommt bei der Beratungskompetenz nur auf 24 % Zustimmung – staatliche Informationsangebote werden häufig skeptisch beäugt.
- Geht es um die fachgerechte Umsetzung, vertrauen Haushalte vor allem auf Handwerksbetriebe (85 %) und Energieberater*innen (74 %).
Das bedeutet: Gute Botschaften müssen über die richtigen Kanäle kommen – unabhängig, verständlich und nah an der Praxis.
Unsicherheit und emotionale Hürden
Die Wärmewende ist für viele auch ein Thema von Verlässlichkeit und Gerechtigkeit. Die Befragten schauen mit gemischten Gefühlen auf die nächsten Jahre.
- 54 % äußern Ärger über politische Uneinigkeit.
- 47 % wünschen sich mehr Klarheit und Verlässlichkeit.
- 59 % empfinden die Verteilung von Kosten und Förderungen als ungerecht.
Fazit
Der Wille zur Wärmewende ist in vielen Haushalten vorhanden. Die wirkliche Herausforderung liegt nicht mehr in der Überzeugungsarbeit – sondern darin, den Weg von der Planung zur Umsetzung kürzer und klarer zu machen. Damit aus Zustimmung Umsetzung wird, braucht es nicht nur gute Technik, sondern vor allem klare Regeln, faire Unterstützung und unabhängige Orientierung, die im Alltag wirklich hilft.
Den vollständigen Trendreport 2026 „Energie- und Wärmewende – Wie aus Zustimmung Umsetzung wird“ gibt es hier zum Download:
Zum Trendreport (PDF)