Wie senke ich den Stromverbrauch beim Kühlschrank?

Kühlschränke sind meist die größten Stromfresser im Haushalt. Wie hoch sind die jährlichen Kosten fürs Kühlen und Gefrieren? Und wie viel können Sie mit einem Kühlschrank der Effizienzklasse A+++ sparen?

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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Kühlschrank ist Stromfresser im Haushalt
  • 10 Tipps zum Senken des Kühlschrank-Stromverbrauchs
  • Tausch des Altgeräts lohnt sich spätestens nach 15 Jahren
  • bei Tausch auf Größe achten: 50 Liter pro Person ausreichend
  • mit Energiesparkonto und KühlCheck den Stromverbrauch in der Küche kontrollieren

Für ein Viertel des Stromverbrauchs im Durchschnittshaushalt ist der Kühlschrank verantwortlich, denn er läuft das ganze Jahr im Dauerbetrieb. Das Sparpotenzial für Strom und CO2 ist dementsprechend groß.

Beim Neukauf eines Kühlschranks sollten Sie deshalb unbedingt auf den Stromverbrauch achten. In den vergangenen Jahren hat sich die Energieeffizienz von Kühlschränken stark verbessert. Nicht selten lassen sich gegenüber einem Altgerät 50 Prozent einsparen.

Kühlschrank mit Effizienzklasse

Beim Ersatz eines etwa 15 Jahre alten Kühlschranks durch ein Modell der Klasse A+++ sparen Sie im Schnitt 240 Kilowattstunden und rund 70 Euro pro Jahr. Mehrkosten bei der Anschaffung machen sich langfristig über die gesparten Euro bei der Stromrechnung bezahlt.

Kühlschrank mit geringem Stromverbrauch kaufen – so geht's:

  • Verweigert Ihr Kühlschrank seinen Dienst, nutzen Sie die Chance für einen Neuanfang: Holen Sie sich einen Kühlschrank mit Effizienzklasse A+++ ins Haus. A ist inzwischen nur noch viertklassig. Neue Modelle müssen mindestens A+ vorweisen.
  • Überlegen Sie genau, wie groß der künftige Kühlschrank sein soll. Als Richtwert gelten 50 Liter pro Person. Je größer der Kühlschrank, desto größer ist in der Regel auch der Stromverbrauch.
  • Innerhalb der Effizienzklassen gibt es große Unterschiede beim Stromverbrauch. Vergleichen Sie deshalb die Angaben zum Stromverbrauch aller Geräte, die für Sie in Frage kommen. Am einfachsten geht das mit der App „ecoGator”.
  • Einen neuen Kühlschrank der Effizienzklasse A+++ mit Gefrierfach gibt es ab rund 350 Euro. Wegen der hohen laufenden Kosten lohnt sich oft auch der Ersatz noch funktionstüchtiger Geräte; vor allem wenn es sich um ein älteres Modell handelt.

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Die 10 besten Tipps zum Strom sparen beim Kühlschrank

  1. Zustand des Kühlschranks regelmäßig checken
    Um Strom zu sparen bei Ihrem Kühlschrank, sollten Sie regelmäßig seinen Zustand überprüfen. Insbesondere defekte Türdichtungen steigern den Energieverbrauch von Kühlschränken immens.
  2. Kühlschrank richtig einräumen
    Kühlschränke haben verschiedene Temperaturzonen. Deshalb ist es wichtig, zum Stromsparen den Kühlschrank richtig einzuräumen. Ganz oben ist es am wärmsten, dort können gekochte Speisen und Marmeladen gut gelagert werden. Am kältesten ist es unten über den Gemüsefächern. Hierhin gehören leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch.
  3. Standort des Kühlschranks gut wählen
    Überdenken Sie den Standort Ihres Kühlschranks, wenn Sie Strom sparen wollen. Kühlgeräte sollten nie neben Wärmequellen wie Herd, Spülmaschine oder Heizkörper stehen, die die Kühlschranktemperatur unnötig erhöhen. Auch direkte Sonnenbestrahlung ist zu vermeiden.
  4. Kühlschrank nicht einbauen
    Die Lüftungsöffnungen, die sich zumeist hinten am Gerät befinden, dürfen nicht zugestellt oder verdeckt werden. Sonst wird die Abwärme nicht gut abgeführt, wodurch das Kühlgerät erwärmt wird. Aus diesem Grund ist auch der Einbau des Kühlgeräts in einen Küchenschrank nicht zu empfehlen.
  5. Gefrierfach regelmäßig abtauen
    Das regelmäßige Abtauen des Gefrierfachs steigert die Effizienz des Geräts deutlich und senkt die Stromkosten. Ist das Gefrierfach vereist, muss das Gerät zusätzliche Energie aufwenden, damit auch die Lebensmittel gekühlt werden und nicht nur die Eisschicht. Viele neue Kühlschränke bieten eine automatische Abtaufunktion.
  6. Kühlschranktemperatur sinnvoll wählen
    Kühlen Sie nicht zu stark. Die optimale Kühlschranktemperatur beträgt sieben Grad Celsius, im Gefrierschrank oder -fach sollten minus 18 Grad Celsius nicht unterschritten werden. Die Temperatur kann leicht mit einem Thermometer überprüft werden.
  7. Speisen erst abkühlen lassen und im Kühlschrank auftauen
    Um den Energieverbrauch nicht zu steigern, sollten Speisen immer nur abgekühlt in den Kühl- oder Gefrierschrank gestellt werden. Wollen sie etwas auftauen und haben es nicht eilig, legen sie es in den Kühlschrank. So dauert das Auftauen länger, aber das Gerät muss weniger kühlen.
  8. Kühlschranktür schließen
    Die Kühlschranktür beziehungsweise die Gefrierfachklappe sollte nie unnötig lange offen gelassen werden, da so Wärme und Feuchtigkeit ins Geräteinnere gelangen. Das erhöht den Stromverbrauch des Kühlschranks und das Gefrierfach vereist schneller.
  9. Machen Sie den KühlCheck
    Mit dem KühlCheck von co2online können Sie den Stromverbrauch Ihres alten Kühlschranks mit dem eines neuen Kühlgeräts vergleichen und sich ein passendes neues Modell empfehlen lassen.
  10. App ecoGator nutzen
    Sie suchen ein energieeffizientes Kühlgerät? Die Smartphone-App ecoGator berät Sie zu Hause oder direkt im Fachmarkt bei der Kaufentscheidung und zeigt Ihnen die neuesten und stromsparendsten Geräte.

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Lohnt sich der Austausch Ihres alten Kühlschranks?

Im Test-Jahr 2016 sah die Gesamtrechnung für Kühlschränke so aus: Mit den durchschnittlichen Kosten eines in 2001 getesteten Modells laufen in 15 Jahren Stromkosten in Höhe von rund 1.640 Euro auf. Durch einen neuen, effizienten Kühlschrank ergibt sich eine Stromersparnis von rund 920 Euro. Zieht man davon den Kaufpreis ab (laut Online-Preisvergleich ca. 350 Euro), bleiben unter dem Strich etwa 570 Euro Ersparnis übrig – denn der Stromverbrauch des alten Kühlschranks ist wesentlich höher als der des Neugeräts.

Wie groß das Potenzial für den Austausch von Kühlschränken insgesamt ist, macht eine weitere Zahl deutlich. Laut Branchenverband ist etwa die Hälfte der rund 60 Millionen Kühlschränke in deutschen Haushalten älter als zehn Jahre.

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Tür schließen und Stromverbrauch des Kühlschranks reduzieren

(c) iStock/kkgas

Wer im Kühlschrank für Ordnung sorgt, wird schneller fündig und senkt so den Stromverbrauch.

Stehen Sie auch manchmal vor Ihrem geöffneten Kühlschrank und gucken, was er so hergibt? Diese Angewohnheit kann Sie pro Jahr 7 Euro kosten. Denn jedes Mal, wenn die Kühlschranktür aufgeht, entweicht Kälte. Für die Kompensation braucht der Kühlschrank viel Energie und sorgt für zusätzliche Emissionen; etwa 15 unnötige Kilogramm CO2 im Jahr. Der Stromverbrauch des Kühlschranks durch das Entweichen der kalten Luft entspricht etwa dem einer 12-W-Energiesparlampe, die fünfzig Minuten lang brennt.

Werfen Sie also möglichst immer nur einen kurzen Blick in Ihren Kühlschrank. Dazu kann es hilfreich sein, gleich nach dem Einkauf beim Einräumen für Ordnung zu sorgen. Ist beispielsweise der Joghurt immer an der gleichen Stelle zu finden, müssen Sie gar nicht erst lange bei geöffneter Kühlschranktür suchen.

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Abtauen und Stromverbrauch des Kühlschranks senken

Wird der Reif an den Innenwänden des Kühlschranks dicker oder bildet sich eine Eisschicht, erhöht sich der Stromverbrauch des Kühlschranks. Eine Vereisung von fünf Millimetern erhöht den Stromverbrauch Ihres Kühlschranks um 30 Prozent. Das macht selbst bei einem modernen Gerät der Klasse A+++ 13 Euro im Jahr aus. In diesem Fall sollte man es abtauen. Der Dauerbetrieb vergletscherter Kühlgeräte verursacht 25 Kilogramm CO2 pro Jahr und lässt dafür anderswo echte Gletscher schmelzen.

Kühlschrank abtauen – so geht's:

  • Tauen Sie Ihren Kühlschank regelmäßig ab. Vor allem bei älteren Modellen empfiehlt sich diese Maßnahme etwa zwei Mal im Jahr.
  • Einige Kühlschränke sind heute mit einer so genannten No-Frost-Funktion ausgestattet. So entfällt lästiges Abtauen, allerdings verbraucht die Funktion zusätzlich Energie. Sie ist daher nur dann sinnvoll, wenn durch häufiges Öffnen des Gefrierfachs (zum Beispiel bei vielen Nutzern) verstärkt Feuchtigkeit eintritt.

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Stromverbrauch in der Küche kontrollieren

Um den Stromverbrauch und die Stromkosten Ihres Kühlschranks zu berechnen, können Sie beispielsweise eine Messsteckdose nutzen. Stromversorger bieten oft kostenlose Leihgeräte an, die Ihnen dabei helfen, Stromfressern auf die Spur zu kommen.

Den Stromverbrauch des kompletten Haushalts können Sie mit zum Beispiel einem Optokoppler überwachen. Das Gerät wird auf dem herkömmlichen Stromzähler befestigt und sorgt für digitale Verbrauchsdaten.

Mit dem StandbyCheck der App EnergieCheck von co2online ermitteln Sie Ihren Basisstromverbrauch, der durch „Dauerläufer" wie Kühlschrank, Standby und so weiter entsteht und Ihren Tagesstromverbrauch, der durch die zusätzliche aktive Nutzung von Elektrogeräten zustande kommt. Mit dem Energiesparkonto können Sie den Energieverbrauch noch genauer analysieren und integrierte Ratgeber wie den KühlCheck nutzen.

Die komfortabelste, aber auch aufwendigste Lösung, den Stromverbrauch und folglich die Stromkosten Ihres Kühlschranks zu berechnen, ist ein Smart Meter. Das digitale Messgerät zeigt den Verbrauch nicht nur an, sondern zeichnet die Werte auch auf und kann sie übertragen, zum Beispiel an den Messdienstleister. Mit einem Smart Meter von Discovergy können Sie die Daten auch direkt ins Energiesparkonto übertragen.

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Autor: Sebastian Lambeck

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