Stromsparer oder -schlucker: Küchengeräte im Vergleich

Ein Zehntel der Stromkosten fällt im Schnitt in der Küche an. Ein effizienter Kühlschrank und Backofen können hier schon einiges sparen. Ans Eingemachte geht's mit beliebten Küchenhelfern wie Wasserkocher, Miniofen und Eierkocher – was ist eigentlich effizienter? Wir haben den Vergleich gemacht: Hier lesen Sie unsere Energiespartipps für Fortgeschrittene.

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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • Wasserkocher in den meisten Fällen effizienteste Lösung
  • Schnellkochtopf und Eierkocher sparen Strom
  • Brötchen auf Toaster aufbacken oft günstiger
  • Mikrowelle und Minibackofen für kleine Portionen

In der Essenszubereitung stecken viele Gewohnheiten. Wenn man anfängt, übers Energiesparen nachzudenken, kommen immer mehr Fragen auf: Hilft ein Eierkocher, Strom zu sparen? Wie schlägt sich eine Mikrowelle eigentlich beim Energieverbrauch? Und ab wie vielen Brötchen backe ich besser nicht mehr über dem Toaster auf, sondern heize den Ofen an?

Andere Angehörige des Haushalts mögen irritiert sein, wenn die Küche zum Energiesparlabor wird und die Frühstückseier mal nicht „à point“ oder die Nudeln „al dente“ sind. Neugier und das gute Gefühl, etwas fürs Klima zu tun, sind aber oft ansteckend.

Wasser kochen: im Topf oder Wasserkocher?

Welche Methode kocht Wasser am schnellsten und am sparsamsten? Die Stiftung Warentest hat das untersucht und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Sieger ist der Wasserkocher. Gegenüber einer gewöhnlichen gusseisernen Herdplatte spart der Wasserkocher bei jedem Liter 3 Minuten Zeit und 3 Cent Stromkosten.

Wenn ein Haushalt drei Liter am Tag mit dem Wasserkocher abkocht, kann er im Jahr knapp 55 Stunden und mehr als 32 Euro sparen!

  • Wasserkocher haben zudem den Vorteil, dass sie sich automatisch abschalten und das Wasser nicht unnötig weiterkocht.
  • Das Gerät bleibt besonders lange intakt, wenn Sie es regelmäßig entkalken. Außerdem spart das Entkalken Energie. 
  • Noch mehr können Sie sparen, wenn Sie nur die benötigte Menge Wasser einfüllen.
  • Da Teetrinker*innen für verschiedene Sorten unterschiedlich heißes Wasser bevorzugen, ist für sie ein Temperaturregler praktisch, mit dem sie ihre Wunschtemperatur einstellen können.

Beim Essenkochen verhält es sich anders:

  • So sollte etwa Nudelkochwasser nicht vorher im Wasserkocher erhitzt werden. Das Gerät müsste ja zusätzlich erwärmt werden, zudem verliert das Wasser Energie beim Umschütten.
  • Lieber gleich das Wasser auf einer sauberen Herdplatte in einem Topf mit passendem Deckel erhitzen.
  • Wenn das Wasser kocht, Deckel drauflassen und Hitze herunterregeln – aber Achtung, der Topf kann überkochen.
  • Gusseisen- und Glaskeramik-Kochplatten etwa eine Minute vor dem Ende der Kochzeit schon ausschalten – das spart zusätzlich Energie, weil sie nachglühen.

Und was ist mit dem Salz?

Ob das Salz am Anfang ins kalte Wasser oder erst kurz vorm Kochen ins Nudelwasser kommt, spielt beim Kochen keine Rolle: Wasser mit Salzkristallen hat zwar einen etwas höheren Siedepunkt. Dafür kann es Wärme besser leiten und heizt sich so schneller auf. Physikalisch gesehen gibt es feine Unterschiede, beim Energiesparen in der Küche merkt man diese aber nicht.

Induktionsherd fordert Wasserkocher heraus

Induktionsherde müssen nicht erst das Kochfeld erwärmen, sondern leiten die Hitze direkt zum Topf. Deshalb verbrauchen sie nur wenig mehr Energie als Wasserkocher, die etwas besser isoliert sind. Die Kochzeit bei einem Liter Wasser ist deutlich länger als beim Wasserkocher. Dabei ist allerdings die Boost-Funktion nicht berücksichtigt: Wenn der Induktionsherd seine gesamte Leistung auf eine Platte bündelt, kann er sogar mit der Geschwindigkeit von Wasserkochern mithalten.

Gasherd verschwendet Energie, spart aber Kosten

(c) pixabay

Beim Gasherd ist der Energiebedarf deutlich am höchsten. Etwa 40 Prozent der Energie werden nicht an das Wasser, sondern an die Umgebungsluft abgegeben. Gaswärme ist allerdings deutlich billiger als Stromwärme: Auch mit derzeit hohen Gaspreisen kostet der Liter Kochwasser auf dem Gasherd nur knapp 2 Cent. Am günstigsten kocht man also mit Gas. Allerdings belastet der fossile Brennstoff gegenüber regenerativem Strom das Klima mit CO2.

Auch wenn Gas das Leitungswasser erwärmt, kann ein Haushalt sparen: Unabhängig von der Kochmethode lohnt es sich ab einem Liter Kochwasser, heißes Wasser aus der Leitung zu zapfen. Wenn Strom das Wasser aufheizt, ist es besser, kaltes Wasser in den Wasserkocher zu füllen: Denn bis das heiße Wasser aus der Leitung kommt, fließen je nach Entfernung zwischen Durchlauferhitzer und Hahn mehrere Liter ungenutzt in den Abfluss.

Geheimtipp zum Wasserkochen: Tauchsieder?

Tauchsieder geben 98 Prozent der Stromenergie direkt an das Kochwasser ab und sind deshalb besonders schnell und sparsam. Selbst Wasserkocher müssen erst einmal den Behälter erhitzen. Allerdings ist bei Tauchsiedern Vorsicht geboten, um sich nicht am Heizstab oder am siedenden Wasser zu verbrennen. Aktuell tüfteln erfinderische Start-ups an Induktionstauchsiedern: Dabei steht der Heizstab in einer Tasse oder Schüssel und wird über einen Magneten durch den Untersatz erwärmt.

Schnellkochtopf spart Zeit und Energie

Beim Kochen von Speisen kann ein Schnellkochtopf bis zur Hälfte der Energie gegenüber einem normalen Topf sparen. So kann ein Haushalt seinen CO2-Ausstoß um 30 Kilogramm im Jahr reduzieren – die gleiche Menge binden etwa drei Bäume jährlich. Zudem reduziert sich die Kochzeit auf die Hälfte oder sogar weniger: Kartoffeln brauchen etwa nur 6 statt 20 Min. Schnellkochtöpfe lohnen sich also besonders für lange Kochzeiten. Wenn das Wasser nur aufgekocht werden soll, genügt ein geschlossener Topf.

Eierkocher oder Topf: Frühstückseier energiesparend kochen

(c) www.unsplash.com / Rasa Kasparaviciene

Wochenende! Allerdings nicht fürs Energiesparen, auch nicht beim Eierkochen. Je nach Modell reduziert ein Eierkocher die Stromkosten auf die Hälfte oder sogar ein Viertel im Vergleich zum Kochtopf auf dem Elektroherd. Bei vier Frühstückseiern am Sonntag kann man so bis zu 8 Euro sparen. Falls es nur einen Kochtopf gibt, sollten die Eier wie im Eierkocher ins kalte Wasser kommen; so beginnen sie schon zu garen, während das Wasser zum Sieden gebracht wird.

Profi-Spartipp: Es genügt, zwei Zentimeter Wasser in einen kleinen Topf zu geben, weil die Eier im 100 Grad heißen Dampf genauso schnell garen.

Toaster oder Backofen: Wo backen Brötchen sparsamer auf?

(c) www.unsplash.com / Martin Schalter

Für viele gehören Brötchen zum Wochenendfrühstück dazu. Wer sich den Weg zur Bäckerei sparen will, nimmt mit Aufbackbrötchen vorlieb. Die Backanleitung auf der Packung erwähnt in der Regel nur den Ofen – aber es gibt eine energiesparende Alternative: Wenn nicht mehr als acht Brötchen auf den Frühstückstisch kommen, spart der Toaster Stromkosten. Bei mehr Brötchen ist der Ofen günstiger. Tiefgekühlte Brötchen sind auf dem Toaster schwer durchzuheizen; falls kein Backofen zur Verfügung steht, hilft es, die Brötchen mit einem Stück Alufolie zu bedecken.

Die genauen Zahlen: Ein Backofen leistet im Schnitt 2.100 Watt. Wenn er bei Umluft eine Viertelstunde ohne Vorheizen Brötchen aufbackt, entstehen Stromkosten von 17 Cent – die Anzahl der Brötchen spielt kaum eine Rolle. Wenn im Vergleich ein Toaster mit rund 1.000 Watt zwei Brötchen von beiden Seiten vier Minuten auf dem Brötchenaufsatz erhitzt, entstehen Kosten von 4,25 Cent, also ein Viertel der Backofen-Kosten.

Noch mehr Energie können Sie beim Ofen sparen, wenn sie ihn nicht vorheizen, frühzeitig ausschalten, um die Restwärme auszunutzen, und andere Energiespar-Tipps für den Ofen beherzigen.

Das schnelle Essen: Mikrowelle oder Herd?

Das Wochenende ist schnell vorüber – doch auch im Alltag bleibt Energiesparen ein Thema. Jetzt heißt es, mittags schnell Essensreste aufzuwärmen. Ist dafür der Herd oder die Mikrowelle sinnvoller? Eine gekühlte Tellerportion benötigt auf einer Glaskeramikplatte bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten. Bei einer Leistung von 500 Watt entstehen so Stromkosten von 2,65 Cent. Eine gusseiserne Herdplatte verschlingt dagegen mit 1.000 Watt die doppelte Energiemenge.

Eine Mikrowelle mit gewöhnlichen 800 Watt braucht dagegen nur 5 Minuten – wobei es hilft, zwischendurch das kältere Innere der Essensportion nach außen zu rühren. Ihre Dienste kosten 2,12 Cent: Bei einer Portion spart die Mikrowelle also 20 Prozent gegenüber einem Glaskeramikfeld und knapp 75 Prozent gegenüber einem gusseisernen Herd

Bei mehreren Portionen dürfte der Glaskeramik-Herd die Nase vorn haben: Für eine größere Herdplatte und einen größeren Topf ist nur wenig zusätzliche Energie vonnöten und jede zusätzliche Portion braucht weniger Strom als in der Mikrowelle. Gegenüber Gusseisenherden haben Mikrowellen jedoch die Nase vorn, gleich wie viel Hungrige am Tisch sitzen.

Klein und oho: Miniofen und Mikrowelle vs. Ofen

(c) www.unsplash.com / Stefan C. Asafti

Abends muss es auch mal schnell gehen, deshalb gibt es eine Fertigpizza. Doch womit backt es sich effizienter – Backofen, Miniofen oder Mikrowelle? Gegen einen Einbaubackofen mit einem Backraum von rund 70 Litern haben Miniöfen und Mikrowellen mit Backofen-Funktion gute Karten: Solange es nicht gerade ein Truthahn ist und das Backgut damit in das kleinere Gerät passt, sollten Sie das geringere Volumen vorziehen. Denn hier muss entsprechend weniger Gerätemasse und Luft erwärmt werden. Da der Energieverbrauch von Miniöfen nicht ausgewiesen werden muss, liegen aber keine genauen Vergleichszahlen gegenüber üblichen Backöfen vor.

Vorheizen – ja oder nein?

Ob die Pizza im vorgeheizten Backofen knuspriger wird, ist Ansichtssache. Manche meinen, es komme vor allem auf eine hohe Endtemperatur an. Das Vorheizen diene nur dazu, verlässliche Angaben zur Backzeit auf der Verpackung zu machen. Energetisch ist die Sache zumindest eindeutig: Um Energie zu sparen, kann die Pizza gleich in den Ofen, der für die letzten paar Minuten auch schon ausgeschaltet werden sollte, um die Restwärme zu nutzen.

Für mehr Inspiration zum Thema Stromsparen haben wir die 25 besten Stromspartipps im Haushalt zusammengetragen.

Autor*in: Jochen Weiß

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