Heizkosten sparen:
Mit diesen 10 Tipps sparen Sie Heizkosten

23.01.2026 Lesedauer: min Jens Hakenes

Eine Hand dreht am Thermostat

Heizkosten sparen, ohne zu frieren: Schon kleine Änderungen beim Heizen und Lüften können Ihren Energieverbrauch senken. Wir zeigen, womit Sie am besten anfangen – und welche Tipps für Mieter*innen geeignet sind. 

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Heiztipps gibt es sowohl für Mieter*innen als auch Hausbesitzer*innen.
  • Viele Tipps lassen sich im Handumdrehen umsetzen.
  • Maßnahmen wie Heizungsoptimierung sind förderfähig
  • Nicht immer ist eine Investition notwendig. 

Wenn Sie heute nur drei Dinge ändern wollen

  • Senken Sie die Raumtemperatur testweise um 1 Grad Celsius. In einem Beispielhaushalt mit 130 Quadratmetern und Gasheizung lassen sich dadurch rund 1.000 Kilowattstunden und etwa 120 Euro Heizkosten im Jahr sparen. Wie hoch die tatsächliche Ersparnis ausfällt, hängt unter anderem von Gebäude, Heizsystem und Energiepreis ab.
  • Stellen Sie das Thermostat passend zum Raum ein. Stufe 3 entspricht bei herkömmlichen Thermostatventilen ungefähr 20 Grad Celsius. Stufe 5 macht den Raum nicht schneller warm.
  • Lüften Sie kurz und kräftig statt dauerhaft mit gekipptem Fenster. Schließen Sie währenddessen die Thermostatventile. So tauschen Sie die Raumluft aus, ohne unnötig Wärme nach draußen zu verlieren. 

* Die Beispiele basieren auf folgenden durchschnittlichen Haushaltsgrößen: 
- 70 m2-Wohnung im Mehrfamilienhaus mit Gasheizung / 2 Personen 
- 130 m2-Einfamilienhaus mit Gasheizung / 3 Personen 
... und dem durchschnittlichen Gaspreis (August 2026).

1. Heizen Sie Räume nicht wärmer als nötig

Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart Heizenergie. Als Faustregel gilt: Eine Absenkung um ein Grad kann den Heizenergieverbrauch um etwa sechs Prozent senken. Das bedeutet nicht, dass Sie in allen Räumen frieren sollen. Entscheidend ist, die Temperatur an die Nutzung anzupassen.

Für Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer sind etwa 20 Grad Celsius eine gute Orientierung. Im Schlafzimmer und im Flur genügen häufig ungefähr 16 Grad Celsius. Menschen mit besonderem Wärmebedarf sollten die für sie passende Temperatur wählen. Auch bei kleinen Kindern, älteren Menschen oder gesundheitlichen Einschränkungen kann eine höhere Raumtemperatur sinnvoll sein.

Für Mieter*innen: Sie können die Raumtemperatur direkt über die Thermostate anpassen. 

Optimale Temperatur für jeden Raum

Für mehr Informationen bitte scrollen bzw. ziehen

Raum
Temperatur
Thermostat-Stufe
Wohnzimmer
19–20 Grad
knapp unter 3
Küche
19 Grad
knapp unter 3
Bad
21 Grad
knapp über 3
Schlafzimmer
17 Grad
knapp über 2
Kinderzimmer
19–20 Grad
knapp unter 3
Flur
16 Grad
2
Arbeitszimmer
19–20 Grad
knapp unter 3
Auflistung der optimalen Temperatur und passender Thermostat-Stufe

2. Stellen Sie das Thermostat richtig ein

Ein Thermostatventil misst die Raumtemperatur und reguliert, wie viel Heizungswasser durch den Heizkörper fließt. Bei einem herkömmlichen Thermostat entspricht Stufe 3 ungefähr 20 Grad Celsius. Zwischen den Stufen liegen meist etwa vier Grad Celsius.

Stufe 5 ist kein Heizungs-Turbo. Der Heizkörper wird dadurch nicht schneller warm. Er heizt lediglich so lange weiter, bis die höhere Zieltemperatur erreicht ist. Drehen Sie das Thermostat deshalb auf die gewünschte Stufe – und nicht grundsätzlich bis zum Anschlag.

Infografik von co2online zur Bedienung eines Heizungsthermostat. Bei einer Thermostateinstellung von 3 wird eine Temperatur von 20 Grad Celsius erreicht und energiesparend konstant gehalten.

3. Passen Sie die Heizzeiten an Ihren Alltag an

Heizen Sie Räume vor allem dann, wenn Sie sie nutzen. In vielen Haushalten läuft die Heizung morgens weiter, obwohl alle bereits aus dem Haus sind. Auch nachts muss die Raumtemperatur meist nicht so hoch sein wie am Tag.

Programmierbare Thermostatventile können die Temperatur automatisch an Ihre Heizzeiten anpassen. Sie senken die Temperatur zum Beispiel während der Arbeitszeit oder in der Nacht und erhöhen sie rechtzeitig vor Ihrer Rückkehr. Eine Absenkung lohnt sich besonders, wenn Räume regelmäßig mehrere Stunden leer stehen.

Senken Sie die Temperatur jedoch nicht so stark, dass Wände und Möbel auskühlen. In schlecht gedämmten Wohnungen kann eine zu starke Absenkung Schimmel begünstigen. Bei Unsicherheit ist eine moderate Absenkung die bessere Wahl.

Für Eigentümer*innen: Lassen Sie sich zu programmierbaren Thermostaten und einer passenden Heizungsregelung beraten. Im Zuge eines hydraulischen Abgleichs kann der Austausch von Thermostaten förderfähig sein. Prüfen Sie die aktuellen Förderbedingungen vor einer Beauftragung.

4. Lüften Sie kurz und kräftig

Beim Lüften gelangt kalte Luft in die Wohnung. Das ist notwendig, damit Feuchtigkeit und verbrauchte Luft nach draußen gelangen. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen dagegen Wände und Möbel aus, ohne die Raumluft besonders schnell auszutauschen.

Besser ist Stoßlüften: Öffnen Sie die Fenster weit und lassen Sie für kurze Zeit frische Luft herein. Je nach Wohnung und Nutzung sind drei bis vier Lüftungsvorgänge am Tag eine gute Orientierung. Öffnen Sie gegenüberliegende Fenster oder Türen, wenn möglich. Dann geht der Luftaustausch schneller.

Drehen Sie die Thermostatventile während des Lüftens herunter. Sonst registriert der Temperaturfühler die kalte Luft und fordert möglicherweise mehr Heizleistung an. Nach dem Lüften schließen Sie die Fenster wieder und stellen das Thermostat auf die gewünschte Stufe.

Mehr dazu: Zum Artikel „Richtig lüften leicht gemacht“.

5. Halten Sie Heizkörper frei

Heizkörper geben Wärme an die Raumluft ab. Stehen Möbel davor oder hängen lange Vorhänge über dem Heizkörper, verteilt sich die Wärme schlechter im Raum. Die Heizung muss dann möglicherweise länger laufen, damit die gewünschte Temperatur erreicht wird.

Rücken Sie Möbel ein Stück vom Heizkörper weg. Achten Sie außerdem darauf, dass Vorhänge, Verkleidungen oder Wäscheständer die Wärme nicht blockieren. Die Oberseite des Heizkörpers sollte frei bleiben.

Einfacher Alltagstest: Wird der Bereich direkt über dem Heizkörper schnell warm, während der restliche Raum kühl bleibt? Dann kann es sein, dass die Wärme nicht gut zirkuliert.

6. Schließen Sie nachts Rollos und Vorhänge

Fenster sind häufig eine Schwachstelle der Gebäudehülle. In kalten Nächten kann deshalb viel Wärme über die Fensterflächen verloren gehen. Geschlossene Rollos, Vorhänge oder Jalousien bilden eine zusätzliche Barriere und helfen, die Wärme im Raum zu halten.

Achten Sie darauf, dass die Vorhänge nicht vor den Heizkörpern hängen. Sonst halten sie die Wärme zwischen Fenster und Vorhang fest, anstatt sie im Raum zu verteilen. Schließen Sie die Fensterabdeckungen abends und öffnen Sie sie morgens wieder, damit Tageslicht und solare Wärme in die Wohnung gelangen.  

Weitere Infos erhalten Sie im Dossier Lüften, Lüftungsanlagen und Fenster.  

7. Fenster abdichten

Wenn Sie zugige Fenster abdichten, vermeiden Sie bei einer Gasheizung rund 265 kg CO2 im Jahr. Die Investition in Dichtungsband lohnt sich: In einem Einfamilienhaus mit 130 m2 können Sie pro Jahr über 1.085 kWh und 130 Euro (rund 13 Euro pro Fenster) einsparen. Dichtungsband gibt es für unter einem Euro je Meter im Baumarkt zu kaufen. Für ein Fenster benötigen Sie knapp fünf Meter Dichtungsband. Das wären 5 Euro pro Fenster oder 50 Euro für die im Beispiel angegebenen 10 Fenster. Wie Sie dabei am besten vorgehen können, zeigt die nachfolgende Bildergalerie:

Zur Bildergalerie

8. Lassen Sie die Heizung optimieren

Nicht jeder Heizkörper muss gleich viel Wärme abgeben. Bei einem hydraulischen Abgleich wird die Heizungsanlage so eingestellt, dass alle Heizkörper passend mit Heizungswasser versorgt werden. Dadurch können Räume gleichmäßiger warm werden und die Heizung kann effizienter arbeiten.

Ein hydraulischer Abgleich ist vor allem für Eigentümer*innen interessant. Er sollte von einem Fachbetrieb geplant und durchgeführt werden. Auch eine zu hohe Vorlauftemperatur, eine veraltete Heizungspumpe oder schlecht gedämmte Heizungsrohre können den Energieverbrauch erhöhen.

Für Mieter*innen: Sie können die Hausverwaltung auf ungleichmäßig warme Heizkörper, hohe Heizkosten oder notwendige Wartungsarbeiten hinweisen. Dokumentieren Sie am besten, welche Räume betroffen sind und wann das Problem auftritt.

9. Senken Sie die Warmwasserkosten

Warmwasser gehört nicht direkt zur Raumheizung. Es macht aber einen großen Teil des Energieverbrauchs im Haushalt aus. Deshalb lohnt es sich, Heizkosten und Warmwasserkosten getrennt zu betrachten.

Ein Sparduschkopf kann den Wasserverbrauch beim Duschen deutlich senken. In einem durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt können laut Beispielrechnung etwa 41.580 Liter warmes Wasser und 2.810 Kilowattstunden für die Erwärmung eingespart werden. Das entspricht rund 335 Euro pro Jahr. Wie hoch die tatsächliche Ersparnis ist, hängt unter anderem von Duschdauer, Wassertemperatur und Art der Warmwasserbereitung ab.

Weitere einfache Maßnahmen:

  • Duschen Sie kürzer und vermeiden Sie unnötiges Nachlaufen des Wassers.
  • Reparieren Sie tropfende Warmwasserhähne.
  • Stellen Sie die Warmwassertemperatur nicht höher ein als nötig.
  • Nutzen Sie bei einem Durchlauferhitzer keine höhere Temperatur als für den Alltag erforderlich.

10. Prüfen Sie Ihren Verbrauch

Ein Blick auf die Thermostate reicht nicht aus, um den tatsächlichen Erfolg zu beurteilen. Prüfen Sie deshalb, wie sich Ihr Energieverbrauch entwickelt. Vergleichen Sie möglichst ähnliche Zeiträume und berücksichtigen Sie, ob der Winter besonders mild oder kalt war.

Mieter*innen können ihre Heizkostenabrechnung prüfen und den Verbrauch mit ähnlichen Wohnungen vergleichen. Eigentümer*innen können zusätzlich die Verbrauchsdaten der Heizungsanlage, die Vorlauftemperatur und die Einstellungen der Regelung kontrollieren lassen.

Unser Tipp: Mit dem HeizCheck können Sie Ihren Heizenergieverbrauch einordnen und sehen, ob Ihr Haushalt im Vergleich auffällig viel oder wenig verbraucht.  

Was bringt wie viel?

Die Einsparung hängt von vielen Faktoren ab: Wohnfläche, Gebäudezustand, Heizsystem, Raumtemperatur, Heizverhalten und Energiepreis. Die folgenden Werte sind deshalb keine persönliche Garantie, sondern Beispielrechnungen aus typischen Haushalten.

Für mehr Informationen bitte scrollen bzw. ziehen

Maßnahme
Beispielhafte Wirkung
Für wen geeignet?
Raumtemperatur um ein Grad senken
rund sechs Prozent weniger Heizenergie pro Grad als Faustregel
alle Haushalte
Thermostat richtig einstellen
verhindert unnötig hohe Raumtemperaturen
alle Haushalte
Stoßlüften statt Kipplüften
schneller Luftaustausch bei weniger Wärmeverlust
alle Haushalte
Heizkörper freihalten
verbessert die Wärmeverteilung
alle Haushalte
Programmierbare Thermostate
passt Heizzeiten automatisch an
vor allem Eigentümerinnen, teils auch Mieterinnen
Hydraulischer Abgleich
verbessert die Verteilung der Heizwärme
vor allem Eigentümer*innen
Sparduschkopf
senkt Warmwasserverbrauch und -kosten
alle Haushalte
Übersicht über Maßnahmen zur Ersparnis von Heizkosten - welche Maßnahmen bringen wie viel?

Fangen Sie mit dem Einfachen an

Richtig heizen bedeutet nicht, den ganzen Tag am Thermostat zu drehen. Es bedeutet, die Temperatur an den Raum und die Nutzung anzupassen, kurz zu lüften und die Heizkörper nicht zu blockieren. Beginnen Sie mit den Maßnahmen, die nichts kosten: ein Grad weniger, passende Heizzeiten und Stoßlüften.

Wenn Ihre Heizkosten trotzdem auffällig hoch bleiben, lohnt sich der nächste Schritt: Prüfen Sie Ihre Abrechnung, vergleichen Sie Ihren Verbrauch und lassen Sie die Heizungsanlage überprüfen. So wird aus einem guten Vorsatz eine belastbare Entscheidung.

Die häufigsten Fragen zum richtigen Heizen

Nicht grundsätzlich. Wenn Räume stark auskühlen, müssen Wände und Möbel später wieder erwärmt werden. In schlecht gedämmten Wohnungen kann außerdem das Schimmelrisiko steigen. Sinnvoller ist meist, die Temperatur während längerer Abwesenheit moderat abzusenken.

Nein. Stufe 5 erhöht nicht die Geschwindigkeit, mit der sich der Heizkörper erwärmt. Das Thermostat sorgt lediglich dafür, dass länger geheizt wird und eine höhere Raumtemperatur erreicht werden kann.

Als Orientierung gelten etwa 16 Grad Celsius. Entscheidend sind aber Ihr persönliches Wärmeempfinden, die Nutzung des Raums und der Zustand des Gebäudes. Das Schlafzimmer sollte nicht so stark auskühlen, dass Feuchtigkeit an kalten Oberflächen entsteht.

Drei bis vier Mal am Tag Stoßlüften ist eine gute Orientierung. Lüften Sie zusätzlich nach dem Duschen, Kochen und Wäschetrocknen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist häufigeres Lüften erforderlich.

Mieter*innen können die Thermostate richtig einstellen, die Raumtemperatur anpassen, Heizzeiten beachten, stoßlüften, Heizkörper freihalten und nachts Rollos oder Vorhänge schließen. Bei Problemen mit der Heizungsanlage sollten sie die Hausverwaltung oder den Vermieter informieren.

Jens Hakenes

Über den Autor

Jens Hakenes

Jens Hakenes ist seit 2010 unser freiberuflicher Experte für die Themen Heizkosten, Warmwasser, Stromkosten und Klimaschutz. In seinen Artikeln erfahren Sie zum Beispiel alles Wichtige über Fußbodenheizungen, serielle Sanierung oder den CO₂-Preis.

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