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Wasserkocher: Stromspartipps & Kaufberatung

Der Wasserkocher ist der Sprinter unter den Kochgeräten: So schnell wie er bringt meist kein anderes Gerät Wasser zum Kochen. Aber: Damit das Wasser schnell kocht, ziehen die elektrischen Kessel um die 2.000 Watt. Mit ein paar Kniffen können Sie die Energieeffizienz Ihres Wasserkochers erhöhen und einiges an Strom sparen.

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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • Leistung von Wasserkochern: 2.000 bis 2.500 Watt für bis zwei Liter Füllmenge
  • meist schnellste und günstigste Lösung für maximal 1,5 bis 2 Liter heißes Wasser
  • kontrollierte Füllmenge und Entkalken sparen 22 Euro Stromkosten im Jahr
  • Wasserkocher haben kein EU-Energielabel – aber Blauen Engel

1. Stromspartipps für den Wasserkocher

Der wichtigste Tipp: Erwärmen Sie im Wasserkocher immer nur so viel Wasser, wie Sie tatsächlich benötigen. Mit diesem einfachen Stromspartipp können Sie im Jahr durchschnittlich Stromkosten in Höhe von 12 Euro sparen und 25 kg CO2 vermeiden.

Wenn Sie Ihren Wasserkocher zusätzlich als Helfer beim Kochen einsetzen, ist eine noch größere Ersparnis drin. Wer täglich zwei Liter Wasser für Suppen, Nudeln und Co im sparsamen Wasserkocher statt auf dem stromhungrigen Elektroherd erhitzt, spart im Schnitt jährlich acht Euro Stromkosten sowie 15 kg CO2.

Wenn Sie einen Gasherd haben, ist das Erhitzen im Topf meist günstiger, da Gas billiger ist als Strom und zudem weniger ungenutzte Restwärme entsteht. Im Vergleich zum Herd mit Induktion oder Glaskeramik, der herkömmlichen Herdplatte und der Mikrowelle hat der Wasserkocher bei einem Liter die Nase vorn: laut Stiftung Warentest bei Preis und auch Geschwindigkeit. Bei größeren Mengen (ab 1,5 bis 2 Liter) ist es jedoch meist effizienter, gleich den Herd zu nutzen.

Damit der zugeführte Strom vom Wasserkocher optimal umgesetzt werden kann, sollten Sie Ihr Gerät regelmäßig entkalken. Bei einem stark verkalkten Gerät erhöht sich der Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent. Das entspricht durchschnittlichen Stromkosten in Höhe von zehn Euro im Jahr und 20 kg CO2. Bei mittelmäßig kalkigem Wasser reicht eine Entkalkung alle drei Monat.

hren Wasserkocher entkalken Sie am besten mit Essigessenz oder Zitronensäure(c) Caroline Attwood | Unsplah

Tipps zum Entkalken des Wasserkochers

Zum ökologischen Entkalken des Wasser­kochers eignen sich Essig, Essig­essenz oder Zitronensäure. So vermeiden Sie, dass in Ihrem nächsten Heißgetränk Rückstände von chemischen Reinigungsmitteln landen. Einfach ein paar kräftige Spritzer in den mit Wasser gefüllten Wasserkocher geben und aufkochen lassen. Danach sollten Sie die Kanne gründlich mit klarem Wasser ausspülen. Um Kalkränder am Äußeren des Kochers zu entfernen, können Sie ein mit Essig oder Zitronensäure befeuchtetes Tuch verwenden.

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2. Leistung und Stromkosten von Wasserkochern berechnen

Um bei Kühlschrank, Staubsauger oder Wäschetrockner zu beurteilen, wie effizient der Strom in die gewünschte Leistung umgesetzt wird, reicht der Blick auf das Energielabel: A+++ steht für höchste Energieeffizienz. Bei der Suche nach einem sparsamen Wasserkocher ist es leider nicht ganz so einfach, denn für dieses Haushaltsgerät gibt kein EU-Energielabel.

Die Leistung eines Wasserkochers wird in der Regel per Watt-Zahl angegeben – und kann dadurch leicht verwirren. Denn ein Wasserkocher mit 3.000 Watt Leistungs­aufnahme verbraucht tatsächlich oft nicht mehr Strom als ein Modell mit nur 500 Watt Leistung. Denn während ein Liter Wasser im 3.000-Watt-Kocher nach etwa 2 Minuten kocht, braucht der 500-Watt-Wasserkocher circa 12 Minuten – und verbraucht so trotz der geringeren Leistungsaufnahme genauso viel Strom.

Stromkosten von Wasserkochern berechnen

Die Formel zum Berechnen des Stromverbrauchs von einem Wasserkocher in Kilowattstunden (kWh) ist einfach: Die Nutzungszeit in Stunden (h) wird mit der Leistungsaufnahme in Kilowatt (kW) multipliziert – und anschließend mit dem Strompreis, falls auch die Kosten zu berechnen sind.

  • Nutzungszeit in h x Leistung in kW = Stromverbrauch in kWh
  • Nutzungszeit in h x Leistung in kW x Strompreis in Cent = Stromkosten in Cent

Beispielrechnungen: Für den Wasserkocher mit 3.000 Watt (3 kW) Leistungsaufnahme ergibt sich ein Stromverbrauch von:

2/60 h x 3,0 kW = 0,1 kWh je Liter

Für den Wasserkocher mit 3.000 Watt (3 kW) Leistungsaufnahme ergeben sich Stromkosten von:

2/60 h x 3,0 kW x 29,3 Cent = 2,93 Cent je Liter

Standby-Verluste beim Wasserkocher

Im Vergleich zu Fernseher und Stereo-Anlage gehören Wasserkocher nicht zu den Geräten, bei denen viel Strom im Standby-Modus verloren geht. Wenn Sie wissen wollen, ob und wie viel Strom ihr Wasserkocher im Standby verbraucht, können Sie ein Strommessgerät zwischenschalten. Wenn Sie Wasser erhitzen, können Sie mit dem Strommessgerät auch die genaue Leistung Ihres Wasserkochers in Watt messen.

3. Energiekennzeichnung für Wasserkocher vom Blauen Engel

Wasserkocher mit Energieeffizienz A+++? Sind leider aktuell nicht zu haben. Denn für Wasserkocher gibt es keine Energieeffizienz-Kennzeichnung durch das EU-Energielabel. Einen Anhaltspunkt für einen effizienten Wasserkocher bietet die Kennzeichnung mit dem Blauen Engel.

Folgende Merkmale zeichnen Wasserkocher mit dem Blauen Engel aus:

  • geringer Energieverbrauch (mindestens 85 Prozent Wirkungsgrad)
  • schadstoffarm
  • langlebig

Die Kennzeichnung mit dem Blauen Engel ist allerdings freiwillig und muss durch den Hersteller beantragt werden. Das führt dazu, dass nur sehr wenige Wasserkocher auf dem Markt das Siegel tragen – auch, wenn möglicherweise mehr Geräte die Anforderungen erfüllen.

Wasserkocher-Test von Stiftung Warentest 2018?

Bei der Stiftung Warentest ist kein aktueller Test zu finden. Der jüngste stammt aus dem Heft 1/2013. In 2017 und 2018 haben allerdings andere Magazine Wasserkocher einem Test unterzogen. Verbraucher können bei der Wahl eines Wasserkochers außerdem die Bewertungen und Erfahrungen anderer Kunden anschauen.

Elektrischer Wasserkocher dampft(c) Peter Fazekas | Unsplash

Tipp für kaputte Wasserkocher:

Der Wasserkocher springt nicht mehr an oder die Abschalt-Automatik spinnt? Laut Öko-Institut landen die meisten defekten Wasserkocher direkt im Müll, weil sich eine Reparatur im Vergleich zum Neukaufpreis nicht lohnt. Abhilfe schaffen hier Repair-Cafés, in denen elektrische Geräte gegen eine Spende repariert werden. Ob und wo es in Ihrer Nähe eines gibt, zeigt Ihnen eine Online-Suchfunktion.

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4. Kaufberatung Wasserkocher: Kriterien

Wer einen Wasserkocher kaufen oder ein defektes Gerät ersetzen möchte, sollte beim Kauf auf ein paar Dinge achten. Unsere Kaufberatung für Wasserkocher hilft Ihnen, genau das richtige Gerät für Ihren Haushalt zu finden.

1. Material und Qualität des Wasserkochers prüfen: Edelstahl, Glas oder Plastik?

Blubberndes Wasser in Wasserkocher aus Glas

Auf die Funktionalität des Wasserkochers hat das Material keinen großen Einfluss. Besonders Wasserkocher aus Edelstahl und Glas können jedoch sehr heiß werden und zu Verbrennungen führen. Achten Sie daher bei Wasserkochern aus Metall darauf, dass sie mit einer doppelwandigen Isolierung ausgestattet sind – bei den meisten guten Geräten ist das der Fall.

Wasserkocher aus Kunststoff leiten vergleichsweise wenig Wärme nach außen und sind daher oft effizienter. Achten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe aber bei Wasserkochern aus Plastik darauf, dass sie BPA-frei sind. BPA-freie Produkte werden meist mit einem grünen Aufkleber mit der Aufschrift „BPA FREE“ gekennzeichnet – und gelten dann als gesundheitlich unbedenklich.

Was ist BPA?

Bisphenol A (kurz BPA) ist eine Industriechemikalie, die in vielen Kunststoffen enthalten ist. BPA gehört zu den Substanzen, die in den Hormonhaushalt des Menschen eingreifen und seine Fähigkeit zum Fortpflanzen beeinträchtigen. Der Stoff kann sich beim Kontakt mit Lebensmitteln oder Wasser aus dem Kunststoff lösen und so vom Menschen aufgenommen werden. BPA ist in der EU seit März 2018 als „besonders besorgniserregender Stoff“ im Bereich der Fortpflanzung eingestuft.

2. Wasserkocher mit wenig Watt?

2000 Watt…

…sollte ein Wasserkocher mit 1,5 bis 2 Liter Fassungsvermögen wenigstens haben.

2000

Die Leistungsaufnahme von Wasserkochern rangiert meist zwischen 600 bis 3.000 Watt. Für den normalen Hausgebrauch und eine Füllmenge von bis zu zwei Litern sind 2.000 bis 2.400 Watt ausreichend. Mit dieser Leistung dauert es etwa zwei bis drei Minuten, bis ein Liter Wasser zum Kochen gebracht wurde. Sollten Sie einen größeren Wasserkocher mit Füllmengen von über zwei Litern bevorzugen, sollte die Wattzahl entsprechend höher ausfallen.

Sehr sparsame Wasserkocher mit wenig Watt eignen sich vor allem dann, wenn nur sehr wenig Wasser erwärmt werden muss – beispielsweise in einem Campingkocher. Für den Stromverbrauch spielt die Wattzahl keine Rolle – nur für die Dauer, bis die gewünschte Wassertemperatur erreicht ist.

3. Skalierung und Füllmenge des Wasserkochers beachten

Sie wollen heißes Wasser für eine Tasse Tee – die Mindestfüllmenge des Wasserkochers beträgt jedoch 0,5 Liter? Dann droht unnötiger Stromverbrauch. Achten Sie beim Kauf eines Wasserkochers darauf, dass das Gerät eine geringe Mindestfüllmenge hat, am besten 0,25 Liter.

Der Wasserkocher sollte außerdem mit einer gut lesbaren Wasserstandanzeige ausgestattet sein. So erkennen Sie, mit wie viel Wasser der Kocher genau befüllt ist. Denn wenn Sie stets nur so viel Wasser erwärmen, wie Sie tatsächlich benötigen, können Sie im Jahr Stromkosten in Höhe von 12 Euro sparen. Und mit den 25 kg vermiedenen CO2 entlasten Sie außerdem das Klima.

Tipp: Sie sind Linkshänder? Ein Wasserkocher mit Wasserstandanzeige auf beiden Seiten stellt sicher, dass auch Sie die Füllmenge gut im Blick behalten können.

4. Kurze Abschaltzeit des Wasserkochers

Achten Sie beim Auswählen eines Wasserkochers darauf, dass er sich nach dem Kochvorgang möglichst schnell abschaltet. Kocht das Wasser lange, wird unnötig Strom verbraucht. Ist Ihr vorhandener Wasserkocher in dieser Hinsicht träge, können Sie den Kochvorgang händisch unterbrechen – auch, wenn beispielsweise für grünen Tee nur mäßig heißes Wasser gebraucht ist; am besten am Schalter.

5. Sicherheitsdetails bedenken

Wie bei allen elektrischen Geräten – zumal einem, welches im wörtlichen Sinne kochend heiß wird – sollten Sie bei der Auswahl eines Wasserkochers immer auch einen Blick auf einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Laut den Empfehlungen des TÜV Süd sollte ein Wasserkocher mit folgenden Merkmalen ausgestattet sein, um Verletzungen zu vermeiden:

  • Auto-Abschaltung: schaltet durch Temperaturerkennung Wasserkocher nach dem Kochvorgang automatisch ab und verhindert Verbrennungen durch heißen Wasserdampf
  • Trockenschutz: verhindert, dass Gerät erhitzt, wenn kein Wasser im Tank ist und schützt vor Kurzschlüssen
  • isolierter Griff: sollte aus hochwertigem Kunststoff gefertigt sein und nicht über der Einlassöffnung angebracht sein (Verbrennungsgefahr durch Dampf)
  • Warnleuchte: sollte anzeigen, wann Wasserkocher in Betrieb ist
  • 360-Grad-Sockel & kabellose Kanne: Kanne lässt sich hindernisfrei aus jeder Richtung auf Basis setzen und von ihr abnehmen

Tipp des TÜV Süd

Unterbrechen Sie den Kochvorgang eines Wasserkochers möglichst immer über den Schalter an der Kanne. Wer die Kanne regelmäßig unter Strom von der Basis nimmt und wieder aufsetzt, reduziert unter Umständen die Lebensdauer der Kontakte.

6. Temperatureinstellung sinnvoll?

Graue Teekanne wird mit Wasser aufgegossen, vorne Links ist angeschnitten eine Kaffeemühle zu sehen.(c) Tanushree Rao | Unsplash

Grüner Tee wird mit 60 Grad warmem Wasser aufgegossen und auch eine Wärmflasche wird nicht mit kochend heißem Wasser befüllt. Je nachdem, wofür Sie heißes Wasser besonders häufig einsetzen, lohnt sich ein Wasserkocher mit Temperatureinstellung (auch Temperaturregler genannt). Damit können Sie die gewünschte Temperatur voreinstellen und sparen so Strom.

7. Ausstattung mit Sieb oder Filter überprüfen

Die Kanne des Wasserkochers sollte an der Ausgießöffnung mit einem Sieb oder einem Filter ausgestattet sein. So gelangen keine Kalkablagerungen in den Tee oder Kaffee.

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