Lüften & Lüftungsanlagen: Das Infoportal

Mann zieht die Vorhänge eines geöffneten Fensters auf und schaut nach draußen.

Warum Lüften notwendig ist

Ein Vier-Personen-Haushalt produziert täglich bis zu zwölf Liter Wasserdampf – durch Atmen, Kochen, Duschen und Wäschetrocknen. Das entspricht einem vollen Wassereimer. Hinzu kommen Schadstoffe, die viele kaum auf dem Schirm haben: Möbel, Teppiche und Alltagsgegenstände dünsten flüchtige organische Verbindungen aus – sogenannte VOCs. Wer nicht regelmäßig lüftet, atmet all das Tag für Tag ein.

Die Folgen sind bekannt: Schimmel an Wänden und Decken, muffige Luft und im schlimmsten Fall gesundheitliche Beschwerden. Weniger bekannt ist, dass schlechte Raumluft auch müde macht. Studienergebnisse legen nah, dass ein erhöhter CO2-Gehalt in der Luft die Konzentrationsfähigkeit messbar senken kann. Wer sich also fragt, warum er am Schreibtisch nicht in die Gänge kommt, sollte einen Blick ans Fenster werfen.

Regelmäßiges Lüften schafft Abhilfe. Frische Luft senkt die Schadstoffkonzentration, reguliert die Luftfeuchtigkeit und sorgt dafür, dass der CO2-Gehalt im Raum sinkt. Das Ergebnis sind bessere Konzentration, mehr Wohlbefinden und eine spürbar höhere Lebensqualität. Kurz gesagt: Lüften ist keine Frage des Komforts, sondern der Gesundheit.

Richtig lüften - wie funktioniert's?

  1. 3- bis 4-mal täglich lüften
  2. Stoßlüften: Fenster kurz komplett öffnen statt dauerhaft gekippte Fenster
  3. Querlüften: Fenster/Innentüren auf der gegenüberliegenden Seite öffnen, um für Durchzug zu sorgen
  4. Schlafzimmer: vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen lüften
  5. Küche & Bad: große Mengen an Dampf sofort ins Freie ablüften
  6. Keller: im Sommer nur nachts oder in den frühen Morgenstunden lüften, Auskühlung vermeiden
  7. Im Sommer: früh morgens, spät abends oder nachts lüften, tagsüber nur stoßlüften
  8. Im Winter: beim Stoßlüften Thermostate runterdrehen, Fenster nicht kippen
  9. Bei Heuschnupfen und Allergie: in Städten morgens und auf dem Land abends stoßlüften
  10. Komfortables Lüften durch Lüftungsanlagen

Ausführlichere Tipps finden Sie in unserem Artikel "Richtig lüftten: Alles, was Sie wissen müssen".

Infografik: Wie lange muss ich lüften?

Lüftungsanlage statt Fenster öffnen – wann macht das Sinn?

In der Praxis wird in den wenigsten Haushalten richtig gelüftet. Bei Abwesenheit ist es gar unmöglich, den Empfehlungen zu folgen. Daher sind Lüftungsanlagen für viele Wohnungen und Gebäude sinnvoll. Die einfachste Variante führt verbrauchte Luft via Ventilatoren und Auslässe in der Hauswand ab. Zusätzlich können sie auch kontinuierlich Frischluft zuführen. Luftfilter halten Staub und Pollen aus der Wohnung fern.

Komfortlüftungen gewinnen einen Großteil der Wärme aus der Abluft zurück und helfen Heizenergie zu sparen. Modelle mit Abwärmepumpe nutzen die Abwärme für Heiz- und Brauchwasser.

Mehr Informationen zu Lüftungsanlagen finden Sie im Artikel zu Lüftungsanlagen

Was sind Lüftungsanlagen und welche Vorteile bringen sie?

Eine Lüftungsanlage ist ein ventilatorgestütztes System, das Innenräume automatisch mit frischer Luft versorgt. Es geht aber um weit mehr als frische Luft: Lüftungsanlagen führen Schadstoffe ab und sind ein effektiver Schutz vor Feuchteschäden und Schimmel. Ausgefeilte Systeme gewinnen Wärme aus der Abluft zurück und sparen Heizkosten – in besonderen Fällen können sie die Heizung sogar ganz ersetzen.

Vorteile und Nachteile von Lüftungsanlagen:

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Vorteile
Nachteile
kontinuierliche und bedarfsgerechte Lüftung auch bei Abwesenheit
Investitionskosten
kein Aufwand mehr für manuelles Lüften
Nachrüsten im Altbau teilweise aufwendig
sicherer Schutz vor Feuchteschäden und Schimmel
Filterwechsel und regelmäßige Reinigung nötig
Luftfilter halten Pollen, Staub und Insekten fern
eventuell Geräusche durch Ventilatoren und Strömungsgeräusche
Schadstoffe werden kontinuierlich abgelüftet
höhere Stromkosten
mit Wärmerückgewinnung Verluste von Heizenergie begrenzen
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Schallschutz: auch bei Außenlärm frische Luft
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Einbruchsschutz, da Fenster zum Lüften (bei Abwesenheit) geschlossen bleiben
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Vorteile und Nachteile von Lüftungsanlagen

Mehr Infos im Artikel Lüftungsanlagen.

Zentral oder dezentral? Welches Lüftungssystem eignet sich für Neubau und Altbau?

Die Frage ist nicht, ob eine Lüftungsanlage sinnvoll ist – sondern welche. Entscheidend ist, in welchem Gebäude Sie wohnen und wie gut es gedämmt ist. Die folgende kurze Übersicht zeigt, welches System zu welcher Situation passt.

Neubau: Zentrale Lüftungsanlage

Altbau (saniert): dezentrale Lüftungsanlage

Altbau (teilweise/nicht saniert): keine Lüftungsanlage

Wohnung: dezentrale Lüftungsanlage

Mehr zu den Vor- und Nachteilen zentraler und dezentraler Lüftungsanlagen finden Sie in diesem Artikel.

Welche Lüftungsanlagen (mit Wärmerückgewinnung) gibt es und was sind Vor- und Nachteile?

Für mehr Informationen bitte scrollen bzw. ziehen

Anlageart
Vorteile
Nachteile
Abluftanlagen
• einfacher Einbau
• Luftfeuchtigkeit in Küchen und Badezimmer lässt sich schnell abführen
• Schutz vor Feuchteschäden
• nachströmende kühle Außenluft oft unangenehm
• bei starkem Winddruck mehr einströmende Außenluft als geplant
• Schutz vor Feuchteschäden
Zu- und Abluftanlage
• kontinuierliche und kontrollierbare Zufuhr von Frischluft
• Filter halten Pollen, Staub und Insekten fern
• noch effektiverer Schutz vor Feuchteschäden
• einströmende kalte Luft im Winter kann zu unkomfortablen, kühlen Bereichen führen
• Filter halten Pollen, Staub und Insekten fern
• noch effektiverer Schutz vor Feuchteschäden
Anlagen mit Wärmerückgewinnung / Komfortlüftung
• Heizenergie sparen: geringer Wärmeverlust
• höhere Investitionskosten
Push-Pull-Geräte*
• mit der Abwärme der Innenluft wird der Wärmetauscher wieder „geladen“
• höheren Bedarf an Betriebsstrom
• störende Gerüche werden auf die einströmende Außenluft übertragen
mit Erdwärmetauscher*
• einströmende Frischluft
• kostengünstig
• klimatisierbar
• baulicher Aufwand beim Nachrüsten
mit Abwärmepumpe*
• hohe Einsparung von Heizenergie
• mit anderen Heizarten kombinierbar
• modular erweiterbar, beispielsweise zusätzlicher Speicher für Warmwasser
• mit Heizkörpern und bei Fußbodenheizung einsetzbar
• hohe Investition
Vor- und Nachteile von Lüftungsanlagen (mit Wärmerückgewinnung)

*sind Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung

Wie kann ich Schimmel vorbeugen und eine gute Luftfeuchtigkeit erhalten?

Bei niedriger Luftfeuchtigkeit und angemessener Raumtemperatur haben Schimmelpilze so gut wie keine Chance. Um Schimmel vorzubeugen, sollten Sie:

  • zwei- bis viermal täglich stoßlüften
  • vor allem beim Duschen, Kochen und Wäschetrocknen lüften
  • alkalische Wandfarbe verwenden
  • eine Lüftungsanlage einbauen
  • eine Minimaltemperatur von 16 Grad (maximal 80 Prozent Luftfeuchtigkeit) einhalten
  • Mehr zu dem Thema finden Sie im Artikel Schimmel: entfernen & vorbeugen.

Wann lohnt sich ein Fenstertausch energetisch?

Sind die Fenster zu alt oder nicht mehr intakt, sorgen sie für steigende Heizkosten. Denn kostbare Wärme entweicht schneller als Außen und die Heizanlage muss mehr leisten. Wann sich ein Fenstertausch lohnt, lesen Sie im Artikel: Wann lohnt sich ein Fenstertausch energetisch?

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