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Lüftungsanlagen: Das sind die Kosten

Lüftungsanlagen kosten zunächst einmal Geld. Wie hoch die Kosten für kontrollierte Wohnraumlüftung sind, mit welchen Mehrkosten Sie für ein System mit Wärmerückgewinnung planen müssen, wie viel an Heizkosten Sie damit sparen können und welche Fördermittel es gibt, haben wir Herrn Carsten Dittmar, Vorstand des Bundesverbandes für Wohnungslüftung, gefragt.

LüftungsCheck: Lüftungsmaßnahme prüfen

Benötigen Sie zur Vermeidung von Feuchteproblemen eine Lüftungsanlage? Finden Sie es heraus und erhalten Sie passende Tipps dazu:

Die wichtigsten Fakten zu Kosten von Lüftungsanlagen

Wir haben die wichtigsten Fakten aus dem Interview für Sie zusammengefasst. Weitergehende Informationen finden Sie im kompletten Experteninterview darunter.

1. Welche Faktoren beeinflussen die Kosten einer Lüftungsanlage?

Die Kosten einer Lüftungsanlage können stark variieren. Je nach Systemwahl, Größe der Nutzeinheit und Komfortansprüchen der Nutzer ist zu planen, welche Luftleistungen, welche Filter, welche Reglungen (CO2-Fühler, Feuchte-Fühler, Wochenzeitschaltuhr… etc.) sinnvoll sind. Eine umfassende Beratung sichert ein gutes Kosten-/Nutzungsverhältnis.

2. Wie hoch sind die Kosten für Lüftungsanlagen (ohne Wärmerückgewinnung)?

Reine Lüftungsanlagen, die über einen Ventilator ohne Wärmerückgewinnung die Luft kontrolliert nach außen fördern, kosten in einer Dreizimmerwohnung zwischen 1.200 und 1.500 Euro, im Einfamilienhaus je nach Zimmeranzahl bis zu 2.500 Euro.

3. Wie hoch sind die Kosten für Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung?

Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung kosten als zentrale oder dezentrale komplette Lösung im Einfamilienhaus oder einer Wohnung zwischen 5.000 Euro und 8.000 Euro.

4. Unterschiedliche Kosten für bestehende Gebäude und Neubau

Bei einer zentralen Lüftungslösung ist raumübergreifend das Kanalsystem in den Bestandsbau zu integrieren. Ein solches System liegt bei 6.000 Euro und kann je nach Anzahl der Zimmer und des Komfortbedarfs der Anlage bis zu 10.000 Euro kosten.

Bei dezentralen Lüftungsanlagen beschränkt sich der nachträgliche Einbau auf die Kernbohrung in die Außenwände um die Geräte zu integrieren, sowie der Realisierung der elektrischen Anschlüsse. Dezentrale Lüftungsgeräte eignen sich auch für eine abschnittsweise Sanierung (Renovierung einzelner Räume). Für die Sanierung eines einzelnen Raums mit einer dezentralen Lösung fallen ca. 1.500 € an.

5. Fördermittel für Lüftungsanlagen & -systeme

Im Rahmen der Einzelmaßnahmen der KfW sind folgende Anlagen förderfähig:

  • bedarfsgeregelte Abluftsysteme, die Feuchte-, CO2- oder Mischgasgeführt sind
  • zentrale, dezentrale oder raumweise Anlagen mit Wärmetauscher
  • Kompaktgeräte für energieeffiziente Gebäude

6. Kosten für Betrieb & Pflege der Lüftungsanlage

Zuden einmaligen Investitionskosten kommen laufende Kosten für Betriebsstrom und Wartung (Filterwechsel, Reinigung):

Die Filter sollten bei allen Anlagen in regelmäßigen Abständen, entsprechend der aktuellen Außenluftverschutzung, ausgetauscht werden. Dies betrifft sämtliche im System verbauten Filter. Die Kosten für einen kompletten Filtersatz betragen ca. 40 bis 90 Euro im Jahr.

Die Reinigung von Kanälen ist nicht zwingend vorgeschrieben und nur nach vorhergehender Inspektion alle zehn Jahre erforderlich. Wenn eine Reinigung erfolgt, kann diese zwischen 400 bis 800 Euro kosten.

(c) Carsten Dittmar, Bundesverband für Wohnungslüftung

Experteninterview

Wie viel kostet eine einfache Lüftungsanlage?

Reine Lüftungsanlagen, die über einen Ventilator ohne Wärmerückgewinnung die Luft kontrolliert nach außen fördern, kosten in einer Dreizimmerwohnung zwischen 1.200 und 1.500 Euro, im Einfamilienhaus je nach Zimmeranzahl bis zu 2.500 Euro.

Bei Abluftsystemen werden in alle Räume, die z. B. durch Feuchtigkeit, Gerüche belastet sind (Bäder, Küchen, WCs, Hauswirtschaftsräume…), Abluftventile die an einen zentral angeordneten Ventilator ohne Wärmerückgewinnung angeschlossen sind die verbrauchte und belastete Luft kontrolliert nach außen fördern. Gleichzeitig werden in Aufenthaltsräumen wie Wohn-, Schlaf-, Arbeits-, Gäste- und Kinderzimmer sogenannte Außenluftdurchlässe (ALDs) gesetzt, über die dann die gleiche Menge, die an Abluft abgeführt wird, wieder passiv nachströmen kann.

Die komfortablere und energetisch effizientere Anlage ist die Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung. Hier ist zwischen einer dezentralen und einer zentralen Lüftungsanlage zu unterscheiden. Dezentral werden einzelne Geräte in die Außenwände der Raume eingebaut, die dann im paarweisen oder einzeln im alternierenden Betrieb Frischluft einbringen bzw. Abluft absaugen. Bei zentralen Lüftungsanlagen erfolgt wie bei der Abluftanlage wieder eine Unterscheidung nach Zu- und Ablufträumen. Die entsprechenden Räume werden mit Zu- oder Abluftventilen ausgestattet und anschließend über ein Rohr- oder Kanalsystem mit einem zentralen Lüftungsgerät verbunden. Bei beiden Ansätzen ist die Zuluftmenge gleich der Abluftmenge. Die Wärmerückgewinnung ist möglich. Diese Anlagen kosten als zentrale oder dezentrale komplette Lösung im Einfamilienhaus oder einer Wohnung zwischen 5.000 Euro und 8.000 Euro.

Je nach Systemwahl, Größe der Nutzeinheit und Komfortansprüchen der Nutzer ist zu planen, welche Luftleistungen, welche Filter, welche Reglungen (CO2-Fühler, Feuchte-Fühler, Wochenzeitschaltuhr… etc.) sinnvoll sind. Eine umfassende Beratung sichert ein gutes Kosten/Nutzungsverhältnis.

Und die Kosten für eine kontrollierte Wohnraumlüftung bei einem bereits bestehenden Gebäude? Wie unterscheiden diese sich vom Neubau?

Die Realisierung von Wandeinbauten und elektrischen Anschlüssen erfordern nach der Montage des Lüftungssystems einen höheren Sanierungsgrad. Es kommen Aufwendungen, wie Elektriker für den Stromanschluss, Malerarbeiten und Schönheitsreparaturen hinzu, die in den nachstehenden Kosten nicht enthalten sind.

Bei einer zentralen Lüftungslösung ist raumübergreifend das Kanalsystem in den Bestandsbau zu integrieren. Am Markt existieren Gerätelösungen die sich oberhalb von Küchenschränken (auch in Kombination mit Küchenablufthauben), in Abstellkammern, in Zwischendecken oder auch in Vorwandinstallationen von Bädern/WC-Räumen integrieren lassen. Bei einem zentralen Abluftsystem würden die Zuluftleitungen und die Wärmerückgewinnung entfallen. Ein solches System liegt bei 6.000 Euro und kann je nach Anzahl der Zimmer und des Komfortbedarfs der Anlage bis zu 10.000 Euro kosten.

Bei dezentralen Lüftungsanlage beschränkt sich der nachträgliche Einbau auf die Kernbohrung in die Außenwände um die Geräte zu integrieren und der Realisierung der elektrischen Anschlüsse. Dezentrale Lüftungsgeräte eignen sich auch für eine abschnittsweise Sanierung (Renovierung einzelner Räume). Für die Sanierung eines einzelnen Raums mit einer dezentralen Lösung fallen ca. 1.500 € an.

Leitfaden zum Lüften

Ab Herbst gibt es einen kostenlosen Leitfaden zur kontrollierten Wohnraumlüftung: mit Tipps fürs Planen, Einbauen und Nutzen. Per Newsletter informieren wir, sobald er fertig ist.

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Wie sieht es mit der Förderung von Lüftungsanlagen aus: Für welche Systeme der kontrollierten Wohnraumlüftung kann ich Fördermittel beantragen und welcher Anteil wird in der Regel gefördert?

Im Rahmen der Einzelmaßnahmen der KfW sind folgende Anlagen förderfähig:

  • bedarfsgeregelte Abluftsysteme, die Feuchte-, CO2- oder Mischgasgeführt sind
  • zentrale, dezentrale oder raumweise Anlagen mit Wärmetauscher
  • Kompaktgeräte für energieeffiziente Gebäude

Die genauen technischen Anforderungen und weitere Details finden Sie im Anforderungskatalog der KfW. Die Einhaltung der Anforderungen an die Lüftungsanlagen ist durch eine Fachunternehmererklärung zusammen mit einer Herstellerbescheinigung für die Gerätekomponenten auf Grundlage der DIN V 4701-10/12, DIN V 18599-6 und DIN 1946-6 zu dokumentieren und beinhaltet eine protokollierte Einregulierung der Lüftungsanlage. Daneben ist die Einhaltung der Anforderungen an die Luftdichtheit des Gebäudes nach § 6 der EnEV mittels Luftdichtheitsmessung nachzuweisen. Dabei ist nachzuweisen, dass der gemessene Wert n50 = 3,0 h-1 nicht überschreitet. Bei Anlagen mit Wärmerückgewinnung ist über einen Blower-Door-Test die Gebäudedichtheit <1,5 h-1 nachzuweisen.

Meine Empfehlung: Nehmen Sie sich einen Energieberater, der sich mit dem Förderdschungel auskennt – manchmal geben örtliche Energieversorger nämlich noch etwas zu energetischen Maßnahmen hinzu.

Anmerkung der co2online Redaktion: Mit dem FördermittelCheck und unserem kostenlosen Online-Branchenbuch Rat und Tat finden Sie den passenden Energieberater und Fördermittel für Ihre geplanten Maßnahmen.

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Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung: Zu den Kosten kommt ein Gewinn an Wohnqualität

Wie viel kostet eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung?

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung kosten je Wohneinheit zwischen 4.000 Euro und 6.000 Euro. Die Kosten sind bei einer zentralen Lösung in Einfamilienhäusern als bei einer dezentralen Lösung. Über die Wärmerückgewinnung erhalten Sie gemäß Berechnung nach DIN 4701-10 und DIN 18599, die für die öffentlich rechtlichen Nachweise wie Energieausweise und KfW-Förderungen herangezogen werden, ungefähr 3.000 kWh Endenergie im KfW-Effizienzhaus zurück. Dies entspricht ungefähr 200 Euro im Jahr bei der Wärmeerzeugung mit Erdgas – das sind beim Effizienzhaus immerhin 20 bis 50 Prozent der Energiekosten. Im Altbau liegt die Ersparnis sogar höher. Aus meiner Sicht ist die Lüftung sowieso notwendig, weswegen man nur die Mehrkosten der Wärmerückgewinnung bei einer Amortisationsrechnung ansetzen kann. Man kommt dann auf ungefähr drei Jahre! Zu den Kosten kommt ein Gewinn an Wohnqualität und Gesundheit hinzu.

Welche Kosten kommen für Betrieb und Pflege einer Belüftungsanlage auf mich zu?

Die Filter sollten bei allen Anlagen in regelmäßigen Abständen, entsprechend der aktuellen Außenluftverschutzung, ausgetauscht werden. Dies betrifft sämtliche im System verbauten Filter. Wichtig ist, die Filter analog ihrer Klassifikation (G4, F7 bzw. ISO ePM1 mit x % nach neuer Filternorm ... etc.) auszutauschen und die Originalfilter des jeweiligen Herstellers zu verwenden. Bei regulärem Betrieb der Lüftungsanlage (nicht während der Bauphase) empfehlen Hygieniker die Filter spätestens nach zwölf Monaten auf jeden Fall auszutauschen. Bei einigen Anbietern können bestimmte Filterarten mehrfachverwendet werden und müssen nur vom Nutzer gereinigt werden. Andere Filterklassen sind nicht wiederverwendbar. Die Kosten für einen kompletten Filtersatz betragen ca. 40 bis 90 Euro im Jahr.

Reine Abluftanlagen verursachen anlagenbedingt geringere Kosten. Bei innen-liegenden Bädern kommen jedoch Brandschutzwartungen in MFH hinzu.

Die Reinigung von Kanälen ist nicht zwingend vorgeschrieben und nur nach vorhergehender Inspektion alle zehn Jahre erforderlich. Wenn eine Reinigung erfolgt, kann diese zwischen 400 bis 800 Euro kosten. Zu empfehlen ist der Abschluss eines entsprechenden Wartungsvertrages mit einer Fachfirma um den Filterwechsel und den effizienten Betrieb der Lüftungsanlege sicher zu stellen.

Kosten sind nicht alles – Luftqualität, Wohnkomfort, Schutz vor Gebäudeschäden und Schimmel sind weitere wichtige Aspekte. Daher abschließend die Frage: Für welche Wohnsituationen empfehlen Sie Lüftungssysteme?

Vielen Dank, dass Sie auch diese Frage stellen, ich halte sie für entscheidend – kann aber auch verstehen, dass der Verbraucher die Kosten einschätzen will. Bei immer dichteren Gebäuden wie KfW-Effizienzhäusern und Passivhäusern, aber auch bei normalen Neubauten, die nach der gültigen EnEV gebaut werden, ist die Infiltration von Außenluft durch Undichtigkeiten nicht mehr gegeben. Das gilt auch für energetisch sanierte Altbauten! Zur fehlenden frischen Außenluft und der Abfuhr von feuchter und verbrauchter Luft kommt hinzu, dass Baustoffe, Teppiche oder Möbel oft giftige Ausdünstungen erzeugen, die dann bei dichten Gebäuden vom Bewohner eingeatmet werden. Pollen sind für viele Menschen ein Thema – Filter können diese ganz draußen lassen. In Wohngebieten an stark befahrenen Straßen oder an Flughäfen kann tagsüber oft nicht das Fenster wegen Lärmemissionen geöffnet werden. In ruhigeren Gebieten besteht bei offenen Fenstern unter Umständen Einbruchgefahr. Last but not least sorgt die Wärmerückgewinnung auch für Einsparung an CO2 und Primärenergie auf der Heizungsseite!

Ventilatorgestützte Lüftungsanlagen sind in Passivhäusern und allen Einfamilienhäusern empfehlenswert! Durch die Energieeinspargesetze ist der energetische Sollwert und die erforderliche Dämmung der Gebäude so stark angestiegen, dass man sagen kann: Kontrollierte Wohnraumlüftung, egal ob reine Abluft- oder Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung ist notwendig! Ordnungsrechtliche Maßnahmen gibt es zwar noch nicht, aber es ist, laut DIN 1946 Teil 6, ein Lüftungskonzept zu erstellen und somit zu prüfen, ob die Lüftung zum Feuchteschutz durch eine lüftungstechnische Maßnahme eingehalten werden muss.

Wer sein Gebäude schützen will und ständig in sauberer und gesunder Luft leben möchte, der sollte über Lüftungsanlage nachdenken – oder muss mit den Folgen der ungesunden Luft und möglichen Bauschäden leben!

Sie möchten über diesen Artikel diskutieren oder haben ganz andere Erfahrungen gemacht? Nutzen Sie unser Lüftungsforum!

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