Lüftungsanlagen: Die große Übersicht

30.01.2026 Lesedauer: min Anne Weißbach und Jens Brehl

Handwerker, der Lüftungs- oder Klimaanlagenfilterhalter in die Decke einsetzt.

Lüftungsanlage ist nicht gleich Lüftungsanlage.  Es gibt zentrale und dezentrale Ausführungen sowie Modelle, die mit einem Erdwärmetauscher oder einer Warmwasser-Wärmepumpe arbeiten. In weniger anspruchsvollen Bereichen kommen reine Abluftanlagen zum Einsatz, während andere Bereiche mit Zu- und Abluftanlagen ausgestattet sind. Erfahren Sie hier, welche Modelle sich für Ihr Zuhause eignen, welche Kosten entstehen und ob Sie Fördermittel erhalten können.

ModernisierungsCheck: Lüftungsmaßnahme prüfen

Benötigen Sie eine Lüftungsanlage? Finden Sie heraus, welche Modernisierungsmaßnahmen sich für Ihr Gebäude lohnen:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Lüftungsanlagen schützen vor Feuchteschäden und Schimmel
  • Schadstoffe werden kontinuierlich abgeführt
  • Luftfilter halten Pollen und Staub draußen
  • hohe Kosten bei Anfangsinvestition lohnen sich langfristig
  • Heizkosten werden durch Wärmerückgewinnung gespart
  • für viele Maßnahmen gibt es lukrative Förderprogramme
  • bei Einbau und Nachrüsten Fachplaner hinzuziehen

Was ist eine Lüftungsanlage?

Eine Lüftungsanlage ist ein System, das Innenräume mithilfe eines Ventilators automatisch mit frischer Luft versorgt. Es geht aber um weit mehr als frische Luft: Lüftungsanlagen führen Schadstoffe ab und sind ein effektiver Schutz vor Feuchteschäden und Schimmel. Ausgefeilte Systeme gewinnen Wärme aus der Abluft zurück und sparen Heizkosten – in besonderen Fällen können sie die Heizung sogar vollständig ersetzen.

Was sind die Vor- und Nachteile einer Lüftungsanlage?

In Neubauten und sanierten Gebäuden erfolgt aufgrund der vorhandenen Dämmung kein Luftaustausch durch Ritzen. Auch die Wände führen keine Feuchtigkeit mehr durch Diffusion nach außen ab. Drei bis vier Mal tägliches Stoßlüften schützt vor Feuchteschäden und Schimmel. Für ein gesundes Raumklima muss in Räumen, in denen sich Menschen aufhalten, sogar alle zwei Stunden ein vollständiger Luftaustausch erfolgen.

In der Praxis ist richtiges Lüften jedoch meist unmöglich. Oft wird der richtige Zeitpunkt zum Lüften verpasst oder die Bewohner*innen sind längere Zeit abwesend. Daher ist der Einsatz von Lüftungsanlagen in vielen Gebäuden sinnvoll. Man spricht dann von kontrollierter Wohnraumlüftung. Manuelles Fensterlüften ist auf Wunsch jederzeit möglich.

Vor allem bei Passivhäusern sind Lüftungssysteme unabdingbar, da sonst der Passivhausstandard nicht erreicht werden kann. Ein Passivhaus ist im Prinzip eine bewohnbare Thermoskanne. Und Thermoskannen halten auch nicht warm oder kalt, wenn man den Deckel auflässt. Was für und gegen eine Lüftungsanlage spricht, verdeutlicht die nachfolgende Tabelle. 

Tabelle: Vorteile und Nachteile von Lüftungsanlagen

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Vorteile
Nachteile
kontinuierliche und bedarfsgerechte Lüftung auch bei Abwesenheit
Investitionskosten
kein Aufwand mehr für manuelles Lüften
nachrüsten im Altbau teilweise aufwendig
sicherer Schutz vor Feuchteschäden und Schimmel
Filterwechsel und regelmäßige Reinigung nötig
Luftfilter halten Pollen, Staub und Insekten fern
eventuell Geräusche durch Ventilatoren und Strömungsgeräusche
Schadstoffe kontinuierlich abgelüftet
Stromkosten steigen
mit Wärmerückgewinnung Verluste von Heizenergie begrenzen
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Schallschutz: auch bei Außenlärm frische Luft
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Einbruchsschutz, da Fenster zum Lüften (bei Abwesenheit) geschlossen bleiben
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Auflistung der Vor- und Nachteile von Lüftungsanlagen

Wie hoch sind die Kosten und Fördersätze?

Die Investition in eine Lüftungsanlage verursacht zunächst einmalige, hohe Kosten. Hinzu kommen laufende Kosten für Betriebsstrom und Wartung (Filterwechsel, Reinigung) sowie gegebenenfalls Finanzierungskosten. Je nach Anlagentyp kann das Nachrüsten zudem mit einem hohen baulichen Aufwand verbunden sein. Die nachfolgenden Angaben dienen primär als Orientierung. Die individuellen finalen Preise können davon abweichen

Tabelle: Kosten für Lüftungsanlagen in einem Einfamilienhaus

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Arten
Kosten 
Planungskosten
400 - 600 Euro
Materialkosten
ca. 6.000 – 9.000 Euro 
Einbau- und Montagekosten
2.500 – 6.000 Euro
Wartungskosten
50 – 100 €/Jahr Filterwechsel 
Reinigungskosten
150 – 400 € ca. alle 2-5 Jahre, je nach Verschmutzungsgrad
Die Tabelle zeigt, welche Investitionskosten und Betriebskosten für Lüftungsanlagen in einem Einfamilienhaus entstehen.

Quelle: Luftbude GmbH

Diesen Kosten stehen ein effektiver Schutz vor Feuchteschäden, die Einsparung von Heizkosten durch geringere Wärmeverluste und eine gesteigerte Wohnqualität gegenüber.

Für den Einbau einer neuen Lüftungsanlage erhalten Haushalte 15 Prozent Zuschuss vom BAFA. Wird die Maßnahme als Teil eines geförderten individuellen Sanierungsfahrplans umgesetzt, gibt es sogar 20 Prozent. Wer seine bestehende Lüftungsanlage austauschen oder modernisieren lässt, hat ebenfalls Anspruch auf 15 bzw. 20 Prozent Zuschuss. Alle Fördermöglichkeiten für Lüftungsanlagen haben wir in unserem Förderartikel zusammengefasst. Der FördermittelCheck zeigt Ihnen schnell und unkompliziert die für Sie und Ihre Region relevanten Programme.

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Welche Lüftungsanlage eignet sich für welche Wohnsituation?

Eine Lüftungsanlage kommt in sehr vielen Situationen infrage, eine kurze Übersicht. 

Neubau

Wenn sie von Anfang an eingeplant werden können, sind zentrale Lüftungsanlagen die erste Wahl. Dann sind die Investitionskosten deutlich geringer als bei einer Nachrüstung.

Altbau

Bei Bestandsgebäuden eignen sich meist dezentrale Lüftungsanlagen. Die Gebäude verfügen über keine Lüftungskanäle. Ein nachträglicher Einbau einer zentralen Anlage wäre zu kostenintensiv oder es existiert dafür nicht ausreichend Platz. Dezentrale Lüftungsanlagen sind nach einer Kernbohrung durch die Außenwand und dem Legen eines Stromanschlusses vergleichsweise leicht zu montieren. In unsanierten oder nur teilweise sanierten Altbauten sind Lüftungsanlagen dagegen in der Regel nicht sinnvoll.

Wohnung

Für Wohnungen und einzelne Räume bieten sich, ähnlich wie beim Altbau, dezentrale Lüftungsanlagen an. Sie sind vergleichsweise leicht zu montieren und daher kostengünstig. Bei einer Kernsanierung könnte man die Anlagen optimieren, indem man Lüftungskanäle verlegt.

Arten von Lüftungsanlagen – zentral und dezentral

Bei der Unterscheidung von Lüftungsanlagen gibt es zwei grobe Kategorien: zentrale und dezentrale Lösungen. Bei zentralen Lösungen wird die Belüftung des kompletten Hauses über eine zentrale Anlage gesteuert. Bei der dezentralen Lösung ist es anders. Hier gibt es für jeden Raum eine eigene Lüftungsanlage. 

Die Infografik zeigt schematisch die Zu- und Abluft in einem Gebäude mit zentraler Lüftungsanlage.
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Zentrale Lüftungsanlage

Zentrale Lüftungsanlage

Bei zentralen Lüftungsanlagen wird die kontrollierte Wohnraumlüftung im gesamten Haus über eine zentrale Anlage gesteuert. Somit ist eine effektive Grundlüftung garantiert. Zusätzlich können Bewohner die Leistung der Anlage an ihren tatsächlichen Frischluftbedarf manuell anpassen. In der einfachsten Variante ist dazu ein Kippschalter, ähnlich einem Lichtschalter, in der Wohnung verbaut. Ebenso lassen sich jederzeit die Fenster zum Stoßlüften öffnen. Zu- und Abluft strömt durch gemeinsam genutzte Kanäle. Dadurch gibt es weniger Durchlässe nach außen. Das Lüftungsgerät befindet sich meist im Keller, auf dem Dachboden oder in einem Nebenraum. Dort finden dann auch Wartung, Filterwechsel und der Großteil der Reinigungsarbeiten statt.

Die Infografik zeigt schematisch die Zu- und Ablauft in einem Gebäude mit dezentraler Lüftungsanlage.
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Dezentrale Lüftungsanlage

Bei dezentralen Lüftungssystemen werden in den betreffenden Räumen (mehrere) Luftdurchlässe in den Außenwänden installiert, über die die Luft ab- bzw. zugeführt wird. Dezentrale Systeme eignen sich für einzelne Wohnungen oder auch beim Nachrüsten von Bestandsgebäuden. Sie sind besonders sinnvoll, wenn in Badezimmern oder Küchen dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit abzuführen ist.

Tabelle: Vor- und Nachteile zentraler gegenüber dezentraler Lüftungsanlagen

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Vorteile
Nachteile
weniger Wartungsaufwand, da nur ein Lüftungsgerät
höhere Investitionen durch Lüftungskanäle
Lüftungsgerät außerhalb der Wohnung: Platzersparnis und weniger Geräusche
hoher finanzieller und baulicher Aufwand beim Nachrüsten
Zuluft klimatisierbar
je nach Verschmutzungsgrad höherer Wartungsaufwand durch Reinigungskosten der Lüftungskanäle
Luftzufuhr für einzelne Räume regulierbar
nicht in allen Altbauten einsetzbar
Wartungen außerhalb der Wohnung, daher bestens für Mietwohnbau geeignet
höherer Planungsaufwand
geringerer Stromverbrauch, da weniger Ventilatoren nötig sind
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Die Tabelle zeigt die Vor- und Nachteile zentraler gegenüber dezentraler Lüftungsanlagen

Abluftanlage, Zu- und Abluftanlage

Eine Abluftanlage ist die einfachste Version einer Lüftungsanlage. Ein Ventilator sorgt für Unterdruck im Raum und führt so Abluft durch Auslässe in der Hauswand nach draußen. Reine Abluftanlagen kommen häufig in Küchen und Badezimmern zum Einsatz, um hohe Luftfeuchtigkeit schnell abzulüften. Frische Luft strömt aus Luftdurchlässen in Hauswänden, Fenstern oder Innentüren nach. Für einzelne Wohnungen kann für die Abluft auch ein von mehreren Abluftanlagen genutzter Kanal angelegt werden. Um Wärmeenergie zu sparen, öffnen sich bei manchen Anlagen die Außenklappen nur bei Bedarf.

Die Infografik zeigt schematisch, wie eine Abluftanlage in einem Gebäude funktioniert.
Bei einer Abluftanalge sorgt ein Ventilator für Unterdruck im Raum und führt so Abluft durch Auslässe in der Hauswand nach draußen.

Zu- und Abluftanlage

Während reine Abluftanlagen vorwiegend in Bad und Küche eingesetzt werden, installiert man Zuluftanlagen in der Regel in den Wohnräumen, wie Wohn-, Schlaf und Kinderzimmern. Diese Räume werden über die Lüftungssysteme kontinuierlich mit frischer Luft versorgt. Filter halten Pollen, Staub und Insekten draußen. Es entsteht eine gerichtete Durchströmung von den Wohnräumen („Zulufträume”) in Richtung der Feuchträume („Ablufträume”). Am besten ist eine kontinuierliche, gleichförmige Durchströmung, die allerdings stets so schwach sein sollte, dass sie nicht als Zugluft wahrgenommen wird. Um dies zu ermöglichen, müssen Innentüren entweder mit Durchströmgittern versehen werden oder es muss ein Abstand zwischen Türunterkante und Boden eingerichtet werden. Bei Bedarf schalten sich durch Sensoren gesteuerte aktive Überströmelemente ein, die mittels Ventilatoren die Luft zusätzlich bewegen.

Tabelle: Vor- und Nachteile von Zu- und Abluftanlagen

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Vorteile
Nachteile
kontinuierliche und kontrollierbare Zufuhr von Frischluft
einströmende kalte Luft im Winter kann zu unkomfortablen kühlen Bereichen führen
Filter halten Pollen, Staub und Insekten fern
keine Wärmerückgewinnung
noch effektiverer Schutz vor Feuchteschäden als bei reinen Abluftanlagen
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Die Tabelle zeigt die Vor- und Nachteile von Zu- und Abluftanlagen.

Anlage mit Wärmerückgewinnung, Push-Pull-Geräte & Co.

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung werden auch als Komfortlüftung bezeichnet. Ein Wärmetauscher in der Lüftungsanlage überträgt die Wärme der Abluft auf die einströmende Außenluft. Mit modernen Wohnungslüftungsgeräten lassen sich 75 bis über 90 Prozent der Wärme zurückgewinnen.

Damit sind die Wärmeverluste durch Lüften besonders im Vergleich mit manueller Fensterlüftung deutlich geringer.

Zusätzlich können bestimmte Anlagen einen Teil der Luftfeuchtigkeit aus der Abluft auf die Zuluft übertragen. Die Feuchterückgewinnung bietet sich eventuell an, wenn der Betrieb der Lüftungsanlage die Raumluftfeuchte zu sehr absenken würde. Werte unter 30 Prozent relativer Feuchte trocknen Schleimhäute aus. Wir nehmen dann die Luft als „zu trocken“ wahr. In welchen Fällen eine Feuchterückgewinnung sinnvoll ist, sollte mit einem Fachplaner geklärt werden.

Für Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung gibt es Fördermöglichkeiten.

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Die Infografik zeigt schematisch, wie eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (auch Komfortlüftung genannt) in einem Gebäude funktioniert.
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Infografik zu Dezentralen Lüftungsanlagen: Push-Pull-Geräte sind in der Außenwand montiert und saugen Luft durch einen Wärmetauscher in den Raum.
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Push-Pull-Geräte

Push-pull-Geräte sind eine Sonderlösung der dezentralen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. In der Außenwand montiert, saugen sie Luft durch einen Wärmetauscher in den Raum. Wenige Minuten später schalten sie in die Gegenrichtung um. Mit der Abwärme der Innenluft wird der Wärmetauscher wieder „geladen“.

Aufenthaltsräume benötigen ein Gerät, größere sogar zwei. Jeweils zwei Geräte sind synchron geschaltet. Um die gleiche Raumluftqualität wie Anlagen mit gleichbleibender Luftführung zu erreichen, müssen Push-Pull-Geräte 30 bis 70 Prozent mehr Luft bewegen. Zudem haben sie einen höheren Bedarf an Betriebsstrom. Ein regelmäßiger Filterwechsel muss bei jedem Gerät einzeln vorgenommen werden.

In Ablufträumen wie der Küche ist der Einsatz nicht möglich, da störende Gerüche auf die einströmende Außenluft übertragen würden.

Lüftungsanlage mit Erdwärmetauscher

Als zusätzliche technische Option besteht die Möglichkeit, die Zuluft mit Hilfe von Erdwärme vorzuheizen. Dabei kommt ein Erdwärmetauscher zum Einsatz, der als langes Kunststoffrohr in ein bis zwei Meter Tiefe verlegt wird. Die Frischluft durchströmt den Erdwärmetauscher, sodass sie bei niedrigen Außentemperaturen vorgewärmt und bei hohen gekühlt wird.

Infografik zu Ablufwärmepumpe: Eine Lüftungsanlage mit Abwärmepumpe vereint als Kompaktgerät Heizung, Brauchwasserspeicher und vollständige Lüftungsanlage für die kontrollierte Wohnraumlüftung.
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Lüftungsanlage mit Abwärmepumpe

Eine Lüftungsanlage mit Abwärmepumpe vereint als Kompaktgerät Heizung, Brauchwasserspeicher und vollständige Lüftungsanlage für die kontrollierte Wohnraumlüftung. Die zurückgewonnene Wärme der Abluft ist auf Heiz- und Brauchwasser oder wie gewohnt auf die einströmende Zuluft übertragbar. Das Erwärmen von Wasser hat in der Regel Vorrang.

Die Abluft gelangt vor dem Abführen in einen Verdampfer. Dort wird sie auf bis zu minus 15 Grad abgekühlt, um ihr möglichst viel Wärmeenergie zu entziehen. Die gewonnene Wärme nimmt ein Kältemittel auf. Dieses wird in einem Verdichter anschließend komprimiert, um es noch weiter zu erwärmen. Über einen Wärmetauscher wird die Wärme auf das Brauchwasser übertragen. Das Kältemittel kühlt wieder ab und kann dann im Verdampfer wieder Wärmeenergie aufnehmen.

Die Anlagen sind mit weiteren Heizquellen wie Solarthermie-Anlagen, aber auch mit Öl-, Gas- und Pelletheizungen kombinierbar. So wird ein eventueller saisonal erhöhter Heizbedarf abgedeckt. Ebenso können die Anlagen an Heizkörper, Konvektoren oder Fußbodenheizungen angeschlossen werden.

Vergleich: Arten von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung

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Vorteile
Nachteile
Push-Pull-Geräte
Mit der Abwärme der Innenluft wird der Wärmetauscher wieder „geladen“
höheren Bedarf an Betriebsstrom
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störende Gerüche werden auf die einströmende Außenluft übertragen
mit Erdwärmetauscher
einströmende Frischluft kostengünstig klimatisierbar
baulicher Aufwand beim Nachrüsten
mit Abwärmepumpe
hohe Einsparung von Heizenergie
hohe Investition
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mit anderen Heizarten kombinierbar
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modular erweiterbar, beispielsweise zusätzlicher Speicher für Warmwasser
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mit Heizkörpern und bei Fußbodenheizung einsetzbar
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Die Tabelle zeigt die Arten von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie die jeweiligen Vorteile und Nachteile.

Vergleich: Welche Anlageart ist die richtige?

Bei der Wahl der passenden Lüftungsanlage unterscheiden sich die verschiedenen Anlagearten hinsichtlich ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile. Abluftanlagen zeichnen sich durch einen einfachen Einbau aus und führen Luftfeuchtigkeit in Küchen und Badezimmern schnell ab. Dadurch bieten sie einen grundlegenden Schutz vor Feuchteschäden. Gleichzeitig kann die nachströmende kühle Außenluft als unangenehm empfunden werden. Bei starkem Winddruck besteht zudem die Gefahr, dass mehr Außenluft einströmt als geplant.

Zu- und Abluftanlagen hingegen ermöglichen eine kontinuierliche und kontrollierbare Zufuhr von Frischluft. Durch integrierte Filter können Pollen, Staub und Insekten wirksam zurückgehalten werden. Diese Systeme bieten einen noch effektiveren Schutz vor Feuchteschäden. Ein möglicher Nachteil ist, dass im Winter einströmende kalte Luft zu unangenehm kühlen Bereichen in Innenräumen führen kann.

Anlagen mit Wärmerückgewinnung bieten den Vorteil, Heizenergie zu sparen, da der Wärmeverlust deutlich reduziert wird. Demgegenüber stehen jedoch höhere Investitionskosten im Vergleich zu einfacheren Lüftungssystemen.

Lüftungsanlagen einbauen und nachrüsten

Je nach örtlichen Begebenheiten und individuellen Wünschen, muss für jede Wohnsituation die passende Anlage gewählt werden. Fachplaner zu beauftragen ist meist sinnvoll. Sie erstellen passende Lüftungskonzepte, die sämtliche gesetzliche Vorschriften einhalten. Nur eine richtig dimensionierte und optimierte Anlage

  • schützt effektiv vor Feuchteschäden
  • führt Schadstoffe ab
  • erbringt den benötigten Luftaustausch
  • vermeidet Zugluft
  • erhöht das Wohnklima
  • und spart am meisten Heizenergie.

Des weiteren sind Brand- und Schallschutz zu beachten.

Bedienung & Regulation der Lüftungsanlage

Je nach Bauart und gewählter Ausstattung sind Lüftungsanlagen manuell regulierbar, um individuellen Ansprüchen ans Raumklima gerecht zu werden.

  • Reine Abluftanlagen werden beispielsweise meist bei Bedarf mittels Kippschalter aktiviert.
  • Bei zentralen Lüftungsanlagen lassen sich die Einstellungen für die Grundlüftung für das gesamte Gebäude am Gerät einstellen. In den Räumen können die Bewohner meist die Leistung an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen.
  • Zusätzlich können CO2-Senoren und Luftfeuchtemesser („Hygrometer“) die Luftqualität überwachen und die Anlage für einen optimalen Betrieb entsprechend automatisch regulieren.

Wartung der Lüftungsanlage: Filterwechsel & -reinigung

Die Wartung übernimmt ein Fachbetrieb oder man erledigt sie selbst. Filterwechsel erfolgen bestenfalls vor der Heizperiode. Je nach Verschmutzungsgrad sollten gewechselt werden:

  • Grobfilter: ein- bis drei Mal
  • Feinfilter mindestens einmal im Jahr

Wärmetauscher lassen oftmals unter fließendem Wasser mit einem Duschkopf auswaschen. Der Ablauf der Kondensatwanne, Außen- und Fortluftelemente sind (nach Sichtprüfung) regelmäßig zu reinigen.

Die Filter halten den Großteil an Staub, Pollen und Fremdkörpern ab. Bei regelmäßigen Filterwechsel weisen die Lüftungskanäle erfahrungsgemäß bis zu 15 Jahre lang keine wesentlichen Verschmutzungen auf. Daher muss eine Reinigung nur nach Inspektion erfolgen und sollte dann vom Fachbetrieb ausgeführt werden.

Anne Weißbach

Über die Autorin

Anne Weißbach (ehemalige Mitarbeiterin)

Anne Weißbach schrieb von 2020 bis 2024 für co2online. Ihre Energiespar-Expertise floss in zahlreiche Artikel ein: Vom Wassersparen über Stromsparen im eigenen Haushalt bis zum Thema Heizen als aktiver Klimaschutz. Außerdem beschäftigte sie sich damit, wie unser ökologischer Handabdruck zum Klimaschutz beitragen kann.

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