Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- hoher Warmwasserkomfort und optimale Wasserhygiene
- Installation am besten von Handwerksbetrieb
- hoher Stromverbrauch bei alten Geräten
- zusätzliche Zirkulationsleitung erforderlich
04.02.2026 Lesedauer: min Michael Bukowski und Minh Duc Nguyen
Eine Zirkulationspumpe für ein Warmwasser-Zirkulationssystem bietet viel Komfort bei geringerem Wasserverbrauch und optimaler Hygiene. Wir erklären, wie eine Zirkulationspumpe funktioniert, wann eine Zirkulationsleitung sinnvoll ist und was bei Einbau und Betrieb zu beachten ist.
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Vor allem im Altbau kennt man das Problem: Anstatt sofort heiß duschen zu können, kommt erst mal nur kaltes Wasser. Denn das erwärmte Wasser muss zunächst einmal beim Hahn ankommen. Dieses Problem beheben die Zirkulationspumpe und -leitung für Warmwasser. Sie sorgt für einen regelmäßigen Warmwasser-Kreislauf und halten jederzeit an jedem Wasserhahn warmes Wasser vor. Eine Zirkulationspumpe für die Warmwasser-Zirkulation ist also ähnlich wie eine Heizungspumpe. Auch diese sorgt dafür, dass das erhitzte Wasser vom Heizkessel zu den jeweiligen Heizkörpern gelangen kann.
Das Prinzip ist einfach: Bei einem System ohne Zirkulationspumpe muss erst das in der Leitung stehende kalte Wasser abfließen, bevor das erwärmte Wasser am Wasserhahn oder Duschkopf ankommt. Die Zirkulationspumpe arbeitet daher mit einer zweiten Leitung – der Zirkulationsleitung. Beide Leitungen werden kurz vor der Zapfstelle zu einem Kreislauf verbunden. Die Zirkulationspumpe hält das Warmwasser in beiden Leitungen kontinuierlich in Bewegung. Dadurch steht immer warmes Wasser zur Verfügung, ohne dass erst viel Kaltwasser abfließen muss.
Die Zirkulationspumpe sollte täglich mindestens 16 Stunden laufen, damit die Leitungen keimfrei bleiben. Diese Anforderung war früher in der Energiesparverordnung vorgeschrieben und geht heute aus der Trinkwasserverordnung hervor (Arbeitsblatt DVGW W 551). Demnach muss die Pumpe aber nicht den ganzen Tag laufen. Wird sie zwischendurch ausgeschaltet kann das einiges an Stromkosten sparen.
Bei einigen Geräten ist bereits eine Zeitschaltuhr integriert, damit man den Betrieb im Tagesverlauf individuell einstellen kann. Eine Zeitschaltuhr kann aber auch zusätzlich angeschlossen werden. Bei einem normalen Alltagsrhythmus kann die Zirkulationspumpe zum Beispiel so eingestellt werden, dass sie vor allem in den Morgen- und Abendstunden läuft. Denn zu diesen Zeiten wird ohnehin warmes Wasser entnommen.
Wenn Sie in einem Ein- oder Zweifamilienhaus leben, können Sie auch komplett auf die Warmwasserzirkulation verzichten. Der Komfortverlust durch diese Maßnahme ist eher gering: Es dauert lediglich etwas länger, bis warmes Wasser aus dem Hahn fließt. Die Energie- und Kostenersparnis ist dagegen hoch: Ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus kann so pro Jahr rund 105 Euro sparen. Wichtig ist, dass Sie die Warmwasserzirkulation in dem Fall von einem Fachbetrieb zurückbauen lassen.
Wie jedes technische Gerät verursacht auch die Zirkulationspumpe Kosten, die gleich zu Beginn anfallen. Ist die Pumpe erst einmal in Betrieb, kommen noch weitere Kosten hinzu.
Moderne und für ein Eigenheim ausreichende Zirkulationspumpen kosten zwischen 100 und 200 Euro. Da ein solches Gerät in der Regel jahrelang in Betrieb ist, sind die reinen Anschaffungskosten über den gesamten Nutzungszeitraum betrachtet gering. In Mehrfamilienhäusern können mehrere oder leistungsstärkere Modelle zum Einsatz kommen. Da eine Zirkulationspumpe von einem Handwerksbetrieb installiert werden sollte, entstehen zusätzlich einmalige Kosten.
Zirkulationspumpen verbrauchen laufend Strom. Ältere Modelle können dabei auf einen jährlichen Verbrauch von bis zu 500 kWh oder mehr kommen. Moderne Geräte dagegen kommen meist mit nur 50 bis 100 kWh aus. Es lohnt sich in den meisten Fällen, den Stromverbrauch einer älteren Pumpe zu überprüfen
Wer den Stromverbrauch seiner alten und neuen Zirkulationspumpe ermitteln möchte, braucht nur folgende Formel zu verwenden:
Eine veraltete Zirkulationspumpe mit 30 Watt läuft 24 Stunden am Tag – und das über das ganze Jahr verteilt. Die Rechnung würde wie folgt aussehen:
Würde man die Zirkulationspumpe gegen ein neueres, hocheffizientes Gerät mit 5 Watt austauschen, käme man auf folgendes Ergebnis:
Eine Zirkulationspumpe hat einige Vorteile – aber vor allem auch einen deutlichen Nachteil. Wenn Sie darüber nachdenken, eine Zirkulationspumpe einzubauen oder Ihre stilllegen möchten, sollten Sie diese Punkte berücksichtigen.
Da sie meist viele Stunden am Tag in Betrieb ist, verbraucht eine Zirkulationspumpe permanent Strom. Daher sollte sie so effizient wie möglich laufen. Ob das der Fall ist, hängt vor allem vom Alter des Gerätes und den Leitungen ab. Ältere Zirkulationspumpen verbrauchen meist zu viel Strom. Und bei schlecht isolierten Leitungen zirkuliert das Wasser mit hohem Wärmeverlust. Letzterer führt dazu, dass der Warmwassererzeuger zu viel nachheizen muss – und so für unnötig hohe Kosten sorgt.
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Der Betrieb einer Zirkulationspumpe für Warmwasser ist technisch nicht notwendig. Ihr größter Nachteil sind die zusätzlichen Stromkosten. Überlegen Sie deshalb im Vorhinein genau, ob Sie ein Zirkulationssystem für Ihren Wasserverbrauch und Ihre Warmwasserbereitung benötigen oder ob eine laufende Zirkulationspumpe nur zu höheren Stromkosten führen würde. Lassen Sie sich dabei am besten von Fachleuten beraten. Für die Installation ist es empfehlenswert, vorab mehrere Angebote von verschiedenen Handwerksbetrieben einzuholen.
Wichtig für den effizienten Betrieb einer Pumpe ist der hydraulische Abgleich des Systems. Werden hier Fehler begangen, kann zum Beispiel die Temperatur des zirkulierenden Wassers unter 55 °C fallen, was die Bildung von Legionellen begünstigt. Zudem muss die Pumpe passend zu den Rohrlängen, der Isolierung der Leitungen, dem Warmwassererzeuger und der Entnahme ausgelegt sein. Werden diese Faktoren nicht berücksichtigt, kann die Zirkulationspumpe im ungünstigsten Fall nur wenig bewirken, die Stromkosten aber konstant in die Höhe treiben. Einen Fachbetrieb zu beauftragen ist somit unerlässlich.