Wasser sparen: das sind die wirksamen Sparmaßnahmen

06.03.2026 Lesedauer: min Jens Hakenes

Gesicht waschen

Wasser sparen – in Spanien sinnvoll, in Deutschland nicht? Wir erklären, warum ein sorgsamer Umgang mit Wasser hierzulande genauso wichtig ist. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie mit kleinen Verhaltensänderungen und einfachen technischen Lösungen jede Menge Wasser sparen können.

Prüfen Sie Ihren Wasserverbrauch!

Welcher Wasserverbrauch ist normal? Mit unserem WarmwasserCheck vergleichen Sie Ihre Werte mit denen ähnlicher Haushalte:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Wasserverbrauch reduzieren spart Energie und Kosten
  • weniger Wasser verbrauchen durch moderne Geräte und Wasserspar-Helfer
  • Regenwasser und Grauwasser können viel Trinkwasser einsparen
  • unnötiger Wasserverbrauch oft durch Routinen und Gewohnheiten
  • sorgsamer Umgang mit Wasser schützt natürlichen Wasserkreislauf
  • Wasser sparen heißt auch Wasserqualität erhalten 

Warum Wasser sparen?

Wasser ist einer der kostbarsten Rohstoffe der Erde. In Deutschland hat fast jeder Mensch Zugang zu sauberem Trinkwasser. Damit das so bleibt, ist Wasser sparen auch hier entscheidend. So erhalten wir das Grundwasser als wichtigste Ressource für Trinkwasser. Denn Wasser sparen heißt Wasser schützen.

Drei gute Gründe fürs Wassersparen 

Aus einem geringeren Wasserverbrauch ergeben sich einige positive Nebeneffekte: 

  1. Umweltschutz durch Wassersparen: So wenig Wasser wie möglich verbrauchen heißt auch, so wenig wie möglich in den natürlichen Wasserkreislauf einzugreifen. Das entlastet die Natur.
  2. Wasser sparen und CO2 vermeiden: Vor allem bei einem geringeren Verbrauch an Warmwasser sinkt auch der Energiebedarf (für das Erwärmen des Wassers). Dadurch gibt es weniger CO2-Emissionen. Jeder Tropfen, der nicht aufwendig gesäubert und durch die Rohre gepumpt werden muss, spart Energie und damit CO2 ein.
  3. Mit Wasser auch Geld sparen: Auch die laufenden Kosten sinken, wenn sich Wasser- und Energieverbrauch reduzieren. Viele schnell umzusetzende Maßnahmen kosten wenig und sparen dafür bei jeder Benutzung bares Geld ein. 

Wo kann man Wasser sparen?

Im eigenen zuhause können Sie an vielen Stellen Wasser sparen und damit gleichzeitig Ihre Energiekosten senken und CO2 vermeiden. Allein die Bereitung von Warmwasser macht 15 Prozent des Energieverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts aus – und der Anteil wächst weiter. Während der Heizenergiebedarf durch effiziente Heizkessel und eine verbesserte Dämmung rückläufig ist, steigt der Energieaufwand für die Warmwasserbereitung stetig. So ist zum Beispiel tägliches Duschen zur Normalität geworden. Das Wasser lässt sich aber nur bedingt effizienter erwärmen. Steigender Bedarf und steigende Preise: Das heißt tendenziell höhere Kosten für Haushalte.

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Infografik zum prozentualen Energieverbrauch von Raumwärme, Warmwasser und Strom.

>>Wasserspartipps für zuhause<<

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Häufiger Duschen statt Baden

Eine wohltuende Badewanne ist etwas Schönes. Daran gibt es keine Zweifel. Wer aber Energie und damit Geld sparen möchte, sollte hier einen genauen Blick auf die Zahlen werfen:

  • Eine herkömmliche Badewanne fasst 150 bis 200 Liter.
  • Beim Duschen verbrauchen wir im Schnitt 70 Liter.

Wenn Sie seltener Vollbäder nehmen, vermeiden Sie in einem 2-Personen-Haushalt bis zu 115 kg CO2 im Jahr. Außerdem fallen bis zu 95 Euro weniger für Wasser- und Heizkosten an. Die Angaben beziehen sich auf einen Haushalt mit dezentraler Warmwasserbereitung (in der Regel mit einem Durchlauferhitzer). Bei einer zentralen Warmwasserbereitung kann das genaue Sparpotenzial hiervon abweichen.

Wasser sparen mit einem Sparduschkopf

Mit einem herkömmlichen Duschkopf verbrauchen Sie etwa 12 bis 15 Liter Wasser pro Minute. Sparduschköpfe hingegen lassen nur 6 bis 7 Liter. Damit können Sie auf Anhieb Verbrauch, Kosten und CO2-Emissionen schlagartig reduzieren. Wichtig ist dabei auch die Wassertemperatur. Es gilt: je kälter das Wasser, desto größer die Ersparnis. Ebenfalls entscheidend ist die Duschdauer. Wenn Sie täglich länger als 10 Minuten duschen, dann ist der Spareffekt gegenüber einer vollen Badewanne gleich null.

Perlstrahler und Wassermengenregler für alle Wasserhähne

Die unscheinbaren Helfer werden direkt an der Armatur angebaut und können dort bis zur Hälfte des Wasserverbrauchs sparen. Perlstrahler (auch Strahlregler oder Perlatoren genannt) optimieren den Wasserstrahl am Hahn und mischen dem Wasser Luft bei. So sinkt der Verbrauch bei gleichbleibendem Reinigungskomfort

Die einfachen Helfer gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, zum Beispiel im Baumarkt: 

  • als einfache Mischdüse,
  • mit Kugelgelenk oder Zwischenschlauch und
  • mit Umschalter für verschiedene Wassermengen. 

Allerdings sind die Wassersparer für Durchlauferhitzer und drucklose Speicher nicht immer geeignet (siehe oben beim Sparduschkopf!). Dort können sogenannte Wassermengenregler eine Alternative sein: Sie mindern den Wasserdruck, bevor der Wasserstrahl austritt. Doch auch hier kann es Einschränkungen geben für drucklose Boiler oder Durchlauferhitzer.

Wasser-sparen-Infografik: Wasserverbrauch und Kosten im Haushalt
Wasserverbrauch im Haushalt, Anteile pro Person (2018) und Kosten pro Jahr

Kleinspeicher ausschalten und Wasser sparen

Wenn Sie Ihr Wasser mit elektrischen Kleinspeichern erwärmen, können Sie eine Menge Energie sparen, indem Sie diese öfter mal ausschalten. Denn schließlich heizt der Speicher das Wasser permanent auf die eingestellte Temperatur. Da keine Dämmung perfekt funktioniert, entstehen dabei große Energieverluste. 

Wenn Sie also übers Wochenende in den Urlaub fahren, schalten Sie den Speicher einfach aus. Und auch nachts muss der Speicher nicht eingeschaltet sein. Am besten wäre es sogar, Sie schalten ihn nur dann ein, wenn Sie heißes Wasser benötigen. Dann müssen Sie zwar ein paar Minuten warten, bis das Wasser erhitzt ist, sparen aber viel Energie.

Dichtungen und Dämmung prüfen

Der Wasserhahn tropft, am Brauseschlauch gibt es ein Leck und der Spülkasten ist undicht? Dann sollten Sie schnell etwas tun, um Wasser zu sparen. Schuld sind oft Dichtungen, die porös oder verkalkt sind. Ersatzteile gibt es im Baumarkt oder Fachhandel. 

  • Zum Entfernen von Kalk können Sie Essigreiniger nutzen.
  • Bei undichten Stöpseln hilft Alleskleber: am Rand auftragen, trocknen lassen und so den Stöpsel etwas verbreitern.
  • Wer im Eigenheim eine zentrale Warmwasserversorgung nutzt, kann mit wenig Geld noch mehr tun: Oft sind die Leitungen zwischen Warmwasserspeicher und Wasserhähnen ungenügend oder gar nicht gedämmt und auch die Dämmung des Warmwasserspeichers lässt sich manchmal verbessern. Hier geht's zu unserer Anleitung Rohre zu dämmen! 

Wäsche effizient reinigen

Das Wäschewaschen verbraucht durchschnittlich etwa 12 Prozent des Wassers im Haushalt. Entscheidend für Kosten und CO2 ist vor allem der Energieverbrauch, um das Wasser zum Waschen zu erhitzen. Hier kommt meistens Strom zum Einsatz, es sei denn, die Waschmaschine wird über einen extra Warmwasseranschluss versorgt. 

So lässt sich beim Wäschewaschen sparen

  • Waschmaschinen sollten in der Regel voll beladen werden.
  • Dank moderner Kaltwaschmittel genügen meist niedrigere Temperaturen.
  • Ökoprogramme haben einen geringeren Wasser- und Energieverbrauch.
  • Auch auf die Vorwäsche zu verzichten, ist oft kein Komfortverlust, spart aber viel Wasser, Energie und schont die Kleidung.
  • Ist die Wäsche stark verschmutzt, sollte besser länger statt heißer gewaschen werden. Gegen hartnäckigen Schmutz und Bakterien hilft eine einzelne heiße Wäsche nach einigen normalen Waschgängen. Ein Großteil der Wäsche kann auch mit Gallseife vorbehandelt werden.
  • Alte Geräte austauschen und passenden Ersatz suchen. Bei Wasser- und Stromfressern lohnt sich ein Neukauf, bevor das alte Gerät kaputtgeht. Aber nur, wenn Sie auf eine gute Energieeffizienzklasse und den „Blauen Engel“ achten.  
Ein Mann hockt barfüßig im Badezimmer

Sparspültaste bei der Toilettenspülung

Wasser sparen bei der Toilette lässt sich vor allem mit einem verbrauchsarmen Spülsystem. WC-Spülkästen haben einen deutlich geringeren Verbrauch als Druckspüler. Druckspüler sind direkt an die Leitungen angeschlossen und nutzen deren Wasserdruck. Folglich wird mehr Wasser verbraucht, aber auch das Becken gründlicher gereinigt. Für öffentliche Sanitäranlagen und ihre speziellen Hygienevorgaben sind Druckspüler daher meist besser geeignet. 

Um im privaten Bereich möglichst viel Wasser zu sparen, bietet sich ein WC-Spülkasten an. Doch auch hier gibt es einige Unterschiede im Wasserverbrauch: 

  • herkömmlicher Spülkasten: 9 bis 12 Liter pro Spülung
  • Sparspülkasten: 6 Liter pro Spülung
  • Sparspülkasten mit Bedienung der Spartaste: 3 Liter pro Spülung 

Ist der Einbau eines Sparspülkastens nicht möglich, kann in den vorhandenen Spülkasten oft ein Wasserstopp integriert werden. Diese funktionieren in der Regel als Einhängegewicht, um den Mechanismus zur Klospülung früher zu stoppen. Sie sind für die meisten Spülkastenmodelle erhältlich und kosten ab 10 Euro. 
 

Regenwasser auffangen und nutzen

Regenwasser kann für verschiedene Zwecke im Haushalt genutzt werden – grundsätzlich für alles, bei dem keine Trinkwasserqualität erforderlich ist: 

  • Gartenbewässerung: Pflanzen und Bäume in Haus und Garten damit zu gießen, ist die einfachste Möglichkeit, um Regenwasser zu nutzen. Viele Pflanzen vertragen es besser als Leitungswasser und können daraus mehr Nährstoffe ziehen. Vorsicht ist geboten bei den Materialien des Dachs, von dem das Regenwasser abläuft: Dächer aus Kupfer, Zink oder mit Bitumen sind nicht geeignet. 
  • Toilettenspülung: Für die Toilettenspülung kann Regenwasser ohne Einschränkungen genutzt werden. Mit Hilfe eines Filters lassen sich Ablagerungen und Verfärbungen vermeiden.
  • Putzen: Hier gelten die gleichen Empfehlungen wie beim Wäschewaschen. Ist das Regenwasser sauber genug oder wird es aufbereitet, ist es auch zum Putzen geeignet. 

Auffangen lässt sich das Regenwasser am leichtesten mit einer Tonne. Mittlerweile gibt es sie nicht mehr nur als grüne Einheitstonne, sondern in vielen Varianten von klein und balkontauglich bis zu einem Fassungsvermögen von 1.000 Litern. Wird mehr Regenwasser benötigt, ist ein Regentank, auch Zisterne genannt, das richtige. Er wird meist vergraben oder im Keller aufgestellt.  

Aus Gieskanne kommt Wasser

Den Garten wassersparend bewässern

Hierzu gibt es gleich mehrere „kleine“ Tipps. 

  • Den Rasen weniger als einmal in der Woche mähen – sonst trocknet er schneller aus und braucht öfter Wasser.
  • Die Erde regelmäßig harken – damit der Boden aufgelockert ist und das Wasser die Wurzeln besser erreicht.
  • Pflanzen morgens gießen – damit das Wasser in der Tageshitze nicht so schnell verdunstet.
  • Wasser beim Gießen gezielt verteilen – nämlich auf den Erdbereich über den Wurzeln, nicht zu weit weg und nicht über die Blätter, auf denen das Wasser eher verdunstet.

>>Wasserspartipps für den Urlaub<<

Wasser sparen im Urlaub? Für viele Menschen zwei Dinge, die nicht zusammenpassen. Doch gerade im Urlaub ist Wassersparen oft ein wichtiges Thema. Denn viele beliebte Urlaubsorte liegen in heißen Regionen, die ohnehin mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. Oft ist der Tourismus dort auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Doch er geht einher mit bewässerten Golfanlagen, riesigen Pools und Tourist*innen, die nach jedem Strandbesuch den Sand abduschen.

Wasser sparen bei der Reiseplanung

Schon bei der Reiseplanung können Sie darauf achten, während des Urlaubs Wasser zu sparen. Mittlerweile haben sich auch in der Tourismusbranche Umweltsiegel und Öko-Zertifikate etabliert. Da es für Verbraucher*innen auch hier nicht immer einfach ist, den Überblick zu wahren, hat Utopia eine hilfreiche Übersicht für den Siegel-Dschungel im Tourismus erstellt. Was von den Nachhaltigkeitsversprechen digitaler Reiseplattformen in Deutschland zu halten ist, erklärt „Fair unterwegs“.

Wasser sparen im Hotel – 5 Maßnahmen

  • Passende Angebote wählen: Wer nur einen Ort zum Übernachten sucht, braucht keinen Wasserpark. Wer Urlaub am Meer macht, kann auch in einem Hotel ohne Infinity-Pool residieren.
  • Badeurlaube generell in Regionen ohne Wasserknappheit planen
  • Handtücher und Bettwäsche nur wechseln lassen, wenn sie wirklich dreckig sind
  • Füße, Ausrüstung und so weiter in Eimer, Dusch- oder Badewanne oder abwaschen, nicht unter laufendem Wasser abspülen
  • Tropfende Wasserhähne und Toilettenspülungen dem/r Gastgeber*in melden 

Egal ob Sie daheim oder unterwegs sparen. Wichtig ist, das Ganze zu dokumentieren. Ihre Verbrauchswerte können Sie ganz einfach mit dem kostenlosen Energiesparkonto im Blick behalten. Damit sehen Sie exakt, wie viel Wasser, Energie und Kosten Sie eingespart haben. 

Jens Hakenes

Über den Autor

Jens Hakenes

Jens Hakenes ist seit 2010 unser freiberuflicher Experte für die Themen Heizkosten, Warmwasser, Stromkosten und Klimaschutz. In seinen Artikeln erfahren Sie zum Beispiel alles Wichtige über Fußbodenheizungen, serielle Sanierung oder den CO₂-Preis.

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