Hydraulischer Abgleich: 7 Irrtümer auf dem Prüfstand

23.01.2026 Lesedauer: min Andreas Braun

Haus mit Solarzellen auf dem Dach und Windturbinen

Zugegeben: Der hydraulische Abgleich ist kein Kinderspiel. Aber er ist auch kein Buch mit sieben Siegeln. Egal ob Eigentümer*in oder Fachkraft, so mancher drückt sich vor der Optimierung der Heizanlage. Damit Sie den Ausreden nicht auf den Leim gehen, haben wir die gängigsten unter die Lupe genommen.

Irrtum 1: „Der hydraulische Abgleich ist doch bereits gemacht.”

Das stimmt leider nicht ganz. Wie eine Auswertung gezeigt hat, sind knapp 70 Prozent der Heizungsanlagen in Wohngebäuden nicht hydraulisch abgeglichen. Die Folgen sind: Weit vom Heizkessel entfernte Heizkörper werden nicht richtig warm und es können Fließgeräusche in den Rohren auftreten. Vor allem wird aber teure Energie verschwendet.

Deshalb ist der hydraulische Abgleich für Bestandsgebäude mit mehr als fünf Wohneinheiten seit Oktober 2022 verpflichtend. Bei Neubauten und der Erneuerung der Heizanlage wird er in der Regel durch verschiedene Vorgaben verlangt.

Haus mit Solarzellen auf dem Dach und Windturbinen

Irrtum 2: „Der hydraulische Abgleich einer Fußbodenheizung ist nicht möglich.”

Das stimmt nicht. Auch Fußbodenheizungen und andere Flächenheizungen können hydraulisch abgeglichen werden. Dies ist sogar eine wichtige Voraussetzung, damit die Anlage effizient läuft. Aufgrund des möglichen Mehraufwands bei der Datenaufnahme sind bei einigen Fußbodenheizungen allerdings höhere Kosten zu erwarten. Die können aber durch die staatliche Förderung von 15 Prozent zum Teil wieder ausgeglichen werden.

Welche Besonderheiten es sonst noch gibt, erfahren Sie in unserem dazugehörigen Beitrag. 

Zum Artikel Hydraulischer Abgleich der Fußbodenheizung

Irrtum 3: „Der hydraulische Abgleich lohnt sich beim Einfamilienhaus nicht.”

Ein hydraulischer Abgleich ist nicht nur etwas für Mehrfamilienhäuser oder andere Großanlagen. Auch bei kleineren Heizanlagen rechnet sich die Maßnahme häufig; meist schon nach etwa wenigen Jahren. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus entstehen Kosten von rund 925 Euro. Diese können durch Fördermittel und Zuschüsse für den hydraulischen Abgleich gesenkt werden: auf etwa 800 Euro.

Durch die jährliche Ersparnis von durchschnittlich 160 Euro macht sich der hydraulische Abgleich schnell bezahlt. Hinzu kommt eine gleichmäßigere Wärmeverteilung, die für einen deutlichen Komfortgewinn sorgt. 

Weitere Details und Beispiele finden Sie im Artikel über Kosten und Amortisation. 

Ersparnis und Kosten der Heizungsoptimierung

Irrtum 4: „Für den hydraulischen Abgleich findet man gar keine Fachkraft.”

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie nicht gleich beim ersten Versuch den passenden Handwerksbetrieb finden. Mit unserem Service für Modernisierer*innen, können Sie in Ihrer Umgebung nach einer qualifizierten Fachkraft suchen. Immer mehr Fachleute bieten den hydraulischen Abgleich als zusätzliches Angebot an!

Infrage kommen in erster Linie Handwerker*innen, Energieberater*innen und Schornsteinfeger*innen. Fehlen Komponenten für einen hydraulischen Abgleich, muss für den Einbau in jedem Fall eine Heizungsfachkraft ran. Bei größeren Anlagen sollte ein/e Ingenieur*in die nötigen Berechnungen übernehmen. Sie müssen aber in der Regel nur eine einzige Fachkraft beauftragen.

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Irrtum 5: „Den hydraulischen Abgleich können Heimwerkende selbst erledigen.”

Davon raten Expert*innen ab. Denn beim hydraulischen Abgleich geht es um eine möglichst exakte Optimierung der Heizanlage. Mit einfachen Mitteln ist das so gut wie unmöglich.

Drei SHK-Handwerker geben Einblicke in ihre Arbeit und erklären, wie der hydraulische Abgleich funktioniert und warum er zu einer gut eingestellten Heizungsanlage einfach dazu gehört. Die Experten sind zusammen mit anderen Handwerkern aus ganz Deutschland

Irrtum 6: „Ein hydraulischer Abgleich ist bei einem Brennwertkessel gar nicht nötig.”

Im Gegenteil: Erst nach einem hydraulischen Abgleich zeigt der Brennwertkessel, was er wirklich kann. Denn bei einer zu hohen Rücklauftemperatur werden die eigentlich möglichen Nutzungsgrade gar nicht erreicht. Der hydraulische Abgleich sorgt für möglichst niedrige Rücklauftemperaturen und so für mehr Effizienz.

Irrtum 7: „Der hydraulische Abgleich kann nur im Sommer gemacht werden.”

Viele Verbraucher*innen fürchten, dass für einen hydraulischen Abgleich die Heizanlage abgeschaltet und das Heizwasser abgelassen werden muss. Das ist jedoch längst nicht bei jeder Heizung nötig:

  • Sind alle nötigen Komponenten vorhanden, muss nichts eingebaut und deswegen auch nichts abgestellt werden.
  • Fehlen nur voreinstellbare Thermostate, können zum Beispiel Montageschleusen zum Einsatz kommen. So können auch Komponenten eingebaut werden, ohne das Wasser abzulassen. Allerdings geht das nur, wenn die Ventileinsätze austauschbar sind.
  • Ein hydraulischer Abgleich in den Sommermonaten ist ohnehin nicht so sinnvoll, da die Heizanlage nicht unter Volllast arbeitet.

Am besten sprechen Sie mit Ihrer Fachkraft vor Ort, was bei Ihrer Heizanlage möglich und sinnvoll ist.

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