Was sind die Nachteile und Voraussetzungen einer Erd-Wärmepumpe?
Zu den wichtigsten Nachteilen einer Erd-Wärmepumpe zählen die hohe Investition, teilweise nötige Genehmigungen, Risiko bei Bohrarbeiten und Bodenarbeiten sowie die Flächenbindung bei Kollektoren.
Der größte Nachteil einer Erd-Wärmepumpe sind die vergleichsweise hohen Kosten für die Anschaffung. Verantwortlich dafür ist das aufwendige Erschließen der Wärmequelle durch Arbeiten am Boden oder Bohrungen. Dafür sind die laufenden Kosten niedriger als bei anderen Wärmepumpen. Deswegen können die Gesamtkosten ebenfalls niedriger ausfallen – und sollten deswegen für einen Vergleich der Wirtschaftlichkeit genau berechnet werden.
Für eine Bohrung (Erdsonde) ist eine Genehmigung notwendig. In einem Wasserschutzgebiet kann diese auch verweigert werden. Bei Kollektoren und Erdwärmekörben ist zwar in der Regel eine Anzeige ausreichend. Vorsichtshalber sollten Sie jedoch frühzeitig bei den zuständigen Behörden anfragen. Dann ist von vornherein die eine oder andere Variante auszuschließen.
Bei einer Bohrung oder anderen Arten von Bodenarbeiten besteht zudem immer ein gewisses Risiko. Es kann nämlich sein, dass beim Bohren oder Baggern Schwierigkeiten auftreten, die für höhere Kosten sorgen – zum Beispiel durch ein besonders hartes Gestein. Besprechen Sie mögliche Mehrkosten vorab.
Bei Kollektoren ist die Flächenbindung ein weiterer Nachteil. Gemeint ist damit, dass die Flächen oberhalb der Kollektoren nicht versiegelt oder bebaut werden dürfen. Denn ansonsten können Sie keine Energie durch Sonne, Regen und Luft aufnehmen. Je nach verfügbarer Fläche gibt es jedoch auch platzsparende Varianten für eine Erd-Wärmepumpe, um später Gartenhaus oder Pool aufstellen zu können.
Steigt der Wärmebedarf deutlich, zum Beispiel durch Anbau, Aufstockung, mehr Bewohner*innen oder ein anderes Nutzungsverhalten, ist die Heizleistung der Erd-Wärmepumpe zu prüfen. Sonst könnte zum Beispiel die Sonde vereisen, wenn dem Boden zu viel Wärme entnommen wird. Dadurch sinkt die Effizienz stark und es kann zu irreparablen Schäden kommen. Um einen höheren Wärmebedarf zu decken oder die Sonden-Regeneration zu verbessern, könnten auch Solarthermie, Warmwasser-Wärmepumpe oder eine Dämmung helfen.