Erd-Wärmepumpe:
Funktion, Kosten, Vor- & Nachteile

16.03.2026 Lesedauer: min Jens Hakenes

Erd-Wärmepumpen sind besonders effizient und leise. Aber die einmaligen Kosten und der Aufwand für die Installation sind höher als bei anderen Wärmepumpen. Trotzdem rechnen sich Erd-Wärmepumpen in vielen Fällen – und sind nur selten ungeeignet. Möglich machen das die vielen Wege zum Erschließen der Wärmequelle und die hohe Förderung.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Erd-Wärmepumpen effizienter und leiser als Luft-Wärmepumpen
  • höhere einmalige Kosten, aber niedrigere laufende Kosten
  • bis zu 70 Prozent Zuschuss – meist 35 bis 55 Prozent, aber maximal 21.000 Euro
  • Wärmequelle erschließen aufwendig, aber fast immer machbar
  • robust, langlebig und wartungsarm

Wie funktioniert eine Erdwärmepumpe?

Die Erd-Wärmepumpe nutzt die Wärme im Inneren der Erde (Geothermie). Bis zu einer Tiefe von etwa 15 Metern speichert der Boden Energie von der Sonne. In tieferen Schichten steigt Wärme aus dem Erdinneren nach oben. Beides sorgt für eine Wärmequelle, die das ganze Jahr über effizient genutzt werden kann. Je tiefer sie angezapft wird, desto konstanter und höher ist die Temperatur: ab etwa 10 Meter Tiefe über 10 °C, ab etwa 100 Meter sogar 15 °C.

Die Funktionsweise einer Erd-Wärmepumpe lässt sich mit drei Kreisläufen erklären:

  1. Sole-Kreislauf (außen)
  2. Kältemittel-Kreislauf (innen)
  3. Heiz-Kreislauf (innen)

Mit dem Sole-Kreislauf wird im Garten die Wärmequelle angezapft. Die Sole ist eine zirkulierende Wärmeträgerflüssigkeit (Gemisch aus Wasser und Glykol/Frostschutzmittel). Sie nimmt die Wärme des Bodens auf und transportiert sie zum Wärmetauscher der Wärmepumpe. Deswegen wird die Erd-Wärmepumpe auch Sole-Wasser-Wärmepumpe genannt.

Mit dem Kältemittel-Kreislauf ist die eigentliche Wärmepumpe (Inneneinheit, meist im Keller) gemeint. Über den Wärmetauscher wird die Energie von der Sole auf ein Kältemittel übertragen. Das Kältemittel verdampft. Mit einem Verdichter wird der Druck erhöht, um die Temperatur weiter zu steigern. Ein weiterer Wärmetauscher stellt dann die Verbindung zum nächsten Kreislauf her.

Mit dem Heiz-Kreislauf (Heizkreis) wird die Wärme schließlich im Gebäude verteilt. Im Kühlbetrieb (Rückwärtsbetrieb) steht dieser Kreislauf am Anfang statt am Ende. Dann nimmt er die Wärme im Gebäude auf und gibt sie über den Wärmetauscher an die Wärmepumpe ab. Von dort gelangt sie über den Sole-Kreislauf in die Erde.

Funktion einer Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe)
Die Grafik "Sole-Wasser-Wärmepumpe" von co2online veranschaulicht die Funktionsweise einer solchen Anlage. Sie wird zu 80 Prozent mit Umweltenergie und zu 20 Prozent mit Antriebsenergie betrieben.

Welche Arten von Erd-Wärmepumpen gibt es?

Um die Erde als Wärmequelle zu nutzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Alle haben Vorteile und Nachteile – aber ermöglichen eine Lösung für fast jedes Grundstück. Auch Kombinationen sind möglich.

Erdsonden (oder Erdwärmesonden) werden mit einer Bohrung meist zwischen 30 und 100 Metern unter der Erde angebracht. Je größer der Wärmebedarf des Gebäudes ist, desto tiefer wird gebohrt. Alternativ können mehrere Sonden angebracht werden – mit einem Abstand von mindestens 6 bis 10 Metern. Für eine Sonde ist eine Genehmigung nötig (je nach Region auch ein Bodengutachten) und die Kosten sind höher als bei anderen Arten.

Großflächige Kollektoren (auch Flachkollektoren genannt) liegen etwa 1,5 Meter tief unter der Erde (unterhalb der Frostgrenze). Die einfachste Form wird in Schlangenlinien verlegt, ähnlich wie bei einer Fußbodenheizung. Benötigt wird eine Fläche, die etwa 1,5- bis 2,5-mal so groß ist wie die Wohnfläche. Wegen der geringeren Tiefe sind die Bodentemperaturen niedriger – und die Erd-Wärmepumpe entsprechend weniger effizient. Dafür sind die Kosten wesentlich geringer als bei einer Sonde. In der Regel ist dafür auch keine Genehmigung nötig, sondern nur eine Anzeige. Die Fläche über dem Kollektor darf nicht versiegelt, bebaut oder mit tiefwurzelnden Pflanzen versehen werden. Zu Gebäuden, Wasserleitungen, Kanälen und Straßen ist etwa 2 Meter Abstand einzuhalten.

Steht nicht ausreichend Fläche zur Verfügung, gibt es Alternativen zum Flächenkollektor. Grabenkollektoren (auch Ringgrabenkollektoren genannt) werden in etwa 1,5 bis 2,5 Meter Tiefe verlegt – je nach Grundstück in U-Form oder L-Form. Der Graben ist meist 2 Meter breit und 40 bis 120 Meter lang. Schmalere Gräben sind auch möglich, müssen dann aber länger sein (100 bis 300 Meter). Erdwärmekörbe werden in etwa 1 bis 4 Meter tiefe Löcher eingesetzt. Der Flächenbedarf liegt bei 30 bis 50 m2 je Korb. Bei mehreren Körben ist ein Abstand von etwa 6 Metern nötig. Für Effizienz, Kosten, Genehmigung und Abstände gilt dasselbe wie für Flächenkollektoren. Auch hier ist keine Versiegelung oder Bebauung möglich.

Eine weitere platzsparende, aber wenig verbreitete Möglichkeit ist der Energiezaun. Er besteht aus schwarzen, horizontal verlaufenden Rohren und wird entweder ganz oder zu etwa zwei Dritteln oberirdisch installiert. Die in den Rohren zirkulierende Sole nimmt die Energie von Sonne, Luft und Regen auf und transportiert sie zur Wärmepumpe. Der Energiezaun kann mit anderen Kollektoren kombiniert werden – zum Beispiel mit einem parallel verlaufenden Grabenkollektor. Eine Genehmigung ist nicht nötig. Effizienz und Kosten sind eher niedriger. Eine Bepflanzung sollte vor allem im Winter laubfrei sein.

Die Wärmepumpe selbst wird meist im Keller aufgestellt, zum Beispiel in einem Hauswirtschaftsraum oder Technikraum. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ist sie etwa so groß wie ein kleiner Kühlschrank oder eine kleine Kühltruhe. Bei erhöhtem Wärmebedarf hilft ein Heizstab mit – wegen der konstanten Erdtemperatur aber seltener als bei Luft-Wärmepumpen.

Was sind die Vorteile einer Erd-Wärmepumpe?

Eine Erd-Wärmepumpe hat drei wichtige Vorteile: höhere Effizienz, niedrigere Lautstärke und passive Kühlfunktion.

In Sachen Effizienz sind Erd-Wärmepumpen in der Regel besser als Luft-Wasser-Wärmepumpen und Luft-Luft-Wärmepumpen. Die entscheidende Kennzahl dafür ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Laut Fraunhofer-Institut ISE liegt sie in Bestandsgebäuden bei durchschnittlich 4,1. Das heißt, aus einer Kilowattstunde (kWh) Strom werden 4,1 kWh Wärme. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen sind es rund 3,1. Somit sind die Betriebskosten von Erd-Wärmepumpen in der Regel günstiger.

Höhere Jahresarbeitszahl durch Kombination und Regeneration

Steigern lassen sich Effizienz und Jahresarbeitszahl durch das Kombinieren von Wärmequellen. Bei Erd-Wärmepumpen ist das am einfachsten. Denn die Sole kann unter und über der Erde zirkulieren. So lassen sich im Winter die Temperaturen von 5 bis 15°C unter der Erde nutzen (per Sonde oder Kollektor) – und ansonsten die höheren Temperaturen der Außenluft (per Energiezaun). Noch mehr ist durch aktive Regeneration der Wärmequelle Erde drin. Überschüssige Wärme aus Solarthermie oder Wärmepumpen-Kühlung sorgt dafür, dass die Temperatur im Erdreich leicht zunimmt – und das spätere Heizen noch effizienter wird.

Die Lautstärke von Erd-Wärmepumpen ist ebenfalls ein Vorteil. Denn im Gegensatz zu Luft-Wärmepumpen ist keine Außeneinheit nötig. Die Inneneinheit ist in beiden Fällen geräuscharm.

Ein weiterer Vorteil ist die mögliche passive Kühlung. Passiv heißt, dass der Verdichter der Wärmepumpe ausgeschaltet ist und die Wärme einfach von der Heizfläche ins Erdreich übertragen wird. Das senkt den Stromverbrauch deutlich. Dafür ist der Effekt wesentlich langsamer als bei aktiver Kühlung. Deshalb sind fürs passive Kühlen zwei Dinge empfehlenswert:

  1. Flächenheizungen: Wand-, Decken oder Fußbodenheizungen
  2. gute Dämmung: sanierter Altbau oder Neubau

Erd-Wärmepumpen gelten außerdem als besonders langlebig und wartungsarm. Die Wärmepumpe selbst erreicht eine Lebensdauer von etwa 20 bis 30 Jahren. Sonden und Kollektoren halten sogar bis zu 50 Jahre.

Was sind die Nachteile und Voraussetzungen einer Erd-Wärmepumpe?

Zu den wichtigsten Nachteilen einer Erd-Wärmepumpe zählen die hohe Investition, teilweise nötige Genehmigungen, Risiko bei Bohrarbeiten und Bodenarbeiten sowie die Flächenbindung bei Kollektoren.

Der größte Nachteil einer Erd-Wärmepumpe sind die vergleichsweise hohen Kosten für die Anschaffung. Verantwortlich dafür ist das aufwendige Erschließen der Wärmequelle durch Arbeiten am Boden oder Bohrungen. Dafür sind die laufenden Kosten niedriger als bei anderen Wärmepumpen. Deswegen können die Gesamtkosten ebenfalls niedriger ausfallen – und sollten deswegen für einen Vergleich der Wirtschaftlichkeit genau berechnet werden.

Für eine Bohrung (Erdsonde) ist eine Genehmigung notwendig. In einem Wasserschutzgebiet kann diese auch verweigert werden. Bei Kollektoren und Erdwärmekörben ist zwar in der Regel eine Anzeige ausreichend. Vorsichtshalber sollten Sie jedoch frühzeitig bei den zuständigen Behörden anfragen. Dann ist von vornherein die eine oder andere Variante auszuschließen.

Bei einer Bohrung oder anderen Arten von Bodenarbeiten besteht zudem immer ein gewisses Risiko. Es kann nämlich sein, dass beim Bohren oder Baggern Schwierigkeiten auftreten, die für höhere Kosten sorgen – zum Beispiel durch ein besonders hartes Gestein. Besprechen Sie mögliche Mehrkosten vorab.

Bei Kollektoren ist die Flächenbindung ein weiterer Nachteil. Gemeint ist damit, dass die Flächen oberhalb der Kollektoren nicht versiegelt oder bebaut werden dürfen. Denn ansonsten können Sie keine Energie durch Sonne, Regen und Luft aufnehmen. Je nach verfügbarer Fläche gibt es jedoch auch platzsparende Varianten für eine Erd-Wärmepumpe, um später Gartenhaus oder Pool aufstellen zu können.

Steigt der Wärmebedarf deutlich, zum Beispiel durch Anbau, Aufstockung, mehr Bewohner*innen oder ein anderes Nutzungsverhalten, ist die Heizleistung der Erd-Wärmepumpe zu prüfen. Sonst könnte zum Beispiel die Sonde vereisen, wenn dem Boden zu viel Wärme entnommen wird. Dadurch sinkt die Effizienz stark und es kann zu irreparablen Schäden kommen. Um einen höheren Wärmebedarf zu decken oder die Sonden-Regeneration zu verbessern, könnten auch Solarthermie, Warmwasser-Wärmepumpe oder eine Dämmung helfen.

Vorteile und Nachteile einer Erd-Wärmepumpe

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Vorteile einer Erd-Wärmepumpe
Nachteile einer Erd-Wärmepumpe
✅effizienter als Luft-Wärmepumpen
❌höhere einmalige Kosten
✅keine Außeneinheit/geräuscharm
❌für Sonde/Bohrung Genehmigung nötig
✅platzsparend mit Sonden
❌großer Platzbedarf mit Kollektoren
✅mit Photovoltaik noch wirtschaftlicher
❌Kollektorflächen eingeschränkt nutzbar
✅mit Ökostrom 100 % klimaneutral
❌Kostenrisiko bei Bohr- und Erdarbeiten
✅robust, langlebig und wartungsarm
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✅kann teilweise auch effizient kühlen
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Vorteile und Nachteile einer Erd-Wärmepumpe im Überblick
Paar steht vor seinem Einfamilienhaus und lächelt in die Kamera, zwischen ihnen steht ihre neue Wärmepumpe

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Wie hoch sind die Kosten für eine Erd-Wärmepumpe?

Bei den Kosten für eine Erd-Wärmepumpe ist zwischen einmaligen und laufenden Kosten zu unterscheiden. Das spielt bei dieser Art der Wärmepumpe eine ganz besondere Rolle. Denn die einmaligen Kosten sind hier höher, dafür sind die laufenden geringer.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (130 m2, Baujahr 1994, Erdgas-Zentralheizung) ist mit einmaligen Kosten von rund 47.000 Euro für eine Erd-Wärmepumpe zu rechnen – abzüglich Förderung. Rund zwei Drittel entfallen auf die Wärmepumpe selbst sowie deren Installation, etwa ein Viertel auf die Bohrung:

Kosten einer Erd-Wärmepumpe für ein durchschnittliches Einfamilienhaus

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Posten
Kosten
Erd-Wärmepumpe
27.000 €
Bohrung
16.000 €
Speicher
2.500 €
Wärmemengenzähler und Pumpe
1.000 €
Gesamt
46.500 €
Kosten einer Erd-Wärmepumpe für ein durchschnittliches Einfamilienhaus

Quelle: ModernisierungsCheck (Einfamilienhaus: 130 m2, Baujahr 1994, Erdgas-Zentralheizung)

Je nach Gebäudezustand, Grundriss, Nutzungsverhalten, Standort und Erschließung der Wärmequellen können die Kosten auch anders ausfallen. Vor allem die Bohrung kann teurer sein.

Zum Vergleich hier die einmaligen Kosten anderer neuer Heizungen für das Beispiel-Einfamilienhaus. Auch hier ist die Förderung noch nicht abgezogen:

  • Grundwasser-Wärmepumpe: 44.500 Euro
  • Luft-Wärmepumpe: 29.500 Euro
  • Holzpellets: 21.500 Euro
  • Fernwärme: 13.500 Euro
  • Gasheizung: 10.000 Euro

Betriebskosten einer Erd-Wärmepumpe

Die laufenden Kosten einer Erd-Wärmepumpe liegen für dieses Beispiel bei rund 170 Euro pro Monat. Das wären rund 30 Prozent weniger als mit der bisherigen Heizung:

  • laufende Energiekosten mit alter Gas-Zentralheizung pro Jahr: 3.000 Euro
  • laufende Energiekosten mit neuer Erd-Wärmepumpe pro Jahr: 2.040 Euro
  • Ersparnis pro Jahr: 960 Euro

Sinnvoller als der Vergleich einmaliger und laufender Kosten pro Jahr ist jedoch eine genaue Berechnung über 20 Jahre. Dabei wird deutlich, dass Erd-Wärmepumpen langfristig wesentlich günstiger sind als andere Heizungen. So liegen die Energiekosten über 20 Jahre mit einer Erd-Wärmepumpe je nach Gebäudezustand zwischen 13.000 und 24.000 Euro. Mit Erdgas würde es mehr als doppelt so viel kosten, wie eine Modellrechnung für ein Einfamilienhaus zeigt:

Energiekosten neuer Heizungen über 20 Jahre für durchschnittliches Einfamilienhaus

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­
Erd-Wärmepumpe
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Holzpellets
Fernwärme
Erdgas
Heizöl
ohne Sanierung
23.510 €
31.345 €
32.015 €
48.780 €
55.555 €
67.185 €
mit Sanierung
13.060 €
17.415 €
16.010 €
20.825
28.465 €
40.720 €
Energiekosten neuer Heizungen über 20 Jahre für durchschnittliches Einfamilienhaus

Quelle: co2online-Modellrechnung auf Basis eigener Berechnungen sowie UBA-Energiepreisprognosen und BKI-Kostendaten

Nutzen Sie den ModernisierungsCheck, um eine erste Einschätzung für Ihr Gebäude zu erhalten. Danach sollten Sie eine Energieberatung machen.

Welche Förderung gibt es für Erd-Wärmepumpen?

Mit dem KfW-Förderprogramm 458 („Bundesförderung für effiziente Gebäude“/Einzelmaßnahmen – BEG EM) gibt es eine Förderung für Erd-Wärmepumpen von bis zu 70 Prozent. Für die meisten Eigentümer*innen ist ein Zuschuss von 35 bis 55 Prozent realistisch. Darin ist ein Bonus von fünf Prozent für die Nutzung der Wärmequelle Erde enthalten. Für natürliche Kältemittel gibt es bei Erd-Wärmepumpen keinen zusätzlichen Bonus. Die förderfähigen Kosten sind bei 30.000 Euro gedeckelt. Der maximale Zuschuss für eine Erd-Wärmepumpe beträgt also 21.000 Euro.

Zusätzlich kann ein geförderter Ergänzungskredit (KfW 358/359) genutzt werden. Allerdings vergeben Banken diesen Förderkredit meist nur bei größeren Investitionen wie einer Komplettsanierung. Eine Alternative zu Zuschuss und Förderkredit ist der Steuerbonus.

Bei unserem Beispiel mit 46.500 Euro Kosten für eine Erd-Wärmepumpe könnte die Förderung so aussehen:

  • 30 Prozent Grundförderung auf max. 30.000 Euro (Zuschuss KfW 458): 9.000 Euro
  • 20 Prozent Geschwindigkeitsbonus: 6.000 Euro
  • 5 Prozent Effizienzbonus: 1. 500 Euro
  • gesamter Zuschuss: 16. 500 Euro

Die restlichen 30.000 Euro ließen sich beispielsweise so finanzieren:

  • Bankkredit: 180 Euro monatliche Rate – oder:
  • Förderkredit KfW 358 Plus: 150 Euro monatliche Rate

Finden Sie mit dem ModernisierungsCheck heraus, wie die Förderung einer Erd-Wärmepumpe und die übrige Finanzierung in Ihrem Fall aussehen könnte.

Zum ModernisierungsCheck

Für wen lohnt sich eine Erd-Wärmepumpe?

Eine Erd-Wärmepumpe lohnt sich besonders bei sanierten Altbauten, überdurchschnittlich großen Einfamilienhäusern oder Zweifamilienhäusern oder einem höheren Heizbedarf aus anderen Gründen. Denn die laufenden Kosten sind niedriger als bei den meisten anderen Heizungen. Das rechnet sich auf die Dauer – und je niedriger die Vorlauftemperatur (zum Beispiel durch Fußbodenheizung), desto besser.  

Sie lohnt sich eher nicht, wenn es nur um eine einzelne Wohnung geht oder das Gebäude auf einem sehr kleinen Grundstück und in einem Wasserschutzgebiet oder ähnlichem steht. Denn in diesem Fall wäre das Erschließen einer geeigneten Wärmequelle schwierig bis unmöglich. Auch ein bevorstehender Verkauf würde eher dagegensprechen. Eine Fußbodenheizung ist (wie bei anderen Wärmepumpen auch) kein Muss. Heizkörper-Flächen sollten ausreichend groß oder erweiterbar sein; oft genügen schon ein oder zwei größere Heizkörper.

Gründe für und gegen eine Erd-Wärmepumpe

Für mehr Informationen bitte scrollen bzw. ziehen

Erd-Wärmepumpe lohnt sich
Erd-Wärmepumpe lohnt sich nicht
✅hoher Heizbedarf
❌für einzelne Wohnungen
✅lange Nutzungsdauer (> 20 Jahre)
❌kleines Grundstück in Wasserschutzgebiet
✅enge Bebauung (leiser Betrieb)
❌zeitnah geplanter Verkauf des Gebäudes
✅niedrige Vorlauftemperatur (max. 50 bis 55°C)
❌begrenztes Budget
­
❌kleine Heizflächen und kein Platz für größere
Gründe für und gegen eine Erd-Wärmepumpe im Überblick

8 Schritte zur Erd-Wärmepumpe

Wer sich eine Erd-Wärmepumpe wünscht, kann selbst einige Dinge erledigen. Welche Schritte nötig sind, haben wir für Sie zusammengefasst:

  1. Gebäude auf die Schnelle prüfen: Mit dem WärmepumpenCheck finden Sie heraus, ob Ihr Haus grundsätzlich geeignet ist.
  2. Wärmepumpen-Arten, Kosten und Finanzierung prüfen: Mit dem ModernisierungsCheck können Sie feststellen, was eine Erd-Wärmepumpe (oder eine andere Wärmepumpe) in etwa kostet und wie die Finanzierung aussehen könnte.
  3. Genehmigungsbehörde anfragen: Fragen Sie bei der zuständigen Behörde (je nach Region/Bundesland untere Wasserbehörde oder Bergbehörde), welche Art der Wärmequellen-Erschließung erlaubt ist, ob Anzeige oder Genehmigung nötig sind und wie lange das dauert.
  4. Energieberatung machen: Lassen Sie sich ausführlich beraten – und bei Bedarf auch einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen. Für beides gibt es Förderung.
  5. Angebote einholen und vergleichen: Holen Sie mindestens drei Angebote ein. Bei Vergleich und Auswahl kann Ihnen der/die Energieberater*in helfen.
  6. Förderung beantragen: Beachten Sie die richtige Reihenfolge. Für die KfW-Förderung ist ein Auftrag mit aufschiebender Wirkung abzuschließen und damit die Förderung zu beantragen.
  7. Genehmigung einholen: Hilfe erhalten Sie dabei vom beauftragten Unternehmen. Planen Sie dafür ausreichend Zeit ein.
  8. Erd-Wärmepumpe einbauen lassen und Monitoring einrichten: Nutzen Sie nach Möglichkeit eine Baubegleitung (zum Beispiel durch den/die Energieberater*in) und ein Monitoring (Wärmemengenzähler).

Ist die Wärmepumpe installiert und das Monitoring eingerichtet, denken Sie an die Wartung. Empfohlen wird eine jährliche Wartung, weil vor allem der Sole-Kreislauf regelmäßig geprüft werden sollte. Viele Installationsfirmen bieten einen Wartungsvertrag mit an. Die Kosten liegen meist zwischen 100 und 200 Euro pro Jahr – weniger als bei anderen Heizungen.

Die Vermittlung von Angebotsanfragen über das vorstehende Formular ist ein Angebot der DAA GmbH (DAA Deutsche Auftragsagentur GmbH, Holstentwiete 15, 22763 Hamburg). Wenn Sie bei Nutzung des Formulars personenbezogene Daten angeben, erfolgt die Erhebung dieser Daten durch die DAA GmbH. Die DAA GmbH verarbeitet Ihre Daten im Einklang mit den europäischen Datenschutzbestimmungen. Ausführliche Informationen zum Datenschutz und zu Ihren Rechten bzgl. der Verarbeitung ihrer Daten können Sie jederzeit in der DAA-Datenschutzerklärung unter https://www.daa.net/datenschutz einsehen.

Jens Hakenes

Über den Autor

Jens Hakenes

Jens Hakenes ist seit 2010 unser freiberuflicher Experte für die Themen Heizkosten, Warmwasser, Stromkosten und Klimaschutz. In seinen Artikeln erfahren Sie zum Beispiel alles Wichtige über Fußbodenheizungen, serielle Sanierung oder den CO₂-Preis.

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