Wasser-Wasser-Wärmepumpe:
Kosten, Funktion, Vor- & Nachteile

19.03.2026 Lesedauer: min Jens Hakenes

Weißes Einfamilienhaus auf Hügel von oberhalb betrachtet

Wasser-Wasser-Wärmepumpen (auch Grundwasser-Wärmepumpen genannt) sind oft die effizientesten Wärmepumpen. Allerdings kommen eher wenige Grundstücke dafür infrage – und der Aufwand für Genehmigung und Planung ist höher als bei anderen Wärmepumpen. Sparen kann, wer schon einen Brunnen hat.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • effizienteste Wärmepumpe im Vergleich
  • besonders niedrige laufende Kosten
  • hohe einmalige Kosten
  • bis zu 70 Prozent Förderung
  • nur für wenige Grundstücke geeignet

Was ist eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe?

Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind Wärmepumpen, die Wasser als Wärmequelle nutzen – und deren Wärme auf Wasser im Heizkreis übertragen. Bei der Wärmequelle handelt es sich um Grundwasser oder Oberflächengewässer (See, Teich oder Fluss). Das Wasser im Heizkreis fließt durch Heizkörper oder Flächenheizungen wie Fußbodenheizungen.

Am häufigsten wird Grundwasser genutzt. Denn das hat das ganze Jahr über eine relativ konstante Temperatur (8 bis 12 Grad Celsius). Dadurch ist ein besonders effizienter Einsatz der Wärmepumpe möglich. Denn bei anderen Wärmepumpen, wie Luft-Wärmepumpen und Erd-Wärmepumpen, schwankt die Temperatur der Wärmequelle stärker und ist vor allem im Winter meist niedriger. So wie Erd-Wärmepumpen lassen sich Wasser-Wasser-Wärmepumpen auch für eine kostengünstige Kühlung nutzen.

Wie funktioniert eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe?

Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe funktioniert grundsätzlich wie andere Wärmepumpen auch – ähnlich wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt. Besonders ist die Funktion der Wärmequelle Wasser. Um die Wärme des Grundwassers nutzen zu können, sind zwei Brunnen nötig:

  1. Saugbrunnen: Über den wird das Grundwasser aus etwa 5 bis 20 Meter Tiefe mithilfe einer Pumpe angesaugt.
  2. Schluckbrunnen: Darüber wird das um etwa fünf Grad Celsius abgekühlte Wasser ins Grundwasser zurückgeführt.

Die Wärme des Grundwassers wird über einen Wärmetauscher in der Wärmepumpe an ein Kältemittel übertragen. Dadurch verdampft das Kältemittel. Ein mit Strom betriebener Verdichter erhöht den Druck und damit die Temperatur des nun gasförmigen Kältemittels. Über einen weiteren Wärmetauscher gibt das Kältemittel die Wärme an Heizkreis oder Warmwasserspeicher ab. Dabei kondensiert es. Über ein Expansionsventil wird der Druck wieder gesenkt, die Temperatur des Kältemittels nimmt ab und der Kreislauf kann von vorne beginnen.

Funktion einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Die Grafik „Wasser-Wasser-Wärmepumpe“ von co2online veranschaulicht die Funktionsweise einer solchen Anlage. Sie wird zu 90 Prozent mit Umwelt- und zu 10 Prozent mit Antriebsenergie betrieben.

Für die beiden benötigten Brunnen werden zwei Löcher gebohrt. Der Saugbrunnen (auch Förderbrunnen oder Zapfbrunnen genannt) besteht aus einem Förderrohr mit einer Kiesschüttung als Filter und einer Tauchpumpe; der Schluckbrunnen (auch Sickerbrunnen oder Ablassbrunnen) besteht aus Fallrohr und Kiesschüttung. Die Bohrlöcher werden abgedeckt, um Schmutz, Oberflächenwasser und Tiere fernzuhalten. Für den Anschluss der Rohre bei einem Altbau sind zwei Kernbohrungen nötig. Die Wärmepumpe selbst (Inneneinheit) steht im Haus, meist im Keller. Sie ist etwa so groß wie eine Kühl-/Gefrierkombination (Kühlschrank) oder eine Gefriertruhe.

Statt Grundwasser kann auch Oberflächenwasser aus einem See, Teich oder Fluss in unmittelbarer Nähe genutzt werden. Der Vorteil ist, dass so die teure Tiefenbohrung entfällt. Der Nachteil ist, dass die Effizienz oft geringer und die Technik anspruchsvoller ist. So sind spezielle Filter gegen Verunreinigungen nötig. Außerdem muss die Wassertemperatur mindestens 4 Grad Celsius betragen. Deswegen sind Flüsse am besten geeignet.

Wie funktioniert die passive Kühlung?

Fürs Kühlen beginnt der Kreislauf am anderen Ende: Das Wasser im Heizkreis nimmt im Gebäude Wärme auf. Über einen Wärmetauscher wird die Wärme an das Grundwasser übertragen und über den Schluckbrunnen in die Erde geführt. Über den Saugbrunnen fließt dann wieder kälteres Grundwasser zur Wärmepumpe, um dort erneut Wärme aus dem Haus aufzunehmen und abzuführen. Der mit Strom betriebene Verdichter wird dazu nicht benötigt. Deswegen ist von passiver Kühlung die Rede. Die ist besonders effizient, weil dabei deutlich weniger Strom verbraucht wird. Allerdings ist der Kühleffekt langsam und funktioniert in der Regel nur mit Flächenheizungen wie zum Beispiel einer Fußbodenheizung.

Quelle: Bundesverband Wärmepumpe e. V.

Wann ist eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe möglich und wann nicht?

Für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe müssen viele Voraussetzungen erfüllt sein – deutlich mehr als bei anderen Wärmepumpen. Das betrifft vor allem das Grundwasser:

  • Grundwasserstand: Das Grundwasser darf nicht zu tief liegen. Ab einer Tiefe von etwa 15 bis 20 Metern sind Bohrung und Pumpen meist so teuer, dass sich eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe nicht mehr rechnet. Außerdem muss die Wassermenge ausreichen.
  • Wasserqualität: Das Grundwasser darf nicht zu viel Sauerstoff sowie Eisen oder Mangan enthalten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Feststoffe absetzen und für schnellen Verschleiß sorgen (wegen der ockerfarbenen Ablagerungen „Verockerung“ genannt).
  • Gutachten: In den meisten Fällen ist ein hydrologisches Gutachten vorzulegen. Das sorgt für zusätzliche Kosten.

Gefahr durch sinkende Grundwasserspiegel

Lassen Sie den Grundwasserstand genau prüfen und finden Sie heraus, ob es für ihren Standort auch eine aussagekräftige Prognose für den Grundwasserspiegel gibt. Klären Sie, ob es möglich ist, später bei Bedarf noch tiefer zu bohren. Denn durch ausbleibende Niederschläge wegen des Klimawandels sinken die Grundwasserspiegel an vielen Orten. Das kann dazu führen, dass ein Brunnen nach einigen Jahren nicht mehr funktioniert – und damit auch die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nicht mehr.

Für Wasser-Wasser-Wärmepumpen ist eine Genehmigung verpflichtend. In der Regel ist dafür die Untere Wasserbehörde zuständig. In Wasserschutzgebieten wird normalerweise keine Genehmigung erteilt. Je nach Kommune gibt es, neben dem häufig erforderlichen hydrologischen Gutachten, weitere Auflagen. Deshalb sollten Sie für die Genehmigung mindestens einige Wochen bis mehrere Monate einplanen.

Für Bohrgeräte und Brunnenbau wird ausreichend Platz auf dem Grundstück benötigt. Die Zufahrt für schwere Geräte muss gewährleistet sein. Für die beiden Brunnen ist ein Abstand von mindestens 10 bis 15 Metern in Fließrichtung nötig. Ansonsten kann bereits genutztes, kühleres Wasser angesaugt werden. Außerdem sollten die Leitungen zwischen Brunnen und Haus möglichst kurz sein, um Wärmeverluste zu vermeiden.

Für das Gebäude gelten ähnliche Voraussetzungen wie bei anderen Wärmepumpen auch: je niedriger die Vorlauftemperatur, desto besser. Deswegen sind Flächenheizungen wie Fußbodenheizungen am besten geeignet. Es geht aber auch mit ausreichend großen Heizkörpern – und einer guten Dämmung. Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist also für alle Neubauten und viele sanierte Altbauten eine Option.

Checkliste für die Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Ist mein Haus geeignet?

✔ braucht eine (neue) Heizung

▢ nicht im Wasserschutzgebiet

▢ nicht im Fernwärme-Vorranggebiet

▢ Zufahrt für Bohrgerät

▢ Platz für zwei Brunnen: mindestens 10 bis 15 Meter Abstand

▢ Flächenheizung oder große Heizkörper (oder Platz zum Vergrößern)

▢ gute Dämmung

Wie viel kostet eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe?

Bei den Kosten für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist besonders wichtig, zwischen einmaligen und laufenden Kosten zu unterscheiden. Denn die einmaligen Kosten sind im Vergleich aller Heizungen mit am höchsten. Dafür sind die laufenden Kosten häufig am geringsten.

Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (130 m2, Baujahr 1994, Erdgas-Zentralheizung) kostet inklusive Bohrung einmalig etwa 44.500 Euro – abzüglich Förderung.

Kosten einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe für durchschnittliches Einfamilienhaus

Für mehr Informationen bitte scrollen bzw. ziehen

­
Kosten
Wasser-Wasser-Wärmepumpe
41.000 €
Speicher
2.500 €
Wärmemengenzähler und Pumpe
1.000 €
insgesamt
44.500 €
Eine Tabelle, die die Kosten einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe für ein durchschnittliches Einfamilienhaus aufzeigt.

Quelle: ModernisierungsCheck (Einfamilienhaus: 130 m2, Baujahr 1994, Erdgas-Zentralheizung)

Je nach Gebäudezustand, Grundriss, Nutzungsverhalten, Standort und Wärmequelle können die Kosten auch anders ausfallen. Vor allem die Bohrung kann deutlich teurer sein.

Laut aktuellen Schätzungen sieht die Bandbreite bei den größten Posten so aus:

  • Die Wasser-Wasser-Wärmepume selbst kostet zwischen 15.000 und 25.000 Euro.
  • Die Brunnenbohrungen kosten etwa 8.000 und 16.000 Euro.
  • Die Kosten für die Installation liegen zwischen 4.000 und 9.000 Euro.
  • Das ergibt Gesamtkosten von rund 27.000 bis 50.000 Euro.

Zum Vergleich hier die einmaligen Kosten anderer neuer Heizungen für das Beispiel-Einfamilienhaus. Die Förderung ist dabei noch nicht abgezogen:

  • Erd-Wärmepumpe: 46.000 500 Euro – bis zu 70 Prozent Förderung
  • Luft-Wärmepumpe: 29.500 Euro – bis zu 70 Prozent Förderung
  • Holzpellets: 21.500 Euro – bis zu 70 Prozent Förderung
  • Fernwärme: 13.500 Euro – bis zu 70 Prozent Förderung
  • Gasheizung: 10.000 Euro – keine Förderung

Was kostet die Bohrung für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe?

Bohrung und Brunnenbau für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe kosten zwischen 8.000 und 16.000 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus. Am teuersten ist dabei die Bohrung. Wie viel eine Bohrung genau kostet, hängt vor allem von zwei Faktoren ab:

  • Bohrtiefe: abhängig von der Tiefe des Grundwasserspiegels und der Prognose für seine Entwicklung
  • Bodenbeschaffenheit: lockerer, sandiger Boden ist günstiger zu durchbohren als felsiger Boden

Pro Bohrmeter ist mit Kosten von etwa 100 bis 250 Euro zu rechnen. Bei zwei Mal 10 Metern wären das zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Dazu kommen Nebenkosten in mindestens ähnlicher Höhe; vor allem für Genehmigungen, Aushub und Entsorgung, Baustelleneinrichtung und Versicherung. Die Preise variieren stark je nach Region.

Wie hoch sind die Betriebskosten eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe?

Die laufenden Kosten einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe liegen für dieses Beispiel bei rund 170 Euro pro Monat. Das wären rund 30 Prozent weniger als mit der bisherigen Heizung:

  • laufende Energiekosten mit alter Gas-Zentralheizung pro Jahr: 3.000 Euro
  • laufende Energiekosten mit neuer Wasser-Wasser-Wärmepumpe pro Jahr: 2.040 Euro
  • Ersparnis pro Jahr: 960 Euro

Sinnvoller als der Vergleich einmaliger und laufender Kosten pro Jahr ist jedoch eine genaue Berechnung über 20 Jahre. Die zeigt, dass Wasser-Wasser-Wärmepumpen langfristig wesentlich günstiger sind als andere Heizungen. Die laufenden Kosten werden hier als Vereinfachung mit der einer Erd-Wärmepumpe gleichgesetzt, dürften aber in den meisten Fällen noch niedriger sein. Mit Erdgas würde es mehr als doppelt so viel kosten, wie eine Modellrechnung zeigt:

Energiekosten neuer Heizungen über 20 Jahre für durchschnittliches Einfamilienhaus

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-
Wasser-Wasser-/Erd-Wärmepumpe
Holzpellets
Fernwärme
Erdgas
Heizöl
ohne Sanierung
23.510 €
32.015 €
48.780 €
55.555 €
67.185 €
mit Sanierung
13.060 €
16.010 €
20.825 €
28.465 €
40.720 €
Energiekosten neuer Heizungen über 20 Jahre für durchschnittliches Einfamilienhaus

Quelle: co2online-Modellrechnung auf Basis eigener Berechnungen sowie UBA-Energiepreisprognosen und BKI-Kostendaten

Nutzen Sie den ModernisierungsCheck, um individuelle Zahlen für Ihr Gebäude zu erhalten. Danach sollten Sie eine Energieberatung in Anspruch nehmen.

Welche Rolle spielt die Jahresarbeitszahl für den Stromverbrauch?

Eine Beispielrechnung zum Stromverbrauch einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe zeigt, wie wichtig eine möglichst hohe Jahresarbeitszahl (JAZ) ist. Denn dieser Wert beschreibt, wie viele Kilowattstunden (kWh) Wärme aus einer kWh Strom im realen Betrieb gewonnen werden. So sorgt eine Gasheizung für Betriebskosten von rund 1.730 Euro pro Jahr. Mit einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe entstehen dagegen nur 660 bis 910 Euro Kosten pro Jahr:

Betriebskosten für Gasheizung und Wärmepumpe im Einfamilienhaus

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­
Verbrauch pro Jahr
Kosten pro Jahr
Gasheizung
15.730 kWh
1.730 €
Wärmepumpe mit JAZ 4
3.540 kWh
910 €
Wärmepumpe JAZ 4,5
3.145 kWh
805 €
Wärmepumpe mit JAZ 5
2.830 kWh
725 €
Wärmepumpe mit JAZ 5,5
2.575 kWh
660 €
Betriebskosten für Gasheizung und Wärmepume in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus.

Quelle: Heizspiegel 2025 (Abrechnungsjahr 2024) und eigene Berechnungen für durchschnittliches Einfamilienhaus (130 m2, Baujahr 1994, Erdgas-Zentralheizung mit 0,9 kWh Wärme je 1,0 kWh Gas)

Steigern lässt sich die JAZ vor allem durch optimale Auslegung der Wärmepumpe, eine niedrige Vorlauftemperatur und gute Dämmung. Je höher die JAZ, desto schneller rechnet sich auch eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Das zeigt eine vereinfachte Rechnung, die davon ausgeht, dass die Energiepreise gleich bleiben und dass die Wärmepumpe gegenüber einer neuen Gasheizung 10.000 bzw. 15.000 Euro mehr kostet (nach Förderung): Die Wärmepumpe rechnet sich dann schon nach etwa 9 bis 18 Jahren.

Amortisation einer Wärmepumpe im Einfamilienhaus

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JAZ
Amortisation in Jahren bei 10.000 € Mehrkosten
Amortisation in Jahren bei 15.000 € Mehrkosten
4
12,1
18,2
4,5
10,8
16,2
5
9,9
14,9
5,5
9,3
14,0
Tabelle: Amortisation einer Wärmepumpe im Einfamilienhaus.

Quelle: eigene Berechnungen mit 50 Prozent BEG-Förderung, Heizspiegel 2025 (Abrechnungsjahr 2024) für durchschnittliches Einfamilienhaus (130 m2, Baujahr 1994, Erdgas-Zentralheizung mit 0,9 kWh Wärme je 1,0 kWh Gas) mit Wärmepumpenstromtarif

Die Kosten für die Wartung sind bei einer Wasser-Waser-Wärmepumpe etwas höher als bei anderen Wärmepumpen. Denn auch die Brunnen müssen gewartet werden. Die Kosten für die Wartung einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe liegen bei etwa 200 bis 400 Euro pro Jahr.

Welche Förderung gibt es für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe?

Bis zu 70 Prozent Förderung gibt es für Wasser-Wasser-Wärmepumpen über das KfW-Förderprogramm 458 („Bundesförderung für effiziente Gebäude“: Einzelmaßnahmen – BEG EM). In den meisten Fällen gibt es einen Zuschuss von 35 bis 55 Prozent. Förderfähig sind Kosten von maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit. Der Zuschuss kann also höchstens 21.000 Euro betragen.

Neben dem Zuschuss kommt auch ein geförderter Ergänzungskredit (KfW 358/359) infrage. Den vergeben Banken jedoch meist nur bei größeren Kreditsummen, etwa für eine Komplettsanierung. Eine Alternative zu Zuschuss und Förderkredit ist der Steuerbonus.

Für das Beispiel mit 44.500 Euro Kosten für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe wäre zum Beispiel diese Förderung möglich:

  • 50 Prozent Zuschuss KfW 458 (auf maximal 30.000 Euro): 15.000 Euro
  • 5 Prozent Effizienzbonus: 1.500 Euro
  • gesamter Zuschuss: 16.500 Euro

Die restlichen 28.000 Euro ließen sich beispielsweise so finanzieren:

  • Bankkredit: 170 Euro monatliche Rate – oder:
  • Förderkredit KfW 358 Plus: 150 Euro monatliche Rate

Mit dem ModernisierungsCheck können Sie prüfen, wie die Förderung für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe für Ihr Gebäude aussehen könnte.

Zum ModernisierungsCheck

Was sind die Vorteile einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe?

Die größten Vorteile einer Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind die sehr hohe Effizienz mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4 bis 5 und die entsprechend niedrigen Betriebskosten. Beides lässt sich jedoch auch mit anderen Wärmepumpen erreichen, zum Beispiel mit einer Erd-Wärmepumpe mit kombinierten Wärmequellen. Wasser-Wasser-Wärmepumpen gelten als besonders langlebig: mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von 20 Jahren, bei optimaler Auslegung auch 25 bis 30 Jahre. Brunnen halten in der Regel noch wesentlich länger. Ein weiterer Vorteil ist der leise Betrieb, da es im Gegensatz zur Luft-Wärmepumpe kein Außengerät gibt. Auch die mögliche sehr effiziente Kühlung (über eine Flächenheizung) spricht für die Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Dazu kommt eine konstante Wärmequelle, die weitgehend unabhängig von der Außentemperatur ist und so einen stabilen Betrieb auch an sehr kalten Tagen ermöglicht. In den meisten Fällen dürfte auch der Heizstab nur sehr wenig zum Einsatz kommen. Außerdem ist der Platzbedarf im Garten geringer als bei einer Erd-Wärmepumpe mit Flächenkollektoren. Mit Ökostrom wird die Heizung klimaneutral – und mit Strom aus eigener Photovoltaik sinken die laufenden Kosten weiter.

Was sind die Nachteile einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe?

Der größte Nachteil einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe sind die hohen einmaligen Kosten für die Anschaffung – vor allem wegen der Planung, Begutachtung, Genehmigung und Erschließung der Wärmequelle. Außerdem besteht das Risiko, dass die Genehmigung nicht erteilt wird und zuvor schon hohe Kosten entstanden sind. Ein weiterer Nachteil ist die Abhängigkeit von der Wasserqualität und Wassermenge. Bei einer Verschlechterung sinkt die Effizienz und es entstehen zusätzliche Kosten. Außerdem kann es sein, dass die Wärmequelle komplett versiegt. Dazu kommt, dass eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe nicht überall möglich ist. Das gilt insbesondere für Wasserschutzgebiete, schwierige Bodenverhältnisse und dicht bebaute Grundstücke. Nachteilig ist auch, dass die Wartung aufwendiger ist als bei den meisten anderen Wärmepumpen (wegen der Brunnen oder Filter und Pumpen).

Vorteile und Nachteile einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe

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Vorteile einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Nachteile einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe
✅sehr hohe Effizienz und niedrige Stromkosten
❌hohe einmalige Kosten
✅besonders langlebig
❌Risiko abgelehnter Genehmigung
✅leiser Betrieb (kein Außengerät)
❌abhängig von Wasserqualität und -menge
✅sehr effiziente Kühlung möglich
❌Gefahr sinkender Wasserspiegel
✅Wärmequelle unabhängig von Jahreszeit
❌nicht überall möglich
✅Platzbedarf geringer als mit Kollektoren
❌Wartung aufwendiger
✅mit Ökostrom 100 % klimaneutral
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Vorteile und Nachteile einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe in der Übersicht

Was ist bei Wasser-Wasser-Wärmepumpen im Neubau und im Altbau zu beachten?

Ein Neubau ist grundsätzlich sehr gut geeignet für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Denn durch den hohen Dämmstandard und die oft verwendeten Flächenheizungen ist die Vorlauftemperatur der Heizung sehr niedrig. Wegen des niedrigen Heizbedarfs sind jedoch Luft-Wärmepumpen oft die wirtschaftlichste Lösung für einen Neubau. Anders sieht es bei einem hohen Wärmebedarf aus: zum Beispiel bei einem sehr großen Einfamilienhaus, einem Zweifamilienhaus oder einem Mehrfamilienhaus. Da kann die Wasser-Wasser-Wärmepumpe im Neubau punkten.

Auch ein Altbau ist grundsätzlich geeignet für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Nötig sind eine gute Dämmung und eine Flächenheizung oder ausreichend große Heizkörper, um eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur zu erreichen (maximal 50 bis 55 Grad Celsius). Damit lässt sich eine Wärmepumpe effizient betreiben. Oft genügt es schon, einzelne Heizkörper auszutauschen und durch größere zu ersetzen. Auch hier gilt, dass ein höherer Heizbedarf durch mehr Wohnfläche eher für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe spricht als für eine andere Wärmepumpe. Auch ein bereits vorhandener Grundwasserbrunnen kann von Vorteil sein. Ein Altbau ohne Dämmung, bei dem hohe Vorlauftemperaturen unerlässlich sind, ist nicht geeignet für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe oder andere Wärmepumpen. In diesem Fall empfiehlt sich ein individueller Sanierungsfahrplan und eine schrittweise Sanierung, um langfristig effizient heizen zu können.

Paar steht vor seinem Einfamilienhaus und lächelt in die Kamera, zwischen ihnen steht ihre neue Wärmepumpe

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Wie laufen Planung, Genehmigung und Umsetzung für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe ab?

Die Planung und Genehmigung einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist aufwendiger als bei anderen Wärmepumpen. Deswegen sind dafür mehr Zeit und mehr Geld einzuplanen. Wir zeigen Ihnen, was Schritt für Schritt zu tun ist.

  1. Gebäude prüfen: Mit dem WärmepumpenCheck stellen Sie fest, ob Ihr Haus grundsätzlich für eine Wärmepumpe geeignet ist.
  2. Wärmepumpen-Details prüfen: Mit dem ModernisierungsCheck finden Sie heraus, was eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe kostet und wie sie sich finanzieren lässt.
  3. Grundstück prüfen: Messen Sie aus, ob es ausreichend Platz für die Zufahrt von Bohrgerät (3,5 Meter breit und 4 Meter hoch) und genügend Abstand zwischen den Brunnen (10 bis 15 Meter) gibt.
  4. Behörde und Wasserwerk anrufen: Fragen Sie bei der Unteren Wasserbehörde, ob es grundsätzlich zulässig ist, Grundwasser als Wärmequelle zu nutzen, welche Auflagen es gibt und wie lange die Genehmigung dauert. Fragen Sie beim Wasserwerk nach der Grundwasserqualität.
  5. Energieberatung in Anspruch nehmen: Lassen Sie sich ausführlich beraten – und bei Bedarf auch einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen. Für beides gibt es Förderung.
  6. Analyse, Gutachten und Genehmigung einholen: Beauftragen Sie Fachbüro oder Brunnenbauer, um das Grundwasser zu analysieren und ein hydrologisches Gutachten zu erstellen. Grundwasserbrunnen in der Nachbarschaft können hilfreich sein. Fragen Sie auch nach einer Prognose für den Grundwasserspiegel, bevor Sie die Genehmigung einholen.
  7. Angebote vergleichen: Nutzen Sie die Wartezeit für die Genehmigung, indem Sie mindestens drei Angebote einholen. Bei Vergleich und Auswahl hilft Ihnen der/die Energieberater*in.
  8. Förderung beantragen: Beachten Sie die richtige Reihenfolge. Für die KfW-Förderung ist ein Auftrag mit aufschiebender Wirkung abzuschließen und damit die Förderung zu beantragen. Bei anderen Förderungen kann das anders geregelt sein.
  9. Brunnen bauen und Wärmepumpe installieren lassen: Lassen Sie ausreichend Zeit zwischen den einzelnen Gewerken – und nutzen Sie möglichst eine Baubegleitung, zum Beispiel durch den/die Energieberater*in.
  10. Inbetriebnahme dokumentieren und Nachweise erbringen: Nutzen Sie die Inbetriebnahme, um sich alles zeigen zu lassen; auch für ein regelmäßiges Monitoring. Reichen Sie dann möglichst zeitnah alle Nachweise ein, zum Beispiel für die Förderung.

Worauf ist bei der Auswahl eines Herstellers und Modells zu achten?

Die Auswahl an Wasser-Wasser-Wärmepumpen ist etwas kleiner als bei anderen Wärmepumpen. Dennoch kann es beim Auswählen helfen, auf einige Kriterien zu achten:

  • Effizienzangaben: Vergleichen Sie Werte wie die Jahresarbeitszahl (JAZ) oder die Leistungszahlen (COP: Coefficient of Performance; SCOP: Seasonal Coefficient of Performance). Bei größeren Unterschieden kann das ein ausschlaggebendes Kriterium sein.
  • Kältemittel: Die in Wärmepumpen verwendeten Kältemittel sind unterschiedlich klimawirksam. Nutzen Sie möglichst ein Modell mit klimafreundlichem Kältemittel wie zum Beispiel Propan. Beim Vergleichen hilft der sogenannte „GWP-Wert“: je niedriger, desto besser.
  • Kühlung: Falls Sie schon Heizflächen nutzen oder für die Zukunft planen, wählen Sie eine Wärmepumpe mit passiver Kühlfunktion. Denn effizienter können Sie Ihr Haus nicht kühlen – auch wenn es aktuell vielleicht noch nicht nötig ist.
  • Schallwerte: Wasser-Wasser-Wärmepumpen benötigen keine Außeneinheit und sind deswegen wesentlich leiser. Doch auch bei der Inneneinheit und den Pumpen können Geräusche auftreten. Vergleichen Sie deswegen auch diese Angaben.
  • Leistungsbereich: Achten Sie darauf, dass die Leistung der Wärmepumpe zur Heizlast passt. Ist sie zu groß, läuft die Wärmepumpe weniger effizient. Ist sie zu klein, könnte es bei sehr niedrigen Außentemperaturen im Haus nicht richtig warm werden oder der Heizstab anspringen.

Welche Alternativen zur Wasser-Wasser-Wärmepumpen gibt es?

Ist eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe für Ihr Gebäude nicht geeignet, gibt es einige Alternativen:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: Die Standard-Wärmepumpe ist günstiger und einfacher zu installieren. Dafür ist sie lauter und hat höhere Betriebskosten.
  • Erd-Wärmepumpe: Ist das Grundwasser nicht geeignet, könnte eine Wärmepumpe mit Sonde oder Kollektoren infrage kommen. Die einmaligen Kosten dafür sind etwas niedriger, die laufenden Kosten etwas höher. Durch die Kombination verschiedener Wärmequellen kann die Effizienz sogar noch höher sein als bei einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe.
  • Luft-Luft-Wärmepumpe: Die günstigste Wärmepumpe fürs Heizen kann eine Alternative bei besonders niedrigem Heizbedarf sein. Allerdings lässt sich damit kein Warmwasser erzeugen.
  • Warmwasser-Wärmepumpe: Auch für das Warmwasser allein ist eine passende Wärmepumpe zu haben. Sie ist vergleichsweise günstig und lässt sich mit anderen Heizungen (auch Wärmepumpen) kombinieren.

Mit dem WärmepumpenCheck finden Sie auf die Schnelle heraus, ob Ihr Gebäude für eine Wärmepumpe geeignet ist. Wenn Sie es genauer wissen wollen, machen Sie gleich den ModernisierungsCheck. Der liefert auch Details zu Kosten und Finanzierung verschiedener Wärmepumpen.

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Jens Hakenes

Über den Autor

Jens Hakenes

Jens Hakenes ist seit 2010 unser freiberuflicher Experte für die Themen Heizkosten, Warmwasser, Stromkosten und Klimaschutz. In seinen Artikeln erfahren Sie zum Beispiel alles Wichtige über Fußbodenheizungen, serielle Sanierung oder den CO₂-Preis.

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