Wärmepumpe nachrüsten:
Voraussetzungen und Kosten

24.09.2026 Lesedauer: min Jens Hakenes

Fassade eines roten Backstein-Hauses mit einer Wärmepumpe im Vorgarten.

Wer zu einer Wärmepumpe wechselt, muss einmalig mit höheren Kosten rechnen. Dafür sind die laufenden Kosten inzwischen deutlich niedriger. Je nach Förderung können sogar die einmaligen Kosten für die Umrüstung niedriger ausfallen als bei einer Gasheizung.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • einmalige Kosten für Wärmepumpe höher als für Gasheizung
  • 30 bis 80 Prozent Förderung machen jedoch Unterschied
  • laufende Kosten einer Wärmepumpe deutlich niedriger – auch im Altbau
  • deutlich mehr Vorteile als Nachteile beim Umrüsten von Gasheizung zu Wärmepumpe

Wann lohnt sich die Umrüstung ?

Die Umrüstung einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe lohnt sich in vielen Fällen – häufiger als viele Eigentümer*innen denken:

  • wenn die Gasheizung defekt ist oder teure Reparaturen nötig sind
  • wenn die Gasheizung älter als 20 Jahre ist
  • wenn die Gasheizung älter als 10 Jahre ist und ein Kostenvergleich für die Wärmepumpe spricht

Dass sich eine Umrüstung häufig lohnt, liegt an der aktuell hohen Förderung von 30 bis 80 Prozent – und an den inzwischen niedrigen laufenden Kosten einer Wärmepumpe im Vergleich zur Gasheizung. Wichtig zu wissen ist auch, dass fürs Umrüsten oft keine oder nur wenige zusätzliche Maßnahmen nötig sind.

Kosten für die Umrüstung auf Wärmepumpe

Die Umrüstung von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe bedeutet zunächst eine größere Investition als bei einer neuen Gasheizung. Dafür sind die laufenden Kosten niedriger – und für die einmalige Investition gibt es hohe Zuschüsse. Das zeigen Beispiele für ein durchschnittliches Einfamilienhaus:

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Heizung
Kosten
Förderung
übrige Kosten
Gasheizung
10.000 €
0 %
10.000 €
Wärmepumpe
12.500–46.500 €
30 %
8.750–38.100 €
Wärmepumpe
12.500–46.500 €
46 %
6.750–33.620 €
Wärmepumpe
12.500–46.500 €
70 %
3.750–26.900 €
Wärmepumpe
12.500–46.500 €
80 %
2.500–24.100 €
Beispiele für den Verbrauch in einem Einfamilienhaus

Kosten für Anschaffung und Wärmequelle

Die Kosten einer Wärmepumpe hängen vor allem von der Wärmequelle und den baulichen Gegebenheiten ab. Wärmepumpen gibt es in verschiedenen Varianten, die sich vor allem in der Art der genutzten Wärmequelle unterscheiden.

Kostenübersicht nach Art der Wärmequelle:

  • Luft-Wärmepumpe: 12.500 bis 29.500 Euro. Diese Variante ist besonders beliebt, da sie ohne aufwendige Erdarbeiten auskommt. Die Außenluft dient als Wärmequelle, was die Installation vereinfacht und günstiger macht.
  • Wasser-Wärmepumpe: 44.500 Euro. Diese Systeme nutzen das Grundwasser als Energiequelle und sind besonders effizient. Allerdings ist für die Tiefenbohrung eine Genehmigung nötig (Wasserschutzbehörde).
  • Erd-Wärmepumpe: 46.500 Euro. Erd-Wärmepumpen sind effizienter als Luft-Systeme. Sie erfordern jedoch eine Bohrung oder Flächenkollektoren. Diese zusätzlichen Arbeiten erhöhen die Kosten.

Je nach baulichen Gegebenheiten können zusätzliche Kosten anfallen. Die liegen meist zwischen 2.000 und 10.000 Euro. Beispielsweise kann folgendes nötig oder sinnvoll sein:

  • Austausch oder Anpassung von Heizkörpern (oft nur einzelne)
  • Ausbau und Entsorgung der Gasheizung
  • Integration eines neuen/größeren Pufferspeicher

Heizkosten

Wärmepumpen bieten im Vergleich zu Gasheizungen inzwischen deutlich niedrigere laufende Kosten (Betriebskosten). Wie hoch sie genau sind, hängt vor allem von der Effizienz der Wärmepumpe und dem Strompreis ab. Wichtig zu wissen ist, dass es für Wärmepumpen spezielle Tarife gibt. Die sind wesentlich günstiger als solche für Haushaltsstrom (zum Beispiel 24 statt 28 Cent je Kilowattstunde).

Für eine durchschnittliche Wohnung mit 70 m2 im Mehrfamilienhaus lagen die laufenden Kosten im Jahr 2025 laut Heizspiegel bei  

  • 1.170 Euro mit einer Gasheizung
  • 715 Euro mit einer Wärmepumpe

Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 130 m2 waren es

  • 2.040 Euro mit einer Gasheizung
  • 1.260 Euro mit einer Wärmepumpe

Wer es am Beispiel des eigenen Gebäudes nachrechnen will, kann verschiedene Annahmen zu Effizienz, Strompreis und Gaspreis treffen. Dabei lassen sich auch tagesaktuelle Preise verwenden.

  • Erdgas-Verbrauch für durchschnittliches Einfamilienhaus: 16.510 kWh
  • Erdgas-Preis: 12,35 Cent je kWh
  • Erdgas-Kosten: 2.040 Euro

Je nach Effizienz der Wärmepumpe, lassen sich unterschiedliche Jahresarbeitszahlen (JAZ) annehmen. Denn mit 1 Kilowattstunde Strom (kWh) kann eine Wärmepumpe zum Beispiel 3 oder 4 kWh Wärme erzeugen. Für eine grobe Beispiel-Rechnung ist also der Erdgas-Verbrauch durch die JAZ zu teilen: aus 16.000 kWh Erdgas werden mit einer JAZ von 4 beispielsweise 4.000 kWh Strom:

  • Strom-Verbrauch mit Wärmepumpe bei JAZ von 4,0: 4.128 kWh
  • Strom-Preis: 26 Cent je kWh (Wärmepumpen-Tarif)
  • Strom-Kosten: 1.073 Euro
  • Strom-Verbrauch mit Wärmepumpe bei JAZ von 3,0: 5.503 kWh
  • Strom-Preis: 26 Cent je kWh (Wärmepumpen-Tarif)
  • Strom-Kosten: 1.431 Euro

Amortisation

Die Amortisationszeit einer Wärmepumpe hängt von den Anschaffungskosten, der Förderung und den Einsparungen bei den laufenden Kosten ab. Hier eine vereinfachte Rechnung für ein durchschnittliches Einfamilienhaus:

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Vereinfachte Rechnung der Amortisation
Wärmepumpe
29.500€
Förderung (46%)
12.880€
übrige Kosten
16.620€
Mehrkosten ggü. Gasheizung
6.620€
Heizkosten-Ersparnis pro Jahr*
1.065 €
Amortisation
6,2 Jahre

* Quelle: Heizspiegel 2026

Das Beispiel zeigt: Die höhere Investition kann sich innerhalb weniger Jahre rechnen. Laut Variablen-Berechnung liegt die Amortisation zwischen 5 und 9 Jahren: bei einer für die Förderung vorgeschriebenen Wärmepumpen-JAZ von mindestens 3,0 bei 8,9 Jahren, bei einer JAZ von 5,0 bei 5,2 Jahren. Beide vereinfachten Berechnungen gehen von aktuellen Energiekosten aus.

Langfristige Entwicklung der Kosten

Die langfristige Entwicklung der laufenden Kosten bei Wärmepumpen ist deutlich positiver als bei Gasheizungen. Grund dafür sind die tendenziell steigenden Preise für fossile Brennstoffe. Der CO2-Preis macht Gasheizungen Jahr für Jahr teurer. Die Preise für Strom, vor allem aus erneuerbaren Energien, dürften dagegen wesentlich stabiler bleiben. Denn dafür fällt kein CO2-Preis an.

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Übersicht der Kosten auf lange Sicht.
­
2025
2026
2027
2028
2029
CO2-Preis je Tonne
55 €
60 €
80 €
100 €
120 €
Gasheizung Mehrkosten*
215 €
235 €
310 €
390 €
465 €

* in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit Erdgas-Zentralheizung

Bis einschließlich 2026 liegt der CO2-Preis zwischen 55 und 65 Euro. Danach soll er sich frei am Markt bilden. Deswegen ist mit deutlich steigenden Mehrkosten für Gasheizungen ab 2027 zu rechnen.

Ein weiterer Faktor für den Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe sind die Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG). Danach müssen neue Gasheizungen erneuerbare Energien nutzen: ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 mindestens 15 Prozent, ab 2035 mindestens 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent – zum Beispiel Ökogas oder Wasserstoff. Das sorgt bei Gasheizungen für tausende Euro Mehrkoszten.

Quelle: VDI Karlsruhe

Kostenvergleich zwischen Wärmepumpe und Gasheizung

Zum Vergleich der Kosten und der langfristigen Entwicklung gibt es neben vereinfachten Berechnungen auch umfangreiche Studien und Auswertungen. So zeichnet ein Vollkostenvergleich von co2online aus dem Jahr 2026 ein eindeutiges Bild zur Frage „Wärmepumpe oder Gasheizung?“: Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche kostet eine Wärmepumpe über 20 Jahre mindestens rund 31.000 Euro weniger als eine Gasheizung.

Vergleich der Vollkosten über 20 Jahre

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Heizung
Vollkosten 2026 bis 2045
Erdwärmepumpe
22.040 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe
24.490 €
Erdgas-Heizung
55.570 €
Erdgas-Heizung mit Biomethan
65.130 €
Erdgas-Heizung mit Wasserstoff
66.520 €
Kostenvergleich verschiedener Wärmepumpen und Gasheizungen

Das Projekt Ariadne hat zu den Kosten für verschiedene Heiztechniken in bestehenden Wohngebäuden über einen Zeitraum von 20 Jahren geforscht. Auch bei diesem Kostenvergleich zwischen Wärmepumpe und Gasheizung aus dem Jahr 2023 schneidet letztere deutlich schlechter ab.

Prognos hat im Auftrag des WWF einen Kostenvergleich für den Altbau erstellt (ebenfalls 2023). Der zeigt neben den Mehrkosten durch grüne Brennstoffe die deutlichen Unterschiede bei den Gesamtkosten durch die Förderung – mit klaren Vorteilen für Wärmepumpen.

Auch Ergebnisse des Wärmepumpen-PraxisChecks zeigen diese großen Unterschiede beim Vergleich von einmaligen und laufenden Kosten nach Umrüstung von Gasheizung zu Wärmepumpe.

Förderung für die Umrüstung

Für die Umrüstung einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe gibt es aktuell großzügige staatliche Förderprogramme. Hausbesitzer*innen profitieren dabei von Zuschüssen und Krediten, die die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten deutlich senken. Je früher umgerüstet wird, desto höher fällt die Förderung aus. Es lohnt sich also, möglichst bald mit der Planung loszulegen – am besten mit einer unabhängigen Energieberatung. Denn die berät auch zu Fördermitteln.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die wichtigste Förderung für die Umrüstung auf eine Wärmepumpe ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Dieses Förderprogramm deckt sowohl Einzelmaßnahmen, wie den Heizungstausch, als auch umfassende Sanierungsprojekte ab.

Förderhöhe fürs Umrüsten

Die Höhe der BEG-Förderung hängt von verschiedenen Faktoren ab: wie der Art der alten Heizung und dem Einkommen der Antragstellenden.

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Förderart
Fördersatz
maximale Förderung
Grundförderung
30 %
bis zu 8.400 €
Klima-Geschwindigkeitsbonus
16 %
bis zu 4.480 €
Einkommensbonus
bis zu 40 %
bis zu 11.200 €
maximale Förderung
80 %
22.400 €
Höhe der Förderung fürs Umrüsten

Den Klima-Geschwindigkeitsbonus gibt es nur für selbst genutzten Wohnraum und beim Austausch bestimmter Gas- oder Biomasseheizungen, Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizungen. Der Einkommensbonus ist nur bis zu einem bestimmten Haushaltseinkommen zu haben. Einen zusätzlichen Effizienzbonus gibt es nicht mehr.

Steuerliche Förderung

Neben dem BEG-Zuschuss können Hausbesitzer*innen die Kosten für die Umrüstung auch steuerlich geltend machen. Über drei Jahre verteilt sind bis zu 20 Prozent der Investitionskosten von der Einkommensteuer abziehbar.

Wichtige Details zur steuerlichen Förderung:

  • Die steuerliche Förderung ist mit anderen Förderungen kombinierbar. Jedoch nur für den nicht geförderten Teil der Kosten.
  • Jährlich können bis zu 40.000 Euro Investitionskosten berücksichtigt werden. 

Regionale Förderprogramme zur Umrüstung

Zusätzlich zur Bundesförderung bieten viele Bundesländer, Kommunen und Energieversorger eigene Programme an. Diese Förderungen können meist ergänzend zur BEG beantragt werden. Dadurch lassen sich die Gesamtkosten weiter reduzieren.

Beispiele für regionale Förderungen:

  • Bayern: Zuschüsse für den Austausch von fossilen Heizungen durch erneuerbare Energien
  • Berlin: Förderprogramme für energieeffiziente Sanierungen, einschließlich Heizungstausch
  • Energieversorger: Einige Anbieter fördern den Heizungstausch durch günstige Tarife für Wärmepumpenstrom oder einmalige Boni.

Nutzen Sie den FördermittelCheck, um alle Fördermittel in Ihrer Region zu finden. Auch Energieberater*innen helfen dabei.

FördermittelCheck starten

Voraussetzungen für die Förderung

Um eine Förderung zu erhalten, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt werden. Diese betreffen sowohl die Art der Wärmepumpe als auch den Zustand des Gebäudes und den Zeitpunkt der Antragstellung.

  • Effizienz der Wärmepumpe: Sie muss mindestens eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,0 erreichen.
  • Zeitpunkt der Antragstellung: Der Förderantrag muss vor Beginn der Umrüstungsarbeiten gestellt werden.
  • Beratungspflicht: Bei älteren Gebäuden ist eine Energieberatung erforderlich, um die Förderfähigkeit zu prüfen.

Darüber hinaus muss die alte Gasheizung fachgerecht entsorgt werden.

Kombination von Förderungen

Es ist möglich, verschiedene Förderprogramme zu kombinieren, um die Gesamtkosten für die Umrüstung von Gasheizung auf Wärmepumpe weiter zu senken. Die BEG erlaubt beispielsweise die gleichzeitige Nutzung von Zuschüssen und Krediten.

Beispiel für eine Kombinationsförderung:

  • Zuschuss aus der BEG für die Wärmepumpe mit Klima-Geschwindigkeitsbonus: 46 Prozent
  • regionaler Zuschuss
  • vergünstigter Kredit KfW 358/359

Vorteile einer Wärmepumpe im Vergleich zur Gasheizung

Geringere Heizkosten

Wärmepumpen sind im Betrieb deutlich günstiger als Gasheizungen. Während bei Gasheizungen die Heizkosten stark von den steigenden Energiepreisen und CO2-Abgaben abhängen, profitieren Wärmepumpen von stabilen Stromtarifen und einem hohen Wirkungsgrad. Eine gut dimensionierte Wärmepumpe erzeugt aus 1 Kilowattstunde Strom bis zu 4 Kilowattstunden Wärme; mindestens 3,0 sind inzwischen sogar vorgeschrieben.

Zukunftssicherheit

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) schreibt vor, dass neu eingebaute Heizungen ab 2029 schrittweise mehr erneuerbare Energien statt fossiler Brennstoffe nutzen müssen. Wärmepumpen erfüllen diese Vorgaben vollständig und sind somit eine sichere Investition. Brennstoffe für Gasheizungen werden dagegen immer teurer. Bereits ab 2035 werden die ersten Gasnetze in Deutschland stillgelegt. Schon jetzt steigen die Netzentgelte, weil es immer weniger Gasheizungen gibt.

Förderung und steuerliche Vorteile

Wärmepumpen werden durch staatliche Förderung großzügig unterstützt. Zuschüsse von bis zu 80 Prozent der Investitionskosten sind möglich. Neue Gasheizungen werden dagegen nicht mehr staatlich gefördert.

Kombinierbarkeit mit anderen Technologien

Wärmepumpen lassen sich hervorragend mit Photovoltaik kombinieren. So können Sie einen Teil des benötigten Stroms selbst erzeugen. Außerdem bieten einige Wärmepumpen auch eine Kühlfunktion. Die sorgt im Sommer für zusätzlichen Komfort.

Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern

Die Umrüstung auf eine Wärmepumpe macht unabhängig von Gasimporten und Preisschwankungen bei fossilen Brennstoffen. Stattdessen nutzt sie vor allem kostenlose Umweltenergie, die jederzeit verfügbar ist.

Klimafreundlichkeit

Wärmepumpen nutzen erneuerbare Energiequellen wie Luft, Erde oder Wasser, um Wärme zu erzeugen. Sie arbeiten nahezu emissionsfrei, insbesondere wenn sie mit Ökostrom betrieben oder durch Photovoltaik ergänzt werden. Im Gegensatz dazu verursacht eine Gasheizung hohe CO2-Emissionen und trägt zur Erderhitzung bei.

Nachteile einer Wärmepumpe im Vergleich zur Gasheizung

Investitionskosten

Für die Umrüstung zu einer Wärmepumpe müssen Eigentümer*innen zunächst mehr Geld ausgeben als für eine neue Gasheizung. Denn die Rechnung für die Installation ist meist vor Auszahlung der Förderung zu begleichen. Danach sind die Investitionskosten aber teilweise sogar niedriger – und die laufenden Kosten sowieso.

Abhängigkeit von Strompreisen

Nicht nur die Gaspreise sind wegen des Kriegs in der Ukraine zwischenzeitlich extrem angestiegen (und inzwischen wieder auf ein höheres Niveau gesunken). Auch bei den Strompreisen mussten Neukund*innen deutlich mehr zahlen. Doch hier ist das frühere Niveau wieder erreicht. Dennoch steigt durch eine Wärmepumpe die Abhängigkeit von den Strompreisen. Durch eine eigene Photovoltaikanlage lässt sie sich jedoch senken.

Platzbedarf

Je nach Art der Wärmepumpe ist im Außenbereich unterschiedlich viel Platz nötig. Gerade in dicht bebauten Gebieten oder bei Reihenhäusern kann das zum Problem werden. Denn nötig sind ausreichend Platz zum Nachbargrundstück oder genügend Fläche im Garten oder Vorgarten. Möglich ist aber zum Beispiel auch eine Installation auf dem Dach.

Sanierungsbedarf

Wenn es um die Umrüstung in einem unsanierten oder nur teilsanierten Altbau geht, kann eine Sanierung nötig oder zumindest sinnvoll sein. Sonst besteht die Gefahr, dass die Wärmepumpe zu viel Strom verbraucht. In vielen Fällen genügen allerdings schon der Austausch einzelner Heizkörper oder einfache Dämmmaßnahmen.

Voraussetzungen für die Umrüstung

Fürs Umrüsten einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe gibt es einige technische und bauliche Voraussetzungen. Die müssen erfüllt sein, damit die Wärmepumpe effizient arbeiten kann. Maßgeblich dafür sind der Zustand des Gebäudes, die bestehende Heizungsinfrastruktur und die örtlichen Gegebenheiten.

Ist die Vorlauftemperatur in Ihrem Gebäude für eine Wärmepumpe geeignet? Als Eigentümer*in können Sie das im Winter selbst ausprobieren. Senken Sie Ihre Vorlauftemperatur auf 45 bis 50 Grad Celsius. Wird es immer noch in allen Räumen ausreichend warm, ist Ihr Gebäude sehr wahrscheinlich ohne weiteres geeignet. Falls nicht, sind meist nur einzelne Heizkörper auszutauschen. Alternativ können Sie den WärmepumpenCheck nutzen.

Zum WärmepumpenCheck

Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen, idealerweise unter 55 Grad Celsius. Das bedeutet, dass das Heizsystem des Gebäudes für diese Temperaturen ausgelegt sein muss. Besonders gut geeignet sind Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen. Denn sie verteilen die Wärme großflächig und kommen so mit geringeren Temperaturen aus. Es funktioniert aber auch mit ganz normalen Heizkörpern.

  • Prüfung der Heizlast: Lassen Sie die Heizlast Ihres Gebäudes von einem Fachbetrieb berechnen. Dies gibt Aufschluss darüber, ob die bestehende Infrastruktur angepasst werden muss.
  • Austausch: Ältere Heizkörper (wie Gliederheizkörper oder Röhrenheizkörper) können durch moderne Modelle mit größerer Heizfläche ersetzt werden. Oft genügt der Austausch einzelner Heizkörper. Mehr dazu im Artikel Heizkörper berechnen.
  • Hydraulischer Abgleich: Damit sorgen Sie dafür, dass die Wärme gleichmäßig im System verteilt wird. Das ist besonders wichtig, um die Effizienz der Wärmepumpe zu maximieren.

In Altbauten, die noch mit hohen Vorlauftemperaturen arbeiten, kann die Umstellung auf eine Wärmepumpe aufwendiger sein. In solchen Fällen bietet sich möglicherweise eine Hybridlösung an, bei der die Wärmepumpe mit der bestehenden Gasheizung kombiniert wird.

Eine der Voraussetzungen für den besonders effizienten Betrieb einer Wärmepumpe ist eine gute Wärmedämmung. Wärmepumpen arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Das bedeutet, dass sie die Wärme langsam und gleichmäßig abgeben. Ohne ausreichende Dämmung würde diese Wärme jedoch schnell wieder verloren gehen. Dadurch sinkt die Effizienz der Wärmepumpe.

Welche Bereiche sollten gedämmt sein oder noch gedämmt werden?

  • Dach: Bei vielen Altbauten entweicht ein großer Teil der Wärme über ein ungedämmtes Dach. Das lässt sich oft vergleichsweise einfach dämmen.
  • Keller: Die Dämmung der Kellerdecke verhindert, dass Wärme in unbeheizte Räume entweicht. Auch das ist meist günstig zu machen.
  • Außenwände: Eine Fassadendämmung reduziert den Wärmeverlust erheblich.
  • Fenster: Moderne Fenster mit Doppel- oder Dreifachverglasung minimieren die Wärmeverluste zusätzlich.

Falls Ihr Gebäude unzureichend gedämmt ist, sollten Sie vor der Installation einer Wärmepumpe über Sanierungsmaßnahmen nachdenken – oder zumindest einen Sanierungsfahrplan für späteres Dämmen machen. Der Aufwand lohnt sich, da Sie nicht nur die Heizkosten senken, sondern auch den Wohnkomfort erhöhen.

Je nach Typ benötigt eine Wärmepumpe ausreichend Platz für die Installation. Besonders bei Außenanlagen, wie sie bei Luft-Wärmepumpen üblich sind, muss ein geeigneter Standort auf dem Grundstück gefunden werden.

Platzanforderungen je nach Wärmepumpentyp:

  • Luft-Wärmepumpe: Außengerät benötigt etwa 1 bis 2 mal 2 Meter Stellfläche und einen Mindestabstand zu Nachbargrundstücken (abhängig von den Lärmschutzvorschriften vor Ort).
  • Erd-Wärmepumpe: Erfordert Platz für Bohrungen oder Flächenkollektoren. Für Flächenkollektoren ist eine Grundstücksfläche von etwa 1,5- bis 2-facher Größe der zu beheizenden Fläche nötig.
  • Wasser-Wärmepumpe: Benötigt Zugang zu Grundwasser und eine Genehmigung, da Tiefenbohrungen erforderlich sind.

Moderne Wärmepumpen sind relativ leise. Dennoch sollten Sie mögliche Lärmbelästigungen berücksichtigen. Besonders in dicht besiedelten Wohngebieten müssen die gesetzlichen Lärmschutzvorgaben eingehalten werden.

Die Wahl der richtigen Wärmepumpe hängt maßgeblich von den Gegebenheiten Ihres Grundstücks ab. Jede Wärmepumpe benötigt eine passende Wärmequelle:

  • Luft-Wärmepumpen: Nutzen die Außenluft als Energiequelle und sind daher fast überall einsetzbar.
  • Erd-Wärmepumpen: Setzen Wärme aus dem Erdreich ein. Voraussetzung ist, dass ausreichend Platz in der Fläche oder die Möglichkeit für Bohrungen vorhanden ist.
  • Wasser-Wärmepumpen: Diese Systeme benötigen Zugang zu Grundwasser. Das ist in Wasserschutzgebieten möglicherweise nicht erlaubt.

Prüfen Sie frühzeitig, welche Wärmequelle in Ihrem Fall am besten geeignet ist. Fachbetriebe oder Energieberater*innen können Ihnen dabei helfen.

Da Wärmepumpen mit Strom betrieben werden, muss das Gebäude über eine ausreichende elektrische Anschlussleistung verfügen. Die Installation eines separaten Stromzählers für die Wärmepumpe ist häufig sinnvoll – vor allem wenn Sie von günstigeren Wärmepumpen-Stromtarifen profitieren möchten.

In einigen Fällen kann es erforderlich sein, die bestehende Strominfrastruktur (wie den Sicherungskasten oder Leitungen) anzupassen oder zu erweitern. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie planen, die Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage zu kombinieren.

Für einige Wärmepumpentypen, insbesondere Erd-Wärmepumpen und Wasser-Wärmepumpen, sind Genehmigungen von Behörden erforderlich. Diese sind oft mit zusätzlichen Kosten und Wartezeiten verbunden. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kommune oder einem Fachbetrieb, welche Vorschriften in Ihrer Region gelten.

Jedes Gebäude ist einzigartig. Die Anforderungen können je nach Baujahr, energetischem Zustand und vorhandener Heizungsinfrastruktur variieren. Eine individuelle Beratung durch eine/n Energieberater*in ist daher unerlässlich. Dabei geht es unter anderem um folgende Aspekte:

  • Heizlastberechnung des Gebäudes
  • Wirtschaftlichkeit der Umrüstung
  • passende Fördermöglichkeiten

Mit dem WärmepumpenCheck  können Sie schnell und unkompliziert prüfen, ob Ihr Gebäude für eine Wärmepumpe geeignet ist.

Es ist möglich, eine Gasheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen oder beide Systeme miteinander zu kombinieren. Eine Hybridheizung entsteht durch die Integration einer Wärmepumpe mit einem modernen Brennwertkessel.

Kombinationsmöglichkeiten

Die Wärmepumpe ist vielseitig und lässt sich hervorragend mit anderen Technologien kombinieren, um noch effizienter und kostengünstiger zu arbeiten. Besonders im Altbau und bei nicht allzu alten Heizungen können hybride Heizungen eine Alternative sein.

Wärmepumpe mit Gasheizung (Hybridheizung)

Eine solche Hybridheizung kombiniert die Wärmepumpe mit einer Gasheizung. Diese Lösung ist besonders für ältere Gebäude geeignet, die wegen unzureichender Dämmung oder hohen Vorlauftemperaturen nicht allein mit einer Wärmepumpe beheizt werden können.

In einer Hybridheizung übernimmt die Wärmepumpe die Grundlast der Wärmeversorgung, vor allem in der Übergangszeit und im Sommer. An besonders kalten Tagen, wenn der Wärmebedarf steigt und die Effizienz der Wärmepumpe sinkt, springt die Gasheizung ein.

Vorteile der Kombination:

  • Flexibilität: Die Gasheizung kann Spitzenlasten abdecken, während die Wärmepumpe den Großteil der Heizlast übernimmt.
  • Kostenersparnis: Durch die geringere Nutzung der Gasheizung sinken die Betriebskosten und der CO2-Ausstoß im Vergleich zu einer reinen Gasheizung.
  • Förderfähigkeit: Auch Hybridheizungen sind förderfähig, müssen aber ab 2029 einen immer größeren Anteil erneuerbarer Energien nutzen.

Nachteile der Kombination:

  • Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen: Die Gasheizung bleibt ein Bestandteil des Systems, wodurch langfristig weiterhin Kosten für Gas anfallen.
  • steigende CO2-Preise: Die Nutzung fossiler Brennstoffe wird durch den CO2-Preis immer teurer.

Hybridheizungen bieten sich als Übergangslösung an, besonders in Gebäuden, die nicht sofort umfassend saniert werden können. Langfristig sollten jedoch Schritte in Richtung eines rein erneuerbaren Heizsystems geplant werden: zum Beispiel mit einem Sanierungsfahrplan aus einer Energieberatung.

Wärmepumpe mit Photovoltaik

Die Kombination einer Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) ist eine der effizientesten Möglichkeiten, erneuerbare Energien zu nutzen. Die PV-Anlage erzeugt einen Teil des Stroms, den die Wärmepumpe benötigt. Dadurch können die Heizkosten erheblich sinken.

Tagsüber erzeugt die PV-Anlage Strom aus Sonnenlicht. Dieser Strom wird direkt für den Betrieb der Wärmepumpe genutzt. Überschüssiger Strom kann gespeichert werden, beispielsweise in einem Batteriespeicher, oder ins öffentliche Netz eingespeist werden. Möglich ist auch das Speichern mit Warmwasser.

Vorteile der Kombination:

  • niedrigere Betriebskosten: Selbst erzeugter Strom ist günstiger als Strom aus dem Netz, insbesondere bei steigenden Energiepreisen.
  • Unabhängigkeit: Sie machen sich weniger abhängig von Energieversorgern und Strompreisschwankungen.
  • Förderung: Beide Technologien, die Wärmepumpe und die PV-Anlage, werden gefördert. Zusätzlich können Batterie- oder Wärmespeicher bezuschusst werden.
  • Klimaschutz: Die Kombination reduziert den CO2-Ausstoß erheblich, da keine fossilen Brennstoffe benötigt werden.

Nachteile der Kombination:

  • Investitionskosten: Die Anschaffungskosten für eine PV-Anlage und gegebenenfalls eines Speichers kommen zu den Kosten der Wärmepumpe hinzu.
  • Platzbedarf: Die Installation einer PV-Anlage erfordert eine geeignete Dachfläche mit ausreichender Sonneneinstrahlung.

Wärmepumpe mit Fernwärme

Die Kombination von Wärmepumpen mit Fernwärme ist grundsätzlich eine sehr interessante Möglichkeit, vor allem für größere Gebäude wie Mehrfamilienhäuser oder Gewerbe.

Sie würde sich vor allem für Gebäude in städtischen Gebieten eignen, die bereits an ein Fernwärmenetz angeschlossen sind. Die Wärmepumpe könnte dann die Wärmeversorgung in Zeiten mit niedriger bis mittlerer Heizlast übernehmen, beispielsweise in der Übergangszeit. Bei hoher Heizlast im Winter oder bei Bedarf an Spitzenleistung würde Fernwärme genutzt.

Allerdings ist diese Kombination für die Fernwärme-Betreiber*innen nicht wirtschaftlich und wird daher bisher nicht angeboten.

Welche Kombination für Ihr Gebäude infrage kommt und mit welchen Kosten und Förderungen Sie rechnen können, erfahren Sie mit dem ModernisierungsCheck:

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Drei Personen sitzen zusammen, eine hält ein Blatt Papier, im Hintergrund ein Bücherregal und das Logo mit dem Schriftzug 'VierWende Mein Zuhause. Unsere Zukunft.'

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Jens Hakenes ist seit 2010 unser freiberuflicher Experte für die Themen Heizkosten, Warmwasser, Stromkosten und Klimaschutz. In seinen Artikeln erfahren Sie zum Beispiel alles Wichtige über Fußbodenheizungen, serielle Sanierung oder den CO₂-Preis.

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Jens Hakenes ist seit 2010 unser freiberuflicher Experte für die Themen Heizkosten, Warmwasser, Stromkosten und Klimaschutz. In seinen Artikeln erfahren Sie zum Beispiel alles Wichtige über Fußbodenheizungen, serielle Sanierung oder den CO₂-Preis.

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